^EHEWYÖRKBOTANICALGAffl)^ Beiksehrift©! der Kgl. botanischen Gesellschaft in Regensburg. YIIL Band. Neue Folge. IL Band. ^S^ Regensburg. Verlag der Gesellschaft. 1903. Deiksßlriftei der Kgl. botanischen Gesellschaft in Regensburg. YIII. Band. Neue Folge. IL Band, LIBRARY NEW YORK! BOT AN IC AL ^den ^^ Regcnsburg. Verlag der Gesellschaft. 1903. LIBRARY NEW YORK BOTANICAL GARDEN Inhalt. Seite Vorwort V Verzeichnis der Mitglieder der Kgl. botanischen Gesellschaft zu Regensburg VII Satzungen der Kgl. bayerischen botanischen Gesellschaft zu Regensburg XIII Zweiter Nachtrag zum Katalog der Bibliothek .... XVIII Nekrolog auf Professor Dr. Singer. (Von Hofrat Dr. Fiirnrohr.) XXXVI Nekrolog auf Hofrat Dr. Herrich-Schäffer. (Von Hofrat Dr. Fiirnrohr.) XL Fa milier, Dr. Ign., Zusammenstellung der in der Umgebung von Regensburg und in der gesamten Oberpfalz bisher gefundenen Moose. (II. Teil.) ' . I Vollmann, Dr. Fr., Der Formenkreis der Carex muricata und seine Verbreitung in Bayern 55 Petzi, Fr., Floristische Notizen aus dem Bayerischen Walde. II. 91 1. Beilage: Poeverlein, Dr. H. , Verzeichnis der Mitarbeiter und des Inhalts der Faszikel I— VI der Flora exsiccata Bavarica. 2. Beilage: Poeverlein, Dr. H, Bemerkungen zur Flora exsiccata Bavarica. Fasciculus Secundus. Nr. 76 — löO. a* IV 3. Beilage: Poeverlein, Dr. H., Bemerkungen zur Flora exsiccata Bavarica. Fasciculus Tertius. Nr. 151—250. 4. Beilage: Familler, Dr. Ign. , Verzeichnis der Mitarbeiter und des Inhalts der Lieferungen 1—12 (Nr. 1 — 300) der Flora exsiccata Bavarica: Bryophyta. Vorwort. Die Herausgabe des IL Bandes der Denkschriften hat sich leider durch unvorhergesehene Hindernisse ver- zögert. Der nächste Band wird innerhalb Jahresfrist folgen, um den für Herausgabe der Denkschriften festgesetzten Termin einzuhalten. Der vorliegende Band enthält durch- wegs Abhandlungen von Mitgliedern über die bayerische Flora. Als Beilagen sind beigefügt ein Verzeichnis der Mitarbeiter bei der Flora exsiccata Bavarica und der in den ersten 6 Faszikeln zur Ausgabe gelangten 500 Phanero- gamen, sowie die Bemerkungen zu Fase. II und 111. Eine weitere Beilage enthält das Verzeichnis von 300 Arten der Bryophytae, welche in den ersten 12 Lieferungen von Seiten der Gesellschaft zur Ausgabe gelangten. Die Statuten der Gesellschaft nmssten, um sie den gegenwärtigen Verhältnissen anzupassen, einer Umarbeitung unterzogen werden. Dieselben sind in ihrer neuen Form dem Mitgliederverzeichnisse angefügt. Die Bibliothek hat sich, wie der Nachtrag zeigt, teils durch Ankauf und Schenkungen, teils durch Schriftentausch mit anderen Gesellschaften bedeutend vermehrt. — VI — Sowohl denjenigen, welche durch Zuwendungen zur Bereicherung der Bibliothek beigetragen, als auch den Ge- sellschaften, welche den Schriftentausch aufrecht erhalten haben, sprechen wir hiermit unsern besten Dank aus mit der Bitte, auch künftighin die bisherigen freundlichen Be- ziehungen mit unserer Gesellschaft aufrecht erhalten zu wollen. Regensburg, den 31. Dezember 1903. Der Schriftführer. Verzeichnis der Mitglieder der Kgl. botanischen Gesellschaft zu Regensburg. (Stand vom 31. Dezember 1903.) I. Ehrenmitglieder. Seine Königliche Hoheit Prinz Lnitpold von Bayern, des Königreichs Bayern Verweser (1840). Seine Durchlaucht Fürst Albert von Thurn und Taxis, Herzog zu Wörth und Donau st auf (1890). Stobaeus, Oskar Ritter von, Kgl. Geheimer Hofrat, Bürger- meister a. D. der Kgl. Kreishauptstadt Regensburg, in Lindau i. B. (1890.) II. Korrespondierende Mitglieder. Appel, Otto, Dr. phil. ; Kais. Regierungsrat und Mitglied der Biologischen Abteilung für Land- und Porstwirtschaft am Reichsgesundheitsamt in Berlin, in Charlottenburg (1899). Ascherson, Paul, Dr. phil. et med., Professor der Botanik an der Kgl. Universität in Berlin (18(U). Bail, Theodor, Dr. phil., Professor, Oberlehrer am Realgym- nasium in Danzig (1857). Balfour, Isaac Bayley, Professor der Botanik an der Univer- sität in Edinburgh (1840). Beck, Ritter von Mannagetta, Günther, Dr. phil, Pro- fessor der Botanik an der K. K. deutschen Universität, Direktor des Bot. Gartens und Vorstand des Bot. Institutes derselben in Prag (1895). Beckler, Hermann, Dr. med., Arzt in Fischen, Schwaben (1891). Buchenau, Franz, Dr. phil., Professor, Direktor der Realschule beim Doventhor in Bremen (1855). — VIII — Christ, Hermann, Dr. jur. et phil., Oberlandesgerichtsrat, Präsident der Schweizerischen Bot. Gesellschaft in Basel (1895). Delpino, Frederico, Dr., Professor der Botanik an der Uni- versität und Direktor des Bot. Gartens in Neapel (1876). Drake del Castillo, Emmanuel, President de la Societe bo- tanique de France in Paris (1891). Engler, Adolf, Dr. phil., Kgl. Geheimer Regierungsrat, Pro- fessor der Botanik an der Kgl. Universität und Direktor des Kgl. Bot. Gartens und Museums in Berlin (1895). Flügel, Felix, Dr., Vertreter der Smithsonian Institution in Leipzig (1856). Focke, Wilhelm Olbers, Dr. med., in Bremen (1846. Fries, Theodor Magnus, Dr., emer. Professor der Botanik an der Universität und Direktor des Bot. Gartens in Upsala (1859). Garcke, August, Dr. phil., Kgl. Geheimer Regierungsrat, Pro- fessor der Botanik an der Kgl. Universität und Kustos am Kgl. Bot. Museum in Berlin (1850). Geheeb, Adalbert, priv. Apotheker in Freiburg i. B. (1875). Glaziou, Auguste-Frangois-Marie, Dr. es sei., Ingenieur civil in Le Bouscot, Gironde (1867). Goebel, Karl F., Dr. phil., Professor der Botanik an der Kgl. Universität und Direktor des Bot. Gartens, sowie des Pflanzenphysiologischen Institutes in München (1888). Graebner, Paul, Dr. phil., Assistent am Kgl. Bot. Garten in Berlin, in Gross-Lichterfelde bei Berlin (1897). Hansen, Karl, Professor an der Landwirtschaftlichen Aka- demie in Kopenhagen (1893 . Holtze, Maurice, Direktor des Bot. Gartens in Adelaide (1892). Le Jolis, Auguste-Frangois, Directeur de la Societe nationale des sciences naturelles et mathematiques in Cherbourg (1855). Istvanffy, Gyula von, Dr., Professor an der Universität und Direktor der Kgl. Ungar. Ampelologischen Landes-Anstalt in Budapest (1902). Kneucker, J. Andreas, Redakteur der Allgemeinen Bot. Zeit- schrift in Karlsruhe, Baden (1897). Kny, Leopold, Dr. phil., Kgl. Geheimer Regierungsrat, Pro- fessor der Botanik an der Kgl. Universität und an der Landwirtschaftlichen Hochschule, Direktor des Pflanzen- physiologischen Institutes der Kgl. Universität und des — IX — Botanischen Institutes der Landwirtschaftlichen Hoch- schule in Berlin (1867). Kör nicke, Friedrich, Dr. phil., Kgl. Geheimer Regierungsrat, emer. Professor an der Landwirtschaftlichen Akademie in Poppeisdorf, in Bonn (1857). Kükenthal, Georg, Pfarrer in Grub am Forst bei Coburg (1897 >. Magnus, Paul, Dr. phil., Professor der Botanik an der Uni- versität in Berlin (1895). Minks, Arthur, Dr. med., Arzt in Stettin (1875). Palacky, Johann B., Dr. phil. et jur. , Professor der verglei- chenden Geographie an der K. K. Böhmischen Universität in Prag (1860). Radlkofer, Ludwig, Dr. phil., Professor der Botanik an der Kgl. LTniversität, Vorstand des Kgl. Bot. Museums und des Bot. Laboratoriums in München (1859). Schatz, Joseph Anton, Dr. med., Grossherzogl. Bezirksarzt in Villingen, Baden (1900). Seh wendener, Simon, Dr. phil. r Kgl. Geheimer Regierungs- rat, Professor der Botanik an der Kgl. Universität, Direktor des Bot. Institutes und Gartens derselben in Berlin (1895). Utsch, Jakob, Dr. med., Kgl. Sanitätsrat in Freudenberg, Westfalen (1897). Wettstein, Ritter von Westersheim, Richard, Dr. phil., Professor der systematischen Botanik an der K. K. Uni- versität, Direktor des Bot. Gartens und Museums der- selben, Herausgeber der Österreichischen Bot. Zeitschrift in Wien (1895). Wiesbaur, Johann, P., Professor am Gymnasium in Duppau, Böhmen. (1895). Wiesner, Julius, Dr. phil., K. K. Hofrat, Professor der Ana- tomie und Physiologie der Pflanzen an der K. K. Univer- sität, Direktor des Pflanzenphysiologischen Institutes der- selben in Wien (1878). Winter, Ferdinand, Dr. med., Grossherzogl. Medizinalrat in Achern, Baden (1871). Zahn, Hermann, Reallehrer in Karlsruhe, Baden (1900). X III. Ordentliche Mitglieder. A. Ausserhalb Regensburg. Erdner, Eugen, Kath. Pfarrer in Ried, Post Neuburg a. D., Schwaben (1901) Fischer, Georg, Dr. phil., Kgl. Professor, Vorstand des Kgl. Naturalienkabinets in Bamberg (1901). Fror, Georg, Kgl. Sekretär am Juliusspital in Würzburg (1899). Gierster, Franz Xaver, Lehrer in Landshut (1899). Gugler, Wilhelm, Kgl. Reallehrer in Nördlingen (1901). Haberl, Joseph, Apotheker in Augustusburg, Königreich Sachsen (1897). Harz, Karl Otto, Dr. phil., Professor der Botanik an der Kgl. Tierärztlichen Hochschule in München (1901). Holler, August, Dr. med., Kgl. Medizinalrat in Memmingen (1901). Honig, Philipp, Lehrer in Nürnberg (1899). Hoock, Georg, Rektor der Kgl. Realschule in Lindau i B. (1899). Kaufmann, J. Ernst, Lehrer in Nürnberg (1899). Kolb, Max, Kgl. wirklicher Rat, Kgl. Oberinspektor a. D. des Kgl. Bot. Gartens in München (1862). Kraenzle, Joseph, Kgl. Korpsstabsveterinär a. D. in München (1899). Kraus, Karl, Dr. phil., Professor und Direktor der Kgl. Aka- demie für Landwirtschaft und Brauerei in Weihenstephan bei Freising (1880). Landauer, Robert, priv. Apotheker in Würzburg (1899). Loew, Wilhelm, Privatier in München (1879). Luxburg, Friedrich Graf von, Kgl. Bezirksamtsassessor in Aschaffenburg (1899). Piechler, Ernst, Kgl. Gymnasialprofessor in München (1890). Poeverlein, Hermann, Dr. jur., Kgl. Bezirksamtsassessor in Ludwigshafen a. Rh. (1893). P recht elsbauer, Otto, Lehrer in Nürnberg (1899). Rehm, Heinrich, Dr. med., Kgl. Medizinalrat in München (1879). Rein seh, Paul Friedrich, Dr. phil., Privatgelehrter in Erlangen (1859). Rost, Georg, Dr. phil., Professor der Mathematik an der Kgl. Universität in Würzburg (1899). — XI - Scherzer, Christoph, Lehrer in Nürnberg (1899). Schwab, Alexius, Kooperator in Ebnath, Oberpfalz (1901). Schwarz, August Friedrich, Kgl. Stabsveterinär und Kon- servator des Naturhistorischen Museums in Nürnberg (1899). Schwertschlager, Joseph, Dr. phil., Kgl. Lyzealprofessor in Eichstätt (1899). Semler, Karl, Lehrer in Nürnberg (1899). Stadler, Hermann, Dr. phil., Kgl. Gymnasialprofessor und Privatdozent an der Kgl. Technischen Hochschule in München (1901). Vill, August, Kgl. Bezirkstierarzt in Gerolzhofen, Unterfranken (1899). Voll mann, Franz, Dr. phil., Kgl. Gymnasialprofessor und I. Vorsitzender der Bayerischen Bot. Gesellschaft zur Er- forschung der heimischen Flora in München (1890). Wislicenus, Wilhelm, Dr. phil, Professor der Chemie an der Kgl. Universität in Tübingen (1899). Zick, Alois, Kath. Pfarrer in Rieden, Post Füssen, Schwaben 1901). B. In Regensburg. Brunhuber, August, Dr. med., Augenarzt (1890). Daubert, Gottfried, priv. Apotheker (1887). Dorffmeister, Adolf, Dr. med., Kgl. Regierungs- und Kreis- medizinalrat in Regensburg (1901). Familler, Ignaz, Dr. phil., Kurat in Karthaus-Prüll (1893). Frank, Ernst, Kgl. Landgerichtsdirektor (1890). Fürnrohr, Heinrich, Dr. med., Kgl. Hofrat, prakt. und Bahn- Arzt (1864). Heinisch, Hans, Kgl. Gymnasialprofessor (1893). Keller, Joseph, Kgl. Professor a. D. (1890). Lamprecht, Heinrich, Kgl. Gymnasiallehrer (1903). L ebner, Rudolf, Lehrer (1895). Leixl, Karl, priv. Apotheker (1887). Lindner, Gottlieb, Kgl. Gymnasialprofessor (1893). Mayer, Anton, Hauptlehrer an der Städtischen höheren Töchterschule (1894). Metzger, Friedrich, Dr. med., Arzt (1861). Meyer, Karl, Lehrer a. D. (1895). Petzi, Franz, Kgl. Gymnasialprofessor (1890). Seywald, Ludwig, Kgl. Gymnasialprofessor (1899). Vogl, Hermann, Fürstl. Justiz- und Domänenrat (1894). - X.II - Walderdorf f, Hugo Graf von (1894). Wild, Georg, Dr. phiL, Kgl. Gymnasialprofessor (1893). Wild, Peter, Kgl. Gymnasialprofessor a. D. (1903). Wittwer, Wilhelm Konstantin, Dr. phil., Kgl. Hofrat, Kgl. Lyzealprofessor a. D. (1851). Vorstand. Vorsitzender: Hofrat Dr. Fürnrohr. Schriftführer: Prof. Petzi. Kassenführer: Prof. Dr. Wild. Bibliothekar: Prof. Lindner. Konservatoren: Prof. Petzi (Regensburger Herbar). Hauptlehrer Anton Mayer (Deutsches Herbar). Apotheker Daubert (Allgemeines Herbar). Kurat Dr. Fämiller (Kryptogamen-Herbar). Justizrat Vogl (Holz- und Früchtensammlung). Kommission für Herausgabe der Denkschriften. Vorsitzender: Hofrat Dr. Fürnrohr. Mitglieder: Prof. Petzi, Prof. Lindner. Kommission für Herausgabe der Flora exsiccata Bavanca. Vorsitzender: Hauptlehrer Anton Mayer. Mitglieder: Hofrat Dr. Fürnrohr, Prof. Petzi, Kurat Dr. Fämiller (Bryophyta) , Assessor Dr. Poeverlein (Redaktion der ,, Bemerkungen"). Satzungen der Königlich bayerischen botanischen Gesellschaft zu I^egensburg. Namen, Sitz und Zweck der Gesellschaft. § 1. Die am 14. Mai 1790 gestiftete, von Seiner Majestät dem Könige von Bayern allergnädigst bestätigte Königlich bayerische botanische Gesellschaft zu Regensburg mit dem unveränderlichen Sitze in Regensburg hat den Zweck, die Botanik in ihren sämtlichen Zweigen zu pflegen und zu fördern. Mittel zur Erreichung des Gesellschaftszweckes. § 2. Zur Erreichung dieses Zweckes dienen insbesondere: a) wissenschaftliche Sitzungen, worin Gegenstände aus dem Gebiete der Botanik verhandelt werden; b) die Bibliothek der Gesellschaft; c) die botanischen Sammlungen der Gesellschaft; d) die Herausgabe der Denkschriften; e) anderweitige wissenschaftliche Unternehmungen, zunächst die Herausgabe der Flora exsiccata Bavarica : f) gemeinschaftliche Exkursionen; g) die kostenlose Erteilung wissenschaftlicher Auskünfte und Ratschläge auf dem Gebiete der angewandten Bo- tanik, insbesondere der Land- und Forstwirtschaft. XIV — § 3. Die in Regensburg und Umgebung ansässigen Mit- glieder versammeln sich, so oft Stoff dazu vorhanden ist, zu wissenschaftlichen Sitzungen und werden hierzu von dem Vor- sitzenden oder in dessen Stellvertretung von dem Schriftführer eingeladen. Zu wissenschaftlichen Vorträgen von allgemeinem In- teresse kann auch Nichtmitgliedern der Zutritt gestattet werden. $ 4. Die Bibliothek kann unter Einhaltung der hierfür vom Vorstande aufgestellten besonderen Bestimmungen von sämtlichen Mitgliedern, mit Genehmigung des Bibliothekars auch von Nichtmitgliedern in und ausserhalb Regensburg - benützt werden. Die von der Gesellschaft gehaltenen oder im Tausche erworbenen periodischen Schriften werden vor der Einreihung in die Bibliothek in den Gesellschaftsräumlichkeiten zur allge- meinen Einsicht aufgelegt, falls nicht die Mitgliederversamm- lung beschliesst, dieselben unter den Mitgliedern in Umlauf zu setzen. § 5. Die botanischen Sammlungen dürfen von jedem Mitgliede innerhalb der Gesellschaftsräumlichkeiten benützt werden. Eine Benützung einzelner Sammlungsgegenstände ausserhalb derselben oder durch Nichtmitglieder bedarf jedoch der vorgängigen Genehmigung des betreffenden Konservators. § 6. Für die Herausgabe der Denkschriften wird von der Mitgliederversammlung eine Redaktionskommission ge- wählt, welche das Recht der Kooptation besitzt. An der Spitze dieser Kommission steht der Vorsitzende der Gesellschaft. § 7. Auf dieselbe Weise wird auch für die in § 2 lit. e erwähnten wissenschaftlichen Unternehmungen eine unter dem Vorsitze des von der Mitgliederversammlung hierfür bestimmten Konservators stehende Kommission gebildet. Mitglieder. § 8. Die Gesellschaft besteht aus Ehrenmitgliedern, korrespondierenden und ordentlichen Mitgliedern. § i>. Zu Ehrenmitgliedern ernennt die Gesellschaft Persönlichkeiten, welche sich um die Zwecke der Gesellschaft - XV - oder um die Botanik im allgemeinen besonders verdient ge- macht haben. § 10. Ein Mitglied, welches sich als Vorsitzender der Gesellschaft um dieselbe hervorragende Verdienste erworben hat, kann durch Beschluss der Mitgliederversammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt werden. § 11. Zu korrespondierenden Mitgliedern werden ausserhalb Bayerns wohnende Gelehrte und Freunde der Bo- tanik ernannt, welche durch wissenschaftliche Leistungen die Zwecke der Gesellschaft gefördert haben. § 12. Zu ordentlichen Mitgliedern können in Bayern ansässige Botaniker ernannt werden, welche den Bestrebungen der Gesellschaft besondere Anteilnahme entgegengebracht haben. § 13. Die Wahl der Mitglieder erfolgt in allen Fallen auf den Vorschlag eines Mitgliedes durch die Mitgliederver- sammlung in schriftlicher, geheimer Abstimmung. § 14. Kein Mitglied ist zu Geldbeiträgen an die Gesell- schaft verpflichtet. Die von den Mitgliedern freiwillig ge- leisteten Beiträge sind für die in § 2 aufgezählten Zwecke zu verwenden. § 15. Die ordentlichen Mitglieder haben volles Benützungs- recht an dem jetzigen und künftigen Eigentum der Gesellschaft. Sie sind ebenso wie die korrespondierenden und Ehrenmitglieder berechtigt, an den wissenschaftlichen Sitzungen und Exkursionen der Gesellschaft teilzunehmen und deren Bibliothek und Samm- lungen jederzeit zu benützen. G eschäftsf ührung. § 16. Die Führung der Gesellschaftsgeschäfte steht dem Vorstande zu. Dieser besteht aus: a) dem Vorsitzenden; b) dem Schriftführer; c) dem Rechnungsführer; d) dem Bibliothekar; e) der erforderlichen, jeweils durch Beschluss der Mitglieder- versammlung festzusetzenden Zahl von Konservatoren. - XVI - Die Wahl des Vorstandes erfolgt durch die Mitglieder- versammlung. § 17. Der Vorsitzende vertritt die Gesellschaft nach aussen, beruft und leitet die Versammlungen und führt den Vorsitz in der Redaktionskommission. § 18. Der Schriftführer führt das Protokoll über die Versammlungen und erledigt die Korrespondenz der Gesellschaft. Im Verhinderungsfalle vertritt er den Vorsitzenden. § 19. Der Rechnungsführer besorgt die Kassenge- schäfte der Gesellschaft und legt der Mitgliederversammlung alljährlich einen mit den nötigen Belegen versehenen Rechen- schaftsbericht, sowie den Etatsentwurf für das folgende Ver- waltungsjahr vor. § 20. Der Bibliothekar besorgt die Ergänzung und Instandhaltung der Bibliothek, die Ein- und Ausläufe für die- selbe, sowie auf Beschluss der Mitgliederversammlung den Lesezirkel. § 21. Den Konservatoren obliegt die Ergänzung und Instandhaltung der wissenschaftlichen Sammlungen. Der in § 7 bezeichnete Konservator besorgt zugleich die Ein- und Ausläufe für die dort erwähnten wissenschaftlichen Unternehmungen. Mitgliederversammlung. § 22. Die Berufung der Mitgliederversammlung erfolgt jährlich mindestens einmal durch den Vorsitzenden, ausserdem jederzeit auf Antrag der Mehrzahl der jeweiligen Vorstands- mitglieder, in beiden Fällen auf schriftlichem Wege. § 23. Stimmberechtigt in der Mitgliederversammlung sind die in derselben anwesenden ordentlichen Mitglieder. Die Beschlussfassung erfolgt mit einfacher Stimmenmehr- heit; bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vor- sitzenden, bezw. des Schriftführers. Die Beurkundung der Beschlüsse erfolgt durch das von dem Vorsitzenden und dem Schriftführer zu unterzeichnende Versammlungsprotokoll. - XVII — Auflösung der Gesellschaft. § 24. Die Auflösung der Gesellschaft kann nur durch einstimmigen Beschluss aller in Regensburg ansässigen ordent- lichen Mitglieder erfolgen. In diesem Falle geht das Vermögen derselben einschliesslich des literarischen Eigentums an ein anderes naturwissenschaftliches Institut Regensburgs, eventuell Bayerns über. Änderung der Satzungen. § 25. Änderungen der vorstehenden Satzungen können nur mit Zustimmung von 3 / 4 der in Regensburg ansässigen ordentlichen Mitglieder beschlossen werden. Regensburg, den 17. Mai 1900. Zweiter Nachtrag zum Katalog der Bibliothek (Einlaufe aus den Jahren 1899—1903.) A. Nichtperiodische Schritten. Alefeld F., Landwirtschaftliche Flora. Berlin 1866. 8. Appel 0., Ein Beitrag zur Anwendung des Löffler'schen Mäuse- bazillus. Cassel 1899. S.-A. 8. — Ueber Phyto- und Zooraorphosen (Pflanzengallen). Königs- berg 1899. S.-A. 4. — Zur Kenntnis der Bakterienfäule der Kartoffeln. Berlin 1902. S.-A. 8. — Zur Bedeutung des Frühlingskreuzkrautes (Senecio vernalis) als Unkraut. Berlin 1902. S.-A. 8. — Untersuchung über das Einmieten der Kartoffeln. Berlin 1902. S.-A. 8. Appel 0. und Jacobi A., Beobachtungen und Erfahrungen über die Kaninchenplage und ihre Bekämpfung. Berlin 1902. S.-A. 8. Arnold F., William Nylander. s. 1. 1899. 8. Arvet-Touvet C, Les Hieracium des Alpes francaises ou occi- dentales de l'Europe. Lyon-Paris 1888. 8. Ascherson P. und Gräboer P., Synopsis der mitteleuropäischen Flora. Lief. 7—28. Leipzig 1899—1903. 8. Bail Th. , Umschau in der Ordnung der Hülsengewächse. Ein Vortrag. Danzig 1903. S.-A. 8. — Erweiterung des Unterrichtsstoffes in des Verfassers „Neue Botanik 4 '. Ein Vortrag. Danzig 1903. S.-A. 8. — Vortrag über Pilze. Danzig 1903. S.-A. 8. Bailey L. H. , The factors of organic evolution from a botanical Standpoint. Washington 1898. S.-A. 8. — XIX — Bary A. de, Morphologie und Physiologie der Pilze, Flechten und Myxomyceten. Leipzig 1866. 8. (IL Band von W. Hofmeister, Handbuch der physiol. Bot.) Beck v. Mannagetta G., Monographie der Gattung Orobanche. Cassel 1890. 4. Blümini E. K., Rhodologische Miszellaneen. Cassel 1899. S.-A. aus d. bot. Zentralbl. 8. — Die Blattgallen des Weinstocks. Stuttgart 1899. S.-A. aus: „Praktische Blätter für Pflanzenschutz". 8. Bottier DI., Ueber abnorme Bildungen, welche durch Insekten an den Pflanzen erzeugt werden. Programm der Realschule Kissingen. 1885/86. 8. Briquet J., Monographie du genre Galeopsis. Bruxelles 1893. 4 Btisgen M., Bau u. Leben der Waldbäume. Jena 1897. 8. Burnat E. et Gremli A., Catalogue raisonn6 des Hieracium des Alpes. Geneve-Bale-Lyon 1883. 8. Camus E.-G., s. Rouy G. Comes 0., Chronical table of Tabacco. Portici 1902. Conwentz H., Neue Beobachtungen über die Eibe, besonders in der deutschen Volkskunde. Nach einem Vortrage. Danzig 1899. S.-A. 8. — Die Gefährdung der Flora der Moose. Ein Vortrag. S.-A. aus d. ,,Prometheus". 1901. 8. Cook M. C. und Quelet L., Clavis synoptica hymenomycetum Europaeorum. London 1878. kl. 8. Dieck G., Die Moor- u. Alpenpflanzen (vorzugsweise Eiszeit- flora) des Alpengartens Zusehen bei Merseburg u. ihre Kultur, z. Aufl. Halle 1900. 8 DippelL., Handbuch derLaubholzkunde. 3 Teile. Berlin 1889 - 93. 8. Dörfler J., Botaniker- Adressbuch. 1. Auflage. Wien 1896. 8. — Botaniher-Adressbuch. 2. Auflage. Wien 1902. 8. Drude 0., Der hereynische Florenbezirk. Band VI der „Vege- tation der Erde", herausgeg. von Engler A. u. Drude O. Leipzig 1902. 8. Durand Th. et Wildemann Em. de, Materiaux pour la Flore du Congo. Fase. 1-5. 1897—1899. Extrait du Bulletin de la Societe royale de Belgique. 8. Engler A., Syllabus d. Pflanzenfamilien. Berlin. 1898. 8. Engler A. und Prantl K., Die natürlichen Pflanzenfamilien. 15 Bände. Leipzig 1889—1902. 8. Fischer ti., Beiträge zur Kenntnis der Potamogetoneen. S.-A. aus: Natur und Offenbarung. Münster 1901. 8. b* - XX — Fischer G., Beiträge zur Kenntnis der bayr. Potamogetoneen. S -A. aus r Mitteil. d. bayr. bot. Gesellsch." München 1901. 8. Focke W. 0., Bemerkungen über Wildrosen der Umgegend von Bremen. Bremen 1898. S.-A. 8. •— Zur Kenntnis einiger ausländischer Rubus- Arten. Bremen 1899. S.-A. 8. Foucaud J., s. Kouy G. Fries El., Epicrisis generis Hieraciorum. Upsaliae 1862. 8. Fritsch C., Schedae ad Floram exsiccatam Austro-Hungaricam opus ab A. Kerner creatum cura Musei Botanici Universi- tatis Vindobonensis editum. VIII. Vindobonae 1899. 8. Fürnrohr A. E., Naturhistorische Topographie von Regensburg. 3 Bändchen. Regensburg 1838—40. 8. Garcke Ä., Illustrierte Flora von Deutschland. 18. Aufl. Berlin 1898. 8. Glaser L., Taschenwörterbuch für Botaniker. Leipzig 1890. 8. Goebel K., Organographie d. Pflanzen. I, II, t und II, ,. Jena 1898—1890. 8. Gradmann R., Das Pflanzenleben der schwäbischen Alb mit Berücksichtigung der angrenzenden Gebiete Süddeutsch- lands. 2. Aufl. 2 Bände. Tübingen 1900. 8. Gremli A. , Neue Beiträge zur Flora der Schweiz. 1. u. 2. Bändchen. 8. — Neue Beiträge zur Flora der Schweiz. V. Heft. Aarau 1890. 8. Hallier E., Schule d. System. Botanik. Breslau 1878. 8. Hayek A. V., Die Centaureenarten Österreich-Ungarns. Wien 1901. 4. Hazslinszky Frigyes, A. Magyar Birodalom moh-floraja. Budapest 1885. 8. Hegelmeier F., Monographie der Gattung Callitriche. Stuttgart 1864. 4. Heldreich Th. de, Flore de l'ile d'Egine. Geneve 1898. S.-A. 8. — Les onagracees de la Flore grecque. Le Mans 1894. S.-A. 8. — Die Flora von Thera. S.-A. aus dem 1. Band zu Hillers von Gaertringen „Thera". Berlin 1899. 8. — Nachträgliches über das wilde Vorkommen der Ross- kastanie. Berlin 1882. S.-A. 8. — Beispiele von Heterophyllie, beobachtet bei Ceratonia Sili- qua L. Berlin 1882. S.-A. 8. — Der Käfer des Propheten Elias. Berlin 1882. S.-A. 8. — Ergebnisse der botan. Exkursion auf d. Cykladen im Hoch- sommer 1897. s. 1. 1897. S.-A. 8. — XXI — Heldreich Th. de, Note sur ime nouvelle espece de Centaurea de l'ile de Crete. Paris 1890. S.-A. 8. — Über Campanula anchusiflora Sibth. u. C tomentosa Vent. der griech. Flora. Cassel 1890. S.-A. 8. — Publications du Dr. Th. de Heldreich. Le Mans 1897. S.-A. 8. — 9 Separata botan. Inhalts in neugriech. Sprache. Hergt B., Zweck und Ziele des Pflanzenschutzes. S.-A. aus „Thüringer Monatsbl." Eisenach 1900. 8. Holler A. , Dr. August Progel. Ein Nekrolog. S.-A. Lands- hut s. a. 8. Htibener J. W. P., Muscologia Germanica oder Beschreibung der deutschen Laubmoose. Leipzig 1833. 8. Jack J. 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S.-A. ebend. 1890. 8. - Phänologische Beobachtungen in Schleswig-Holstein im Jahre 1890. Kiel. S.-A. aus: „Die Heimaf. 1891. 8 — Die Fichte, ein ehemaliger Waldbaum Schleswig-Holsteins. S.-A. aus dem „Bot, Zentr.-Bl." 1891. 8. — Die Einwirkung der Blütenfarben auf die photographische Platte. S.-A. "ebend. 1891. 8. — Weitere Beobachtungen über die Anlockungsmittel der Blüten von Sicyos angulata L und Bryonia dioica L. S.-A. ebend 1X91. S. — XXII - Knuth P., Blütenbiologische Herbstbeobachtungen. S.-A. ebend. 1892. 8. — Zur Bestäubung von Calla palustris L. S.-A. ebend. 1892. 8. — Die Blüteneinrichtung von Lorydalis claviculuta D. C. S.-A. ebend. 1892. 8. - Staubblattvorreife und Fruchtblattvorreife. S.-A. ebend. 1892. 8. — Die Bestäubungseinrichtungen der deutschen Helleborus- Arten. S.-A. ebend. 1894. 8. — Die Bestäubungseinrichtung von Armeria maritima Willd. S.-A. ebend. 1891. 8. — Nachuntersuchung der Blüteneinrichtung von Lonicera peri- clymenon L. S.-A. ebend. 1894. 8. — ■ Friesische Pflanzennamen. S.-A. aus „Die Heimat*. 1894. 8. — Blumen und Insekten auf den Halligen. S.-A. aus „Botanisch Jaarboek". 1894. 8. — Hallig-Gärten. S.-A. aus „Die Heimat". 1894. 8. — Zur Befruchtung von Primula acaulis Jacq. S.-A. aus „Bot. Zentrlb." 1895. 8. — Blütenbiologische Beobachtungen a. Thüringen. S.-A. aus „Bot, Jaarboek." Gent, 1895. 8. — Beiträge zur Biologie der Blüten. I —VI. S.-A. aus „Bot. Zentralbl." 1897 u. 98. 8. — Neue Beobachtungen über fledermausblütige Pflanzen. S.-A. ebend. 1897. 8. — Phänologische Beobachtungen in Schleswig-Holstein. S.-A. a. „Schriften des Naturw. Ver. f. Schl.-Holstein". 1897. 8. — Bloemenbiologische Bijdragen. S.-A. aus „Bot. JaarbÖk". Gent. 1897. 8. — Blütenbiologische Beobachtung auf der Insel Rügen. S.-A. a. „Bot Jaarboek". Gent. 1897. 8. — Phänologische Beobachtungen in Schleswig-Holstein im Jahre 1897. S.-A. a. „Schriften d. Naturw. Ver. f. Sohl.-H."1898. 8. — Bemerkungen zu meiner Flora der nordfriesischen Inseln und meiner Flora von Helgoland. S.-A. a. „Allg. Bot. Zeitschr.", herausgeg. v. A. Kneucker. 1898. 8. — Phänologische Beobachtungen in Schleswig-Holstein i. J. 1898. S.-A. a. „Schriften des Naturw. Vereins f. Schl.-H." 1898. 8. - Wie locken die Blumen die Insekten an? Vorläufige Mit- teilung. S.-A. aus „Schriften des Naturw. Ver. f. Schl.-H. u 1898. S. — XXIII - Knuth P., Wie locken die Blumen die Insekten an? S.-A. a. „Bot. Zentrlbl." 1898. 8. — Über den Nachweis von Nektarien auf chemischem Wege. S.-A. ebend. 1898. 8. — Blütenbiologische Mitteilungen aus den Tropen: Die Be- stäubungseinrichtungen der Mussaenda-Arten. S.-A. aus „Bot, Jaarboek". Gent. 1899. 8. Koch W. D. J., Vorlesungen über die natürlichen Familien der Pflanzen nach Jussieu und De Candolle. Manuscript von C. A. Herrich. Erlangen 1826. 8. — Synopsis d. dtsch. u. Schweiz. Flora, 3. 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S.-A. aus „Hedwigia" 1898. 8. — Ueber die Beziehungen zweier auf Stachys auftretenden Puccinien zu einander. Berlin 1898. S.-A. aus „Berichte d. dtsch. botan. Gesellsch." 8. — Über einen in Südtirol aufgetretenen Mehltau des Apfels. Berlin 1898. S.-A. aus „Berichte d. dtsch. botan. Gesellsch." 8. — Der Mehltau auf Syringa vulgaris in Nordamerika. Berlin 1898. S.-A. aus „Berichte d. dtsch. botan. Gesellsch." 8. — Ein neues Aecidium auf Opuntia sp. aus Bolivien. Berlin 1898. S.-A. aus „Berichte d. dtsch. botan. Gesellsch." 8. — On Aecidium graveolens (Shuttle w.). S.-A. aus „Annais of Botanv". 1898. 8. - XXIV — Magnns P. , Beitrag zur Pilzflora von Franken, insbesondere der Umgegend von Regensburg. S.-A. aus den Abhand- lungen d. naturhist. Gesellschaft Nürnberg. 1897. 8. — Zweiter Beitrag zur Pilzflora von Pranken. S.-A. aus d. Abhandl. der naturhist. Gesellsch. Nürnberg 1898. 8. — Über die von 0. Kuntze vorgenommenen Änderungen der Namen einiger Uredineen-Gattungen. Cassel 1899. S.-A. aus „d. botan. Zentralbl.'' 8. Massalongo C. f siehe: Ross H. Mayer A., Die Weiden Regensburgs. S.-A. aus „Berichte d. naturwissenschaftlichen Vereins Regensburg". Regensburg 1900. 8. Mayrhofer J., Flora Weltenburgensis. Regensburg 1879. kl. 8. Nave J., Anleitg. zum Einsammeln, Präpar. u. Untersuchen der Pflanzen. Dresden 1864. 8. (Duplikat). Nemec B., Studie o drazdivosti rostlinne plasmy. Prag 1900. 8, Nestler A. , Die Schleimzellen der Laubblätter der Malvaceen. S.-A. aus d. öst.-bot. Ztschr. Prag 1898. 8. Niedenzu F., De genere Byrsonima (1. Teil). Braunsberg 1901. 8. Pabst G., Lebermoose Deutschlands (aus dem Sammelwerk: Die Kryptogamen-Flora Deutschlands. III. Band, 1. Ab- teilung.) Gera 1877. 8. Prantl K , Excursionsflora für das Königreich Bayern. Stutt- gart 1884. 8. (Duplikat). Progel A-, Flora des Amtsbezirkes Waldmünchen. 1. u. 2. Teil. S.-A. aus „Berichte des Landshuter bot. Ver." Landshut 1882 und 1889. 8. Rabenhorst L, Deutschlands Kryptogamenflora. 2. Auflage. 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S.-A. 8. — Le Capsella della Sicilia. Genova 1891. S.-A. 8. — Contribuzioni alla conoscenza del periderma. Genova 1890. S.-A. 8. — Anatomia comparata delle foglie delle Iridee. Genova 1892/3. S-A. 8. — Beitrag zur Flora von Neu-Vorpommern und den Inseln Rügen und Usedom. Berlin 1884. S.-A. 8. — Doryanthes Palmeri W. Hill. München 1897. S.-A. 8. — Die rote und die weisse Holzraupe, s. a. et 1. S.-A. 8. — Delpinoa novum Agavearum genus. s. 1. 1897. S-A. 8. — Icones et descriptiones plantarum novarum vel rariarum horti botanici Panormitani. Palermo 1896. Fol. - XXVI — Ross H., Massalongo C. u. Ross H.: Über sizil. Cecidien. 1898. S.-A. 8. Rouy G., Foucaud J. et E.-G. Camus, Flore de France. Tom. I —VIII. Asnieres-Paris 1893-03. 8. Rtitimeyer L., Gesammelte kleine Schriften allgemeinen Inhalts. Bd. 1 u. II. Basel 1898. 8. Sachs J., Vorlesungen über Pflanzenphysiologie. Leipzig 1887. 8. Schimper A. F. W., Pflanzengeographie. Jena 1898. 8. Schleichert F., Anleitungen zu bot. Beobachtungen. 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Wiesner J., Über ombrophile und ombrophobe Pflanzenorgane. Wien 1893. S.-A. 8. — Photometrische Untersuchungen auf pflanzenphysiologischem Gebiete. Wien 1893. S.-A. 8. - Pflanzenphysiologische Mitteilungen aus Buitenzorg. I— IV, VI. Wien" 1894 u. 97. S.-A. 8. — Untersuchungen über den Lichtgenuss der Pflanzen mit Rücksicht auf die Vegetation von Wien, Cairo u. Buiten- zorg (Java). Wien 1895. S.-A. 8. — Elemente der organischen Systeme. Wien 1884. 8. Zahn H., Flora der Baar und der angrenzenden Landesteile. Tübingen 1889. 8. — Die Gattung Hieracium. Aus Koch's Synopsis der dtsch. u. Schweiz. Flora, 3. Aufl. Leipzig 1901. 8. XXVIII B. Periodische, bezw. Gesellschaftsschriften. Arnstadt. Deutsche botanische Monatsschrift, gegenwärtig herausgegeben von E. M. Reineck, früher von Dr. Leim- bach. Jahrg. 17—21 (1899—03). Augsburg. Naturwissenschaftlicher Verein für Schwaben u. Neuburg. Bericht 33—35 (1898-02). Bamberg. Naturforschende Gesellschaft. 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Naturhistorischer Verein der preussischen Rheinlande. Verhandlungen. Jahrg. 55—59 (1898-03). Niederrheinische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Sitzungsberichte. Jahrg. 1898—02. Braunschweig. Verein für Naturwissenschaften. Jahresbericht 8 (1891- 93), 11 u. 12 (1897—01). Bremen. Naturwissenschaftlicher Verein. Abhandlungen. Bd. 15, Heft 3 (1901); Bd. 16, Heft 2 u. 3 (1899/00); Bd. 17, Heft 1 u. 2 (1901/03). — XXIX — Ärztlicher Verein, naturw. Ver. u. geogr. Gesellsch.: Fest- gabe den Teilnehmern an der 63. Versamml. der Gesellsch. dtscher Naturforscher u. Arzte: Die freie Hansestadt Bremen und ihre Umgebungen. Bremen 1890. 8. Gesellschaft deutscher Naturforscher und Ärzte: Verhand- lungen der 63. Versammlung zu Bremen, 15.— 20. Sept. 1890, herausgegeb. von Dr. 0. Lassar. 1. Teil. Die all- gemeinen Sitzungen. Leipzig 1890. 8. Breslau. Schlesische Gesellschaft für vaterländische Kultur. Jahresbericht 76 (1898), 78 (1900), 79 (1901), 80 (1902). — Festgruss dem 13. deutschen Geographentag: Beitrag zur Verbreitung der Gefässpflanzen in Schlesien. 1901. 8. Brunn. Naturforscher-Verein. Verhandlungen. Bd. 36—40 (1897-01). Berichte der meteorologischen Kommission, 16—20 (1896—00). Brüssel. Societe royale de Botanique de Belgique. Bulletins. Tom. 37—40 (98—03). Academie royale des sciences, des lettres et des beaux arts de Belgique. Annuaires. 1898—03. Bulletins. Ser. 3, tom. 34-36 (1897-98). 1899-03. Memoires couronnes et memoires des savants etrangers. Collection in 4. Tom. 55-61; 62, fasc. 1- 4 (1896-03). Memoires couronnes et autres memoires. Collection in 8. Tom. 48 vol. 2 et annexe. (1898.) Tom. 55—62; 63, fasc. 1_7 (1896-1903). Memoires. Collection in 4. Tom. 53; 54, fasc. 1-5 (1895—02). Tables generales du recueil des Bulletins, 3 ,m serie, tom. 1 —30 (1881—95). Tables generales des Memoires (1772—1897). Bllffalo. Society of natural sciences. Bulletin. 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Jahrg. 39—43 (1898-02). Landshut. Botanischer Verein. Bericht 16 (1898-00). Leipzig'. Botanische Zeitung. Herausgegeben von H. Gr. z. Solms-Laubach u. Fr. Oltmanns. Jahrg. 1899—03 in beiden Abteilungen. Zur Kompletierung: Jahrg. 1888. Linz. Verein für Naturkunde. Jahresbericht 25 — 32 (1896 —03). — Museum Francisco-Carolinum. Jahresbericht 58—61 (1900 - 03). Lund. Botaniska Notiser. Herausgegeben von C. F. O. Nord- stedt. Jahrg. 1898-02. - XXXII — Luxemburg. La societe G.-D. de Botanique. Recueil des rae- moires et des travaux. Nr. 15 (1900 — 01). Luzern. Naturforschende Gesellschaft. Mitteilungen. Heft 3 (1898/00). Lyon. Societe botanique. Annales. Tom, 2-26 (1873—01). — Archives de la Flore jurassienne. Nr. 1, 2; 4—40 (1900- 03). Madison (Wisconsin). Geological and Natural History Survey. Bulletin 1-3 (1898), 5, 6, 7 (1900—01). — Wisconsin Academy of sciences, arts and lettres. Trans- actions. Vol. 11 (1896/97). Marburg. Flora oder allgemeine botanische Zeitung, früher herausgegeben von der Kgl. botan. Gesellschaft in Regens- burg; seit 1889 redigiert von Prof. Dr. Goebel. Bd. 86 — 93 (1899-03). Milwaukee. The Board of Trustees. Annual Report 19, 20 (1900-02). = — Wisconsin Natural History Society. Bulletin Vol. 1; 2 Nr. 1, 2 (1900—02). MöSCau. Societe imperiale des naturalistes. Bulletin. Tom. 12—16 (1898—02). — Nouveaux memoires. Tom. 15 livr. 7, 16 livr. 1, 2 (1898 — 99). München. Kgl. b. Akademie der Wissenschaften. Abhand- lungen. Bd. 19, Nr. 3; 20; 21 (1899-02). Sitzungsberichte. Bd. 29—32 (1899 — 1902). Inhaltsver- zeichnis d. Bd. 1886—1899. Festreden : 1897: Lindeinann Fd., Gedächtnisrede auf Ph. L. v. Seidel. 1898: Goebel Karl, Über Studium und Auffassung der An- passungserscheinungen bei Pflanzen. 1S<)9: K. v. Orff, Über die Hilfsmittel, Methoden und Re- sultate der internationalen Erdmessung. 1899: A. v. Zittel, Rückblick auf die Gründung und die Entwicklung der bayr. Akademie der Wissenschaften. 1900: Joh. Ranke, Die akad. Kommission zur Erforschung der Urgeschichte und die Organisation der urgesch. Forschung durch König Ludwig I. 1900: A. v. Zittel, Ziele und Aufgaben der Akademien im 20. Jahrhundert. 1901: Karl v. Yoit, Max v. Pettenkofer zum Gedächtnis. — Baverische botanische Gesellschaft. Berichte. Bd. 6 — 8 (1S99— 02). Mitteilungen. Nr. 13-30 (1899—03). — xxxm — New -York. Bulletin of the New- York Botanical Garden. Vol. 2, Nr. 6-8 (1901-03); Vol. 3, Nr. 9 (1903). — Journal of the New- York Botanical Garden. Vol. 3, Nr. 28 u. 29 (1902). Nijmegen. Nederlandsche Botanische Vereeniging. Neder- landsche Kruidkundig Archief. Ser. 3, D. 1, St. 4; D. 2, St. 1-4 (1899—03). — Prodromus Florae Batavae. Vol. I, pars 1, 2. (1902). Nürnberg. Naturhistorische Gesellschaft. Abhandlungen. Bd. 5 (1872), 7—15 (1881—03). — Festschrift zum 100jährigen Jubiläum. 1901. — Jahresbericht für 1900 und 1902. Offenbach a. M. Verein für Naturkunde. Bericht 37—42 (1895—01). Passan. Naturwissenschaftlicher Verein. Bericht 18 (1898-00 . Pest. Annales de l'institut central ampelogique royal Hongrois, publiees sous la direction du Dr. Gy. de Istvanffi. Tom. II. 1902. — Ungarische botanische Blätter (Magyar botanikai lapok), herausgegeb. v. Dr. Arp. Degen. Jahrg. 1 u. 2 (1902 — 03). Petersburg. Hortus Petropolitanus. Acta Horti Petropolitani. Tom. 15 fasc. 2; 16—20 (1899-02); 21 fasc. 1 u. 2 (1903). - Historischer Bericht über den kaiserl. botan. Garten von St. Petersburg in seinen letzten 25 Jahren von 1873—98 (russisch). 1899. — Bulletin du jardin imperiale botanique. Livraison 1. 1901. Philadelphia. The American Philosophical Society. Proceedings. Vol. 38, Nr. 159 u. 160 (1899). — The Academy of Natural Sciences. Proceedings. 1899. Part. III. Posen. Naturwissenschaftlicher Verein. Zeitschrift der botan. Abteilung. Jahrg. 5, Heft 3 (1899). Prag. Kgl. böhmische Gesellschaft der Wissenschaften. Sitzungsberichte. 1898—1902. Jahresberichte. 1898—1902. Zur Feier des 100. Geburtstages von Chr. Doppler: Ver- öffentlichung des von Chr. Doppler am 25. Mai 1842 ge- haltenen Vortrages über „Das farbige Licht der Doppel- sterne und einiger anderer Gestirne" durch F. J. Studnicka. 1903. Pressburg. Verein für Natur- und Heilkunde. Verhandlungen. Neue Folge, Bd. 10—14 (1898—02). — XXXIV - Reg°lisbürg. Naturwissenschaftlicher Verein. Berichte. Heft 7 9 (1898—02). — Historischer Verein von Oberpfalz und Regensburg. Ver- handlungen. Bd. 50-54 (1898—02). - Landwirtschaftlicher Verein für die Oberpfalz und von Regensburg. Jahresbericht des Kreisausschusses für 1898 — 02. — Landwirtschaftliche Winterschule. Jahresbericht für 1902/03. Rio d> Janeiro. Archivos do Museu nacional. Vol. 10, 11 (1897-01). Roma. Istituto botanico della R. Universita. Annuario. Anno 7 fasc. 2 il898); 8 fasc. 1 (1903); 9 fasc. 1 3 (1900-02); 10 fasc. 1, 2 (1901). — Annali di Botanica, pubblicati dal Prof. R. Pirotta. Vol. 1—3 (1903). Salem (U. S. Massachusetts). Essex Institute. Bulletin. Vol. 28, Nr. 7-12 (1896); 29, (1897); 30, Nr. 1-6 (1898). Schwein fürt. Naturwissenschaftlicher Verein. Jahresbericht für 1891-02. St. Gallen. Naturwissenschaftliche Gesellschaft. Jahresbericht 1897/9S, 98/99, 00/01. St. Louis. Academy of Sciences. Transactions. Vol. 7, Nr. 17-20; 8—10; 11, Nr. 1—5 (1897-01). — The Missouri botanical Garden. Annual Report. 9 — 14 (1898 - 03). Stockholm. Kongl. Svenska Vetenskaps-Academien. Handlingar. Bd. 31—37 (1898-03). Bihang tili . . . Handlingar. Bd. 24-28 (1899—03). Lefnadsteckningar. Bd. 4, Heft 1-3 (1899—03). Tal vid k. Vetenskaps-Academiens minnefest den 24. Oct. 1901. Trehundraarsdagen af Tycho Brahes Död, af N. C. Duner. Ofversigt af Pörhandlingar. Jahrg. 55— 59 (1898—02). Stuttgart. Verein für vaterländische Naturkunde in Württem- berg. Jahreshefte. Jahrg. 55-59 (1899—03). Topeka. Kansas Academy of Sciences. Transactions. Vol. 17 u. 18 (1901—02). Ulm. Verein für Mathematik und Naturwissenschaft. Jahres- hefte. Jahrg. 8—10 (1897—01). Upsala. Regia societas scientiarum Upsalensis. Nova Acta. Ser. 3 vol. 18 fasc. 1 (1899); vol. 19 (1901); vol. 20 fasc. 1 (1901). — XXXV — Washington. Smithsonian Institution. Annual Report. 1896. 1897, II. 1898. 1899. 1900. Separata from the Smithsonian Report.: ThebiologicrelationsbetweenplantsandantsbyDr. Heim. 1898. The relation of plant physiology to the other sciences by Dr. J. Wiesner. 1900.* The tundras and steppes of prehistoric Europe by James Geikie. 1900. The economic Status of insects as a class by L. O. Howard. 1900. The garden and its development by P. Falkenberg. 1901. Relation of motion in animals and plants to the electrical phenomena, which are associated with it by J. Burdon Sandersson. 1901. The petrified forests of Arizona by F. Ward. 1901. Life in the Ocean by K. Brandt 1901. Forest destruction by G. Pinchstand and H. Merriam 1902. Irrigation by F. H. Newell 1902. — The Plant World. Vol. 5, Nr. 10 (1903). Weimar. Thüringischer botanischer Verein. Mitteilungen. Neue Folge. Heft 11—17 (1898-02). Wien. K. K. Akademie der Wissenschaften. Math. -natur- wissenschaftliche Klasse: Sitzungsberichte. Bd. 107, Heft 6— 10; 108-110; 111, Heft 1_9 (1898—1902). Register zu den Bänden 1 — 50 der „Fontes rerum Austr." 1901. Mitteilungen der Erdbeben-Kommission. Neue Folge. Nr. 1 —13 (1901—02). K. K. Geologische Reichsanstalt. Verhandlungen. 1898, Nr. 14-18. 1899-1903. Zoologisch-botanische Gesellschaft. Verhandlungen. Bd. 48, Heft 9, 10; 49—53 (1898—03). K. K. Gartenbau-Gesellschaft. Wiener illustrierte Garten- zeitung. Jahrg. 1899—1903. Osterreichische botanische Zeitschrift. Redigiert von R. v. Wettstein. Jahrg. 49-53 (1899-03). Jahrg. 14 (1864) zur Kompletienmg. Wiesbaden. Nassauischer Verein für Naturkunde. Jahrbücher. Jahrg. 52-55 (1899—02). Zürich. Naturforschende Gesellschaft. Vierteljahrsschriftcn. Jahrg. 1—47 U.856— 1902); 48, 1. u. 2. Heft (1903). Neujahrsblätter. Nr. 1-103 (ausgen. 13, 91, 93, 94, 95). (1799_190i). Lycealprofessor Dr. Singer f. Nekrolog von Hof rat Dr. Fiirnrohr, Regensburg. Am 12. Mai 1901 verstarb in Regensburg der kgl. Lyceal- professor Dr. philos. Jakob Singer, ein Mann, der sich um unsere kgl. botanische Gesellschaft so hohe Verdienste erworben hat, dass es mir eine Ehrenpflicht erscheint, seiner auch an dieser Stelle in Dankbarkeit zu gedenken In der Denkschrift zur Feier des hundertjährigen Be- standes der kgl. b. botanischen Gesellschaft zu Regensburg (.Denkschriften VI. Band 1890) schreibt Singer selbst in der Geschichte der Gesellschaft über seinen Entwicklungsgang: Geboren zu Regensburg am M. März 1834, absolvierte derselbe hier das Gymnasium 1852 und widmete sich dann dem philo- sophischen und theologischen Studium am hiesigen Lyceum. Als cand. phil. hörte er die Vorlesungen Prof. Pürnrohrs, wurde Mitglied des zoologisch-mineralogischen Vereins und hatte so das grosse Glück, jenen Männern näher treten zu dürfen, die damals mit hoher Begeisterung die Naturwissenschaften pflegten und auf seine angeborne Neigung zu den Naturwissenschaften bleibenden Einfluss übten. Dr. Schlich, Prof. Fiirnrohr, Dr. Herrich- Schäffer, Rat Hofmann nahmen sich seiner in der liebevollsten Weise an. Zu seinen freudigsten Jugenderinnerungen gehörten die vielen Exkursionen, an denen er mit seinen Jugendfreunden, den beiden Söhnen des Rats Hofmann, dem späteren Medizinal- rat Dr. Ottmar Hofmann in Regensburg, und dessen Bruder, dem späteren Konservator am kgl. Naturalienkabinet in Stutt- gart, Dr. Ernst Hofmann, sowie dem Sohne Herrich-Schäffers, späteren prakt. Arzt und kgl. Hofrat Dr. Gustav Herrich- Schäffer in Regensburg, in Begleitung der beiden Väter teil- nehmen durfte, und aus denen er so reichen Gewinn schöpfte. So konnte es denn nicht anders kommen , als dass der- selbe nach Absolvierung seiner theologischen Studien im Herbste 1856 die Universität München bezog, um sich dort 5 Jahre hindurch den naturwissenschaftlichen Fachstudien zu widmen. Nachdem er im Jahre 1860 zum Dr. phil. promoviert — XXXVII — war, kehrte er im Oktober 1801 in seine Vaterstadt Regens- burg zurück, wo er am Stiftskapitel zur Alten Kapelle eine Stelle fand, die ihm genügend Zeit gewährte, seine Studien fortzusetzen. Nach einem zweijährigen Aufenthalt dahier, den er zur Durchsicht der Herbarien und namentlich zu ausge- dehnten botanischen Exkursionen in die pflanzenreiche Um- gebung verwendete, um die Grundlage zu einem neuen Ver- zeichnisse der Phanerogamen-Flora Regensburgs zu gewinnen, das auch im Jahre 1865 zur Ausgabe gelangte, wurde er im Herbste 1863 als Professor der Naturgeschichte an das bischöf- liche Lyceum zu Eichstätt berufen, von wo er jedoch bald, nämlich im Frühjahr 1865, zu dauerndem Aufenthalte zurück- kehrte, um die ihm übertragene Professur am kgl. Lyceum zu übernehmen. Als Professor der Naturgeschichte hatte er über Botanik, Zoologie, Mineralogie und Geologie, sowie seit 1896 auch noch über Anthropologie vorzutragen und zugleich die Stelle eines Konservators des Naturalienkabinets am kgl. Lyceum zu ver- sehen. Es war demnach eine äusserst vielseitige wissenschaft- liche und lehramtliche Tätigkeit, die seine Stellung erforderte, eine Tätigkeit, die nicht nur umfassende wissenschaftliche Kennt- nisse bereits voraussetzte, sondern bei den steten Fortschritten, den immer neuen Entdeckungen und Anschauungen in den Naturwissenschaften auch eine unausgesetzte Fortbildung in allen Disziplinen zur gebieterischen Notwendigkeit machte. Als Mann der Wissenschaft und gewissenhafter Dozent unterzog er sich freudig diesen gewiss nicht geringen Anforderungen mit vollster Hingebung und Pflichttreue, die überhaupt einen Grundzug seiner ebenso bescheidenen als liebenswürdigen Per- sönlichkeit bildete. In der Absicht, mit den Männern der Wissenschaft auch persönlich in nähere Beziehungen zu treten, um zu sehen, zu hören und zu lernen, besuchte er öfters die Naturforscher-Ver- sammlungen und die bedeutendsten Hochschulen mit ihren Museen, sowie die botanischen und zoologischen Gärten fast in ganz Europa. Aus dem reichen Schatze seines Wissens und seiner Erfahrung teilte er gern mit und erfreute sich als Dozent durch seine ebenso klaren als anregenden Vorträge bei seinen Hörern einer ausserordentlichen Beliebtheit. Die mit denselben allwöchentlich im Sommer veranstalteten Ex- kursionen waren deshalb für beide Teile ein wahres Vergnügen, dorn er erst in seinen letzten Lebensjahren ungern entsagen — XXXV11I — musste, als seine Gesundheitsverhältnisse bereits ins Wanken geraten waren. Als mit der Einführung des naturwissenschaftlichen Unter- richts an den Gymnasien im Jahre 1891 sich das Bedürfnis eines vorbereitenden Unterrichts für die jüngeren Gymnasial- lehrer ergab, entsprach Singer mit Freuden dem an ihn er- gangenen Rufe seitens dieser Herren. Im Wintersemester las er denselben ein Privatissimum über Zoologie und Botanik, dem zur praktischen Übung und Weiterbildung gemeinschaft- liche Exkursionen im Sommersemester folgten. Alle Teilnehmer an diesen Kursen und Exkursionen erinnern sich mit aufrich- tiger Freude und Dankbarkeit der vielfachen Anregung und Belehrung, die ihnen hieraus zu schöpfen vergönnt war. In huldvoller Anerkennung dieser seiner ebenso uneigennützigen, wie gleichzeitig erfolgreichen Bemühungen wurde ihm 1898 der Titel und Rang eines Kgi. Geistlichen Rates verliehen, nachdem er bereits 1878 für die von ihm betätigte Neuordnung, Klassifizierung und Systematisierung der naturwissenschaftlichen Sammlungen des kgl. Lyceums, denen er auch späterhin jed- mögliche Verbesserung und Bereicherung zu teil werden liess, die ministerielle Anerkennung gefunden hatte Singer wurde am 16 Oktober 1861 zugleich mit Dr. Gustav Herrich-Schäffer Mitglied der kgl. botanischen Gesellschaft und übernahm sofort als Konservator der Herbarien zunächst die Durchsicht und Katalogisierung des schon damals mehr als 15000 Nummern zählenden allgemeinen Phanerogamen-Herbars. Im Jahre 1865 zum Sekretär gewählt, wurde ihm bereits 1871, nach Medizinalrat Dr. A. Herrich-Schäffers Erkrankung, das Direktorium unserer Gesellschaft, sowie die Redaktion der Flora übertragen. Seine nächste Sorge galt dem kostbarsten Attribute unserer Gesellschaft, der Bibliothek, die er in den Jahren 1872 bis 1879 einer vollständigen Neuordnung unterzog. Sodann nahm neben seinen eigentlichen Berufsgeschäften und Studien den grössten Teil seiner Arbeitskraft in immer steigendem Masse die Redaktion der von der Gesellschaft seit 1>>1^ herausge- gebenen botanischen Zeitschrift Flora in Anspruch, die er unter schwierigen Verhältnissen bis zur Übernahme von Verlag und Redaktion durch Professor Dr. Goebel in Marburg 1888, also volle 17 Jahre lang geführt hat. Es war dies eine ebenso verantwortungsvolle als sorgen- und arbeitsreiche Tätigkeit, der er sich im Interesse der Gesellschaft mit grösster Gewissen- haftigkeit und Opferfreudigkeit widmete, so lange es die Ver- — XXXIX - hältnisse nur irgend gestatteten. Zahlreiche Referate in der- selben stammten aus seiner eigenen Feder, während nach- folgende grössere Arbeiten von ihm an anderen Orten er- schienen sind: Chemische Untersuchung zwei verschiedener Trinkwasser von München. Promotionsschrift. München 1860. Die Orthopteren der Regensburger Fauna. Regensburger Lycealprogramm 1869. Die Fische der Oberpfalz, in der Festschrift der ober- pfälzischen Fischerei-Ausstellung in Regensburg 1883. Flora Ratisbonensis. Verzeichnis der um Regensburg wildwachsenden Phanerogamen. 1865. Flora Ratisbonensis. Verzeichnis der um Regensburg wildwachsenden und häufig kultivierten Gefässpflanzen. 2. Auf- lage. 1891. Geschichte der kgl. b. botanischen Gesellschaft in Regens- burg während ihres 100jährigen Bestandes vom 14. Mai 1790 bis 14. Mai 1890, in der Denkschrift zur Feier des 100jährigen Bestandes derselben. VI. Band. 1890. Bei Gelegenheit des 100jährigen Jubiläums unserer Ge- sellschaft 1890 wurde Singer die grosse Freude und Ehre zu teil, dass eine neu entdeckte Utricularia-Art der australischen Flora von dem langjährigen Mitgliede und Freunde unserer Gesell- schaft, Herrn Baron Ferd. v. Müller in Melbourne, ihm zu Ehren mit dem Namen Singeriana belegt wurde. Bald nach dem Jubiläum, 1891, legte Singer, der allmäh- lich das Bedürfnis nach Verringerung seiner ausseramtlichen Pflichten zu fühlen begann, zum lebhaftesten Bedauern aller Mitglieder das Direktorium der Gesellschaft nieder, das er seit 1871 volle 20 Jahre unter grossen persönlichen Opfern an Zeit und Arbeitskraft mit vollster Hingebung und treuester Anhänglickeit geführt hatte. In dankbarster Anerkennung dieser hervorragenden Verdienste ehrte die Gesellschaft ihren scheidenden Direktor durch seine Ernennung zum Ehren-Präses. Als solchen hatten wir die Freude, ihn noch 10 Jahre unter uns weilen zu sehen, stets bereit zu freundlichem Rat und Belehrung, wie Verfasser persönlich öfters erfahren und dankbarst gedenken muss. Sein Andenken wird bei seinen zahlreichen Schülern und Freunden, vor allem aber in der kgl. botanischen Gesellschaft stets hoch in Ehren gehalten werden. Regensburg im April 1903. Hofrat Dr. Herrich-Schäffer x Durch den am 21. Januar 1903 erfolgten Tod Herrich- Schäffers hat unsere Gesellschaft eines ihrer ältesten ordent- lichen Mitglieder verloren, das sich als langjähriger Kassier um die Vermögensverwaltung und Rechnungsführung der- selben höchst dankenswerte Verdienste erworben hat. Dr. Gustav Herrich-Schäffer wurde geboren zu Regens- burg am 24. August 1836 als Sohn des 1874 verstorbenen Medizinalrates Dr. Aug. Herrich-Schäffer, des berühmten Ento- mologen. Schon als Knabe zeigte er die von seinem Vater ererbte Liebe zu den Naturwissenschaften und nahm eifrigen, Anteil an den Exkursionen in die naturwissenschaftlich so in- teressanten Umgebungen seiner Vaterstadt. Als Studierender der Medizin bezog er die Universität Erlangen, promovierte 1859 und Hess sich 1861 als praktischer Arzt in Regensburg nieder. Im gleichen Jahre wurde er bereits Mitglied der kgl. botanischen Gesellschaft, sowie auch des zoologisch-mineralo- gischen Vereins, die ihn sofort zu ihrem Bibliothekar ernannten. L871 zum Vorstande des zoologisch-mineralogischen Vereins gewählt, übernahm er gleichzeitig auch die Stelle eines Sekre- tärs der kgl. botanischen Gesellschaft, welche er 1875 mit der- jenigen des Kassiers derselben vertauschte. Bis zu seinem Tode — volle 27 Jahre — hat er als solcher das Rechnungs- wesen unserer Gesellschaft mit erprobter Gewissenhaftigkeit und treuester Anhänglichkeit geleitet. Als edlem Menschen- freunde und hochgeachtetem Arzte wurde ihm im Jahre 1900 der Titel und Rang eines kgl. Hofrates verliehen. Er hat sich um unsere Gesellschaft wohl verdient gemacht und wird sie ihm stets ein treues Andenken bewahren. Regensburg im Februar 1904. Hofrat Dr. Fürnrohr. Zusammenstellung der in der Umgebung von Regensburg und in der gesamten Oberpfalz bisher gefundenen Moose T>r*. Ig. F'amiller', Kurat an der Kreisirrenanstalt Karthaus Prüll bei Regensburg. II Teil. Nachtrag zum I. Teile. (Denkschriften. Neue Folge. I. Band.) 2. Sphagnum Girgensohnii Russ. a. Graben bei der Mühle in Mückenbach hinter Nittenau, Sumpfrand der Weiher zwischen Maxhütte und Teub- litz; ster. ! 9. S. cuspidatum Russ. et Warnst. a. Bei Niedergebraching nicht wieder zu finden. 15. S. contortum (Schultz) Warnst. a. Am Grabenrande der Wiese bei Niedergebraching! 16. S. rufescens (Br. germ.) Warnst. a. Sumpfgraben bei Mückenbach hinter Nittenau, am Tannerl bei Palkenstein! b. Zahlreich in den Wiesengräben vor Station Freihöls! 17. S. platyphyllum (Sulliv.) Warnst. a. In einem tiefen Torfgraben zwischen Klardorf und Schwandorf! 19. S. medium Limpr. a. Auf einem Waldschlage hinter Mückenbach bei Nittenau, im Walde bei Maxhütte! 19 b. S. papillosum Lindb. An einem Wassergraben des Waldes hinter Mückenbach bei Nittenau! 1 — 2 — 19 c. S. inundatum (Russ. ex p.) Warnst. a. Quellgerinne nahe der Strasse auf der Hohen Linie ober Keifelding! 22. Ephemerum serratum (Schreb.) Hampe. a. Erdaufwurf des Waldschlages am Etzweiher vor Hohen- gebraching, an Maulwurfshaufen des oberen Wiesen- teiles von Sieben Eichen bei Neuprüll und am Ab- hänge bei dem Quell sumpfe zwischen Galgenberg und Oberisling! 24. Acaulon muticum (Schreb.) C. Müll. a. Verbreitet an grasigen Hängen: Grass-Hohengebraching, Niedergebraching - Arglekeller, ober Kleinprüf ening, Sieben Eichen bei Neuprüll! 28. Mildeella bryoides (Dicks.) Limpr. a. Nicht selten: Donauhang gegenüber Winzer, Kleefelder neben der Kuhwiese in Menge, Sandgrube bei der Maria Orter Brücke! 29. Astomum crispum (Hedw.) Hampe. a. Verbreitet an grasigen Hängen und Wegrändern : Gras- garten der Anstalt Karthaus Prüll, Wiese am Königs- berg, Felder und Wiesen ober Prebrunn, Oberisling, Niedergebraching- Arglekeller ! 30. Pleuridium nitidum (Hedw.) Rabenh. a. Zahlreich an einem frischen Waldgraben links des Weges Grass-Hohengebraching! b. Auf Weiherschlamm beiW T aldeck und am Schermweiher bei der Reuther Poliere c. fr. (Schw.). 33. Sporledera palustris (Br. eur.) Hampe. a. Sumpfgraben am „Wolfweiher" nahe Brennberg, im „Elend" bei Mittergrub, an Grabenrändern einer Wiese am Wege von Arrach nach Eckerszell! 43. Eucladium verticillatum (L.) Br. eur. a. Steril unter überhängenden Kalkfelsen am Stau wei her bei der Weichselmühle, ebenso an feuchten Dolomit- wänden zwischen Waltenhofen und Etterzhausen! 44. Rhabdoweisia fugax (Hedw.) Br. eur. b. In Felsritzen von Urthonschiefer im Fichtelnaabthale: bei Grünberg, im „Brand" zwischen Hölzlashof und Neusorg, bei Trevesen c. fr. (Schw.). 45. Rh. denticulata (Brid.) Br. eur. a. Wiederaufgefunden in den Ritzen der steilen Granit- — 3 - wände am Eingange der Klammer gegenüber der Hammermühle c. fr.! 46. Cynodontium polycarpum (Ehrh.) Schimp. b. An Granit und Urthonschiefer im Fiehtelnaabthale von Unterlind bis Trevesen c. fr. (Schw.). 47. C. strnmiferum (Ehrh.) De Not, b. An Urthonschiefer beim Kellerhänsl nächst Ebnath c. fr. (Schw.). 48. Oreoweisia Brnntoni (Sm.) Milde. b. An schattigen Graniten im Fiehtelnaabthale zwischen Unterlind und Grünberg, in Klüften von Urthonschiefer im „Brand" zwischen Hölzlashof und Neusorg c. fr. (Schw.)- 50. Dicranella squarrosa (Starke) Schimp. b. Unterhalb Ebnath an der Strasse nach Neusorg im Strassengraben zahlreich, auf einer Quellwiese in Unter- lind, steril (Schw.). 52. D. rufescens (Dicks.) Schimp. b. An einem Wässerlein westlich von Kühberg bei Waldeck, an lehmigen Uferstellen und Wegen im Fiehtelnaab- thale von Unterlind bis Ebnath c. fr. (Schw.). 53. D. varia (Hedw.) Schimp. b. Im Hohlweg hinter der Kirche von Kastl, auf feuchtem lehmigsandigen Boden zwischen Kuchenreuth und Köglitz, im Kalksteinbruche bei Dechantsees, auf Kalk- boden bei Neusorg c. fr. (Schw.). 54. D. subulata (Hedw.) Schimp. b. Auf Lehmboden in einem Hohlwege bei Hölzlashof c. fr. (Schw.). 54 b. D. curvata (Hedw.) Schimp. b. Auf lehmigen Boden des Grabens längs der Bahnlinie Irrenlohe-Freihöls zahlreich c. fr.! an lehmigen Stellen des Fichtelnaab-Ufers zwischen Ebnath und Neusorg c. fr. (Schw.). 57. Dicranum spurium Hedw. I). Reichlich fruchtend im Walde bei der Station Boden- wöhr! auf Waldboden am Grünbach bei Altköslam ster. (Schw.). 57 b. D. Bergeri Blandow. b. In Sphagneten am Kulm c. fr. (Mldo 1882). 63. D. montanum Hedw. a. c. fr. auf verfaultem Strunk bei dem kleinen Wald- 1* sumpfe ober Alling, ebenso am Aufstiege der Mat- tinger Hänge beim Minoritenhof, im Walde ober Klein- prüfeningl b. Auf dem Eisenberge nördlich von Ahornberg am Pusse von Waldbäumen, ebenso häufig im Fichtelnaabthale, stets steril. (Schw.). 64. D. flagellare Hedw. b. Auf einem alten Baumstrunke und : feuchtem Wald- boden am Fuhrbache, ebenso im Fichtelnaabthale zwi- schen Unterlind und Gfünberg, ster. (Schw.). 68. Dicranodontium longirostre (Starke) Schimp. a. Auf faulem Baumstrunke im Walde zwischen Maxhütte und Loisnitz ster. ! 69. Trematodon ambiguus (Hedw.) Hornsch. a. An Gräben beim sog. Wolfweiher nahe Brennberg, am Graben vor dem Wechsel bei Nittenau c. fr.! 70. Leucobryum glaucum (L.) Schimp. b. Zahlreich fruchtend im Walde längs des oberen Wei- hers bei der Station Boden wöhr! 72. Fissidens pusillus Wils. b. Reichlich auf einem alten Mühlsteine in der Fichtel- naab am Ostende des Naabrangen c. fr. (Schw.). 73. F. crassipes Wils. b. An Sandstein bei der Mühle von Reuth bei Kastl c. fr. (Schw.). var. submarginatus Warnst, et Fleischer, a. An Sandstein des ehemaligen Karthauser Fischhauses beim Abfluss der Quelle, spärlich fruchtend! 74. F. rufulus Br. eur. H. R. Ruthe, der in dankenswertester Weise die Revision kritischer Fissidens-Arten übernommen, zieht sämtliche als F. rufulus betrachtete Exemplare von Kelheim-Weltenburg zu F. crassipes Wils. 76 b. F. osmundioides (Swartz) Hedw. a. c. fr. an einem sandigen Waldgraben am Waldrande hinter Mückenbach bei Nittenau! b. In einem Torfstiche bei Wolframshof ster. (Schw.). 79. F. taxifolius (L.) Hedw. a. Verbreitet: c. fr. im Walde beim Arglekeller, Hohlweg zwischen Ober- und Unterisling, im sog. „Schelmen- graben" bei Etterzhausen, Gärten von Karthaus Prüll! 80. Seligeria pusilla (Ehrh.) Br. eur. — 5 - a. Ziemlich reichlich c. fr. an Steinen eines Hohlweges im Walde hinter Bruckdorf! 81. S. tristicha (Brid.) Br. eur. a. An schattigem Kalkgestein bei dem Aufstiege der Mattinger Hänge vom Minoritenhof aus c. fr. ! 86. Ditrichum homomallum (Hedw.) Hampe. b. Auf Waldboden um Kemnath und Ebnath nicht selten, c. fr. (Schw.). 87. D. flexicaule (Schleich.) Hampe. b. An Basalt auf dem Schlossberge von Waldeck c. fr. (Schw.). 89. Distichium capillaceum (Sw.) Br. eur. a. c. fr. am rechten Donauufer ober den „drei Brüdern" bei Kelheim- Weltenburg! b. An Gemäuer auf dem Weissenstein im Fichtelgebirge c. fr. (Schw.). 90. Pterygoneurum subsessile (Brid.) Jur. a. An Wegrändern der Strasse von Regensburg nach Oberisling und zum Schiessplatze c. fr.! 91. P. cavifolium (Ehr.) Jur. b. Im Kalksteinbruche bei Dechantsees c. fr. (Schw.). 92. Pottia minutula (Schleich.) Br. eur. a. Verbreitet und zerstreut in kleinen Raschen, meist die var. rufescens Br. eur.! 95. P. lanceolata (Hedw.) C. Müll. b, Bei Kastl, Kalksteinbruch bei Dechantsees c. fr. (Schw.). 97. Didymodon rubellus (Hoffm.) Br. eur. b. Mauerwerk des oberen Wehr in Unterlind, an Kalk im Steinbruche bei Dechantsees c. fr. (Schw.). 97 b. Didymodon cordatus Jur. a. Vereinzelt in einem Hohlwege der Winzerer Berge auf Kalk ster. (Mldo 1877 im Herbare Priem.) 99. D. rigidulus Hedw. a. An Ufersteinen unter der steinernen Brücke und unter- halb der Petroleum-Tanks mit spärlichen Früchten ! b. Auf Sandstein um Reuth bei Kemnath c. fr. (Schw.). 102. Tortella inclinata Limpr. b. Auf Urkalk bei Unterwappenöst und im Steinbruch bei Dechantsees ster. (Schw.). 103. T. tortuosa (L.) Limpr. b. An den Ruinen des Weissenstein im Fichtelgebirge c. fr. (Schw.) _ ß _ 106. Barbula fallax Hedw. b. Im Kalksteinbruch beiDechantsees zahlreich c. fr. (Schw.). 107. B. reflexa Brid. b. Mit. voriger am gleichen Orte ster. (Schw.). 111. B. convoluta Hedw. b. Auf dem Plateau des Schlossberges von Waldeck, bei Kastl auf lehmigen Fahrwegen, auf Kalksteinen bei der Klause nächst Dechantsees c. fr. (Schw.). 112. Aloina rigida Kindb. b. Auf Kalkboden und Felsen bei Neusorg, im Kalkstein- bruch bei Dechantsees c. fr. (Schw.). 123. Schistidium alpicola Limpr. var. rivulare Wahlenb. b. An Granit in der Fichtelnaab von Unterlind bis Kronau c. fr. (Schw.). 130. Grimmia commutata Hüben. b. Auf Basalt am Schlossberge von Waldeck c. fr. (Schw.). 131 b. G. orbicularis Bruch. a. Auf Kalk längs der Bahnlinie Waltenhofen-Etterz- hausen-Eichhofen c. fr.! 136. Dryptodon Hartmanni (Schimp.) Limpr. a. An Granitblöcken eines Wehres in der Klammer ster.! b. An Urthonschiefer bei Grünberg, häufig an Granit im Fichtelnaabthale zwischen Unterlind und Grünberg ster. (Schw.). 137. Racomitrium aciculare (L.) Brid. a. An Granitblöcken bei der Dossmühle*) in der Klam- mer c. fr.! b. Auf Granit in der Fichtelnaab, im Gregnitzbache, Geis- bache und anderen Waldbächlein im Steinwalde c. fr. (Schw.). 141. R. heterostichum (Hedw.) Brid. b. c. fr. Auf Granit im Fichtelnaabthale und Gregnitz- thale, ebenso an Urthonschiefer (Schw.). 152. Orthotrichum anomalum Hedw. b. Auf dem Schlossberge von Waldeck, an Kalk bei Unterwappenöst und bei der Klause nächst Dechant- sees c. fr. (Schw.). 158. 0. stramineum Hornsch. a. Vereinzelt an Gesträuch bei der Seidenplantage c. fr.! *) „Dossmühle" die richtigere Schreibweise für die von Keller- Priem angenommene Schreibart Toosmühle. 169. 0. obtusifolium Schrad. a. c. fr. An Pappeln bei Königswiesen und an der Strasse von Burgweinting! b. An Feldbäumen beim Kellerhäusl nächst Ebnath ster. (Schw.). 171. Encalypta ciliata (Hedw.) Hoffm. a. e. fr. auf Dolomitblöcken bei der Höhle hinter Etterz- hausen und an Felsen ober dem Klösterl gegen die Lange Wand! b. Auf Basaltboden auf der Kulmkuppe und des Schloss- berges von Waldeck c. fr. (Schw.). 173. E. contorta (Wulf.) Lindb. b. An Mauerwerk des Aufganges zur Kirche in Ebnath, an Kalk bei Dechantsees, ster., c. fr. am Weissenstein im Fichtelgebirge (Schw.). 175. Schistostega osmundacea (Dicks.) Mohr. a. c. fr. In Erdhöhlen der Klammer! b. Im Fichtelnaabthale von Unterlind bis Trevesenhammrr überall, wo Urthonschiefer zu Tage tritt, besonders bei Grünberg und Ebnath, häufig c. fr. (Schw.). 176. Splachnum ampullaceum L. a. Im Walde bei Loisnitz c. fr.! 184. Webera elongata (Hedw.) Schwägr. b. Bei Ebnath auf Urthonschieferboden c. fr. (Schw.). 185. W. cruda (L.) Bruch. a. c. fr. in dem Hohlwege von der Dossmühle nach Brenn- berg, an den Felsen zwischen der Höh'e und der Naab bei Etterzhausen! 187. W. annotina (Hedw.) Bruch. a. c. fr, in der Kiesgrube bei der Maria Orter Brücke! b. Auf sandigem Boden zwischen Haid und Selingau c. fr. (Schw.). 188. Mniobryum albicans (Wahlenb.) Limpr. a. c. fr. am rechten und linken Donauufer gleich ausser- halb Kelheim! 189. Bryum pendulum (Hornsch.) Schimp. a. Grabenrand im Walde beim Etzweiher vor Hohenge- braching c. fr.! 190. B. bimum Schreb. b. In einem Torfstiche beim Schermweiher in der Nähe der Keuther Poliere c. fr. (Schw.). _ 8 - 193. B. pallescens Schleich. a. Schloss Siegenstein bei Palkenstein c. fr. (K.). 194. B. capillare L. b. Auf Basaltboden am Pusse der Kulmkuppe, auf Ur- thonschiefer bei dem Kellerhäusl nächst Ebnath c. fr. (Schw.). 199. B. Duvalii Voit. a. Zahlreich in einem Quellsumpfe neben dem Wildbache in der Hölle bei der Fahnmühle unweit Brennberg ster., mit vereinzelten jungen Früchten auf der Sepperl- wiese bei Unterlichten wald! 200. B. pallens Swartz. a. Zahlreich fruchtend in Ritzen der Dolomitwände längs der Bahnlinie Waltenhofen-Etterzhausen! 204. Mnium hornum L. b. An den Ufern der Waldbäche um Kemnath und Eb- nath, besonders im Steinwalde verbreitet c. fr. (Schw.). 215. M. cinclidioides (Blytt.) Hüben. a. Steril um Falkenstein nicht selten: Sumpf am Hundesser- weiher, Geisbach am Steg nach Witzenzell, Badewiese oberhalb der Quelle am Graben des Waldrandes (K.), Sumpfwiese am Wald beim Schiernweiher! b. In Unterlind am oberen Ende des unteren Hammer- weihers ster. (Schw.). 217. Paludella squarrosa (L.) Brid. b. Zwischen Ebnath und Neusorg auf einer quelligen Wiese im Fichtelnaabthale ster. (Schw.). 220. Meesea triquetra (L.) Aongstr. a. Sumpfwiese bei Hintergrub nächst Brennberg c. fr., ster. am Walde beim Schiernweiher unweit Falkenstein! 224. Bartramia Halleriana Hedw. b. An Urthonschiefer bei Ebnath, an Granit im Steinwald c. fr. (Schw.). 230. Vermeintliche Catharinea Hausknechtii Brotherus ist nur die vielfrüchtige Form von C.undulata (L.) Web. et Mohr. 231. C. tenella Röhl. a. Grabenrand vor dem Wechsel bei Nittenau c. fr.! b. bei Jesendorf (A.) 232. Polytrichum gracile Dicks. b. Zahlreich c. fr. im Hahnenfilze bei Ober-Ölbühl (Schw.). 240. P. strictum Banks. b. Im Hahnenfilze bei Ober-Ölbühl c. fr. (Schw.). II. Teil. Bryineae (Pleurocarpae), Hepaticae. B. Pleurocarpae. 27. Familie: Fontinalaceae. 245. Fontinalis antipyretica L. a. Zahlreich an Gestein, Holz und Weidenstämmen in der Donau und im Regen, aber stets steril, an Holz- pfosten und Baumwurzeln im Ringweiher von Pürkel- gut, hier früher fruchtend, im Wildbache bei Brenn- berg ster.!, bei Falkenstein (K.), auf Sandsteinen längs eines Waldbächleins im Frauenforste bei Kelheim (A.). b. In den fliessenden Gewässern um Kemnath und Ebnath allgemein, c. fr. im Fuhrbache zwischen Unterlind und Brand i. 0. (Schw.); an Granitsteinen der Brücke bei der Haidmühle unweit Alt-Neustadt, an Baum wurzeln und Holzpfosten im Sauerbache hinter Alt-Neustadt, ster.! c. In Bächen verbreitet, immer steril. 246. F. squamosa L. b. An Steinen in der Fichtelnaab, ungefähr in der Mitte zwischen Unterlind und Grünberg beginnend, meist an Urthonschiefer, selten an Granit, gern fruchtend (Schw.). 28. Familie: Cryphaeaceae. 247. Leucodon sciuroides (L.) Schwägr. a. Allgemein verbreitet auf Baumrinde, trockenen Felsen (Kalk und Granit), selten an Mauerwerk, stets steril! (fruchtend früher (E.) an Eichen im untergegangenen Walde bei Grass). - 10 — b. Häufig an Laubbäumen um Kemnath, ebenso bei der Klause nächst Dechantsees, an Basalt am grossen und kleinen Kulm und am Schlossberge, ster. (Schw.). c. An Baumstämmen und Felsen zerstreut, immer steril. 248. Antitrichia curtipendula (Hedw.) Brid. (Anomodon c). a. Verbreitet an beschatteten Felsen und Baumrinde: auf dem Nickelberge bei Etterzhausen, c. fr.! an Nadel- bäumen um Donaustauf (Duval) — c. fr. an Kalkfelsen am Kollnstein hinter Pielenhofen, ebenso an Granit bei Brennberg und im Walde beim Schiern weiher un- weit Falkenstein! von Buchen-, Eichen- und Fichten- ästen in grossen Büscheln herabhängend in Forsten um Kelheim (A). b. An Basalt auf der Kulmkuppe c. fr. und am Schloss- berg von Waldeck, an Granit bei Erbendorf und im Steinwald, an Urthonschiefer bei Ebnath, an Bäumen bei Unterschurbach und am Geisbach bei Unterlind (Schw.). c. An Felsen und Felsblöcken der Bergwälder, reich fruch- tend z. B. im Herzogauer Wald, am Hiener und Riesel- berg. 29. Familie: Neckeraceae. 249. Neckera pennata (L.) Hedw. (Cryptopodia p.) a. Zerstreut an Baumstämmen in Wäldern: c. fr. häufig an Buchen, selten an Tannen und Fichten der Wälder hinter Donaustauf und der Klammer! in den Forsten um Schiott bei Neuessing! bei Brennberg! an Buchen am Geisbach bei Falkenstein (K.)! im Bacher Forste (Mldo. pag. 213). b. An einer Tanne im Walde bei Krottensee (A.); an Buchen bei Freudenberg (Klfs. in litt.); bei Bodenwöhr (v. Voith). c. Hie und da, z. B. bei Neuhütte. 250. N. pumila Hedw. b. An Buchen im Walde bei Krottensee ober Neuhaus nicht selten, aber nur einmal mit Früchten beobachtet (A.). var. ß. Philippeana (Br. eur.) Milde. b. Nicht selten an Buchen, besonders aber an jüngeren Fichten und Tannen im Walde bei Krottensee (A.). 251. N. crispa (L.) Hedw. a. An Waldbäumen und Felsen verbreitet, in Menge an - 11 — schattigen Kalkfelsen und meist reich fruchtend: Weichselmühle-Irating-Matting! Laaberthal von Sin- zing-Eichhofen! Penkerthal! Neuessing-Riedenburg! an Granit bei Brennberg! Falkenstein (Jv.), an Bäumen bei St. Gilla (Ltz.). c. An Felsen hie und da z. B. am Rieselwald, c. fr. an den obersten Felsen des Rieselberges. 252. N. complanata (L.) Hüben. (Leskea c.) a. An Baumstämmen in den Waldungen hinter den Schwabelweiser Bergen und um Donaustauf, auf Kalk- felsen verbreitet — Mattinger Hänge! Maria Ort-Etterz- hausen, mit spärlichen Früchten bei der Weichselmühle! im Penkerthal und am Hackelberg bei Eichhofen! am Ufergestein bei den „drei Brüdern" eine auffallend blassgrünlichgelbe, grössere Form! am Schlossberg von Falkenstein (K.). b. Auf Kalkgestein im Walde bei Krottensee c. fr. (A.); an Basalt auf der Kulmkuppe und auf dem Schloss- berge von Waldeck, am Weissenstein im Fichtelge- birge (Schw.). c. Zerstreut an Baumstämmen und feuchten Felsen, immer steril. var. tenella Schimp. a. An einschüssigen Felshängen und Höhlungen steril, überall mit der Stammform! c. In Felshöhlen an der Ruine Altenschneeberg. 2f\3. Homalia trichomanoides (Schreb.) Br. eur. (Leskea t.). a. Verbreitet am Grunde der Bäume, meist fruchtend: an verfaulenden Baumstrünken in der Klammer — Schutz- felsenschlucht! Erlen der Niedergebrachinger Sumpf- wiese! Erlen, Buchen und Eichen im Walde um Hohen- gebraching! Nittenau! Brennberg! Falkenstein! Hain- bucher Nachtweide bei Sünching! Walhallaberg u. a. 0. b. Bei Mühlhof an Erlen, an Granit im Fichtelnaabthale zwischen Unterlind und Grünberg, steril (Schw.). c. In Wäldern und HeGken hie und da z. B. bei Arristein, im Treffen wald etc. 30. Familie: Pterygophyllacece. 254. Pterygophyllum lucens (L.) Brid. c. Am Ufer tiefschattiger Waldbäche: ober Posthof, am — 12 „vorderen Hiener", c. fr. an Bächen zwischen Ober- nnd Unterhütte. 31. Familie: Fabroniaceae. 255. Anacamptodon splachnoides (Frölich) Brid. a. Auf einer safttriefenden Rotbuche bei Witzenzeil un- weit Falkenstein c. fr. (K.). 32. Familie: Leskeaceae. 256. Myurella julacea (Vill.) Br. eur. a. In Felsspalten der senkrechten Kalkwände am rechten Donauufer und auf den „drei Brüdern" zwischen Kel- heim-Weltenburg, steril! 257. Leskea nervosa (Schw T ägr.) Myrin (Anomodon n.). a. Steril an Kalkfelsen ober der Weichselmühle! — bei Bruckdorf! c. fr. an Weiden zwischen Taimering und St. Gilla! b. An Baumwurzeln bei Zwergau c. fr. (Schw.). c. Verbreitet in Hecken, an Felstrümmern und auf Rinde, selten mit Früchten. 258. L. catenulata (Brid.) Mitten (Pseudoleskea c). a. Steril häufig an den Dolomitfelsen zwischen Maria Ort und Etterzhausen! an den „drei Brüdern"! b. Steril häufig an Kalk und Dolomitfelsen (A.); auf Do- lomit im Hirschbachthale bei Eschenbach (Klfs.); auf Urkalk bei Unterwappenöst, steril (Schw\). 259. L. polycarpa Ehrh. a. Verbreitet an Bäumen: auf Pappeln bei Prebrunn, auf faulem Holze bei Etterzhausen — an alten Weiden ziemlich überall und fruchtend!, an Pappeln bei Königs- wiesen! an Erlen im Walde vor Hohengebraching! b. An Baumstämmen am Reuther Bach, an Weiden bei Kastl, bei Ebnath, an Schwarzpappel in Grünberg, überall c. fr. (Schw.). var. paludosa (Hedw.) Schimp. a. Am Grunde alter Weiden am Wasser nicht selten ! am Ufergestein der Naab bei Etterzhausen c. fr.! c. An Erlenstämmen bei Höll. var. exilis (Starke) Milde. a. Sehr selten an Baumstämmen bei Prebrunn, hinter Grass. 2(K). Anomodon apiculatus Br. eur. c. Gneisfelsen am Rieselberg (Progel) Limpr. II. pag. 772. — 13 — 261. A. viticulosus (L.) Hook, et Tayl. a. Verbreitet an Baumstämmen und beschatteten Felsen (mit Früchten an der Mauer im Stadtgraben des Taxis- schen Hofgartens) — c. fr. Weichselmühle — Pentling ! Maria Ort-Etterzhausen-Pielenhofen! Mattinger Hänge: Schutzfelsenschlucht! Falkenstein (K.). b. Häufig an Kalk- und Dolomitfelsen im ganzen Jura, hie und da fruchtend; auf Kalktuff bei Gräfenberg (A.); auf Basalt am kleinen Kulm und am Schlossberge von Waldeck fruchtend (Schw.). c. An Felsen und Baumstämmen der Bergwälder zer- streut: am Zwirenzl, im Rieselwald etc., stets steril. 262. A. attenuatus (Schreb.) Hüben. fLeskea a.) a. Nicht selten, aber stets steril über Baumwurzeln und Strünken, an Kalkfelsen: an Baum wurzeln einer wal- digen Anhöhe zwischen dem Schutzfelsen und Pent- ling- Weichselmühle-Irating an Fels! ebenso Maria Ort- Etterzhausen ! Pielenhofen (Ltz.), lange Wand bei Kelheim! Ehrenfels bei Beratzhausen !. c. An Baumstämmen der Bergwälder ziemlich selten: am Rieselberg, im Herzogauer Wald, hier auch mit spär- lichen Früchten. 263. A. longifolius (Schleich.) Bruch. a. Verbreitet, stets steril an Baumstämmen und Felsen: Weichselmühle-Irating! Mattinger Höhen! Sinzing- Alling! Maria Ort-Etterzhausen! Kelheim! Klammer bei Donaustauf! u. a. 0. b. Häufig auf Kalk- und Dolomitfelsen im Walde, am Grunde der Dolomitwände bei Velburg, nur steril (A.). c. Hie und da an schattigen Felsen der Bergwälder: am Rieselberg, Fichtenfels, Schwarzwöhrberggipfel, immer steril. 264. Pterigynandrum filiforme (Timm.) Hedw. a. Steril an Rotbuchen im Walde westlich von Unter- lichtenwald! an Granit in der Hölle bei Brennberg c. fr.! ebenso an Buchen bei Witzenzeil! Falken- stein (K.). b. An einer alten Buche bei Gnadenberg c. fr. (A.), an Fichten bei Freudenberg (Klfs. in litt.); an Steinen auf dem Kuhberg hinter Waldeck, auf dem Schloss- berge daselbst und am Kulm auf Basalt und Buchen fruchtend (Schw.). 14 c. An Baumstämmen und Felsblöcken der Bergwälder häufig, hie und da an Felsen die Yar. decipiens ( Web. et M.). 265. Ptychodium plicatum (Schleich.) Schimp. c. Einzeln auf Felsblöcken am Cerchow, steril. 266. Pseudoleskea atrovirens (Dicks.) Br. eur. b. Steril auf Dolomit im Hirschbachthale bei Eschen- bach (Klfs.). c. Am Cerchow ober der „Rauschwiese'' steril. 267. Heterocladium heteropterum (Bruch) Br. eur. a. Falkensteiner Park (Ltz.). c. In Felsklüften der Bergwälder: am Rieselberg, Fichten- fels, Hiener, Herzogauer Wald, Zwirenzl, steril. 268. H. squarrulosum (Voit) Lindb. (H. dimorphum Brid.j. a. Sehr selten, auf freier Erde in Bergwäldern unterhall) Kaisersweinberg gegen Donaustauf zu c. fr. — im Bacher Forste (Mldo. pag. 209). b. Steril, sparsam auf dem Mariahilfsberg bei Amberg (A.); c. fr. auf buntem Lagergranit unter Freudenberg bei Amberg (Klfs. in litt.). c. Auf trockenem Waldboden, selten: zwischen Engel- mannsbrunn und Rannersdorf. 269. Thuidium tamariscinum (Hedw.) Br. eur. (Hypnum t.). a. Verbreitet in schattigen Wäldern auf feuchter Erde und am Grunde alter Stämme, c. fr. in dem kleinen Waldsumpfe ober Maria Ort! ebenso bei Hohengebra- ching! über bemoosten Kalkblöcken zwischen Kelheim und Weltenburg (A.). b. Auf dem rauhen Kulm: bei Albenreuth, an einem Bäch- lein bei Godas c. fr. (Schw.). c. Häufig in Bergwäldern, seltener mit Früchten, so im Arnsteiner Wald, am Zwirenzl. 270. Th. Philiberti (Philib.) Limpr. a. An Dolomitfelsen zwischen Etterzhausen und Walten- hofen, steril an mehreren Plätzen, nur einmal c. fr.! 271. Th. recognitum (L. Hedw.) Lindb. a. Auf Walderde und besonders an schattigen Kalkblöcken oft in Menge: c. fr. am Waldsumpfe bei Maria Ort! um Etterzhausen! im Penkerthal! um Schiott bei Neu- essing! in der Klammer! b. Am Rande der Weiher bei Auerbach (A.). c. In Hecken, unter Gebüsch hie und da, z. B. ober - 15 - Ulrichsgrün, immer steril; auf nassen Wiesen verbreitet, z. B. in der Sporesau, auf Fels am höchsten Bergkamm im Rieselwald. 272. Th. abietinum (Dill. L.) Br. eur. a. Allgemein verbreitet auf trockenen Orten in Wäldern und grasigen Rainen, stets steril, mit männl. Blüten über Granit bei der Hammermühle! b. Auf Erde der Weiherdämme bei Vilseck, steril (A.); um Kemnath und Ebnath an Abhängen häufig, steril, nur einmal eine junge Frucht (Schw.). c. Häufig, immer steril. 273. Th. Blandowii (Web. et M.) Br. eur. b. Im Jura steril in Doggersümpfen bei Gunzendorf (Kits.) 33. Familie: Hypnaceae. A. Isothecieae. 274. Platygyrium repens (Brid.) Br. eur. (Anomodon r.). a. Selten, an verfaulten Baumstrünken in der Klammer (auf freier Erde links hinter Grass, im Zieget) — an Weiden bei Unterislingl und bei Taimering c. fr.! Stein- pfeiler des Dörnberg-Gartens c. fr. (Schw.). b. Auf einem alten Weidenstumpfe unterhalb Freudenberg (Klfs. in litt.). 275. Pylaisia polyantha (Schreb.) Br. eur. (Leskea p.). a. b. Allgemein verbreitet an Baumrinde, besonders gern fruchtend an alten Weiden. c. In Hecken hie und da, an Felsblöcken östlich ober Ulrichsgrün und am Galgenknock, steril. 276. Orthothecium intricatum (Hartm.) Br. eur. a. In der Hölle bei Brennberg (Sr. Mldo pag. 217). (c. An südlichen Abdachungen im Böhmerwald. Progel Limpr. III. pag. 20.) 277. Cylindrothecium concinnum (De Not.) Schimp. a. Feuchte Wiese bei Dechbetten (Ltz.), um Falkenstein (K.), bei Regensburg: im Donauthale bis in den schwä- bischen Jura (Hegelmaier Mldo. pag. 217), über Kalk- gerölle der Donauauen, auf Erde über grossen Felsen der Altmühlthäler (A.), überall steril. b. Steril auf Dogger bei Amberg (Klfs. in litt.). 278. Climacium dendroides (Dill. L.) Web. et M. a. Allgemein verbreitet an sumpfigen Stellen und nassen Wiesen: c. fr. auf der Sumpfwiese bei Niedergebiaclimu! — 16 - an dem quellsumpfigen Abhänge hinter den Galgen- berger Kellern! b. Steril in einem Graben auf dem Banzerberge bei Auer- bach (A.); c. fr. an einer Quelle am Abhänge längs des Sauerbaches bei Wendersreuth hinter Neustadt a. W.-N. ! ; c. fr. an der Strasse nach Waldeck gegenüber dem Lichtenhofe, im Strassenweiher bei Atzmannsberg (Schw.). c. Verbreitet, selten mit Früchten, so an der Brücke an der Herzogauer Strasse, am Wagenhof. 279. Isothecium myurum (Pollich) Brid. (Hypnum curvatum Sw.) a. Verbreitet an schattigen Felsen, an Baumstämmen und Baumwurzeln besonders im Granitgebiete: — Klammer, Brennberg, Falkenstein, Tobelschlucht bei Nittenau, auf Granitblöcken und überall fruchtend! Waltenhofen- Etterzhausen-Pielenhofen an Dolomit reichlich , aber seltener fruchtend! an Dolomit und Buchenstämmen am Jackeiberg bei Eichhofen reich fruchtend etc.! b. Auf Basalt der Kulmkuppe c. fr. (Schw.). c. Häufig: var. robustum Br. eur. an Felsblöcken der Berg- wälder. 280. J. myosuroides (Dill. L.) Brid. a. An Granit in der Hölle bei Brennberg (K.)!, bei Falken- stein (Ltz.) c. fr. ! b. An Urthonschieferfelsen am Ostende des Naabrangens, steril (Schw.). c. An Felsblöcken der Bergwälder, steril, mit einzelnen Früchten im Rieselwald; var. cavernarum Mol. in Fels- klüften hie und da, immer steril. 281. Homalothecium sericeum (L.) Br. eur. (Leskea s.). a. Verbreitet an alten Bäumen, alten Stroh- und Schindel- dächern und an Felsen: — c. fr. an alten Weiden bei Unterisling, Taimering! an altem Hollunder bei der Schlossmauer in Prüfening! auf Dolomit an der Strasse von Sinzing nach Alling! b. An den Ruinen des Schlossberges von Waldeck, an Ba- salt auf dem Kulm, an Pyramidenpappeln bei Kemnath, fruchtend (Schw.). c. An schattigen Felsblöcken und Wegmauern, hie und da, meist steril, mit spärlichen Früchten an der Burg- ruine am Schwarzwöhrberg. — 17 — B. Brachytheceae. 282. Camptothecium lutescens (Huds.) Br. eur. (Hypnum 1.). a. In Massenvegetation auf dürren Plätzen, an Mauern und Kalkgestein: c. fr. an Dolomit bei der Weichsel- mühle, Maria Ort, Penkerthal, Jackeiberg bei Eichhofen, Schwabeisweiser Berge! an Mauern in Dechbetten und anderen Orten! b. Auf Kalktüff bei Gräfenberg (A.), an den Abhängen des Kastler Berges, auf Urkalk bei Unterwappenöst, fruch- tend (Schw.). c. Selten auf Felsblöcken der Bergwälder: am Kamm des Rieselberges, steril. 283. C nitens (Schreb.) Schimp. a. Verbreitet auf Sumpfwiesen: (am Degelberg) bei Nie- dergebraching, c. fr.! Kaisersweinberg — c. fr. bei „Sie- ben Eichen" nächst Neuprüll, Sumpfwiese hinterm Te- gernheimer Keller! feuchter Waldboden im Frauenforste bei Kelheim (A.). b. Um Kemnath auf nassen Wiesen nicht häufig, mehr im Fichtelnaabthale, bei Dechantsees, steril. c. Steril auf feuchten Wiesen. 284. Brachythecium Mildeanum Schimp. c. Auf feuchten rasigen Stellen hie und da z. B. bei Moosdorf. 285. B. vagans Milde. a. Auf Granit bei Süssenbach (Gümbel) Limpr. III. pag. 84. 286. B. salebrosum (Hoffm.) Br. eur. (Hypnum s.). a. Verbreitet an Baum wurzeln in Wäldern, auf Steinen (Kalk und Granit), an Mauern und meist fruchtend. b. Auf Sandstein am Ostfusse des Kulm, auf morschem Holze bei Albenreuth, auf Schutt in Grünberg, fruch- tend (Schw.). c. Spärlich in Bergwäldern: Kiesel-, Plattenberg. 287. B. campestre (Bruch) Br. eur. a. Am Aufstiege zur Walhalla (Mldo. Ltz.) Mldo. pag. 243. 288. B. plumosum (Sw.) Br. eur. a. Nicht selten im Granitgebirge: auf Granitsteinen bei der Mühle hinter Bach — im Bache bei der Hammer- mühle c. fr.! in der Hölle bei Brennberg c. fr. (K.)! im Schwabendickicht*) bei Falkenstein (K.)! (Gbl.Mldo. *) Trotz vielfacher Umfrage bei genau ortskundigem Bewohnern Falkensteins waren die von Priem angeführten Standorte „Schwalben* 2 - 18 - pag. 243), reich und reichlich fruchtend bei der Schell- mühle ! b. Auf Steinen im Mühlbachthale nördlich von Ahornberg, in einem Wässerlein südlich von Godas, auf Granit- steinen in der Pichtelnaab von Unterlind bis Riglas- reuth, ebenso in der Gregnitz, fruchtend (Schw.). c. An Waldbächen hie und da, z. B. ober Posthof, var. homomallum Br. eur. hie und da mit der Stammform. 289. B. populeum (Hedw.) Br. eur. a. An Baumstämmen (im Erlengebüsche bei Königswiesen), an der Balsampappel in der Allee vor dem Maxthore (Ltz.), am Steindamme der Bahn bei Maria Ort c. fr.! an Baumstämmen und Graniten in der Klammer! im Parke von Falkenstein c. fr.! am „hohen Kreuz" und bei der Seidlmühle nahe Falkenstein (K.). b. Auf Steinen an der Strasse von Waldeck nach Erbendorf c. fr. (Schw.); Gipfel des Buchberges bei Cham c. fr.! c. Häufig auf Steinblöcken unter Gebüsch. 290. B. Starkei (Brid). Br. eur. a. Am Vogelherd bei Falkenstein c. fr. (K.). c. In den höheren Bergwäldern zerstreut: am Gucker, Rieselberg, Dreiwappenfels. 291. B. velutinum (L.) Br. eur. a. b. c. Allgemein verbreitet. var. praelongum Br. eur. c. Am Gucker und Plattenberg, var. intricatum (Hedw.) Br. eur. b. Auf buntem Lagergranit in einer Bachschlucht unter Freudenberg c. fr. (Klfs. in litt.). c. In Hohlwegen. 292. B. rutabulum (L.) Br. eur. a. Allgemein verbreitet auf Erde, Holz und Gestein. b. Auf Kalktuff bei Gräfenberg (A.); auf Basalt am Kulm, auf Sandstein bei Ebnath, am Grunde von Bäumen um Kemnath hie und da, fruchtend (Schw.). c. An Wegmauern, in Hecken und Wäldern hie und da, selten mit Früchten; var. robustum Br. eur. bei Grub. 293. B. reflexum (Starke) Br. eur. dickicht und Graubrünnl" nicht zu erforschen; es liegt demnach die Ver- mutung nahe, dass es Schwabendickicht (nach dem ehemal. Schwaben- hofe im Walde bei Falkenstcin) und Frauenbrünnl heissen muss. — 19 — c. Verbreitet auf Felsen und morschem Holze in allen Bergwäldern. 294. B. laetum (Schimp.) Br. eur. a. Im Parke bei Schloss Prüfenenig, steril (Mldo. im Her- bare der K. bot. Ges.). b. Auf einem Kalkblocke in einem Wäldchen bei Gräfen- berg, steril (A.). 295. B. glareosum (Bruch) Br. eur. a. Auf einem steinbesäten Feldraine am Königsberg c. fr.! in der Schutzfelsenschlucht c. fr.! Frauenbrünnl bei Falkenstein c. fr. (K.) , steril im Strassengraben bei Burglengenfeld (A.). b. Steril im Hirschwalde bei Amberg, c. fr. auf Wald- boden zwischen Horlach und Michelfeld (A.) c. Steril an Wegmauern und Felsblöcken ziemlich selten. 296. B. albicans (Neck.) Br. eur. a. Im Parke von Falkenstein und in der Hölle bei Brenn- berg c. fr. (K.), auf Liassand am Westsaume des Bayer. Waldes bis gegen Regensburg (Gbl. Mldo. pag. 245). b. Auf sterilem Boden des Mariahilfsbergs bei Amberg, an Strassengraben im Hirschwalde bei Amberg, längs eines Waldweges am Haselbecken bei Neuhaus (A.). c. Häufig, seltener mit Früchten, so bei Hochabrunn, Gei- gant etc. 297. B. rivulare Br. eur. a. c. fr. in dem Bächlein ober der Weichselmühle, in einem Quellgerinne zwischen Maria Ort und Etterzhausen, ster., Bergbächlein im ersten Seitenthale der Klammer c. fr. ! bei der Gaisbachquelle bei Falkenstein und im Tannen- mühlbach ster. (K.). b. An Gestein unterm Gerinne der Grünlasmühle c. fr. (Schw.). c. In Waldbächen im Rieselwald verbreitet, zugleich die var. cataractarum Sauter, meist steril, nur hier und da mit Früchten. 298. B. Geheebii Milde. c. Am Cerchow ober der „Rauschwiese" steril. 299. B. densum (Milde) Jur. b. Über Dolomitblöcken bei St. Wolfgang nächst Velburg (A.) Limpr. III. pag. 137. 300. Scleropodium purum (L.) Limpr. (Hypnum p). a. Verbreitet auf Waldboden, Waldrändern, unter Gebüsch: — 20 — c. fr. am Waldsaume bei Leoprechting (Schw.), bei der Waldwiese am Wege von Grass nach Hohengebraching! am Saume des kleinen Wäldchens zwischen Königs- wiesen und Forsthaus! am Grabenrand im Walde beim Arglekeller! Abhang des Tiergartens zwischen Hammer- mühle und Unterlichtenwald! Palkenstein (K.). b. An einem Wege in Kuchenreuth, am Bache der Reu- ther Poliere, am Eisenbahndamm zwischen Grünberg und der Pappenfabrik, steril (Schw.). c. In Hecken sehr zerstreut, immer steril. 301. Eurhynchium strigosum (Hoffm.) Br. eur. (Hypnum str.). a. Nicht selten über Gestein und Baumwurzeln, auf Erde: an schattigen Stellen im Walde hinter Grass und in der Schlucht ober dem Schutzfelsen! — Schlucht von Pent- ling zur Weichselmühle! im Schelmengraben! Schluchten hinter Kaisersweinberg! Seitenthäler der Klammer! über- all c. fr. um Kelheim (A.), Elend und Dossmühle bei Brennberg (K.). c. Einzeln im Walde am Aster Berg. 302. E. striatum (Schreb.) Schimp. a. Verbreitet auf Waldboden und über humusbedeckten Felsen: häufig auf Granitfelsen in der Klammer! — Bahndamm Maria Ort-Etterzhausen und dort im Walde ! Mattinger Hänge! Tobelschlucht bei Nittenau! stets c. fr., am Froschmaul im Parke zu Falkenstein (K.). b. Silberschlag bei Albenreuth, an einem Bächein west- lich von Kuhberg hinter Waldeck c. fr., steril auf einem Baumstrunk am Fuhrbache bei Unterlind (Schw.). c. Häufig z. B. am Zwirenzl. 303. E. striatulum (Spruce) Br. eur. a. An Kalkfelsen bei Alling (Mldo. im Herbare der K. bot. Ges.), ebenso bei der Höhle hinter Etterzhausen (Ltz. Mldo.), c. fr. am westlichen Ende des Penkerthales! steril am Jackeiberg bei Eichhofen! b. Steril über Kalk- und Dolomitfelsen in Waldungen von von Kelheim bis zur Muggendorfer Gegend (A.). 304. E. velutinoides (Bruch) Br. eur. a. Auf Kalk bei der Höhle hinter Etterzhausen (Mldo. im Herb, der K. bot. Ges.). c. Selten an Felsen: unterm Gucker. 305. E. crassinervium (Tayl.) Br. eur. — 21 — a. Vereinzelt auf Kalk bei der Höhle hinter Etterzhausen (Ltz. Mldo.).. b. Nicht selten an Kalk- und Dolomitfelsen von Kelheim bis zur Muggendorfer und Pottensteiner Gegend (A.). c. Steril an Felsblöcken am Plattenberg und Rieselberg, selten. 306. E. Tommasinii iSendt.) R. Ruthe (E. Vaucheri Br. eur.). a. An den Dolomitfelsen um Etterzhausen zahlreich und öfter in grossen Polstern, aber steril! (Ltz. Mldo.). b. Nicht selten auf beschatteten Kalk- und Dolomitfelsen im Jura (A.). 307. E. piliferum (Schreb.) Br. eur. a. Selten oder vielleicht nur übersehen bei dem ein- gesprengten Vorkommen unter anderen Moosen (im Walde rechts hinter Grass), an einer Quelle im Walde oberhalb der Weichselmühle (da nicht wieder gefun- den), an Steinen und auf der Erde in der Schlucht ober dem Schutzfelsen! bei Etterzhausen immer steril — unter Erlen am Weiher bei Hohengebraching! Wald- saum am Wege von Grass nach Hohengebraching! c. fr. in einem Seitenthale von Brennberg zur Doss- mühle! unter Granittrümmern am Waldsaume beim Schiernweiher unweit Falkenstein! b. Nicht selten an feuchten Waldstellen, an begrasten Rainen und längs der Waldgräben, meist steril (A.); c. fr. auf Dogger am Mariahilfsberg bei Amberg (Klfs. in litt.). c. Hie und da in Hecken, steril. 308. E. Stokesii (Turn.) Br. eur. c. Selten: am Gucker (Buchenbühl). 309. E. praelongum (L. Hedw.) Br. eur. a. Verbreitet auf Erde in Baumgärten und unter Gebüsch : c. fr. unter dem Erlenbestande am Wege von Grass nach Hohengebraching! in der Schlucht unter Pent- ling! im Anstaltsgarten von Karthaus Prüll! auf Kalk- tuff des Buchergrabens bei Holnstein unweit Ber- ching (A.). c. Hie und da steril an Wegen, nur selten mit Früchten. 310. E. Swartzii (Turn.) Curnow. (E. prael. var. atrovirens). b. Über einer Baumwurzel im Walde bei Station Boden- wöhr mit wenigen Früchten! c. Auf Steinblöcken am Fällerbache. — 22 — 31 1. E. Schleichen (Hedw. fil.) Lorentz. a. Über Dolomit im Schelmengraben mit spärlichen Früch- ten! im Parke bei Königswiesen (Mldo. im Herb, der K. bot. Ges.). 312. Rhynchostegiella tenella (Dicks.) Limpr. a. Auf Steinen in Wäldern z. B. hinter Grass — bei Dech- betten c. fr. (Schw.), am Bahndamme bei Maria Ort c. fr. ! b. Bei Velburg (A.). 313. Rh. curviseta (Brid.) Limpr. a. Auf beschattetem Dolomitfels am westlichen Ende des Penkerthales c. fr.! 314. Rhynchostegium confertum (Dicks.) Br. eur. (Hypnum c). a. (An einer faulen Gartenplanke ausser dem Jakobsthore) — auf einem erdbedeckten Ziegelsteine am Aufstiege zur Villa bei Maria Ort c. fr.!, bei Falkenstein (K.). c. Auf Steinen an einem Waldbache unter Herzogau, selten und sparsam. '315. Rh. murale (Neck.) Br. eur. a. Über schattigem, feuchtem Kalkgesteine allgemein ver- breitet und fruchtend. b. Auf buntem Lagergranit bei Freudenberg und auf Dogger bei Amberg c. fr. (Klfs. in litt.), in Kastl auf Gestein zwischen Pfarrhof und Friedhof, an Kalk im Steinbruch bei Dechantsees c. fr. (Schw.). c. An Mauern etc. häufig. 316. Rh. rusciforme (Neck.) Br. eur. a. An Gestein und Holzwerk in fliessendem Wasser ver- breitet: Granitsteine bei der Mühle hinter Bach, in der Quelle beim Schutzfelsen — Granite bei der Mühle von Mückenbach hinter Nittenau c. fr.! um Falkenstein verbreitet in den Bächen (K.)! f. lutescens c. fr. an den Granitsteinen beim Wehrloch! b. An Sandsteinblöcken längs eines Bachrinnsals bei Auer- bach, steril (A.); an Granit bei der Haidmühle unweit Alt-Neustadt a. d. W.-N. steril! an Gestein in einem Wässerlein westlich vom Kuhberg hinter Waldeck, im Mühlbachthale bei Ahornberg am „Rinnerl-Brunnen" c. fr. (Schw.). c. An Steinen in Waldbächen verbreitet z. B. im tiefen Graben zahlreich. 317. Thamnium alopecurum (L.) Br. eur. (Hypnum a.). a. In schattigen Waldschluchten an Gestein verbreitet, - 23 — aber meist steril: (im Erlensumpfe auf der Königs wiese \ bei Etterzhausen , in Waldungen um Donaustauf — Felsen ober der Weichselmühle! bei Bruckdorf! Maria Ort-Etterzhausen, besonders im Schelmengraben! Jackel- berg bei Eichhofen! Penkerthal! Kollnberg bei Pielen- hofen! Ehrenfels bei Beratzhausen! Klammer! Brenn- berg! Palkenstein (K.), c. fr. an Granitblöcken in Gaisbach ! b. In Laubwäldern an der senkrechten Seite der Kalk- und Dolomitfelsen verbreitet, c. fr. im Walde Manns- berg bei Krottensee (A.). c. Sparsam und steril an Felsen der Waldbäche im Riesel- wald. C. Hypneae. 318. Plagiothecium undulatum (L.) Br. eur. b. Auf Waldboden im Steinwald nächst Pullenreuth, ster. (Schw.). 319. P. silvaticum (Huds.) Br. eur. (Hypnum s.). a. Im Erlensumpfe auf der Königswiese c. fr.! — Erlen bei Niedergebraching c. fr.! sumpfige Mulden hinterm Tegernheimer Keller c. fr.! bei Marienthal (Ltz.), Schwa- bendickicht bei Falkenstein (K.). b. In einem Torfstiche bei Wolframshof, auf den Höhen von Zwergau, am Kienbühl am Grunde von Erlen, an den Ufern der Fichtelnaab bei Ebnath nicht selten, fruchtend (Schw.). c. Verbreitet in verschiedenen Wuchsformen. 320. PI. Roeseanum (Hampe.) Br. eur. a. Am Nordwesthange des Walhallaberges c. fr.! b. Laubwald bei Pullenreuth c. fr. (Schw.). c. In Hohlwegen hie und da; am Fichtenfels. 321. P. denticulatum (L.) Br. eur. a. Verbreitet auf Erde und Gestein und an Baumstämmen: an Erlen bei Königs wiesen! auf feuchten Granitfelsen in der Klammer, sehr reichlich und reich fruchtend! — an Baumstämmen der Wälder zerstreut, an Granit beim Schiernhof c. fr., im Parke von Falkenstein var. laxum Br. eur. (Ltz.). b. Auf Erde im Walde nördlich von Alt-Neustadt a. d. W.-N. c. fr.! auf den Höhen von Zwergau, am Kulm und Armesberg, auf Waldboden, an Granit und Urthon- schiefer im Fichtelnaabthale häufig, fruchtend (Schw - 24 — c. In Wäldern verbreitet; var. tenellum Br. eur. einzeln im Walddistrikte ,,Drei Bäche" var. laxum Br. eur. an einem schattigen Felsblock ober Herzogau. 322. P. curvifolium Schlieph. b. Auf Waldboden am Fuhrbache bei Unterlind c. fr. (Schw.). 323. P. Ruthei Limpr. c. Am Cerchowstocke (Progel) Limpr. III. pag. 273. 324. PI. pulchellum (Dicks.) Br. eur. var. nitidulum (Wahlenb.) Lesqu. et James. a. (Im Walde bei Grass, Duval), im Schambachthale bei Kipfenberg (A.) (nahe der oberpfälzischen Grenze). 325. P. depressum (Bruch) Dixon (Hypnum, Rhynchostegium d.j. a. Steril auf Steinen in der Schlucht ober dem Schutz- felsen unter dem Abfall — ebenso zwischen Kelheim- Weltenburg in den Schluchten! c. Einzeln und steril am Schwarzwöhrberg. •326. P. elegans (Hook.) Sulliv. (var. ascendens Mldo.). c. Steril am Dreiwappenfels, var. Schimperi (Jur. et M ) Limpr. c. Auf Waldboden hie und da: ober Posthof, Unterhütte, Gleissenberg, Herzogau, Mauthaus, immer steril. 327. P. silesiacum (Seliger) Br. eur. a. Verbreitet an Baummoder und Walderde: im Erlen- sumpfe von Königswiesen, bei Schönach — mehrfach im Hohengebrachinger Walde c. fr. ! bei Etterzhausen c.fr.! Tobelschlucht bei Nittenau c. fr. ! Falkenstein (K.), in der Hölle bei Brennberg (K.)! c. Verbreitet. 328. Amblystegium confervoides (Brid.) Br. eur. a. Auf Dolomitblöcken bei Bruckdorf! bei Alling (Mldo. im Herb, der K. bot. Ges.), unter Gebüsch am Bahn- damme bei Maria Ort c. fr.! b. Auf Kalk- und Dolomitsteinen bei Krottensee (A.). c. Auf Steintrümmern an der Ruine am Schwarzwöhrberg. 329. A. subtile (Hedw.) Br. eur. (Leskea s.) a. Nicht selten: verfaulte Gartenplanke in Regensburg (Hoppe) — alte Eichen bei Königswiesen (A.); an Eichen- strunk bei Etterzhausen! zahlreich am Fusse von Laub- bäumen am Walhallaberg, auf Kalktrümmern bei Bruck- dorf! ebenso zwischen Weltenburg und der Befreiungs- halle! (A. im Herb, der K. bot. Ges.), überall c. fr. — 25 — c. An Buchen- und Ahornstämmen verbreitet: Rieselwald, Wagenhof, Schwarzwöhrberg etc. 330. A. filicinum (L.) De Not. a. An einem Wassergraben der Königswiese — in den Gräben bei der Wasserleitung im Walde am Argle- keller, vielfach die var. trichodes Stendel auf Kalktuff! an Wasserdurchlässen im Bahneinschnitte vor der Sta- tion Eichhofen!, am Überlaufrohre bei der Weichsel- mühle c. fr.! auf abschüssigen Dolomitblöcken im Schelmengraben c. fr.! bei Pürkelgut (Ltz.). 331. A. fallax (Brid.) Milde. a. An Kalkblöcken und Holzpfosten in dem Quellteiche bei Pürkelgut. ster.! 332. A. fluviatile (Sw.) Br. eur. a. An Balken des Donauufers, an Graniten an einem Bache bei Bach — an Granitblöcken bei der Hammer- mühle c. fr.! ebenso bei der Brücke in Mückenbach hinter Nittenau! vielfach in den Gewässern um Brenn- berg und Palkenstein (Perlbach, Arraohbach, Zankl in Brennberg) (K.), auf Sandstein der Mittelsäule des Brunnenbeckens am Domplatz c. fr.! b. In der Pichtelnaab bei Ebnath (Herrenmühle), Mauer des oberen Wehr bei Unterlind, ster. (Schw.). c. An Bachsteinen am Fällerbach, Nierbach und ober Wasserschleif, ziemlich selten. 333. A. irriguum (Wils.) Br. eur. a. An Granitblöcken bei der Dossmühle unweit Brenn- berg c. fr. ! auf Sandsteinen längs eines Waldbächleins im Frauenforste bei Kelheim (A.). 334. A. varium (Hedw.) Lindb. a. Auf einem Erlenstrunk am Donauufer zwischen Kel- heim und dem Klösterl c. fr.! 335. A. serpens (L.) Br. eur. a. Allgemein verbreitet und fruchtend an Holz und Stein in verschiedenen Formen. b. An der Bahnbrücke bei Trabitz, an Sandstein bei Kastl, an Holz in Grünberg, an Granit im Walde zwischen Unterlind und Brand i. 0., fruchtend (Schw.). c. Zerstreut: im Hofe des Bezirksamtsgebäudes, im Riesel- wald etc. var. tenue Br. eur. bei Rannersdorf. 336. A. Juratzkanum Schimp. c. In Gräben, an Ufern hie und da: im Rieselwald. — 26 — 337. A. riparium (L.) Br. eur. a. \ r erbreitet in Gräben, an Wasserleitungen und nassen Wiesen — Pürkelgut an Holzpfosten! Balken am Donau- ufer! Holzrinne bei der Hammermühle! Kalkblöcke zwischen Pentling und Weichselmühle! Sandsteine von Brunnenbassins in Karthaus Prüll und Regensburg! an Granit bei Mückenbach! u. a. 0., überall fruchtend; auf feuchter Erde am Rande einer W T aldlache im Frauenforste bei Kelheim, reichlich fruchtend (A.). b. An Mühlwehren bei Wolframshof c. fr. (Schw.). 338. Hypnum Halleri Swartz a. Auf Kalkblöcken am Wege zur Befreiungshalle bei Kelheim c. fr. (A.). b. Auf kleinen Dolomitblöcken, die aus dem Sandboden hervorragen, in einem Föhrenwalde zwischen Horlach und Michelfeld c. fr. (A.). 339. H. Sommerfeltii Myrin. a. Im Jura bei Weltenburg (A. Mldo. pag. 249); über Dolomitblöcken im Walde zwischen Etterzhausen und Waltenhofen c. fr.! b. Auf Granit bei Freudenberg c. fr. (Klfs. in litt.). c. Am Hirschsteingipfel, sehr einzeln an Trümmern der Ruine. 340. H. chrysophyllum Brid. a. An Wiesengräben unter Pürkelgut, im Walde hinter Prüfening — bei Maria Ort (Ltz.). b. c. fr. auf Erde neben einem Strassengraben am Wald- saume im Hirsch walde bei Amberg, steril auf Erde an einem Hohlwege unterhalb der Ruine Wolfstein bei Neumarkt, auf dem Kreuzberge bei Vilseck, im Strassen- graben des Waldes zwischen Horlach und Michel- feld (A.). 341. H. protensum Brid. a. Über Kalktrümmern in der Nähe des Steinbruches gegenüber der Befreiungshalle c. fr.! 342. H. stellatum Schreb. a. Auf der Sumpfwiese am Degelberg, unter Pürkelgut, ober dem Schutzfelsen — Unterislinger Sumpfwiese c. fr.! Waldsumpf bei Maria Ort c. fr.! Sumpfiger Erlenbestand bei Hölkering c. fr.! am „Tannerl u bei Falkenstein ster.! — 27 — b. Auf Torfwiesen bei Sassenreuth (A.); Torfstich bei dem Schermweiher nächst der Reuther Poliere c. fr. (Schw.). c. An sumpfigen Orten zerstreut: bei Unterhütte, Drei Bäche, Rieselwald. 343. H. polygamum (Br. eur.) Wils. a. Unterislinger Sumpfwiese c. fr.! 344. H. vernicosum Lindb. a. Waldsumpf zwischen Grass und Hohengebraching ! Wiesensumpf bei Unterisling! am „Tannerl" bei Falken- stein! überall steril. b. Steril auf Torfwiesen bei Sassenreuth und am Hasel- becken bei Neuhaus i. 0. (A.); bei Auerbach, steril (Klfs. in litt.). c. Auf nassen Wiesen bei Moosdorf, am Grenzkamm bei „drei Bäche", steril. 345. H. intermedium Lindb. a. Zwischen Röhricht in der Unterislinger Sumpfwiese, steril ! 34ß. 'H. revolvens Sw. c. Auf Sumpfwiesen im Rieselwald, ober Neuhütte. 347. H. uncinatum Hedw. a. Auf faulem Baumstrunke in der Tobelschlucht bei Nittenau! mehrfach über Granitblöcken um Brennberg! im Parke von Falkenstein! stets c. fr.; feuchten Wald- boden im Frauenforste bei Kelheim (A.). b. Sumpfiger Graben zwischen Horlach und Michelfeld, c. fr. längs des Strassengrabens im Hirschwalde bei Amberg (A.); im Fichtelnaabthale an Granit und Bäu- men häufig und stets fruchtend (Schw.). c. Verbreitet in Bergwäldern; var. plumosum Schimp. im Grenzgebirge, var. plumulosum Br. eur. am Grenzge- birge stellenweise verbreitet, z. B. zwischen „lange Fels" und „drei Bäche". 348. H. Sendtneri Schimp. a. Pürkelguter Sumpfwiese (Ltz.). b. Steril in einem sumpfigen Strassengraben zwischen Horlach und Michelfeld, Torfwiese bei Sassenreuth (A.). 349. II. Kneiffii (Br. eur.) Schimp. a. Wiesengraben von der Strasse zum Pürkelgut, ster.! auf sandigem Boden eines feuchten Strassengrabens im Kelheimer Forste steril (A.). — 28 — b. In einem Waldgraben zwischen Horlach und Michel- feld (A.). c. In einem Weiher bei Hocha, steril. 350. H. exannulatum (Gümbel) Br. eur. a. c. fr. in einem sumpfigen Strassengraben des Hien- heimer Porstes bei Kelheim (A.). b. Steril auf Torfwiesen bei Sassenreuth, häufig c. fr. auf einer Torfwiese der Rossschütte bei Vilseck (A.); Sumpf- graben an der Bahnlinie Irrenlohe- Freihöls, ster.! in der Mooslohe bei Weiden, ster.! c. Verbreitet: bei Spielberg, Höll, Biberbach, steril, mit Früchten ober Pucher. 351. H. fluitans (Dill.) L. a. Verbreitet in stehendem Wasser und Gräben, manch- mal in Menge: in einer Pfütze in einem Hohlwege hinter Kaisersweinberg (desgleichen im Wäldchen auf dem Degelberg) — Donaualtwässer gegenüber Schwabel- weis! u. a. 0. c. fr. Waldsumpf bei der Maxhütte! in Gräben längs der Bahnlinie Loisnitz-Klardorf! bei der Mühle in Mückenbach hinter Nittenau! var. submersum Schimp. in einer verlassenen Kiesgrube bei Hohenge- braching! Posthof! an der Strasse von Wörth nach Falkenstein, ster. b. Steril in platten, dunklen Rasen auf Sandboden eines Föhrenwaldes bei Vilseck und unweit Ranna bei Neu- haus, c. fr. in einem sumpfigen Strassengraben zwischen Horlach und Michelfeld (A.); bei Bodenwöhr (v. Voith), Wiesengraben nördlich der Station Irrenlohe, ster.! auf feuchtem Waldboden bei Atzmannsberg c. fr., Torf- gruben zwischen Unterlind und Brand i. 0. ster., in einem Graben am Fuhrbache und links der Strasse von Brand i. 0. nach Unterlind c. fr. (Schw.). 352. H. commutatum Hedw. a. (Im Erlensumpfe auf der Königswiese), in einer Quelle der Anhöhe zwischen Schutzfelsen und Schlucht c. fr. ! — Quellsumpf im Felde bei Leoprechting, steril! Gräben der Unterislinger Sumpfwiese, ster.! auf Kalktuff der Wasserleitung beim Arglekeller, ster.! c. fr. im Wald- sumpfe bei Maria Ort! b. c. fr. in einer Quelle im Ornatenthon oberhalb Fisch- brunn im Hirschbachthale (Klfs.). 353. H. falcatum Brid. - 29 — a. Steril in den Gräben bei der Wasserleitung im Walde beim Arglekeller! 354. H. crista-castrensis L. a. Verbreitet auf feuchtem Boden in Nadelwäldern : hinter Grass, bei Rehthal — c. fr. an mehreren Stellen in der Nähe der Baumschule vor Hohengebraching! in einer Mulde längs des Fussweges im Walde nach Niedergebraching! in Menge in der Tobelschlucht bei Nittenau ! b. Auf Basalt am Kulm c. fr., auf Granit im Steinwald nächst Pullenreuth, ster. (Schw.). c. Hie und da auf Waldboden; sparsam mit Früchten um Unterhütte und am Zwirenzl. 355. H. molluscum Hedw. a. Verbreitet und an schattigen Kalkfelsen oft grosse Polster bildend: c. fr. an mehreren Stellen zwischen Maria Ort-Etterzhausen ! am Jackeiberg bei Eichhofen ! im Penkerthal! Mattinger Hänge! Bruckdorf! b. c. fr. auf Granit am Buchberg bei Cham! c. Sehr zerstreut auf Gneissblöcken der Bergwälder: un- term Plattenberg, am Cerchow, mit spärlichen Früchten an einem Waldbache ober Neuhütte. 356. H. incurvatum Schrad. a. Selten auf Steinen in Wäldern: an den Hügeln gegen- über Bruckdorf — auf Holz bei der Weichselmühle c. fr. ! c. Auf Steintrümmern in Hecken hie und da, z. B. ober Ulrichsgrün, am Schwarzwöhrberggipfel. 357. H. reptile Rieh. c. An Baumstämmen der Wälder des Grenzgebirges ver- breitet, z. B. ober Unterhütte bis Dreiwappen, am langen Fels bis Gucker. 358. H. cupressiforme L. a. b. c. Allgemein verbreitet auf Steinen. Dächern, am Grunde der Bäume und auf Erde in vielen Formen, var. tectorum Br. eur. a. c. fr. auf Schindeldächern eines Kellergebäudes am Pfaffenstein, am Schenkgebäude des ArglekellersI b. Bei Kemnath und Ebnath häufig. (Schw.) var. longirostre Br. eur. c. An schattigen Gneissfelsen im Rieselwald, var. elatum Br. eur. a. Am Donauufer bei Kelheim-Weltenburg! - 30 — b. In einem Strassengraben ober Michaelsneukirchen nach Cham c. fr.! var. mamillatum Brid. a. Auf einem granitnem Grenzstein am Königsberg! c. Einzeln am Zwirenzl. var. filiforme Brid. a. An Felsen und Baumstämmen häufig, meist steril! b. Um Ebnath an Bäumen (Schw.) c. Verbreitet. 359. H. Lindbergii (Lindb.) Mitten. (H. arcuatum Lindb.). a. Steril am Hange längs der Bahn bei Maria Ort! in Waldgräben des Hienheimer Porstes (A.). b. An einem Graben zwischen Kastl und der Reuther Poliere, bei Ebnath im Hohlwege zum Kalvarienberg unter Stauden, kurzgrasiger, lehmiger Wegrand bei Ebnath, Strassenrand bei Brand i. 0. und bei Dechant- sees, stets steril. (Schw.). c. Verbreitet auf feuchtem, rasigem Boden, steril. 360. H. pratense Koch c. Selten und steril auf quelligen Wiesen bei Lixenried. 361. H. palustre Huds. a. An Steinen in einer Felsschlucht bei Etterzhausen — am Kalkgestein an der Bahnlinie bei Etterzhausen und Eichhofen c. fr.! auf faulem Holze im Waldsumpfe bei Maria Ort c. fr.! auf Pfosten bei der Dossmühle unter Brennberg c. fr.! auf Granit am Geisbach bei Falken- stein c. fr.! b. An Sandsteinblöcken zwischen Neunkirchen und Gräfen- berg (A.); in Menge an Stein und Holz in der Fichtel- naab bei Ebnath, im Gregnitzbache ster. (Schw.) 262. H. dilatatum Wils. c. Sehr selten an überrieselten Felsen im Bache östl. ober Unterhütte. 363. H. ochraceum Turn. c. Böhmerwald (Progel) Limpr. III. pag. 542. 364. H. cordifolium Hedw. a. In einem Wiesengraben unter Pürkelgut, im Wald- sumpfe ober Maria Ort — Sepperlwiese bei Unterlich- tenwald c. fr.! sumpfige Waldstelle im Frauenforste ober Kelheim (A.). b. Quellsumpfige Wiese bei Vohenstrauss (Ltz.) steril; in einem Torfstich bei der Reuther Poliere, Sumpfwiese — 31 — bei Kuchenreuth, im Wässerlein zwischen Schwarzen- reuth und Hölzlashof, sehr schön fruchtend im Stein- wald nächst Pullenreuth (Schw.). c. In Wassertümpeln, Weihern und auf nassen Wiesen: bei Keilbücherl, zwischen Hocha und Biberbach etc. immer steril. 365. H. giganteum Schimp. a. Wiesengraben bei Pürkelgut (Ltz.), ebenda bei St. Gilla, steril! Unterislinger Sumpfwiese $ ! Sippenauer Moor, steril! am Tannerl bei Falkenstein steril! b. Wiesengraben nördlich der Station Irrenlohe 0. Cincinnulus Trichomanis Dum. (Calypogeia T.) a. An feuchten Stellen in Waldungen um Donaustauf, in der Schlucht ober dem Schutzfelsen, Erlensumpf bei Königswiesen (Emmerich) — steril am Waldgraben bei Hölkering, Wegrand der Seitenthäler in der Klam- — 48 — mer, Hohlweg der Mattinger Hänge, c. fr. am Rande des Hohlweges hinter dem Tegernheimer Keller, an Gräben bei Weiherdorf unweit Loisnitz! vereinzelt um Falkenstein und Nittenau (P.). b. Sehr häufig in Wäldern am Kulm, im Mühlbachthale nördlich von Ahornberg, im Fichtelnaabthale, im Stein- wald etc. (Schw.). c. An Waldwegen, an Bachufern häufig, meist reichlich fruchtend. 461. Mastigobryum trilobatum (L.) Nees. a. Verbreitet an feuchten Stellen in Wäldern, nicht selten Massenvegetation, c. fr. Hohlweg der Mattinger Hänge, Seitenthal der Klammer, an mehreren Stellen im Walde bei Maxhütte-Loisnitz ! b. Sumpfiger Waldrand bei den Süssenloher Weihern hinter Alt-Neustadt a. d. W. N., ster.! auf dem Kulm, im Fichtelnaabthale von Unterlind bis Grünberg auf Waldboden und Granit, ster. (Schw.). c. An feuchten Waldstellen verbreitet. 462. M. trianguläre (Schleich.) Nees. (M. deflexum Nees) a. Berghänge der Wasserläufe nordwestlich von Donau- stauf, an einzelnen Blöcken in der Hölle bei Brenn- berg, im Falkensteiner Parke, überall steril! bei Falken- stein (K.). c. An schattigen Felsen in ausgedehnten Rasen am Blau- blumenfels. 463. Lepidozia reptans (L.) Dum. a. b. c. Häufig auf Waldboden, faulem Holze, und öfters auch fruchtend. C. Ptilidioideae. 464. Blepharostoma trichophyllum (L.) Dum. (Jungermannia t.) a. b. c. Auf Erde, morschem Holze und schattigen Felsen verbreitet, nicht selten c. fr. 465. Blepharozia ciliaris (L.) Dum. (Ptilidium c.) a. Im Kalkgebiete um Regensburg nicht besonders häufig, im Urgebirge öfter Massenvegetation bildend an dürren Böden, c. fr. an Baumstämmen bei Loisnitz und im Walde ober Kleinprüfening! I). In Menge aber steril auf Waldboden bei Station Boden- wöhr und Irrenlohe (Kreideformation)! an trockenen Stellen der Wälder um Kemnath und Ebnath häufig, — 49 — an einer Birke bei Hammertrevesen, auf einem Holz- dache bei Grünberg, steril (Schw.). c. Auf Waldboden und Baumstämmen verbreitet, c. fr. am Asterberg an Föhrenstämmen. 466. Trichocolea tomentella Dum. a. An feuchten Grabenwänden rechts auf der Schinder- wiese bei Reifelding, bei Schönach — Waldsumpf bei Maria Ort, Hohlwege hinter Kaisersweinberg, Sepperl- wiese bei Unterlichtenwald! feuchte Waldstellen bei Falkenstein und Brennberg (P.) überall steril. b. In den Wäldern der Umgebung von Kemnath und Ebnath sehr verbreitet auch an Waldbäumen, Erlen und Granit, c. fr. auf einem Baumstrunke am Fuhr- bache bei Unterlind (Schw.). c. In Waldsümpfen hie und da, z. B. im Rieselwald. D. Scapanioideae. 467. Diplophyllum albicans (L.) Dum. (Jungermannia a.) a. An Felsen und Hohlwegen in Wäldern (Duval) — Mattinger Hänge, in den Seitenthälern der Klammer, Reifeldinger Bachthal c. fr., reichlich an Wegrändern im Falkensteiner Park c. fr., Grabenrand bei Weiher- dorf unweit Loisnitz! b. Auf Sandstein am Südostfusse des Kulm, an Wald- wegen am Kienbühl bei Altköslarn, häufig in Erdhöh- lungen und an Granit im Fichtelnaabthale und im Steinwald, an Urthonschiefer bei Ebnath und im „Brand" bei der „Wasch", fruchtend (Schw.). c. In Bergwäldern häufig z. B. im Rieselwald an feuchten Felsen, in Hohlwegen. 468. D. taxifolium (Wahlbg.) Dum. c. An tiefschattigen Felsen am Langenfels und Blau- blumenfels und im W T alddistrikte Heinzlgrün bei 800 -960 m. 469. D. obtusifolium (Hook.) Dum. a. Aufgelassene Kiesgrube im Hohengebrachinger Wald, zwischen Etterzhausen und Waltenhofen, in der Klam- mer und deren Seitenthälern auf Erde und reich fruchtend! hin und wieder bei Falkenstein und Nittenau (P.). b. Am Ostfusse des Rauhen Kulm, auf Waldboden am Naab-Rangen bei Ebnath und Unterlind, auf feucht- 4 — 50 — sandigem Boden im Gregnitzthale, auf Urthonschiefer- boden bei Ebnath, reichlich fruchtend (Schw.). c. An Waldrändern und Hohlwegen verbreitet, häufig c. fr. var. purpurasceus im Walddistrikte drei Bäche. 470. Scapania umbrosa (Schrad.) Dum. a. An feuchtschattigem Wege im Walde bei Neuleoprech- ting, ebenso hinter dem Tegernheimer Keller c. fr., Zechgrund am Keilberg (Progel); an feuchten Stellen um Falkenstein (P.). b. Im Mühlbachthale nördlich von Ahornberg an faulem Holze, im Steinwald bei Neuköslarn an Granit c. fr. (Schw.). 471. S. curta (Mart.) Dum. a. Nicht selten auf Erde in Hohlwegen, trockenen Gräben, Waldrändern — Waldweg bei Grass (rosacea), ober Bruckdorf, im Penkerthal, Grabenrand bei Arrach! ziemlich selten bei Falkenstein (P.). b. An Waldwegen am Kienbühl, am Naab-Rangen bei Ebnath, ster. (Schw.). c. An rasigen Abhängen, in Hohlwegen hie und da: im Rieselwald, ober Höll, ober Schwarzbach gegen Arn- stein etc. 472. S. irrigua (Nees.) Dum. a. In den sumpfigsten Stellen der „Sepperlwiese" bei Unterlichtenwald zwischen anderen Moosen kriechend, Sumpfwiese am Walde beim Schiernweiher nächst Falkenstein, ster.! b. Sumpfwiesen beim Dorfe Irrenlohe, ster.! c. In einem Waldgraben im Arnsteiner Wald. 473. S. undulata M. et N. a. Zahlreich mit Kelchen an Steinen in einem Quell- bächlein unterhalb der Fahnmühle bei Brennberg! b. An Granit in einem Wässerlein bei Pullenreuth c. fr. (Schw.j c. An Steinblöcken in und an Bergbächen c. fr. am Fallerbach. 474. S. dentata Dum. a. An feuchtschattigem Granite eines Thaleinschnittes nordwestl. von Donaustauf! b. An der Strasse von Waldeck nach Erbendorf, an einem Graben am Kienbühl, in der Fichtelnaab zwischen Unterlind und Grünberg, im Fuhrbache, zahlreich und — 51 — reich fruchtend an Granit im Geisbach bei Unterlind (Schw.) c. Im Moorgraben bei Grenzstein Nr. 12. 475. S. nemorosa (L.) Dum. a. Verbreitet auf feuchtschattigem Boden: im Walde hinter Grass c. fr.! dem Harthof, auf den Schwabel- weiser Bergen, bei Donaustauf und in der Klammer c. fr.! — u. a. 0. nicht selten fruchtend, auch über erd- bedecktem Kalkgestein wie an den Mattinger Hängen, zwischen Maria Ort und Etterzhausen , im Penkerthal! b. Auf lehmig sandigem Boden am Reuther Polierbache, im Steinwald auf Erde und an Granit bei Neuköslarn, ster. (Schw.). c. An Waldwegen, schattigen Abhängen häufig, ziemlich selten mit Früchten, z. B. am Fällerbach und Wagenhof. 476. S. aequiloba (Schwägr.) Dum. a. An Dolomitfelsen zwischen Maria Ort und Etterzhausen nicht selten, ebenso über Kalkgestein am Keilberg und zwischen Kelheim-Weltenburg, stets steril! E, Platyphyllea°. 477. Radula complanata (L.) Dum. a. b. c. An Baumrinde, seltener an Fels überall verbreitet und fruchtend. 478. R. Lindbergiana Gottsche (R. commutata G.) c. An einem schattigen Felsblocke am Zwirenzl, sehr sparsam. 479. Madotheca laevigata (Schrad.) Dum. a. Nicht selten an beschattetem Kalkgestein: an Granit und Baumwurzeln in der Klammer, im Laaberthale oberhalb Sinzing links im Walde, am Rande eines Hohlweges am rechten Ufer der Naab — um Etterz- hausen, Eichhofe n-Penkerthal vielfach aber stets steril. b. Bei Albenreuth an Felsen, steril. (Schw.) 480. M. platyphylla (L.) Dum. a. An Bäumen und Felsen (Kalk und Granit) verbreitet, steril. 1). An Basalt auf dem grossen und kleinen Kulm und auf dem Schlossberge von Waldeck (Schw.). c. Auf schattigen Gneisfelsen hie und da, z. B. ober Ulrichsgrün und am Plattenberg. 4* — 52 — 481. M. rivularis (Dicks.) Nees. c. An feuchten Felsen am Kamme des Rieselberges, unter Arnstein und am Galgenknock, selten. F. Jubuloideae. Cololejeunia minutissima (Sm.) Spruce Ziemlich selten im Parke von Falkenstein (P.), ein Beleg- exemplar dafür fehlt. 482. C. calcarea (Lib.) Spruce a. An senkrechten Kalkwänden im Galgenthaie bei Neu- essing nicht selten und spärlich fruchtend! 483. Eulejeunia serpyllifolia (Dicks.) Spruce a. Zerstreut und steril auf Erde, an Baumstämmen und Granit: an Granit im ersten Seitenthale der Klammer, ziemlich reichlich an Granit und Erlenwurzeln am Reifeldinger Bach, auf Felsen und Baumstrünken bei der Fahnmühle nächst Brennberg, auf Erde, Granit und Erlen entlang dem Geisbach bei Falkenstein! c. An schattigen, feuchten Gneisfelsen, an Bachsteinen, mit Früchten am Engelberg und Galgenknock. 484. Frullania dilatata (L.) Dum. a. b. c. An Baumstämmen, selten an Felsen, allgemein verbreitet und fruchtend. 485. F. tamarisci (L.) Dum. a. An Granit in der Klammer! auf Dolomit bei Etterz- hausen! bei Schönach an Eichen (Baader), an Buchen- rinde am Buchberg bei Falkenstein! überall steril, hin und wieder um Nittenau und Falkenstein (P.). b. An einem Waldbaume bei Hessenreuth, an Urthon- schiefer bei Ebnath, ster. (Schw.) c. An Gneisfelsen nicht selten, meist c. fr. IY. Anthocerotaceae. 486. Anthoceros laevis L. a. Auf feuchten, thonigen Ackern und Grabenrändern verbreitet, in manchen Jahren in reicher Menge; auf nassen Stellen im Walde bei Burgweinting — Acker rings um Karthaus Prüll (Königswiesen-Pentling-Gross- berg-Hohengebraching, Unterisling, Pürkelgut), Graben- ränder bei Grass, Hohengebraching, Teublitz-Loisnitz, Nittenau 1 c. fr. — 53 — b. Auf Getreideäckern bei Ebnath, Grünberg, Hölzlashof c. fr. (Schw.). c. Auf Äckern und in Wiesengräben häufig. 487. A. punctatus L. a. An den gleichen Orten wie Voriger, bald die eine oder andere Art vorherrschend meist die var. multifidus Schwägr., besonders zahlreich einmal auf einem Stoppel- felde bei Leoprechting und an den Gräben beim Wechsel hinter Nittenau! b. Selten in Gemeinschaft des Vorigen c. fr. (Schw.). NB. Während der Drucklegung wurde noch nachge- wiesen: 18 b. Familie: Üisceliaceae. 176 b. Discelium nudum (Dicks.) Brid. b. Auf Lehmboden eines Hohlweges bei Ebnath c. fr. (Schw.) Zum Schlüsse wäre es ja wohl angezeigt, auch eine Über- sicht der einzelnen Moose nach Höhenlage und Substrat zu geben, allein infolge der Thatsache, dass von der ganzen Ober- pfalz eigentlich ja doch nur drei relativ eng umschriebene Gebiete — Regensburg mit Umgebung, der Amtsbezirk Wald- münchen durch Dr. A. Progel und ein kleiner Teil des Pichtel- gel »irges durch A. Schwab in Ebnath — einigermassen er- forscht sind, während von den zwischen liegenden Gebieten nur vereinzelte Funde bekannt sind, würde ein solches Bild doch nur unklar, zum Teil sogar unrichtig werden. Es muss demnach bei dem Wunsche bleiben, dass bald sich eifrige Forscher finden möchten, die in treuer Liebe zur Mooswelt nicht nur den kleinen Kreis ihres Wohnortes durchstreifen könnten, sondern auch in die glückliche Lage versetzt wären, suchend weiter schweifen zu können in jene Gegenden, die bisher kaum noch ein Bryologe forschend betreten. Sicher böten ja die mannigfaltige geologische Unterlage, die weit aus- gedehnten Sumpflandsehaften, der reichliche Waldbestand und die vielen Wässerlein der Bergschluchten noch herrliche Beute. — 54 - Es sei nur erwähnt, dass für das Regensburger Gebiet in der erweiterten Begrenzung und nach der jetzigen Auffassung der Species gegenüber Fürnrohrs Zusammen- stellung vom Jahre 1839 mit 6 Sphagnen, 122 Acrocarpen, 62 Pleurocarpen und 39 Lebermoosen, zusammen 229 Moosen, der Nachweis von 15 Sphagnen, 190 Acrocarpen, 107 Pleuro- carpen und 93 Lebermoosen, zusammen 405 Moosen ge- lungen ist. Karthaus Prüll, Januar 1902. Der Formenkreis der Carex muricata und seine Verbreitung in Bayern. Von Franz Vollmann in München. I. Hurra gell Aus dem in der Natur herrschenden Gesetze der Entwicklung der Lebewesen sind auch die Konsequenzen für die Betrachtung der Pflanzenwelt zu ziehen. Freilich ist die Natur nicht in allen ihren Individuen gleich schaffens- kräftig. Alte Arten scheinen fest fixiert, haben aufgehört, sich umzubilden; jüngere dagegen besitzen häufig Kraft genug, teils in Verbindung mit anderen, teils wohl auch aus sich selbst nach bestimmten Richtungen sich zu entwickeln. Wie für andere Gattungen der Pflanzenwelt, so hat dieser Satz auch für die artenreiche Gattung Carex Geltung. Neben mehr oder weniger stabilen Arten sind andere sehr zu Variabilität geneigt. Es sei nur auf die Vulgaris-Gruppe hingewiesen, die in den letzten Jahren eine treffliche Bearbeitung von G. Kükenthal erfuhr, sowie auf Carex flava und ihre Verwandte, deren Vielgestaltigkeit ein Blick in A. Kneuckers vorzüg- liches Exsiccatenwerk vor Augen führt. Nicht minder formenreich ist die Gruppe der von Linne aufgestellten Carex muricata, die nach meinen Erfahrungen bisher keine in jeder Hinsicht genügende systematische Wür- digung erfahren hat. Thatsächlich herrschen selbst bei Ken- nern der Gattung Carex auf diesem Gebiete noch vielfache Zweifel, wie aus Herbarien und eingetauschten Exemplaren ersichtlich ist, ganz zu schweigen von botanischen Gärten, wo man — vielleicht aus anderen Gründen — oft schlimme Ent- täuschungen erleben kann. Über die Literatur der ersten Hälfte des verflossen. m Jahrhunderts, welche diese Gruppe betrifft, verbreitet sich Fritz Schultz in seinem Aufsatz „Etudes sur quelques Carex", — 56 — Haguenau 1868. Und kann man ihm auch nicht in allen seinen Ausführungen beipflichten, so muss man ihm doch einräumen, dass er für die Erkenntnis der Gruppe bahnbrechend geworden ist. Ausser der genannten Abhandlung liefern so- wohl seine ,,Grundzüge zur Phytostatik der Pfalz" (1863) als auch seine „Bemerkungen über einige Carex" (Flora 1870, S. 458 ff.) und „Zusätze und Verbesserungen zu den in der Flora 1870, Nr. 2, S. 458 bekannt gemachten Bemerkungen über einige Carex" (Flora 1871, S. 21 ff.) grundlegende An- schauungen, die zum Teil durch klare Abbildungen beleuchtet werden. In neuerer Zeit wurde der Gruppe von 0. Appel eine in der Hauptsache auf Fr. Schultz' Arbeiten fussende Behand- lung zu teil, die jedoch auch einige neue Gesichtspunkte bietet (Mitteilungen des botanischen Vereins für Gesamtthüringen. 9. Bd. 1890, S. 24 ff). Wenn ich die Akten hierüber noch nicht geschlossen wissen will, sondern, bevor ich die Verbreitung in Bayern fest- zustellen versuche, Bemerkungen systematischen Charakters, die die überhaupt in Europa vorkommenden Formen zum Gegenstande haben, vorausschicke, so sehe ich mich hierzu durch mehrjährige Wahrnehmungen veranlasst, die in man- cher Hinsicht von den bisherigen Darstellungen abweichen und vielleicht geeignet sein dürften, zur Ausmerzung der in vielen floristischen Werken sich findenden Irrtümer beizu- tragen und eine genauere Kenntnis dieser Gruppe zu ver- mitteln. Bekanntlich hat Linne unter C. muric ata auch die C. echi- nata, also eine hyparrhene Art, einbegriffen (cfr. 0. F. Lang, Flora 1843, S. 137 ff. und Andersson Cyperac. Scand. 1849, p. 45). Es ist demnach nicht viel mehr als ein Akt der Pietät, die man dem berühmten Altmeister zollt, wenn man für die Gesamtart, bezw. die ganze Gruppe, den ja für die Formen mit spreizenden Früchten trefflich geeigneten Namen C. muri- cata beibehält.*) Es seien als in diesen Formenkreis gehörig einstweilen genannt: Gar. contigua Hoppe, C. Leersii Fr. Schultz, C. Pairaei Fr. Schultz, nebst var. elatior Kneucker, C. virens Lam., C. muricata L. ß virens Koch, C. nemorosa Lumn , C. di- vulsa Good., C. Chaberti Fr. Schultz, C. Guestphalica Boenningh., *) muricatus = sparrig-stachelig, von murex, Leistenschnecke, die einige Arten mit sehr bestacheltem Gehäuse aufweist. — 57 — C. litigiosa Chaub. Unten wird auch noch einer Anzahl an- derer Namen gedacht werden müssen. Wenn nun eine systematische Gliederung des For- me nkr eise s versucht werden soll, so muss zunächst darauf hingewiesen werden, dass Appel (a. a. 0.) schon einen solchen Versuch gemacht hat. Er scheidet : I. Achänium trapezförmig. II. Achänium eiförmig, und legt so das Hauptgewicht auf die Form des Achäniums. Zu der I. Abteilung rechnet er C. contigua und Pairaei, zu der II. C. Leersii, Chaberti und divulsa. C. litigiosa unterscheidet sich nach Appel nur durch graugrüne Färbung von C. Chaberti, zu der sie vorerst zieht. Des weiteren nimmt Appel Bezug auf die Lage und Grösse des Achäniums im Utriculus, auf das Verhältnis der Länge der Ligula zu ihrer Breite, sowie auf die Färbung ihres Randes, endlich bei Chaberti und divulsa auf den strikten Habitus, bezw. das Überhängen der Halme im Zustande der Fruchtreife. Um sichere Anhaltspunkte für eine richtige Scheidung zu gewinnen, wird es nötig sein, auf Grund des reichen Herbar- materials, das mir durch das bereitwillige Entgegenkommen der Vorstände öffentlicher- und Vereinssammlungen, sowie einer grossen Zahl hervorragender Botaniker zu Gebote stand, alle jene Kriterien einer Besprechung zu unterziehen, denen bisher bei der Beurteilung der einschlägigen Formen Gewicht bei- gelegt wurde. Es war mir gestattet, die einschlägigen Carices einzu- sehen und zu prüfen von: dem Herbarium Regium Monacense im Kgl. Botanischen Museum in München (H. R. M.),*) dem Kgl. Naturalienkabinett in Bamberg (H. K. N. K. B.), dem Kgl. Lyceum in Freising (H. K. L. F.), der Kgl. botanischen Gesellschaft in Regensburg, und zwar besonders Lieferung VI. der Car. exsicc. von J. A. Kneucker (H. K. B. G. R.), dem Naturwissenschaftlichen Verein für Schwaben und Neu- burg in Augsburg (H. N. V. A.), der Bayerischen Botanischen Gesellschaft zur Erforschung der heimischen Flora in München, und zwar besonders Herb. Dr. Holler und Schnabl (H. B. B. G. M.), der Naturhistorischen Gesellschaft in Nürnberg (H. N. G. N.), *) Im folgenden werden die in Klammern beigefügten Abkürzungen angewendet. — 58 — Herrn A. Ade, Distriktstierarzt, Weismain (H. A.), „ A. Duschl, K. Seminarlehrer, Deggendorf (H. D.), „ E. Erdner, Pfarrer, Ried bei Neuburg a. D. (H. E.), ,, Dr. H. Pürnrohr, K. Hofrat, Regensburg (H. F.), „ W. Gugler, K. Reallehrer, Neuburg a.D. (H. G.), „ Dr. G. Holzner, K. Professor der Akad. f. Landwirtschaft u. Brauerei in Weihenstephan, a. D., München (H. H.), „ E. Kaufmann, Lehrer, Nürnberg (H. K.), „ J. A. Kneucker, Herausgeber der „Allgemeinen Bota- nischen Zeitschrift", Karlsruhe (H. Kn.), „ J. Kraenzle, K. Korpsstabveterinär a. D., München (H. Kr.), „ J. B. Kreuzpointner, Inspektor am Kgl. Botanischen Museum, München (H. Krzp.), „ G. Kükenthal, Pfarrer, Grub a. P. bei Koburg (H. Kük.), „ R. Landauer, privat. Apotheker, Würzburg (H. L.), „ J. B. Lutz, Dekan, Ensfeld bei Dollnstein (H. Ltz.), „ F. Nägele, K. Telegraphen-Oberexpeditor, München (H. N.), „ F. Schultheiss, Apotheker, Nürnberg (H. Seh.), „ A. F. Schwarz, K. Stabsveterinär, Nürnberg (H. Schw.), „ A. Vill, K. Bezirkstierarzt, Bamberg (H. V1L), „ A. Zick, Pfarrer, Rieden bei Füssen (H. Z.), sowie aus dem eigenen Herbarium (H. V.). Beginnen wir mit der Ligula! Der taxonomische Wert derselben wird vielfach überschätzt, ohne dass sie deshalb bei- seite gelassen werden sollte. Bei C. contigua ist die Ligula fast regelmässig weit länger als breit. Doch sah ich auch ein Exemplar aus der Gegend von Marktbibart in Mittelfranken (H. K.), dessen Blatthäutchen zum Teil kürzer, zum Teil so lang als breit sind. Umgekehrt finden sich dieselbe bei der C. Leersii, die sonst die kürzeste Ligula hat, nicht selten verlängert, was besonders häufig dann eintritt, wenn das Blatt schmäler ist. Auch bei C. divulsa Good., deren Blatthäut- chen in den Abbildungen der Arbeiten von Schultz als länger oder mindestens so lang als breit gezeichnet ist und von Appel ta. a. 0.) als länger wie breit dargestellt wird, findet sich nicht selten das umgekehrte Verhältnis, so z. B. bei verschie- denen Exemplaren des herrlichen divulsa-Materials von Ett- lingen (H. Kn.), ferner bei einer von Fr. Schultz stammenden C. divulsa aus der Rheinpfalz zw. Rechtenbach und Boben- thal (H. V.), ebenso bei einem Exemplar von Ruine Trimberg — 59 — in Unterfranken (H. Vll.). Das Gleiche gilt auch von einer der beiden Proben der C. divulsa var. Guestphalica (Boenningh.) in Nr. 161 der Gar. exsicc. von Kn. (H. K. B. G. R.). Auch Carex Pairaei hat sogar in der typischen Form der Rheinpfalz sein Blatthäutchen sehr oft länger als breit, wenn auch der Autor Fr. Schultz in seiner Definition „ligula brevi, obtuse-pyramidali" schreibt und seine Abbildung dementspre- chend gestaltet. Wenig zuverlässig ist die von einigen Autoren betonte Art des Abschnittes der Blattscheide. Weder sind bei C. con- tigua die Scheiden stets schief noch bei C. divulsa immer ge- rade abgeschnitten, sondern es macht sich hier sowohl inner- halb der nämlichen Art als sogar an dem nämlichen Exemplar ein Wechsel in der Gestaltung des Abschnittes geltend. Doch scheint — abgesehen von C. contigua ■ — der schiefe Abschnitt der Scheide häufig, nicht ausnahmslos, eine Verlängerung der Ligula zur Folge zu haben. Auch was den Rand der Blattscheiden betrifft, so lässt sich nicht behaupten, dass C. divulsa stets dickeren Rand und somit auch geringere Neigung zum Zerreissen desselben habe, ebensowenig als bei C. Leersii zutrifft, was Fr. Schultz (Flora 1871, S. 24) sagt, dass die Scheidenöffnung „horizontal und dick sei gegenüber C. contigua, deren Rand schief ab- geschnitten und dünn sei". Definitionen werden eben be- greiflicherweise vom ersten Finder der betreffenden Pflanzen nach einzelnen Exemplaren, nicht nach einem aus verschie- denen Gegenden stammenden, reichlichen Material hergestellt. Nicht konstanter erweist sich bei den einzelnen Formen die Färbung des Randes der Ligula, die z. B. nach Fr. Schultz bei C. Leersii gelblich, bei C. contigua weiss sein soll; die Unrichtigkeit dieser Behauptung bezeugen Dutzende von Exemplaren meines Herbars. Im allgemeinen darf wohl als Regel gelten, dass die gelbe Färbung des Ligularandes von oben nach unten am Halme, d. h. mit dem Alter der Blätter zunimmt. Die Breite der Blätter differiert bei den einzelnen For- men nicht unerheblich und es ist mit gewisser Beschränkung zuzugeben, dass dieselbe einen, wenn auch nicht gerade vor- dringlichen, systematischen Wert hat. Am breitesten sind in der Regel die Blätter der C. Leersii, aber auch bei dieser Art gibt es schmalblätterige Formen. Boden-, Belichtungs- und klimatische Verhältnisse werden hierbei stets von massgeben- — 60 — dem Einfluss bleiben und die Breite oder Schmalheit des Blattes sich oft nur relativ angeben lassen. Was die Tragblätter der unteren Ähre anbelangt, so mag wohl bei C. divulsa der blattige Charakter am meisten ausgeprägt sein. Doch beschränkt sich dieser durchaus nicht auf die eine Art. Ich besitze z. B. Exemplare von C. Leersii, deren unterste Braktee den ganzen Blütenstand weit überragt. Die Form und Länge der Braktee ist eben hier wie bei meh- reren anderen Carexarten mannigfaltig und wandelbar. Nament- lich an schattigen Standorten entwickeln sich gern blattige Brakteen. Damit fällt auch die Behauptung von Fr. Schultz, dass die Braktee des untersten Ährchens bei C. Leersii lan- zettlich, bei C. contigua eiförmig sei. Man betrachte nur ein- mal mehrere Proben von beiden Arten, um fast an jeder Pflanze die Vielgestaltigkeit der Brakteen beobachten zu können! Tafel I und II in Flora 1870 sind ja wunderbar ge- zeichnet und man möchte meinen, dass man an Hand dieser Abbildungen nicht irre gehen könnte. Doch wie oft fügt sich die Natur nicht der systematisierenden Schablone des Men- schengeistes ! Die Schärfe des Halmes bietet nach meinen Beobach- tungen wenig Anhalt für systematische Scheidung der ein- schlägigen Arten. Doch hat F. Schultz recht, wenn er für seine C. Pairaei Halme mit „angulis rotundato-obtusiusculis, inferne glabris, sub spica ad angulos scabriusculis" und „qui ne blessent pas, quand on les tire entre les doigts" in An- spruch nimmt. Sonnige, trockene Standorte bewirken übri- gens nicht selten geringere Rauheit des Stengels. Ähnlich verhält es sich auch mit der Stärke des Hal- mes. In sonnigen Lagen wird der Halm kräftiger und steifer, im Schatten dagegen ist er meist dünner und neigt sich zei- tiger zur Erde. Die zartesten Halme hat C. Guestphalica. Wichtig ist Grösse und Form des Utriculus. Die Masse, die F. Schultz hierfür angibt, treffen im ganzen zu: Den grössten, am längsten geschnäbelten Schlauch hat C. con- tigua, den kleinsten in der Regel die C. Pairaei, der auch nur kurzgeschnäbelt ist. Der kurze Schnabel findet sich aber auch bei der typischen C. Leersii, deren Schlauch oft noch breiter und kürzer geschnäbelt ist, als es in der Schultzschen Zeich- nung (Flora 1871) zum Ausdruck kommt; daneben existiert aber auch noch eine schmalblätterige Form von C. Leersii, deren Schlauch bei schlankerer Form einen etwas längeren — 61 - Schnabel aufweist. C. divulsa und Verwandte haben den schmächtigsten ütriculus, der ganz allmählich in den Schnabel verläuft. Einer eingehenden Betrachtung muss die Form des Achäniums unterzogen werden, zumal Appel (a. a. 0.) seine Einteilung darauf gründet. Prüft man die Abbildungen von P. Schultz, so stimmt die Darstellung von Appel. Verhält es sich aber in natura ebenso? Die Achänien von C. contigua, die zugleich die grössten und breitesten in der ganzen Gruppe sind, haben in der Regel die. „breit eirunde, oben und unten etwas stumpfe" F. Schultz), von Appel trapezförmig genannte Form: doch begegnen uns bisweilen auch oben fast spitz zu- laufende Formen. Auch die von mir untersuchten Achänien der Schultaschen Originalexemplare von C. Pairaei. sowie der von Kneucker im Bienwald und bei Karlsruhe gesammelten Pflanzen dieser Art decken sich meist mit der Beschreibung; doch ffibt es hier schon mehr Ausnahmen, indem statt der stumpfen Ecke die Rundung oder auch die Zuspitzung nach oben eintritt. Dadurch gewinnt das allerdings kleinere Achä- nium eine Gestalt, in der es von einem kleineren Achänium von C. Leersii kaum zu unterscheiden ist. Denn auch das Achänium von C. Leersii ist nicht immer, wie Appel angibt, auf beiden Seiten gleichmässig abgerundet, sondern häufig unten ebenso stumpf wie bei C. contigua und C. Pairaei. Auch langeiförmige Achänien kommen vor, so z. B. bei einer Pflanze H. Kn. . gesammelt von L. Richter auf dem Kalvarienberge bei Schemnitz. Ungarn, die wohl nichts anderes als C. Leersii ist. Von C. divulsa sagt Schultz „aeheniis longioribus ..." und liefert eine Abbildung, bei welcher Länge zu Breite des Achäniums sich verhält wie 3 : 2. die Rundung oben wie unten ziemlich gleichmässig verläuft und die grösste Breite ungefähr in die Mitte fällt. Damit stimmen auch seine Pflanzen aus der Pfalz überein. Sonst konnte ich diese Form nur selten konstatieren, und richtiger scheint mir Appel die Gestalt zu charakterisieren, wenn er sie lang eiförmig nennt, da in den meisten Fällen die grösste Breite unter der Mitte liegt. Die Vergleichung einer grossen Zahl von C. divulsa-Exemplaren lieferte an Massen ganz verschiedene Ergebnisse. Die Ver- hältnisse von Länge zu Breite des Achäniums waren 7 : 4, zum Teil auch 5:2. 4:3. 5:4. ja sogar 7:6. Letztere Pflanze (H. V. . von M. Spencer auf Ischia, *hat auch zum Teil „trapezförmige? Schläuche, wie auch unter divulsa-Pflanzen — 62 — aus Ettlingen (H. Kn.) solche mit trapezförmigen Achänien sich befinden, die kaum länger als breit sind. Und doch sprachen alle übrigen Merkmale für C. divulsa. Es ergibt sich hieraus, dass dem von F. Schultz (a. a. 0. S. 22) der C. Chaberti beigelegten Merkmale, wonach ihr Achänium viel länger sein soll als das von C. divulsa, sowie jenem von C. Guestphalica Bönningh., deren Früchte von 0. F. Lang (Flora 1843, S. 147) als rotundo-ovati angegeben werden und deren Achänien demgemäss mehr rundlich sein müssen, wenig- Wert beizumessen ist. Denn schwanken Form und Grösse des Achäniums schon bei den meisten übrigen Formen dieser Carex- Gruppe, so ist dies ganz besonders bei C. divulsa der Fall, wie denn überhaupt nach den mitgeteilten Beobachtungen einer vordringlichen Betonung der Gestalt des Achäniums nicht zu- zustimmen sein dürfte. Auch die Lage des Achäniums im Schlauche und in Verbindung damit die Dicke der Schlauchwandung kommen in betracht. In beiden Beziehungen hebt sich von allen übrigen Formen nur C. contigua ab. Während nämlich bei ersteren die Wandung durchaus dünn ist und das Achä- nium auf dem Grunde des Utriculus sitzt, verdickt sich der Schlauch von C. contigua in seinem unteren Teile zu einer korkig-sch wammigen Masse, durch die das Achä- nium eine etwas höhere Lage erhält, ein ausgezeichnetes Kennzeichen dieser Art, auf das schon Fr. Schultz (a. a. 0. S. 31) aufmerksam macht. Doch ist die Verdickung nicht so bedeutend, dass wir mit Schultz behaupten möchten, das Achä- nium sitze über dem ersten (i. e. untersten) Drittel des Schlauches. Die schwammige Verdickung ist meist schon im Stadium der halben Reife zu erkennen und fehlte bei den vielen von mir geprüften Pflanzen nur in einem Falle, wo übrigens schon bei Lupenvergrösserung der pathologische Zu- stand des betreffenden Exemplares sich herausstellte. Als eines der wichtigsten Merkmale muss die Rich- tung, nach welcher die Utriculi abstehen, gelten. Bedingung für die entsprechende Beurteilung dieses Verhältnisses bilden nahezu reife Schläuche, da selbst in halbreifem Zustande fast alle einschlägigen Formen aufrechtstehende Schläuche haben. Seit Goodenough nimmt C. divulsa mit Recht aufrecht- stehende Ahrch.en für sich in Anspruch; C. Chaberti und Guest- phalica stimmen in dieser Hinsicht mit ihr überein. Hoppe hat ferner sehr richtig geurteilt, wenn er seiner Car. contigua mehr aufrechte Früchte (fructus erectiusculi) zuschreibt, wäh- rend er die Früchte seiner C. muricata L., die sich im ganzen mit C. Leersii deckt, ausgebreitet nennt. Und erwähnt F. Schultz bei seiner C. Pairaei auch nichts von der mehr aufrechten Richtung der Schläuche, so ist dies doch bei Schkuhr Car. Nr. 14. (1801) der Fall, indem er für seine C. loliacea?, die nach der von ihm gelieferten Abbildung und der genaueren Beschreibung — nicht der Definition, die Schkuhr irrtümlich von der nordischen, ihm unbekannten, zu den Hyparrhenae gehörigen C. loliacea L. herübergenommen hatte — mit C. Pai- raei übereinstimmt, weniger spreizende Schläuche an- gibt. Die Beobachtung in der Natur bestätigt diese An- nahmen vollauf; weniger verlässig sind die getrockneten Pflanzen, da durch das Pressen bisweilen die Schläuche ihre natürliche Lage verloren haben. In dieser Beziehung erregen reichfrüch- tige Formen von C divulsa häufig Zweifel, da infolge der sich drängenden zahlreichen Schläuche die Tendenz derselben, sich aufwärts zu richten, nicht so ganz deutlich zum Ausdruck zu kommen scheint. Vergleicht man jedoch eine solche Pflanze mit einer forma interrupta der Carex Leersii im gleichen Altersstadium, so wird der Unterschied augenfällig. Hinsichtlich der Färbung des Laubwerkes, der Deck- spelzen und Schläuche besteht wohl ein Unterschied, der je- doch nicht, wie man früher behauptete und da und dort, z. B. in Schweden, jetzt noch annimmt, spezifischer Natur ist, son- dern lediglich vom Standort beeinflusst ist. Es ist nicht rich- tig, sondern irreleitend, wenn Schultz in die Definition von C. Leersii „pallide viridis, floribus canescentibus" aufnimmt und bei C contigua als gegensätzlich „intense viridis, floribus rubellis fuscescentibus" anführt. Ich habe C. Leersii an sehr vielen Standorten in der Natur beobachtet und in zahlreichen Fällen die nämliche freudig-grüne Färbung wie bei C contigua zu beobachten Gelegenheit gehabt. Massgebend ist bei allen Arten dieses Formenkreises die Belichtung: An schattigen Standorten ist das Blatt schlaffer, und die Deckspelzen bleiben grün und bleich, während an sonnigen Orten bei strafferem Habitus meist eine mehr bräunliche bis intentiv-rotbraune Färbung der Deckspelzen eintritt. Welche Verwirrung die Misskennung dieser Verhältnisse anrichtete, wird unten bei der Nomenklaturfrage zu behandeln sein. Es erübrigt nur noch, derjenigen Merkmale kurz zu ge- denken, die der C. contigua und divulsa ihre Namen verdanken. - 64 — Dass es verkehrt wäre, dem gedrängteren oder laxeren Stande der Ähre taxonomischen Wert beizumessen, ist schon mit vollem Rechte von Appel ausgesprochen worden. Er weist hierbei beispielsweise auf die unrichtige — übrigens von Neilreich, Flora von Wien (1846) entlehnte -- Gliederung der C. muricata in Malys Flora von Steiermark (1868) hin, der die Varietäten a) densa = spicata Leers, ß) interrupta — virens Lam., y) subramosa == divulsa Good. ohne Neilreich zu citieren aufstellt, da jedermann, der sich mit der C. muricata beschäf- tigt, zu beobachten Gelegenheit hat, dass bei fast allen hier- her gehörigen Arten die dichte und unterbrochenährige, sowie die axilläre, subramose Form vorkommt. Auf Original- zetteln von Hoppe steht freilich noch bei C. divulsa Good.: „Das unterste Ahrchen ästig, ist charakteristisch," ein Stand- punkt, den unsere Zeit nicht mehr einnehmen kann. IL Sind durch vorstehende Darlegungen schon verschiedene Irrtümer, die bei dem Studium der C. muricata (im weiteren Sinne) begangen wurden, berührt, so muss, bevor ich zur Ent- wicklung meines Standpunktes übergehe, die Nomenklatur ins Reine gebracht werden. Es diene das neueste Werk, das bezüglich der Synonyma für die bei dieser Gruppe vorkom- menden Formen massgebend sein sollte, Richter K., Plantae Europaeae. Tom. I. Leipzig 1890, als Grundlage! Bei Richter erscheint unser Formenkreis in 3 Arten geteilt, nämlich: 1) C. muricata L. und b) virens Lam. c) furculata Peterm. 2) C. divulsa Good. und b) Orsiniana Tenore. 3) C. Pairaei F. Schultz. Daran werden, wenn nach Richters Ansicht vorhanden, die Synonyma angegliedert. Was von der Bezeichnung C. muricata Linne zu halten ist, wurde oben angedeutet. Es sei nur ergänzend hinzugefügt» dass die C. muricata älterer Autoren, so z. B. von Leers, Hudson u. a. mit C. echinata identisch ist, was bei Linnes Auffassung seiner C. muricata erklärlich ist. Jedenfalls ist es aber nach dem neueren Stande der Forschung nicht mehr an- gängig, C. muricata L. = C. contigua Hoppe zu setzen, da — 65 — sicher Linne auch die C. Leersii, wenn er sie sah, zu C. muri- cata stellte und C. Leersii von contigua — ob als Art oder Rasse, ganz gleichgültig — zu trennen ist. Dies ist überhaupt mit die Ursache, weshalb eine Reihe der von Richter auf- geführten Synonyma zu C. muricata oder — sagen wir lieber - zu C. contigua nicht passt; Kneucker mahnt auch unter Nr. 157 seiner Carices exsiccatae (C. contigua) zur Vorsicht. Dass unter C. canescens Leers, PI. Herborn. (1775), S. 197, Nr. 712 C. contigua zu verstehen ist, ist nach der Be- schreibung nicht unwahrscheinlich, jedoch nicht sicher. Wäh- rend zwar „capsulis ovatis, obtusiusculis" eher auf C. Leersii passt, stimmen die „folia angusta" (die freilich auch bei C. Leer- sii und C. Pairaei vorkommen) sowie die „capsulae saepissime corniculatae, maiores varie curvatae" (er meint die Entstellung durch Gallen, die bei C. contigua entschieden am häufigsten vorkommt) und der Standort: „ad versuras et saepes, locis siccis graminosis ubique frequens" ohne Zweifel mehr zu con- tigua als zu anderen Formen dieses Kreises. Carex intermedia Retz. PI. Scand. Prod. I Holm. 1779 scheint mir (im Gegensatz zu Hoppe, Caricologia 1826, S. 17) zu C. vulpina zu gehören, von der Retzius zur Unterscheidung nur: „strictiore folio longitudine totius spicae instructa" anzu- führen weiss, ein Merkmal, das aber bei C. vulpina auch vor- kommt, während die „bracteae longitudine totius spicae", die „capsulae vix divaricatae 1 ' in Verbindung mit den Prädikaten „maior, robustior" meine Vermutung unterstützen. C. loliacea Thuill. Plor. Par. 481 (1799, an VII, nicht 1790, soll es bei Richter hier, wie auch auf S. 151 bei C. Ri- chardii Thuill. heissen, da nicht die 1., sondern die 2. Ausgabe diese Angaben enthält) wird also beschrieben: Carex spiculis subovatis sessilibus remotis androgynis, capsulis ovatis tere- tiusculis muticis divaricatis. Habitat in silvis. Nachdem auch noch die „capsules ovales, un peu cylindriques" genannt werden, ist an C. contigua nicht zu denken. Auch die von Thuill. hierfür citierte Abbildung Michelis Plant, gen. Taf. 33, Fig. 10 stimmt keineswegs zu den gewöhnlichen For- men der C. contigua. Bezeichnend ist auch, dass die Be- schreibung der C. loliacea Thuill. (1799) wörtlich so lautet wie die der C. loliacea Schreber (1771) und dass trotzdem von Richter die eine von beiden bei C. contigua, die andere bei C. virens Lam. aufgeführt wird! Auch die Identität der C. spicata Huds. Fl. Angl. p. 405 5 — 66 — (1762) mit C. contigua ist nicht wahrscheinlich. Kann diese auch nach der Beschreibung ,.spiculis subrotundis androgynis contiguis, capsulis ovatis acutis" ebensogut C. contigua wie vulpina sein, weist der beigefügte Standort ,,habitat in aquosis et ad margines fossarum sicher mehr auf letztere als auf C. contigua hin, die man viel häufiger an trockenen als an feuchten Stellen antrifft. Desgleichen lässt sich weder Vignea muricata Rchb. Plr. Germ. exe. (1830) noch C. muricata L. var. vulgaris Andersson Cyp. Scand. p. 65 (1849) = C. contigua setzen, weil in beiden Fällen dieser vulgaris eine virens entgegen- gesetzt ist, die ebenso eine Form von contigua wie von Leersii sein kann. Dagegen wird hier von Richter nicht erwähnt C. muri- cata var. incrassata Crepin, Not. sur quelq. pl. rar. crit. Belg. fasc. I, p. 23, eine Bezeichnung, die zweifellos als Syno- . nym von C. contigua zu gelten hat, da hierin einer Eigentüm- lichkeit Rechnung getragen wird, die dieser allein zukommt, nämlich dem an seinem Grunde schwammig-korkig verdickten Schlauche (Cfr. Fr. Schultz, Flora 1871, p. 31 f.). Nachdem Richter seiner C. muricata L. die C. virens Lamarck als Varietät anreiht, ist es nötig, über C. virens, die viele Verwirrung in der Literatur dieser Gruppe ange- richtet hat, etwas ausführlicher zu handeln. Bekanntlich exi- stieren ausser der C. virens Lamarck auch ein C. virens Koch, eine C. virens Andersson und eine Vignea virens Reichenbach. Die Lamarck'sche Definition seiner C. virens lautet (Encyclop. meth. Bd. III. 1789): Carex spiculis ovatis sessilibus subremotis androgynis, infima foliolo longo instrueta. Aus der von Lamarck hinzugefügten Erklärung geht zur Genüge hervor, dass er das Hauptgewicht auf die lange blattige Braktee des untersten Ährchens legt, dass er also eine Carex dieser Gruppe, welche sie auch sonst immer sein mag, nur dann zu C. virens in seinem Sinne zieht, wenn die „lange, sehr breite und den ganzen Blütenstand manchmal weit über- ragende Braktee" vorhanden ist. Lamarck hat also auf ein Merkmal ein Gewicht gelegt, das eines der schwankendsten von allen ist. Und hat er auch unter seiner C. virens viel- leicht eine mit langer Braktee versehene Form der C. divulsa verstanden, so muss man doch zugleich erkennen, dass er das Wesen der C. divulsa Good. durchaus noch nicht erfasst hatte. — 67 — Unter solchen Umständen, und nachdem nach Ferd. Winter — Flora 1870, S. 455 — das noch von Lamarck stammende Exemplar in so schlechtem Zustande ist, dass sich aus ihm kein Schluss ziehen lässt, so halte ich es für das einzig Richtige, den Namen 0. virens Lam. ein für allemal in seligem Frieden schlummern zu lassen. Reichenbachs Vignea virens besagt im ganzen dasselbe wie C. virens Koch und Andersson; sie ist charakterisiert durch eine mehr verlängerte, unterbrochene Ähre, grüne Schläuche und Spelzen und häufig durch eine blattartige Braktee des untersten Ährchens. Die bezeichnenden Eigen- schaften der C. Leersii — obwohl diese vielleicht zu C. virens letzterer Autoren das Hauptkontingent stellte — kommen hierin nicht zum Ausdruck, und in der That hat man, beson- ders wenn man Car. virens Andersson aus Tauschvereinen bezieht, bald C. contigua, bald C. Leersii vor sich. Auch ein von Hoppe gesammeltes, von ihm als C. virens bestimmtes Originalexemplar ist C Leersii (H. Kn.), ein anderes, gleich- falls von ihm stammend und als C. virens bezeichnet, ist eine zwar breit blätterige, aber im übrigen sehr deutliche C. con- tigua (H. R. M.). Beide kommen in gleicher Weise als Schattenformen vor und weisen dabei die Eigenschaften dieser sogenannten Car. virens Andersson (und Koch) auf; diese kann zu einer jeder der beiden Arten gehören und ist bei beiden Arten — jedoch wohl unter verschiedenem Namen — als Schattenform aufzuführen. Ebenso verhält es sich mit C. nemorosa Lumnitzer (und Host), C. contigua ß. interrupta 0. F. Lang, Flora 1843, p. 144 ff. und anderen Namen, die seit den Arbeiten von Fr. Schultz überflüssig und für die neue Betrachtungs- weise nicht zutreffend sind. Ferner ist es jedenfalls ganz und gar unkritisch, wenn Richter C. divulsa Good. ohne Beziehung zu C. virens Lam. aufführt. Es sind im folgenden die Synonyma zu würdigen, die er für C. virens Lam. aufstellt. C. cuprinaNendtvich, Verhdl. d. z.-b. Ges., Wien XIII, p. 566 (1863), zählte A. Kerner in einem Nachtrage der von Nendtvich seit dem Jahre 1836 um Fünfkiivhen aufgefundenen und aufgezeichneten Pflanzen zu denjenigen, über die er keinen bestimmten Aufschluss zu geben vermochte; doch glaubte er, aus der Korrespondenz mit Sändor zu ersehen, dass C. cuprina Nendtv. mit C. cuprina Sändor ein und dieselbe Pflanze sei. 5* — 68 — Nachdem jedoch die C. cuprina Sand. herb, von Heuffel (Lin- naea, Bd. 31, 1861/62) schon eher publiziert war, müsste das Synonym nach dem Prioritätsprinzip C. cuprina Sandor heissen. Diese aber, welche von Heuffel als Varietät von C. nemorosa Host aufgefasst wird, scheint mir bei der ihr ge- gebenen Definition: ,,Spica subdecomposita, spiculis binatis, una sessili altera pedunculata; valvis spadiceo — ferrugi- neis, rufisve" — sicher keine Car. virens Lam. zu sein. C. divulsa Gaud. PI. Helv. VI, p. 47 (1830), existiert nicht; denn Gaudin erwähnt hier die C. divulsa mit dem aus- drücklichen Zusatz: Good. und aus der in der Beschreibung enthaltenen Bemerkung „fructibus erecto-patentibus", sowie aus der Erläuterung „spicis minus quam prioris squarrosis" lässt sich mit Sicherheit schliessen, dass darunter thatsächlich die echte C. divulsa Good. gemeint ist. Die Beschreibung von C. loliacea Schreber Spie. Flor. Lips. (1771), p. 64: capsulis ovatis, teretiusculis, muticis, divaricatis und die bei der hinzugefügten observatio sich findende Bemerkung: „spica divulsa sive interrupta'' lässt kaum ein sicheres Urteil über den Charakter der gemeinten Pflanze gewinnen. Schultz ist der Ansicht, dass die C. divulsa Good. gemeint sei (a. a. 0.). Dagegen beziehen die Syno- nyma, die Schreber hierzu gibt, Linn. Sp. pl. 1382 und Mich, gen. 69, t. 33, f. 10, sich auf ganz verschiedene Arten und beweisen nur, wie wenig damals die Kenntnis dieser Gruppe und der Carices überhaupt entwickelt war und wie wenig Wert auf diese alten Bezeichnungen zu legen ist. Die C. furculata Petermann, Flora 1844, p. 329, ist nach ihrem Autor eine Mittelform zwischen C. nemorosa Willd. (welche nach DC. zu vulpina gehört) und C. muricata. Macht schon Schultz darauf aufmerksam (Etüde sur quelq. Car. 1868, S. 7), dass Kunze, Schkuhr, Reichenbach, die um jene Zeit ihre Werke zu Leipzig publizierten, von C. furculata, die doch bei Leipzig wachsen sollte, keine Notiz nahmen, so ist auch kaum anzunehmen, dass dieselbe zu C. muricata gehört; mir scheint sie eine schlankere C. nemorosa Rebentisch zu sein, nachdem in den Staubbeutelspitzen nach meinen Erfahrungen kein systematischer Unterschied zwischen C. vulpina und C. muricata liegt. C. divulsa Good. erhält bei Richter folgende Synonyma: C. canescens Thuill. Fl. Par. p. 482 (1799, nicht 1790!). Diese wird jedoch von Thuillier definiert : C. spiculis — 69 — rubrotundis remotis sessilibus obtusio androgynis, capsulis ovatis obtusiusculis. Dazu citiert Thuillier als Syno- nym: Leers Flor. Herborn. 712 f. 14 f. 3, d. h. dieselbe Pflanze, die mit genau denselben Worten von Leers als C. canescens beschrieben, von Richter als Synonym zu C. muricata gezogen war (s. oben!). Jedenfalls liegt also wiederum ein circulus vitiosus vor! Aber nachdem die Kapseln als ziemlich stumpf angegeben werden, wäh- rend doch der Utriculus von C. divulsa als der schlankeste der ganzen Gruppe spitz verläuft, kann ich unter C. ca- nescens Thuill. nicht C. divulsa Good. verstehen. C. Guestphalica Boenningh. in Flora 1843, p. 147. Zu- nächst ist das Citat unrichtig. Reichenbach Flor. Germ, excurs. I, p. 59 (1830) erwähnt die im Cat. sein. hört. Monast. 1829, erschienene kurze Diagnose dieser Carex, welche lautet: ,,ambigi inter C divulsam et loliaceam, ab utraque vero distinctam" und fügt hinzu: Diagnosis tarnen non liquet. In einem Nachtrag im nämlichen Werke p. 1407 gibt Reichenbach dann die erste ausführliche Definition der Vignea Guestphalica, die hier wegen der Beurteilung des Folgenden mitgeteilt sei: ,,gracilis, spica simplici, spiculis inferioribus remotis, infima longius pe- dunculata, fructibus erectiusculis vix inflatis, squamam membranaceam nervo dorsali viridi parum superantibus, foliis flaccidis. Culmus superne foliaque margine scabra. Tota planta laete virescit. Per totam aestatem culmos novos florentes profert. Fructus virides quam in C. divulsa vere duplo minores. Folia culmum fructiferum fere aequant, florentem longe superant. Dazu fügt R. : A Vignea divulsa vera differt ut V. stellulata a V. muri- cata, ex omni parte minor, debilior. In Westfalen in Buchenwäldern auf schattigem, thonig-kalkigem Boden: Von Bönninghausen. 0. F. Lang (Flora 1847, p. 147), bezeichnet als die Hauptmerkmale von C. Guestph. gegen- über der C. divulsa die kleineren, rundlich eiförmigen Früchte, sowie den nach der inneren Seite gekrümmten Schnabel. Von C. muricata scheidet er sie durch den sehr schwachen Halm, der bald ganz auf den Boden hängt. Koch (Synops. II, 1844, p. 866) sagt über sie: „fructibus subrotundo-ovatis, culmo gracillimo tenui denique arcuatim ad terram deflexo. In uliginosis. „Num haec planta bona species sit an varietas gracillima Caricis divulsae, propagatm — 70 — ex seminibus docebit." Aus den Urteilen dieser Autoren geht also hervor, dass C. Guestphalica von der typischen C. divulsa sich in einigen Stücken, so durch den durchaus schlankeren Wuchs, speciell durch die langen, schmalen, schlappen Blätter uud durch die dünneren Stengel unter- scheidet, wodurch bewirkt wird, dass sie sich eher bogig zur Erde neigen, als dies bei der typischen divulsa Good. , bei der diese Eigentümlichkeit wie bei C. Leersii im Zustand der nahenden Reife ja auch gern vorkommt, wie auch bei C. contigua, so z. B. bei einer von Vöchting im Fürstentum Lippe (Blomberg) als C. Guestphalica ge- sammelten, zweifellosen C. contigua der Fall ist. Dadurch wird doch wohl die Berechtigung, die C. Guestphalica als eine Varietät, die ihre Entstehung sehr schattigen Stand- orten verdankt, anzusehen, sich ableiten und eine völlige Gleichstellung mit C. divulsa, wie Richter beliebt, nicht begründet sein. Mehr zu konzedieren, sie etwa mit F. Lang als Art aufzufassen, dazu liegt meines Erachtens kein Grund vor. Denn die Grösse der Früchte schwankt auch bei C. divulsa (s. oben) und die von mir gesehenen, so z. B. von Haussknecht am Deister in Westfalen (H. Kük.) und von Meyerholz an der Ützenburg bei Hameln (H. Kük.) gesammelten Exemplare der C. Guestphalica weisen keine merklich kleineren Schläuche, wohl aber Achänien auf, die, besonders im ersten Falle, viel länger als breit sind und von divulsa-Achänien sich nicht unter- scheiden lassen. C. muricata Desfont. Flor. Atlant. II, p. 335 (1800), kann mit C. divulsa nicht gleichbedeutend sein. Darauf passt weder „capsulis acutis, divergentibus, spinosis" noch die Gleichstellung mit Hall, bist.: „Carex spicis ternis, echinatis, glumis lanceolatis . . /', noch auch bei der ausführlicheren Beschreibung „die capsulae triquetrae, divergentes, longe acuminatae. Affinis C. vulpinae L., sed duplo triplove gracilior'" . . . C. muricata ß divulsa Whlnbrg. in Act. Soc. Holmiae 1803, p. 143. Für die Beurteilung dieser Bezeichnung war mir leider die Literatur nicht zugänglich. C. stellulata Marsch. Bieberst. Flor. Taur. Cauc. (1808) p. 383 kann nach der von M. B. gelieferten Beschreibung gleichfalls nicht C. divulsa Good. sein: „spiculis subqua- ternis remotiusculis in ferne masculis". Er setzt auch — 71 — die Pflanze — „Gramen cyperoides minimum, spica divnlsa, aculeata. Scheuchz. agrost. p. 485." Nachdem er noch hinzufügt: Spicae basi ramosae . . . Glumae pallidae, dorso nervis geminis viridibus. Pructus divergentes ut in praecedenti (nämlich C. muricata!), sed duplo saltim mi- nores, acumine subtilissime bifido, aetate nigricantes" hat man es hier entweder mit einer im centralen Europa nicht vorkommenden Art oder einer irrtümlichen Vermengung zweier Arten zu thun. Vignea divulsa Rchb. PI. Germ, excurs. p. 59 stimmt mit der Definition von Goodenough, dessen Name auch bei- gefügt ist, überein; über Vignea Guestphalica Rchb. ist oben schon geurteilt. Nachdem sich gezeigt hat, dass unter den von Richter für C. divulsa aufgestellten Synonyma sich sehr wenig Brauch- bares findet, ist noch der C. Orsiniana Tenore Fl. Napol. V. p. 244 (1835—36) zu gedenken, die Richter als Varietät der C. divulsa anfügt. Schon Pariatore berichtet in seiner Flora italica, vol. II. p. 158 (1852), wo er C. Orsiniana Tenore als „specie dubbia" anführt: „Ignoro cosa sia questa specie della quäle non possiedo esemplari autentici. II Sign. Orsini richiesto da me su tale specie, mi ha mandato con il nome di Car. Orsiniana? un esemplare della Car. humilis." (!) Während nun Arcangeli (Flora italiana, 1882) derselben ihre Stelle zwischen C. muricata L. und C. divulsa Good. anweist, er- scheint sie bei Fiori und Paoletti (Flora d'Italia, vol. I. 1897) unter Car. divulsa, und zwar mit Fragezeichen versehen. Leider war es mir nicht möglich, das einzige von Tenore ge- sammelte Exemplar der C. Orsiniana, das sich im Museum Botanicum zu Neapel befindet, zur Prüfung zu erhalten, da die Exsiccaten von Tenore laut testamentarischer Bestimmung nicht ausgegeben werden. Doch hatte Herr Dr. Delpino, Professor der Botanik und Direktor des botanischen Gartens in Neapel, die Güte, mir eine Zeichnung der Pflanze zu senden, die freilich hinsichtlich der Form der Schläuche und der Zahl der Narben keinen sicheren Anhalt bietet. Ich bin also in meinem Urteil mehr auf die vom Autor gegebene Diagnose und die hin- zugefügte „descrizione" angewiesen. Erstere lautet: ..Spica androgyna composita; spiculis 3 — 5 superne masculis elli- ptico-cylindricis alternis coadunatis virentibus, bracteis lan- ceolatis (3-poll.) involucrum mentientibus, stigmatibus binis; fructibus turbinatis exquisite trigonis nervosis — 72 - glabris laevibus nitidis longe rostratis ore bifido, squamis ovatis acutis multo longioribus; caule caespitoso firmo (3 — 6-poll); foliis lanceolato-linearibus erectis culmum subaequantibus. Aus der darauffolgenden genaueren Beschreibung geht hervor, dass die cylindrischen Ährchen an der Spitze des Schaftes zu 3—5 knäuelig gehäuft und von langen blattähnlichen Brakteen gestützt sind; die männliche Blüte hat braune, glänzende, die weibliche grüne, weissberandete Schuppen, und auch hier werden noch einmal die vollkommen dreikantigen Schläuche hervorgehoben. Am Schlüsse folgt noch die Be- merkung: „La Carex Oederi ne differisce principalmente per la spiga terminale affato maschia." Hieraus dürfte deutlich hervorgehen, dass die C. Or- siniana nicht zur rnuricata-Gruppe gehört. Entschieden dreikantige Schläuche und ein Unterschied zwischen den Deck- spelten der c? und $ Blüten hinsichtlich der Färbung, wie ihn Tenore angibt, ist bei dem Pormenkreise der C. muricata (im weiteren Sinne) ebensowenig zu entdecken als die cylindrischen Ährchen. Ist aber einmal dieses Urteil gewonnen, so greift die mir vorliegende Zeichnung aufklärend ein, indem sie be- sagt, dass C. Orsiniana — als Standort gibt Tenore „Monte Bacucco ed a Montorio negli Abbruzzi" an — eine zur Gruppe der Carex flava, wahrscheinlich zu C. Oederi gehörige Pflanze ist, bei welcher der ja so häufig auftretende lusus der veränderten Geschlechtsverteilung der Ähr- chen ausgebildet ist: das Terminalährchen weist eine f. hypogyna, die Seitenährchen die Form acroandra, also eine Kombination auf, die Lackowitz (Allgem. bot. Zeit- schrift 1901, S. 206) als f. hypogyna subacroandra be- zeichnet. Tenore hat dieses Verhältnis noch nicht erkannt und sich offenbar — eine genaue Prüfung des Originalexem- plars muss meine Annahme bestätigen — in der Zahl der Narben getäuscht. *) „C. Orsiniana" hat demnach kein Anrecht darauf, fernerhin in der Literatur Berücksichtigung zu finden. C. Pairaei Fr. Schultz Flora 1868 p. 302 f. erhält von Richter als Synonyma: C. Chaberti Fr. Schultz Flora 1871 p. 21 und C. Duriaei F. Seh. Flor. 1870 p. 458. Letztere wird von Schultz selbst eingezogen und ihr der Name C. Cha- berti beigelegt (a. a. 0.). Wer aber nur einen Blick in die *) Die Richtigkeit dieser meiner Behauptung erhellt aus einer mir während der Drucklegung vorliegender Arbeit von Herrn Professor Dr. Delpino zugekommenen Mitteilung. — 73 — Schriften von Fr. Schultz geworfen hat, weiss, dass C. Chaberti zu C. divulsa Good. zu stellen ist und von C. Pairaei weit entfernt ist. Dagegen fehlen bei Richter die von Schultz selber angeführten und auch von Kneucker in den Car. exsicc. aufgenommenen Synonyma: C. loliacea Schkuhr Car. I. Nr. 14 (1801), von L. = C. muricata L. ß loliacea Schk. Car. II. Nr. 29 (1806). Durch vorstehende Erörterungen dürfte einerseits schon mein Standpunkt in mancher kritischen Frage klar gestellt, andererseits aber der Beweis erbracht sein, dass die Zusam- menstellung Richters in den r Plantae Europaeae", soweit sie sich auf C. muricata und Verwandte erstreckt, einer kri- tischen Prüfung nicht standzuhalten vermag. III. Als dasjenige Moment, das nach meinen obigen Aus- führungen das meiste Anrecht hat, als Einteilungsgrund zu dienen, halte ich das in höherem oder geringerem Grade auf- tretende Spreizen der nahezu reifen Schläuche. Danach scheide ich die einschlägigen Arten, wie folgt: A. Utriculi sehr stark spreizend C. Leersii Fr. Seh. B. Utriculi massig spreizend . C. Pairaei Fr. Seh. C. contigua Hppe. C. Utriculi aufrecht . . . . C. divulsa Good. A. Carex Leersii Fr. Schultz, Flor. 1870 p. 459. = C. muricata Hoppe et Sturm, Deutschlands Flora, Heft 61, 1833. Sie ist in ihrer typischen Form mit keiner der anderen Arten zu verwechseln: Pflanze robust, Blätter breit, Ligula meist kurz, Utriculi dünn, eiförmig bis breit eiförmig, kurz geschnäbelt, sehr sparrig abstehend. Achänium nur massig gross, häufig eiförmig oder rundlich. Die Ähre ist in ihrem oberen Teile dicht, die untersten Ähr- chen in der Regel etwas abgerückt, nicht selten axillär. In letzterer Form, die besonders an schattigen Standorten auf- tritt und auch ein bleicheres Kolorit, besonders der Spelzen annimmt, hat sie Ähnlichkeit mit der reichblütigen Varietät von C. divulsa, doch gibt die Richtung und meist auch die Form der nahezu reifen Schläuche sicheren Aufschluss. Ich bezeichne diese Form als subvarietas: subramosa, aber nicht im Sinne von Neilreich, dessen C. muricata y subramosa Flor, v. Wien 1846 p. 67 mit C. divulsa identisch ist. — 74 - Grössere Schwierigkeit bereitet die richtige Würdigung einer schmalblätterigen Form, die von mehreren Caricologen zu Carex Pairaei gezogen wird. Es besteht ja zweifellos, be- sonders im getrockneten Zustande, eine oft täuschende Ähn- lichkeit dieser Form mit C. Pairaei; ich habe mich jedoch auf Grund eines sehr umfangreichen Herbarmaterials und eingehen- den Studiums der Pflanze in der Natur zu dem Urteil durch- gerungen, dass sie spezifisch entschieden zu Leersii gehört. Die Pflanze hat schmale bis sehr schmale, weiche Blätter; meist etwas verlängerte Ligula; schlanken, oben scharfen Stengel, dem Typus gegenüber zierlichere, sehr stark sprei- zende Schläuche, in der Regel eiförmige oder rundliche (nicht gerundet - trapezförmige) Achenien, die im Verhältnis zum Schlauche grösser sind als bei C. Pairaei. Ihr Hauptverbrei- tungsgebiet scheint das Kalkgebiet, besonders der Jura zu sein. In Württemberg bildet sie z. B. auf dem Aalbuch und dem Härdtfeld die herrschende Form dieser Gruppe; sie tritt aber auch in der schwäbisch-bayerischen Hochebene, in der oberrheinischen Tiefebene, in den Alpen, in Thüringen, sodann im Harz, im rheinischen Schiefergebirge und auf krystallinischem Schiefer im Böhmerwald auf. Sie für eine besondere Art zu halten, hindert mich die Übereinstimmung mit C. Leersii in den oben angedeuteten Hauptmerkmalen, sowie besonders die lückenlose Kette von Übergängen zur typischen C. Leersii. Ich ziehe hierher auch jene Pflanze, die Kneucker Car. exsicc. als C. Pairaei f. elatior ediert hat. Auch die Exem- plare aus Pappenheim (leg. Schnizlein) und aus München (leg. Berger), die Fr. Schultz in jungem Zustande („fructibus irama- turis") sah und als zu C. Pairaei gehörig erklärte (Flora 1871, S. 27), gehören nach allem, was ich aus diesen Gegenden sah, sicher zu dieser schmalblätterigen Leersii-Form, die ich als var. angustifolia bezeichne. Hätte Fr. Schultz reife Exemplare gesehen, er hätte anders geurteilt, wofern er nicht zwei verschiedenen Pflanzen denselben Namen beilegen wollte. Ausserdem ist auf steinigem, humusarmem, trockenem Untergrund eine Varietät von C. Leersii anzutreffen, die sich durch niedrigen Wuchs, mehr gelb-grünes Kolorit und eine armblütige, nur aus 1—3 Ährchen bestehende Ähre kenn- zeichnet. Hampe (Flora Hercynica 1838) legte ihr den Namen: depauperata bei. Dass er thatsächlich eine Form der C. Leer- sii, nicht der contigua meint, geht unter anderem aus dem Ausdruck „fructibus . . . breve(!) rostratis" seiner Definition — 75 — hervor. Wallroths Beschreibung seiner forma lamprocarpa (Sched. crit. 1822 p. 493) dagegen bietet keinen Anhaltspunkt dafür, dass C. Leersii und nicht C. contigua gemeint ist. B. I. Carex Pairaei*) Fr. Schultz Flor. 1868 p. 302 f. = C. loliacea Schkuhr Car. I. Nr. 14 (1801), non L. = C. muricata L. ß loliacea Schkuhr II. Nr. 29 (1806). = C. muricata L. var. Pairaei Kneucker in Seub.- Klein, Exkursfl. von Baden p. 52 (1891). Diese Art wird vornehmlich durch folgende Merkmale charakterisiert: Schmale und straffe Blätter; in der Regel auch oben weniger scharfen Halm; noch in nahezu reifem Zustande nicht sehr sparrig abstehende, mehr aufwärts gerichtete, kleine Schläuche mit stark ge- krümmtem Schnabel; Achänium sehr klein, meist ge- rundet-trapez förmig. Die Schultzschen Originalexemplare, sowie die von Kneu- cker im Bienwald (Pfalz) und der Rheinebene gesammelten Pflanzen stimmen genau zu dieser Definition. Die Ähre ist hierbei dicht, was nicht ausschliesst, dass auch Formen mit lockerer Ähre sich finden könnten. Auch eine bleichspelzige Schattenform ist mir bisher nicht zu Gesicht gekommen. C. Pairaei hat ihre systematische Stel- lung zwischen C. contigua und C. Leersii var. angustifolia und sieht letzterer ähnlich, wird aber durch die angegebenen Merk- male von ihr geschieden. Ihre Verbreitung scheint nicht gross zu sein. Unzweifelhafte Exemplare sind mir ausser dem Rhein- gebiete nur aus Franken (Maingebiet) und dem Harz bekannt geworden. Vieles, was als C. Pairaei angesehen wird, gehört zu C. Leersii var. angustifolia. IL Carex contigua Hoppe in Sturm, Deutschlands Flora H. 61 (1833). = C. muricata L. var. incrassata Crep. Not. sur quelq. pl. rar. ou crit. Belg. fasc. I. p. 23. = C. muricata L. var. pseudoguestphalica Beck- mann in sched. C. contigua rechtfertigt durch ihre sehr konstanten Merk- male, die sie ganz unzweifelhaft streng von den verwandten *) Benannt nach Michael Paira, zur Zeit von Fr. Schultz Botaniker zu Geudertheim im Elsass. — 76 — Formen scheiden, am meisten die Zerlegung der Gruppe in mehrere Arten. Typische Merkmale sind: Das lange Blatt- häutchen; der grosse (5 — b x / 2 mm lange) allmählich zu- gespitzte, massig aufwärts gerichtete Schlauch, der an seinem unteren Ende im Zustande der beginnenden Reife schwammig-korkig verdickt ist, eine Eigentüm- lichkeit, die sie allein besitzt; das grosse, meist breite und gerundet-trapezförmige Achänium. Die Blätter sind nur massig breit und wechseln an Konsistenz je nach Belichtung und Bodenunterlage; sonniger Standort erzeugt strafferes, kür- zeres, etwas ins Gelbgrüne spielendes Blatt. Die Ähre ist in der Regel dicht, kommt aber auch locker, mit entferntstehen- den untersten Ährchen vor (Var. remota Fr. Schultz). Die Spelzen sind + rostbraun gefärbt (mit grünem Rückenstreifen), bleiben aber an schattigen Standorten grünlich mit weisslicher Berandung. Da dies sowohl bei der dicht- als lockerährigen Form vorkommt, füge ich bei ersterer die Subvarietät pallida Appel, bei letzterer die Subvar. umbrosa nov. subvar. hinzu. Man findet diese Formen in Herbarien meist als C. virens oder C. nemorosa Lumn. bezeichnet. Bemerkenswert ist auch die Varietät longissima Tau- scher, die ich in von Dr. A. J. Tauscher selbst gesammelten Exemplaren (leg. 9. VI. 1871, in insula Czepel, Hungaria, e sil- vaticis umbrosis prope Schilling) in dem Herbar des Natur- wissenschaftlichen Vereins Augsburg sah: Stengel 1 m hoch, Blätter fast so lang; Ähre locker, Schläuche schlank, sehr lang und dünn geschnäbelt, Achänien viel länger als breit, meist eiförmig — aber die Schläuche massig aufrecht und am Grunde korkig verdickt, Ligula lang, also zweifellos zu con- tigua gehörig. Was unter C. muricata L. y alpina Gaudin (Flora Helvetica 1830 p. 46), die wenige einfache Ahrchen, niedrigen Halm und ziemlich feste, aufrechte Blätter hat, zu verstehen ist, bedarf noch näherer Untersuchung; sie kann zu C. contigua wie zu C. Leersii gehören, da beide in den Alpen vorkommen. Keine der einschlägigen Arten wird so häutig durch Gallen deformiert wie C. contigua (Dipterocecidium). Die bei den Carices homostachyae nicht sehr häufige Erschei- nung, dass in der Nähe der Basis neben dem Hauptstengel ein zweiter, feinerer Stengel entspringt, der ein einzelnes Ähr- chen oder ein kleines Ährenköpfchen trägt, eine Variation, die von Lackowitz (a. a. 0.) als pseudobasigyna oder basi- — 11 — gynaeformis bezeichnet wird, kommt bei C. contigua wie bei C. Leersii und divulsa vor. C. Carex divulsa Good. Trans, of Linn. soc. II. p. 160 (1794). == C. Vignea divulsa (Good.) Rchb. Flor, ex- curs. Germ. p. 59 (1830). = C. muricata L. y subramosa Neilreich Flor, von Wien p. 67 (1846). C. divulsa ist durch die auch in nahezu reifem Zu- stande noch aufrechtstehenden, nicht spreizenden Ährchen, die in der Regel nach unten ± weit von ein- ander entfernt sind, besonders charakterisiert. Dazu gesellen sich die eilanzettlichen bis lanzettlichen Utri- culi und die ± bleichen Spelzen. Häufiger als bei an- deren Arten sind die unteren Ährchen durch lange, bisweilen den Halm überragende Deckblätter gestützt. Das Blatt ist schmal oder massig (kaum 3 mm) breit, die Achänien oft, aber durchaus nicht immer, länger als breit. Im übrigen ist der Habitus der C. divulsa sehr verschieden, was auch zur Aufstellung von „Arten" geführt hat, die von C. divulsa spe- zifisch nicht zu trennen sind. Über Carex Guestphalica Boenn., die als Varietät der C. divulsa aufzufassen ist, wurde schon oben gehandelt. Sodann kommt hier Carex Chaberti Fr. Schultz (Flor. 1871, S. 21 f.) in betracht. Dass sie mit C. divulsa verwandt ist, beweisen die aufrechtstehenden Früchte. Aber die Be- schreibung von Schultz liefert keine Momente, die einen Art- charakter begründen würden. Wenn Fr. Schultz von C. Cha- berti behauptet, dass fast alle Ähren zu gleicher Zeit blühen und nie so viele Halme an einem Stocke sind als bei C. divulsa, bei der die Blütezeit mehrere Monate dauert, so können diese Merkmale gut als Standortsmodifikation gedeutet werden, in- dem C. Chaberti an trockenerem oder steinigem Platze stand. Zwar sagt Schultz, dass er C. Chaberti neben C. divulsa fand und schliesst daraus, dass sie unter den nämlichen Bedingungen gewachsen seien, auf den Artcharakter der C. Chaberti. Meines Erachtens muss selbst örtliches Nebeneinandersein noch nicht gleiche Wachstumsbedingungen mit sich bringen, da oft selbst bei näherem Zusehen die Untergrundsverhältnisse zweier neben einander vegetierender Pflanzen noch nicht erkannt werden können; Wasserabfluss und Untergrund — letzterer nicht in — 78 — chemischem, sondern nur in tektonischem Sinne, d. h. hinsicht- lich der Lagerung von Stein und Erdreich — können in einer Entfernung von wenigen Decimetern so verschieden sein, dass Änderungen derselben Art in der für C. Chaberti in Anspruch genommenen Richtung leicht denkbar sind. Daraus lässt sich auch die Angabe erklären, dass die Blätter von C. Chaberti kürzer und steifer seien; in dieser Hinsicht differieren ja auch die Formen von C. contigua und C. Leersii innerhalb der Art. Wenn ferner Schultz angibt, dass die Halme von C. Chaberti von unten bis zur Ähre stumpfe Kanten haben, so möchte ich dem entgegenhalten, dass Exemplare, von Chabert selbst im Departement Dröme gesammelt — und Schultz bezieht sich 1. c. p. 23 auf Pflanzen dieses Standortes — , die mir vorlagen (H. R. M., H. Kn.), oben einen nicht minder rauhen Stengel haben als andere Formen der muricata-Gruppe. Andere von Schultz angeführte Merkmale, wie Länge der Ligula, Verhält- . nis der Länge zur Breite des Achäniums und dessen Beziehung zur Länge des Utriculus, sowie der blattige Charakter der untersten Braktee können bei der Variabilität dieser Merkmale im allgemeinen auch hier nicht ausschlaggebend sein. End- lich fand ich auch die Angabe, dass die Nervatur des Frucht- schlauches bis zur Mitte desselben reiche, während sie bei C. divulsa nicht über das untere Fünftel hinausgehe, bei Cha- bertschen Exemplaren (H. R. M.) nicht bestätigt. Es bleibt sonach für C. Chaberti als Kennzeichen gegen- über der C. divulsa übrig: Geringe Zahl von stets aufrechten, öfter nicht rauhen Halmen, straffes, aufrechtes, kurzes Blattwerk; häufig die untersten Ähren weniger ent- fernt, nie zusammengesetzt oder gestielt. Diese Merk- male können aber nach allem, was bisher über den taxonomi- schen Wert solcher Erscheinungen ausgeführt wurde, nur eine Varietät, nicht eine Art begründen. Wie hier, so variiert auch sonst die Zusammensetzung der Ähre der C. divulsa. Von der typischen Gestalt weicht eine häufig auftretende Form ab, indem bei robustem Ha- bitus die mittleren Ährchen aus 7 — 12 $ Blüten bestehen, während die oberen Ährchen etwas gedrängter erscheinen als bei der gewöhnlichen Form; ich nenne sie var. polycarpa. Sie hat Ähnlichkeit mit der Var. subramosa der C. Leersii; die Utriculi bleiben aber noch in reifem oder nahezu reifem Zustande mehr aufwärts gerichtet. Von ausserbayerischen Standorten sind mir bekannt geworden: Ettlinger Weinberge, — 79 Baden, Buntsandstein; Krampas auf Rügen (H. V.); Abbazia Grasgarten (H. Kn.); Valu bei Gravosa in Dalmatien (H. Kük., H. V.) ; Monte Salvadore bei Lugano (H. Kük.) ; Kastradas auf Corfü (H. Kük.). Es scheint mir nicht ausgeschlossen, dass die Varietät polycarpa unter dem Einflüsse von C. Leersii ent- standen und so vielleicht an einzelnen Standorten hybrider, an anderen hybridogener Natur ist. Auch nach der entgegengesetzten Richtung variiert C. di- vulsa, indem sie, wohl infolge mageren Untergrundes nur bis 20 cm hoch wird und nur wenige, bisweilen nur 1 Ahr- chen hervorbringt, eine Parallelform zu C. Leersii var. de- pauperata Hampe. Ich fand diese Pflanze im Herbarium Küken- thal mit dem Namen misera versehen und nenne sie mit dessen Genehmigung: var. misera Kükenthal. Es gehört zwar nach einer mir zugekommenen brieflichen Mitteilung von Dr. P. Graebner in Grosslichterfelde bei Berlin auch C. muri- cata L. var. monostachya Ascherson Flor, von Branden- burg 1864 p. 766 hierher. Da jedoch derartige Kümmerformen oft an ein und derselben Pflanze bald 1, bald 2—3 Ährchen aufweisen, während die Bezeichnung monostachya sich nur auf Pflanzen mit 1 Ährchen auf jedem Halme beziehen kann, so muss von dem Gebrauche dieses Namens Umgang genom- men werden. Nach Fiori und Paoletti, Flora d'Italia Vol. I. 1897 p. 129 wäre C. Gasparrinii Pariatore, Flora italica vol. IL p. 149 (1852) eine Varietät von C. divulsa und zwar „specimen depauperatum unispiculigerum", wäre also mit var. misera identisch. Allein in der Diagnose schreibt Pariatore dieser Carex ausdrücklich eine „spicula inferne mascula" zu, und da auch die übrigen Merkmale stimmen, ist C. Ga- sparrinii — wie Richter, Plantae Europaeae p. 151 in diesem Falle richtig annimmt — als eine Varietät der C. echinata Murr, zu erklären, eine Parallelform zu C. Leersii var. depau- perata Hampe und C. divulsa var. misera Kükenth. Standorte der var. misera sind, abgesehen von den Stand- orten in Brandenburg: Valdemosse, Luglio, Reina, (H. Kük.); Asproclisia, Thessalien (H. Kük.); Boravi, Corfü (H. Kük.). Schliesslich ist der C. litigiosa Chaubard sec. Lagger (Nym. Consp. 1882 nomen nudum) zu gedenken, die für die Umgebung des Dorfes Bolone im Thal Vestino (Südtirol, zw. Garda- und Idrosee), angegeben wird. Wo die authentischen Exemplare dieser Pflanze liegen, ist mir unbekannt. Porta hat an dem bezeichneten Orte fleissig gesammelt; was er sandte — 80 — und mir unter dem Namen C. litigiosa zu Gesicht kam (Herb. R. M., H. Kn., H. Kük.) ; war teils C. contigua, teils 0. Leersii var. angustifolia, teils C. divulsa. Auch das gleichfalls von Porta gesammelte Exemplar des Kgl. Naturalienkabinetts in Bamberg, das vom Finder mit der Bemerkung „Videtur forma tenella Caricis muricatae" versehen wurde, ist C. divulsa, wo- bei jedoch die untersten Ährchen weniger entfernt stehen, als dies sonst, jedoch nicht ausnahmslos (im H. Kn. liegt ein Exemplar von C. divulsa, gesammelt bei Ettlingen 1883, mit ziemlich gedrängter Ähre) bei C. divulsa der Fall zu sein pflegt. Bei der auch bei den übrigen Arten dieser Gruppe hierin herrschenden Variabilität ist es deshalb noch nicht an- gängig, eine solche Form für C. Chaberti zu erklären, da das andere Kennzeichen derselben, das straffe, kurze Blatt, nicht vorhanden ist; letzteres ist vielmehr lang und schlaff, sowie der Stengel sehr dünn, so dass er im Zustande der Reife nicht mehr aufrecht stehen konnte. Ich kann also auf Grund des gesehenen Materials weder C. litigiosa als Synonym zu C. Chaberti auffassen noch auch andererseits mir eine be- stimmte Meinung über den Charakter von C. litigiosa bilden. Es dünkt mir überhaupt nicht sicher, ob sich diese „Art u nicht als ein Irrtum von Seiten des Namengebers entpuppen wird. Um eine bessere Übersicht über meine Ausführungen zu ermöglichen, sei hier der Formenkreis der einzelnen Arten, soweit er sich von mir aus der mir zugänglichen Literatur und den zur Verfügung stehenden Exsiccaten eruieren Hess, kurz zusammengestellt. A. Carex Leersii: a) typica: Pflanze kräftig, Blatt breit, Ligula kurz. Spelzen + bräunlich mit grünem Rücken streifen. ß) subramosa nov. subvar. Unterste Ahr- chen entfernt, in Form einer gedrungenen oder unterbrochenen Ähre an Nebenspindeln. Spelzen bleich. b) angustifolia nov. var. = C. Pairaei complur. auctor. recent. pr. p. = C. Pairaei f. elatior Kneucker Car. exsicc. M. 159. Blätter schmal, Blatthäutchen + verlängert, Schläuche etwas zierlicher als bei dem Typus. ß) virescens nov. subvar. Spelzen bleich. — 81 - c) depauperata Harape. Prodr. Flor. Hercyn. 1836. Pflanze niedrig, Ähre aus 1 oder we- nigen am Ende des Halmes gedrängten Ahr- chen bestehend. B. I. Carex Pairaei. IL Carex contigua: a) typica: Ähre dicht, Spelzen ± braunrot mit grünem Rückenstreifen; Schläuche eiförmig; Achenium breit, meist gerundet-trapezförmig. ß) pallida Appel ap. Wörlein, Flora der Münch. Thalebene, p. 164 (1893). Pflanze schlaffer, Spelzen bleich, breit weisshäutig berandet. b) remota Fr. Schultz Flora 1870, pag. 459. Pflanze meist robuster; die untersten Ähr- chen weit herabgerückt; sonst wie a. ß) umbrosa nov. subvar. Merkmale wie bei a ß. c) longissima Tauscher in sched.*) Pflanze sehr hoch (ca. 1 m), Schläuche lanzettlich, mit langem, spitzem Schnabel, Achänium viel länger als breit, meist ei- förmig. C. Carex divulsa: a) typica: Blätter nicht (bis 2,5 mm) breit; mittlere Ährchen mit 4—6 9 Blüten. b) polycarpa nov. var. Pflanze kräftiger, Blätter breiter (fast bis 4 mm); mittlere Ährchen mit 7—12 ? Blüten; unterstes Ährchen meist axillär. c) Guestphalica Boenningh. Cat. sein. hört. Mo- nast. 1829. ^ Vignea Guestphalica Rchb. Flor, excurs. Germ. I, p. 59 (1830). Höher als der Typus; Blätter sehr schmal und schlaff; Halm fadendünn. *) Ob sich der Name irgendwo in der Literatur findet, vermochte ich nicht zu eruieren. 6 — 82 — d) Chaberti Fr. Schultz Flora 1871, p. 21. = C. virens var. Duriaei Fr. Seh. Grdzg. der Phytostatik d. Pf. 1863, p. 161. = C. Duriaei F. Seh. Flora 1870, p. 458. Stengel meist steif aufrecht, oft nicht rauh, Blätter kurz, straff, aufrecht; untere Ährchen weniger entfernt stehend. e) misera Kükenthal in sched. == monostaehya Aschers. Fl. v. Brandenburg p. 766 (1864) ex parte. Pflanze niedrig (bis ca. 20 cm hoch), mit 1 oder wenigen Ahrchen. So zerfällt die Muricata-Gruppe in 4 Arten, deren typische Formen durch Merkmale von einander geschieden sind, die das Artrecht begründen. Es existieren aber auch, wie oben angedeutet, Formen, die als Verbindungsglieder zwischen der einen und anderen Art angesehen werden können. Um hier- über ein sicheres Urteil zu gewinnen, wäre es einerseits nötig, Kreuzungsversuche anzustellen, was freilich bei Aerogamen keine leichte Sache ist, indem Kastration (Entfernung der un- geöffneten Antheren) und ausserdem Isolierung zur Verhütung von Bestäubung durch Insekten vorgenommen werden muss, andererseits z. B. an den Fundplätzen, wo C. divulsa var. po- lycarpa vorkommt, das Vorhandensein von C. divulsa typica und C. Leersii typica zu konstatieren. Daraus könnte viel- leicht ein Schluss gezogen werden, ob direkte Kreuzung vor- liegt oder nur ein Entwicklungsstadium der einen Art in der Richtung nach einer anderen. \Y. 0. Focke (Die Pflanzenmischlinge 1881, S. 405) er- wähnt auch einen Bastard innerhalb dieser Gruppe: C. muri- cata X virens (= C. contigua X divulsa), von Haussknecht bei Pyrmont gesammelt. Ein Urteil hierüber steht mir nicht zu, da mir das Originalexemplar nicht vorlag; doch bin ich von der Richtigkeit dieser Bestimmung nicht a priori überzeugt. An Bastarden mit anderen Carices werden erwähnt: C. muri cata (contigua?) X remota (= C. axillaris Good. Trans. Linn. Soc. II (1794, S. 151 u. T. 19 f. 1; C. pseudo- axillaris K. Richter, Plant. Europ. 1890, I S. 168), bei Focke mit dem Beisatze „vielleicht der häufigste Carex- Bastard u , was sicher nicht zuzugeben ist. — 83 — C. Pairaei Fr. Seh. X leporina L. (nach Aschers.-Graebner, Flor, des N. 0. D. Flachl. S. 151 =s C. virens (i. e. C. divulsa) X leporina), von Haussknecht auf dem Deister bei Hannover gesammelt (B. V. Thür. [Geogr. Ges.] VI. 34). IV. Der letzte Abschnitt hat sich mit der Feststellung des Vor- kommens und der Verbreitung der einzelnen Arten und Varie- täten der Muricata-Gruppe in Bayern zu befassen. Leider konnten hierbei die in der bisher erschienenen floristischen Literatur Bayerns aufgeführten Standorte fast durchweg nicht berücksichtigt werden. Auch die früheren Angaben Hoppes sind mit Vorsicht aufzunehmen, da seine Auffassung hierin, wie aus Originalexemplaren (H. K. B. G. R. und H. Kn.) her- vorgeht, mehrfachen Schwankungen unterworfen war. Aus der Literatur selbst, sowie aus der Vergleichung des Herbar- materials ergibt sich deutlich genug, dass die Kenntnis dieser Gruppe in Bayern bisher keineswegs auf der wünschenswerten Höhe steht (cfr. 0. Appel, Bemerkungen über einige Arten der Gattung Carex. Berichte d. bayer. bot. Ges. Bd. I. 1891, S. 72 f.) und besonders die in dieser Beziehung nun einmal zweifellos massgebenden Arbeiten von F. Schultz nicht die verdiente Würdigung gefunden haben. Ich unterlasse es auch, die von meinem Urteil abweichenden Bestimmungen in den verschiedenen Herbarien im einzelnen zu konstatieren. Unter solchen Umständen kann in dem Verzeichnisse der Fundorte in Bayern fast nur Aufnahme finden, was vom Verfasser selbst geprüft wurde. Aber obwohl ich bei meiner Arbeit von vielen Seiten auf das bereitwilligste durch Zusendungen unterstützt wurde, weist die Zusammenstellung noch viele Lücken auf. Dass mir z. B. von Oberfranken kein einziger Standort von Car. contigua bekannt geworden ist, entspricht doch wohl nicht der Wirklichkeit. Nimmt man noch dazu, dass die einzelnen Herbarien meist auf diesem Gebiete nicht sehr reichhaltig sind, so erscheint es begreiflich, dass auch die Zahl der Standorte nicht allzugross ist. Da aus dem Folgenden auch ersichtlich ist, dass sich die einschlägigen Formen nicht streng an eine bestimmte Bodenunterlage binden, sondern ausser dem Kalk auch auf kieselhaltigem Untergrund ihre Lebensbedingungen finden; da ferner die Formation oft sehr schwer anzugeben 6* — 84 — ist, indem z. B. auf Jura sich oft jüngere Überlagerungen finden: so wurde von einer Zusammenstellung nach geolo- gischen Formationen abgesehen und, so wenig es vielleicht den Forderungen der Pflanzengeographie zu entsprechen scheint, die Kreiseinteilung Bayerns, allerdings mit Bei- seitelassung der üblichen Reihenfolge zu gründe gelegt, jedoch,, wo möglich und nötig, die Bodenunterlage hinzugefügt. So gestaltet sich das Bild folgendermassen: A. Carex Leersii. a) typica. Oberbayern: Nahe dem Thumsee bei Reichenhall (H. H.); Aufkirchen, östl. vom Starnbergersee, buschig bewaldeter Berghang (H. V.); Grünwald bei München, leg. Spitzel (H. R. M.); Isarthal bei Harlaching (H. B. B. G. M.; H. Kr.; H. V.); „Monachii, in umbrosis, leg. Zuccarini (H. R. M.). [Dieses Exemplar, irrtümlich als C. divulsa bestimmt, dürfte die Veranlassung gegeben haben, dass in mehreren floristi- schen Werken C. divulsa für die Umgebung Münchens aufgeführt wird.] Echinger Lohe, nördl. von München, Diluv. (H. V.). Schwaben: Hütting bei Neuburg a. D. Waldrand, Jura CH. E.); Wälder bei Augsburg, leg. Caflisch (H. R. M.). Niederbayern: Kelheim, auf der Brand (H. V.); Klöster! bei Kelheim (H. V.); zw. Kelheim und Weltenburg, wal- diger Berghang des r. Donauufers (H. V.); Weltenburg gegenüber, 1. Donauufer (H. R. M.); sämtliche auf W. Jura. Oberpfalz: In der Umgegend von Regensburg: Keilstein (H. V.); zw. Maria Ort und Etterzhausen (H. V.); hinter Irading (H. Frnr.; H. V.), Nittendorf bei Eichhofen (H. V.); Sinzing, Bergabhang (H. Frnr.); Pielenhofen im Naabthal (H. V.), sämtliche auf W. Jura, an buschig bewaldeten Berghängen, auch an Felsen; Tegernheimer Schlucht bei Regensburg, brauner Jura (H. Frnr.); Schwabelweis bei Regensburg, in Hecken (H. Frnr.); Burglengenfeld, grasiger Abhang gegenüber der Burg (H. Frnr.); Scheibelberg bei Donaustauf, Granit (H. V.); Hohe Linie bei Donaustauf, Granit (H. V.) ; Waldmünchen im Oberpfälzer Walde, Berg- — 85 - Wälder, Glimmerschiefer, 800—1000 m, leg. Progel (H. R. M.; H. B. B. G. M.). Mittelfranken: Eichstätt, Anlagen, auf Dolomit, leg. Arnold (H. R. M.); Kamm des Nagelberges bei Treuchtlingen, auf Waldblössen W. Jura (H. K.; H. Kr.); Hohenberg bei Herrieden, Wald, W. Jura (H. G.); zw. Ziegelstein und Heroldsberg auf Diluvialsand, leg. Simon (H. B. B. G. M.); Hartmannshof bei Hersbruck, sonniger Hügel am Eingang ins Haunritzthal (H. Kr.); Hersbruck, Wald am Lichten- stein, W. Jura (H. K.). Oberfranken: Gössweinstein, „in umbrosis" , leg. Zuccarini (H. R. M.), Staffelberg, trockene Abhänge (H. N. G. N.). Unterfranken: Gerbrunn bei Würzburg (H. K. N. K. B.). Pfalz: „An verschiedenen Stellen auf dem Abfall des Haardt- gebirges gegen das Rheinthal, z. B. in grosser Menge in Wäldern auf dem Rotliegenden und am Rande der Voge- sias bei Neustadt". Fritz Schultz, Flora 1870, S. 459, und 1871, S. 26. ß) subramosa: Scheibelberg bei Donaustauf (H. V.); Ratsberg bei Erlangen (H. K.). b) angustifolia. Oberbayern: Isarthal bei Harlaching (H. Km). Schwaben: Bayerniederhofen , am Haiblech, kurz vor der Mündung in den Lech (H. Z.); Wolpertsau bei Bergen (Neuburg a. D.) an feuchten Waldabhängen, Jura (H. E.); Feldmühle bei Wellheim (Neuburg a. D.), Jura (H. E.). Niederbayern: — Oberpfalz: Litterzhofen gegen Plankstetten (Beilngries), Jura (H. Seh.); Berching, Kalkgeröll am Appel, Jura (H. Seh.) Fribertshofen bei Berching (H. Seh.); Waldmünchen im oberpfälzischen Wald, feuchte Waldstelle oberhalb Unter- hütte, Glimmerschiefer, ca. 800 m, leg. Progel (H. B. B. G. M.). Mittelfranken: Ensfeld bei Dollnstein, W. Jura (H. L.); Heideck bei Pleinfeld, Schlossberg, Jura (H. Seh.); Thal- — 86 - heim bei Hersbruck, Bergabhang, W. Jura (H. Seh.); Rei- chenschwand bei Hersbruck, W. Jura, schattige Waldstelle (H. Seh.); Nonnenberg bei Lauf, W. Jura (H. Seh.); Beer- bach nächst Eschenau, nw. von Lauf, Keuper (H. Seh.); Heroldsberg, nö. von Nürnberg, Keuper (H. Seh.); Er- langen, Ratsberger Wildnis, rhät. Keuper, Nordabhang des isolierten Liaszuges (H. N. G. N.). Ober franken: Spalten der Dolomitfelsen im Veldensteiner Forst bei Plech (H. Kr.; H. Schw.); Betzenstein, westl. von Plech, im Eibenthal, Dolomit des Frankenjura (H. Seh.); Eckenreut bei Betzenstein, im Eibenthal, Dolomit (H. Seh.); Regensberg bei Forchheim, Jura (H. Seh.). Unterfranken: ■ — Pfalz: Donnersberg (H. Kn.). Eine forma transiens a typica ad angustifoliam: Oberbayern: Nymphenburger Park (H. N.; H. B. B, G. M.); Thalkirchen bei München (H. N.); Maria-Einsiedel bei Mün- chen (H. R. M.). Schwaben: Stadtmauern bei Lindau i. B., leg. Schonger (H. R. M.). Mittel franken: Hesseiberg, leg. Tretzel (H. Schw.). c) depauperata. Schwaben: Öttinger Forst, zw. Auhausen und Wassertrü- dingen (H. G.); Ronheim bei Donauwörth, Wiesenthal (H. G.). Ob er p falz: Schloss Prüfening bei Regensburg, im Park (H. V.) Unterlichtenwald bei Donaustauf, Granit (H. V.); Scheibel- berg bei Donaustauf, Südhang, Granit (H. V.). Mittelfranken: Hubirg bei Hersbruck (H. Schw.); Hessel- berg, leg. Sartorius (H. B. B. G. M.). B. I. Carex Pairaei. Oberfranken: Staffelberg, trockene Abhänge, vereinzeint, auf Kalk, leg. Kaulfuss (H. N. G. N.); Schloss Banz, Waldrand (H. Kük.); Hausen bei Banz (H. Kük.); die Pflanzen der beiden letzteren Standorte sind nicht ganz typisch. Unter franken: Guttenberger Forsthaus bei Würzburg, Wie- sen (H. L.); Einsiedel im Spessart (H. L.); Gramschatzer Wald bei Arnstein (H. L.). — 87 — Pfalz: „In silvis et dumetis terrae quartzosae . . . Palatinatus prope Pirmasens et Kaiserslautern aliisque Vogesorum locis." Fr. Schultz, Etud. sur quelq. Car. Hag. 18(39. „In silvis montanis formationis vogesias Palatinatus inter Weissenburg et Dahn." Fr. Schultz, Flora 1871, S. 27; Rand des Bien- waldes zw. Wörth und Langenkandel (H. Kn.). Ein vom Natternberg in Niederbayern stammendes, zu junges Exemplar (H. D.) ist vielleicht C. Pairaei; mehr entwickelte Pflanzen werden sichere Entscheidung er- möglichen. II. Carex contigua. a. typica. Oberbayern: Burghausen, ex herb. Schrank (H. R. M.); Traun- stein, leg. Sendtner (H. R. M.); Neureut bei Tegernsee (H. B. B. G. M.); Grünwald bei München, leg. Spitzel (H. R. M.); Sendung, Unterfeld, Wiesen (H. B. B. G. M.); Kiesgrube westl. von Untersendling (H. Kr.); Wiese bei dem Traindepöt München (H. N.); Nymphenburg, Böschungen am Kanal (H. K. L. F.; H. Kn.; H. Schw.); Freising und in dessen Umgebung: Pförrer; Moorwiesen bei Pulling; Ränder von Abhängen bei Tuching (sämtliche: H. K. L. F.); Dachau, Hügelreihe an der Amper, Tertiär (H. V.); Wald bei Haspelmoor, leg. Sendtner (H. R. M.); Lechfeld bei Mering auf trockener Heide, Diluv. (H. Kr.); Thal der Paar (H. B. B. G. M/i; zw. Wolfertshausen und Stätzling bei Schrobenhausen, sandige, feuchte Stellen (H. N. V. A.). Schwaben: Rieden bei Füssen, Strassengraben (H. Z.); Wasach bei Oberstdorf, ca. 900 m, trockener Strassenrand, in Hecken (H. V.); Grönenbach „in saepibus" ex herb. Zuccarini (H. R. M.; desgleichen: H. N. V. A.); Thal der Schmutier bei Augsburg (H. B. B. G. M.); Augsburg, hinter dem evangel. Gottesacker, leg. Caflisch (H. N. V. A.); Wolpertsau bei Bergen [Neuburg a. D.] (H. E.); Südrand des Ries an der Wörnitz („Kreuterranken"), lichte Waldstellen (H. Kr.); zw. Nördlingen und der württembergischen Grenze (H. G.); Wallerstein im Ries (H. N. G. N.). Niederbayern: Natternberg bei Deggendorf, bewaldeter Süd- abhang, Gneis (H. D.); zw. Natternberg und Stauffendorf im Donauthal, Kiesmulde (H. D.). - 88 - Oberpfalz: Regensburg, trockene Grasplätze an der Pre- brunner Allee und in den Bahnhofanlagen (H. V.); um Regensburg: Feldraine bei Pürkelgut; thonige Waldblössen bei Grossberg, Hohengebraching, Eulsbrunn; waldige Schlucht bei Alling (sämtliche: H. V.); Schwabelweis a.D., leg. A. E. Fürnrohr (H. R. M.); Kapfeiberg bei Abbach, sonniger, trockener Rain (H. Frnr., H. V.). Mittel franken: Oberbürg, Pegnitzufer, Alluvium (H. Seh.); Heroldsberg, an der Landstrasse nächst dem Schäfhof und an Waldstellen, Keuper (IT. Seh.); Hummelstein südl. von Nürnberg, Keuper (H. Seh.); Ensfeld bei Dollnstein; auf Lehm (H. L.); Cadolzburg, in einem Grasgarten (H. N. G. N.); Nürnberg, vor dem Frauenthor an einer Mauer, 1850. Exemplar von Sturm iunior, Naturforscher und Maler, Mitherausgeber von Jakob Sturms „Deutschlands Flora'' (H. Schw.); Nürnberg, Wald hinter der Herrnhütte, Keuper oder Diluvialsand (H. N. G. N.); Nürnberg, am Dentlers- graben (H. K.); Erlangen, ex herb. Schreberiano (H. R. M.); Erlangen, Bruckerlache, Exemplar von 0. F. Lang, der die Bezeichnung beifügte: C. muricata L. «) muricata 0. F. Lang. C. contigua Hppe. (H. K.); zw. Scheinfeld und Markt- bibart, Keuper (H. K.). Oberfranken: — Unter franken: Zw. Garstadt und Röthlein, Wald, Keuper- sand (H. L.); Gerbrunn bei Würzburg (K. N. K. B.). Pfalz: Wachenheim, leg. W. Koch (H. R. M.); Zweibrücken, Wälder des Muschelkalkes, leg. Fr. Schultz (H. B. B. G. M.). ß) pallida. Oberbayern: Starnberg (H. N.); Grosshesselohe (H. B. B. G. M.); Isarauen oberh. München, 1. Ufer (H. B. B. G. M.); r. Ufer (H. V.); Nymphenburger Park (H..B. B. G. M.). Oberpfalz: Regensburg, Bahnhofanlagen, unter Bäumen (H. V.); Waldschlucht in den Tegernheimer Bergen bei Regensburg, Granit (H. V.); Loisnitz, bei Schwandorf > Föhrenwald (H. V.). Mittelfranken: Oberbürg, östl. von Nürnberg, Pegnitzufer, Alluvium (H. Seh.); Heroldsberg, nördl. von Nürnberg, Keuper, Waldstellen (H. Seh.); Wald hinter der Herrnhütte, nördl. von Nürnberg (H. N. G. N.). - 89 — b) remotii. Oberbayern: Berghang bei Sendung (H. B. B. G. M.). Ein 1850 von Merklein im botanischen Garten zu München als C. di- vulsa gesammeltes Exemplar gehört gleichfalls hierher (H. N. G. N.). Pfalz: Madenburg, steiniger, bewaldeter Berghang, leg. Fr- Schultz, Flora 1871, S. 27; Kapsweyer bei Bergzabern, Waldrand (H. Kn.). c) longissima: — C. Carex divulsa. a) typica. Schwaben: Lindau (Lagerhäuser) und Umgebung: Äschach, Reutin, Schachen, an Wegrändern, Böschungen, Gräben (H. A.). Oberpfalz: Erasbach bei Berching, auf dem Appelberg, Jura (H. Seh.; H. Schw.). Mittel franken: Hersbruck, am Kleinen Hansgörg, auf Dogger, leg. Simon (H. B. B. G. M.); Erlangen ,,ad stagna" 1783 (H. R. M.); Erlangen, leg. Reinsch (H. Schw.); Baiersdorf, auf humosem Thon, leg. J. Simon (H. N.). Unter franken: Ruine Trimberg, am Abhang gegen das Engenthal, Muschelkalk (H. Vll.). Pfalz: Kusel, Blieskastel, zwischen Kirkel und Würzbach Fr. Schultz, Flora 1871 p. 23; zw. Rechtenbach und Boben- thal in den Vogesen, leg. Fr. Schultz (H. R, M.; H. V.) zw. Oberotterbach und Reisdorf bei Bergzabern, Buchen- wälder (H. R. M.); Zweibrücken, Bergwälder (H. R. M.; H. K. B. G. R.; H. Krzp.). b) polycarpa. Schwaben: Lindau, Lagerhäuser (H. A.). Mittelfranken: Erlangen, Stadtwald, am Fussweg nach Atzeisberg auf einer Waldblösse, Keuperletten (H. N. G. N. ; H. Kr.; H. Schw.; H. V. [ex herb. Rodler]). Oberfranken: Waldrand bei Schloss Banz (H. Kük.). Auch das gegenwärtig im Kgl. botanischen Garten in München stehende Exemplar der C. divulsa ist nicht typica, sondern polycarpa. — 90 — c) Guestphalica: — d) Chaberti. Pfalz: Zw. Kirkel und Würzbach im westl. Teile der Pfalz, in Laubwäldern, besonders auf Bergen. Fr. Schultz, Flora 1871 p. 23. e) misera: — Wenn es mir gelungen sein sollte, durch meine Dar- legungen zur Kenntnis der C. muricata-Gruppe einen neuen Baustein zu liefern und den bayerischen Floristen zu weiteren Nachforschungen bezüglich der Verbreitung und der Wachs- tumsbedingungen der einzelnen Arten und Varietäten Anregung zu geben, würde ich meine Aufgabe als gelöst betrachten. Floristische Notizen aus dem Bayerischen Walde. Von Fr. Petzi in Regensburg. A. Beiträge zur Flora des bayerisch-böhmischen Grenz- gebirges. Bei meinem Besuche des Bayerischen Waldes in den Jahren 1898—1900 konnte ich in floristischer Beziehung wie- der manches konstatieren, was zur Ergänzung des bisher Ver- öffentlichten dient. Das Wichtigste sei in Folgendem mit- geteilt. Aconitum Stoerkianum Reichenbach. Grössere Kolonie in der Rachelseewand (1175 m). Anderweitige Beobach- tungen lassen vermuten, dass diese im Bayerischen Walde bis jetzt noch nicht konstatierte oder vielmehr mit A. Na- pellus L. zusammengeworfene Art in den höheren Lagen viel weiter verbreitet ist. Leider befanden sich nur die am genannten Standorte angetroffenen Exemplare in einem so vorgeschrittenen Entwicklungsstadium, dass eine sichere Bestimmung möglich war. Viola saxatilis Koch. Bärnlochschachten am Plattenhausen (1220 m). Mit einfachem Stengel, während sie an anderen Standorten (z. B. Waldhäuser) sehr verästelt ist. Sagina Linnaei Presl. Ufer der kleinen Ohe unterhalb der Martinsklause mit Sagina procumbens L. Sanguisorba officinalis L. Rachelseewand(1180m!); Sendtner gibt als höchsten Standort 741 m an. Heracleum Sphondylium L. In sehr zerstreuten, aber ziem- lich zahlreichen Exemplaren im Eschling am Plattenhausen (1000—1050 m), wohin sie wahrscheinlich vor vielen Jahren durch das Waldvieh verschleppt wurde. Viburnum Opulus L. St. Oswald. Doronicum austriacum Jacquin. In grossen Kolonien im Filz beim „Alten See" am Rachel. Hieracium umbellatum L. An der Strasse von Spiegelau nach Guglöd. (Vergleiche: Mitteilungen der Bayerischen Botanischen Gesellschaft. Nr. 19. 1901.) — 92 — Pirola uniflora L. Unterhalb des Arbersees am Eisensteiner Weg. Ramischia secunda Garcke. Wie vorige. Polemonium coeruleum L. In der Nähe der Pappendeckel- fabrik in der Klamm bei Spiegelau. (Verwildert.) Chenopodium Bonus Henricus L. Am Arberschutzhaus (ca. 1400 m!). Sendtners höchster Standort beträgt 1154 m Salix grandifolia Seringe. Rachelseewand (1180 m), Ries- loch am Arber (956 m). Diese Weide ist neu für den bayerischen Anteil des Böhmerwaldes; in der Seewand des Schwarzen Sees wurde sie von Celakovsky konstatiert. Am Rachel stehen auf einem verhältnismässig engen Räume 12—15 männliche, weibliche und monströse Stöcke, im Riesloch 4— fi männliche und weibliche. Gymnadenia albida Richard. Plattenhausenschachten. Arbergipfel, wo ich die Pflanze bereits am 24. Juni 1899 unterhalb der Quelle blühend fand; am 17. Juli desselben Jahres entdeckte ich sie auch an der Ostseite des Gipfels zwischen Schutzhaus und Kapelle und unterhalb des Schutz- hauses am Wege zum grossen Arbersee. Wie ich aus einer erst kürzlich erfolgten Veröffentlichung in den Mit- teilungen Nr. 30 der Bayerischen Botanischen Gesellschaft ersah, wurde die Pflanze auch von Gustav Hegi im Juni 1903 daselbst gefunden. Piatanthera bifolia Reichenbach. An der Strasse von Spiegelau nach Guglöd. Luzula sudetica Presl. Rachelwiese, Klingenbrunneranger am Rachel und Hochplateau zwischen Rachel und Platten- hausen. Für den böhmischen Teil des Waldes schon von Celakovsky nachgewiesen. Scheint in den höchsten Lagen die L. multiflora Lej. zu vertreten. Phleum alpinum L. Rachelwiese, Klingenbrunneranger am Rachel, Zwölferbrunnen am Lusen und an der Waldstrasse unweit der oberen Waldhauswiese am Lusen. Sendtner führt nur den Rachelgipfel als Fundort dieser Pflanze an ; Prantl fand sie auch am Plattenhausenschachten. Von letzterem Standorte wurde sie für die Flora exsiccata Bavarica gesammelt. In der oben angeführten Veröffentlichung von Gustav Hegi ist für das Arbergebiet Ribes petraeum Wulfen an- geführt, welches von Dr. Herzog und Dr. Wollny nördlich vom Arbergipfel in einem einzigen Exemplare angetroffen — 93 — wurde. Ich bezweifle nicht, dass bei der Bestimmung wirklich eine dem Ribes petraeum nahekommende Pflanze vorlag, aber ich trage Bedenken, an das ursprüngliche Vorkommen dieser Art im Arbergebiete zu glauben, da die bisher konstatierten Verbreitungsgebiete: Riesengebirge bis Sudeten, Vogesen und Feldberg in Baden, zu weit ab- liegen. Wenn Ribes rubrum L. wirklich eine Kulturform des R. petraeum ist, so muss ersteres nach längerer Zeit wieder in die Form des letzteren übergehen, sobald die natürlichen Bedingungen, Bodenunterlage und Höhenlage, hierfür gegeben sind. R. rubrum findet man im Bayerischen Walde in jedem Bauerngarten selbst in den höchsten Lagen. Am Nord- abhang des Arbers lag vor vielen Jahren ein einzelnes Gehöft, der Thurnhof, dessen Grundstücke vom Staate angekauft und aufgeforstet wurden. Es ist kaum anzu- nehmen, dass R. rubrum in dem Garten dieses Anwesens fehlte. An diesem Platze oder durch Vögel verschleppt in dessen Umgebung mag noch der eine oder andere Stock der Pflanze in verwilderter, dem R. petraeum nahe kom- mender Form anzutreffen sein. Mir erscheint diese An- sicht viel wahrscheinlicher als die Annahme, R. petraeum käme in den höheren Lagen des Bayerischen Waldes wild vor, in welchem Falle doch mehrere Exemplare zu finden sein müssten, und sei bisher von sämtlichen Botanikern, die das Gebiet besuchten, übersehen worden. B. Beiträge zur Urgebirgsflora des Regensburger Floren- gebietes. Die weitere Durchforschung der Regensburger Flora hat auch auf dem zum Urgebirge des Bayerischen Waldes ge- hörigen Terrain wieder neue Standorte von Pflanzen zu Tage gefördert, welche sonst in diesem Gebiete nicht von all- gemeiner Verbreitung sind oder speziell in dem bei Regens- burg gelegenen Teile nicht allgemein auftreten. Besondere Berücksichtigung findet das in das Urgebirge eingekeilte tertiäre Irlbacher Moor zwischen Gonnersdorf und Wenzenbach, ferner die Umgebung von Bach und Wörth. Miteinbezogen ist der Bogenberg, auf welchem eine Exkursion einige Neufunde ergab. Beiträge zu nachstehender Zusammenstellung haben fol- gende Mitglieder der Kgl. Botanischen Gesellschaft geliefert: — 94 — Dr. H. Fürnrohr (F.) und dessen Sohn Otto (F. fil.), A. Mayer (M.), F. Petzi '(R), Dr. H. Poeverlein (Pv.) und Dr. Vollmann (V.). Die sonstigen Zeichen haben die in Notizen I. (Bd. I. 1898. p. 116) angeführte Bedeutung. Clematis recta L. Gebüsch hinter Bach auf Granit (Pv.). Thalictrum aquilegifolium L. Waldthal hinter Bach (Pv.!). Hepatica nobilis Schreber. Waldthäler hinter Bach und Wörth (Pv.!). *Pulsatilla vernalis Miller. Wälder zwischen Regenstauf und Kürn (M. Pv.!). Myosurus minimus L. Auf einem Acker zwischen Gonners- dorf und Irlbach (P. V.). Ranunculus auricomus L. Unterhalb des Mittelberges bei Tegernheim auf Rotliegendem (P.). x ) **Ranunculus acer L. X bulbosus L. In mehreren Exem- plaren hinter dem Tegernheimer Keller auf Rotliegendem (P.). Die Pflanze zeigt fast die Behaarung des R. bul- bosus, besonders im unteren Teile, die Wurzel ist wenig verdickt, der Kelch etwas abstehend, aber nie zurück- geschlagen, die Blätter halten die Mitte zwischen beiden Arten, die Nüsschen sind nach meiner Erfahrung un- befruchtet. ** Ranunculus bulbosus L. X repens L. Hinter dem Tegern- heimer Keller auf Rotliegendem (P. Pv.). Die Pflanze ist im unteren Teile stark behaart, die Wurzel knollig ver- dickt, die unteren Aste niederliegend und an der Spitze aufsteigend, der Kelch teils angedrückt oder abstehend, teils zurückgeschlagen, die Blätter nähern sich in Form mehr dem R. repens. *Trollius europaeus L. Irlbacher Moor (P.); Waldthäler hinter Wörth (Pv.). Delphinium Consolida L. Hinter Bach auf Granit (Pv.). Aconitum Lycoctonum L. Waldthal hinter Bach (Pv.). Corydalis intermedia P. M. E. Hinter Bach (F. fil.I). Arabis arenosa Scopoli. Um Hauzenstein (P.), hinter Bach ') Dabei fand ich auch einige sehr kräftige Exemplare, deren Blätter eine Beteiligung von R. acer vermuten Hessen; ich bin aber darüber noch nicht so in Klarheit, dass ich schon jetzt den Bastard R. aurioomus X acer konstatieren möchte. — 95 — und Wörth (Pv.), Bogenberg (P. V.); überhaupt im vor- dersten Teile des Urgebirges ziemlich verbreitet. Arabis Halle ri L. Regenthal oberhalb Regenstauf. Hier auch die Varietät ovirensis Wulfen (P.). Cardamine silvatica Link. Waldschlucht bei Lichten- wald (P.). Cardamine amara L. Waldthäler hinter Regenstauf, Donau- stauf, Bach und Wörth (P. Pv.) Cardamine pratensis L. X amara L. Waldthal oberhalb Regenstauf (V.!). Sinapis arvensis L. Um Bach (Pv.). (Bodenunterlage?) Teesdalea nudicaulis R. Brown. Am Nordrand des Irl- bacher Moors auf Granitsand (P.); bei Rettenbach und Zumhof zwischen Wörth und Falkenstein (Pv.). Viola palustris L. Irlbacher Moor (P. V.). **Viola montana L. Wald an der „Hohen Linie" hinter Keilberg (F.). 2 ) **Viola montana L. X Riviniana Rchb. (= V. Wein- harti Becker). Unter der vorigen (F.). 2 ) Viola canina L. v. lucorum Reichenbach. Hinter dem Tegernheimer Keller (F. P.), hinter Bach und Wörth (P. Pv.); auch sonst mehrorts anzutreffen. *Polygala Chamaebuxus L. Gschwellbachthal hinter Wörth (Pv.). Dianthus Armeria L. Hinter dem Tegernheimer Keller (P.). Silene nutans L. Um Wörth (P.) Silene dichotoma Ehrhart. Auf einem Acker zwischen Donaustauf und Reifelding (P.) Coronaria flos cuculi A. Braun (weissblühend). Waldthal hinter Bach (Pv.!) Stellaria Holostea L. Waldthäler hinter Bach und Wörth (Pv.!) Stellaria glauca Withering. Irlbacher Moor (P.). Cerastium glomeratum Thuillier. Hinter dem Tegern- heimer Keller auf Rotliegendem (P.), Gschwellbachthal bei Wörth (Pv.) ♦Cerastium brachypetalum Desportes. Bei Stöfling (P.), bei Wörth (V.). "Cerastium semidecandrum L. Bei Grafenhofen am Irl- bacher Moor (V.!). 7 ) Wurde von Becker bestimmt. — 96 - Tilia ulmifolia Scopoli. Wälder hinter Donaustauf und bei Karlstein (P.). Geraniura sanguineum L. Bei Bach und Wörth auf Granit (Pv.). Evonyraus europaea L. Hinter dem Tegernheimer Keller auf Rotliegendem (P.). Sarothamnus scoparius Wimmer. Waldthal hinter Bach (P. Pv.). (Jedenfalls angepflanzt.) Cytisus ratisbonensis Schaeffer. Hinter Regenstauf (P.), auf dem Bogenberg (P. V.). Cytisus hirsutus L. Waldthal hinter Bach und Wörth (P. Pv.). ♦Trifolium alpestre L. Hinter Bach auf Granit (Pv.). Anthyllis Vulneraria L. Hinter Bach auf Granit (Pv.). [**Vicia lathyroides L. Am rechten Regenufer Stöfling gegenüber (F.).] 3 ) Lathyrus vernus Bernhardi. Waldthäler hinter Bach und Wörth (Pv.). Rosa trachyphylla Rau. Auf dem Mittelberg (P.). Geum rivale L. Gschwellbachthal bei Wörth (Pv.). Alchimilla vulgaris L. v. montana Wildenow und v. glabra DC. Waldthal hinter Bach (Pv.!). Circaea alpina L. Waldthal hinter Bach (P. Pv.). Montia rivularis Gmelin. Irlbacher Moor (P. V.). Montia minor Gmelin. Zwischen Ramspau und Pondorf (P.V.). Sedum villosum L. Hungersacker nördlich von Wörth (M. !). Ribes nigrum L. Irlbacher Moor (V.!). Chrysosplenum oppositifolium L. Waldthal bei Lichten- wald (F. P.) und hinter Regenstauf (M. Pv.!). Cieuta virosa L. Irlbacher Moor (P.). Pimpinella magna L. Waldthal hinter Bach (P. Pv.). Libanotis montana Crantz. Waldrand nördlich von Donau- stauf (P.). *Peucedanum officinale L. Hinter dem Mittelberge auf Rotliegendem (P.). Asperula glauca Besser (= galioides MB.). Hinter Bach auf Granit (Pv.). Valeriana sambucifolia Mikan. Waldthal hinter Bach (Pv.). Knautia silvatica Duby. In den schattigen Waldthälern von Donaustauf bis Wörth nicht selten. s ) Die [] bedeuten, dass der Standort streng genommen nicht mehr im Gebiete liegt, da der Regen hier die Grenze bildet. — 97 — **GalinsogaparvifloraCavanilles. Bergacker hinter Regen- stauf auf Granit (P.). Das aus Peru stammende Acker- unkraut, welches sich um Regensburg besonders auf allu- vialem Boden immermehr ausbreitet, greift nun bei Regen- stauf auch auf das Urgebirge über. Helichrysum arenarium DC. Bei Roith am Nordrande des Irlbacher Moors auf Granitsand (P.). Anthemis tinctoria L. Typisch und mit röhrig zusammen- gezogenen Strahlenblüten hinter dem Tegernheimer Keller **Anthemis tinctoria L. X austriaca Jacquin. Hinter dem Tegernheimer Keller auf Rotliegendem (P.) Fällt so- fort durch schwefelgelbe Strahlenblüten auf. Leucanthemum vulgare Lamarck. Hinter dem Mittelberg in einer Form mit stark verzweigtem Stengel und breiten tiefgekerbten Blättern (P.). Chondrilla juncea L. Hinter dem Tegernheimer Keller auf Rotliegendem und nördlich von Donaustauf auf Granit (P.). Die Gattung Hie rac iura wird, soweit das Regensburger Ge- biet in Betracht kommt, von Professor Dr. Vollmann in dem nächsten Bande der Denkschriften eine Bearbeitung finden. Phyteuma nigrum Schmidt. Im Regenthal oberhalb Regen- stauf (P. V.); Waldthäler hinter Bach und Wörth (Pv.). **Campanula patula L. v. stricta Wallroth. Bei Rams- pau (P.). Vaccinium Oxycoccos L. Irlbacher Moor (V.!). Pirola uniflora L. Zwischen Marienthal und Stöfling (P.). Menyanthes trifoliata L. Irlbacher Moor (P. V.). Symphytum tuberosum L. Waldthal hinter Bach (P. Pv.). **Pulmonaria tuberosa Schrank. Bei Ramspau (Rubner!). Myosotis versicolor Smith. Hinter dem Mittelberge (P.). Antirrhinum Orontium L. Auf Feldern nördlich vom Wal- hallaberge und nördlich von Donaustauf (P.). Veronica hederifolia L. v. triloba Opitz. Zwischen Falken- stein und Woppmanszell (P.). Melampyrum pratense L. v. concolor Schönheit. Wald- thal hinter Bach (Pv.). Pedicularis silvatica L. Bei Rettenbach und Zumhof zwi- schen Wörth und Falkenstein (Pv.). Orobanche gracilis Smith. Bei Bach auf Granit (P. Pv.). -Galeopsis bifida Boenninghausen. Wald nördlich von Donaustauf (F.). 7 Galeopsis pubescens Besser v. Carthusianorum Briquet. Wald am Walhallaberg (F.). Teucrium Scorodonia L. Zwischen Falkenfels und Pfaff- münster (V.!); der westlichste bis jetzt bekannt gewordene Standort. Lysimachia thyrsiflora L. Irlbacher Moor (P.). Plantago lanceolataL. v. sphaerostachya DC. Irlbacher Moor (P.). Polygonum dumetorum L. Buschiger Hohlweg nördlich von Donaustauf (P.). ♦Thesium montanum Erhart. Hinter Bach auf Granit (Pv.). [Tithymalus verrucosus Scopoli. Um Bach und Wörth (Pv.)- Wohl kaum auf Urgebirge! Der von mir in Hof- dorf bei Wörth beobachtete Standort liegt im Alluvium.} [Tithymalus paluster Lamarck. Auf den Donauwiesen bei Kruckenberg (Pv.). Alluvium.] Tithymalus Esula Scopoli. Bei Bach auf Granit (Pv.). Betula pubescens Ehrhart, Irlbacher Moor (V.!) Salix repens L. f. fusca — gracilis Fries, c » 1* 109. Mentha nemorosa Willdenow. ] 10. Galeopsis dubia Leers subsp. dubia Briquet var. dubia Briquet. 111. Brunella alba Pallas. 112. Atriplex roseum Linne var. Bauhinianura Wallroth. 113. Tithymalus verrucosus Scopoli. 114. — helioscopius Hill. 115. amygdaloides Hill. 116. cyparissias Scopoli. 117. peplus Gaertner. 118. — exiguus Moench. 119. Anisophyllum humifusum Klotzsch et Garcke. 120. Mercurialis perennis Linne f. ovatifolia Haussknecht. 121. — — f. ellyptica Haussknecht. 122. — ovataSternberg etHoppe f .typica Vollmann n. f. 123. — f. angustior Vollmann n. f. 124. Salix purpurea Linne var. typica Anton Mayer f. tenui- julis Anton Mayer ?. 125. — var. helix Koch f. styligeraWimmer 2. 126. — ( — X repens Linne) comb, linearis Anton Mayer - höhe: 450—020 m. Begleitpflanzen: Alyssum montanum, Leontodon in- can — 12 — leg. Dr. Joseph Schwertschlager fl. 15. und 21. Mai 1898, fr. 21. Juni 1898. Rh. s. gehört zu den seltensten deutschen Pflanzen. Sie findet sich nur an wenigen Lokalitäten Süddeutschlands: im badischen Juragebiet zweimal, einmal in Württemberg; an wenigen Plätzen der bayerischen Voralpen und der schwäbisch- bayerischen Hochebene; einigemal im Frankenjura, nämlich bei Eichstätt, Weltenburg und gelegentlich in einzelnen Exem- plaren auch in der Oberpfalz. An den Felshängen der linken (Sonnen-) Seite des Alt- mühlthales bei Eichstätt — dem mittleren Malm angehörig, teils Kalk, teils Dolomit — , besonders am sogen. Geissberg, ist der Felsen- Kreuzdorn gemein. Noch ziemlich häufig wächst er linksseitig hinab bis gegen Pfünz (fast eine Meile weit). Doch gibt es auch einige von mir entdeckte Fundstellen an der rechten Thalseite, nämlich am Südabhang des Frauen- berges bei Eichstätt und am Ausgang des Schambachthaies bei Kipfenberg. Am Südfusse des Kernberges bei Gungelding habe ich ebenfalls Rh. s. mehrmals beobachtet. Es handelt sich hier überall um die niedrige wie eine Zwergföhre dem Boden angedrückte Form, welche Maly als f. humilis bezeichnet gegenüber einer bloss in Nieder- Osterreich vorkommenden f. erecta.*) Die Eichstätter Standorte haben eine Seehöhe zwischen 450 und 520 m. Vergesellschaftet mit Rh. s. wachsen hier: Pulsatilla pul- satilla, Berberis vulgaris, Isatis tinctoria, Alyssum montanum, Erysimum crepidifolium, Arabis hirsuta, A. auriculata, Vibur- num lantana, Asperula galioides, Fragaria collina, Rosa rubi- ginosa, Corylus avellana, Frangula alnus, Cystisus nigricans, Globularia vulgaris, Geranium sanguineum, Dianthus caesius, Leontodon incanus, Festuca ovina f. glauca, Sesleria varia und andere kalkliebende Bergpflanzen. In der Eichstätter Gegend sind alle Sträucher von Rh. s. funktionell diözistisch, d. h. es sind zwar alle Blüten schein- *) G. Beck unterscheidet in seiner Flora von Nieder- Österreich. II, 1. p. 594 (1892) neuerdings ausser seiner var. typica (= var. hu- milis Neilreich) und var. erecta (■= ß. erecta Neilreich -- Rh. tinctoria Waldstein et Kitaibel) auch noch eine in der Tracht der Rh. eathartica sehr ähnliche var. intercedens. — Übrigens erscheint die Bemerkung, dass die f. erecta bloss in Nieder- Österreich vorkomme, schon wegen der Identität derselben mit der Waldstein-Kitaiberschen Rh. tinctoria nicht zutreffend. Dr. Poeverlein. — 13 — bar zwitterig, aber an sämtlichen Blüten eines und desselben Strauches zeigt sich immer bloss ein Geschlecht vollkommen ausgebildet und funktionsfähig; die Teile des anderen Ge- schlechtes sind fehlgeschlagen und nur Rudimente in ver- schiedenen Graden der Ausbildung vorhanden. Der Funktion nach gibt es entweder männliche oder weibliche Sträucher. Die männlichen Blüten tragen vier Staubgefässe; in ihrer Mitte gewahrt man ein Rudiment des Fruchtknotens mit Andeutung der Narbe. Die weiblichen Blüten haben eine zwei- bis vier- teilige Narbe mit sehr langen Zipfeln. Vorwiegend kommen drei Teile vor, doch findet man am selben Strauch die Zahl der Zipfel wechselnd. Die Rudimente der Antheren, die in der weiblichen Blüte erhalten blieben, zeigen entweder nur Filamente oder selten auch verkümmerte Staubbeutel. Die gelbgrüne Farbe der Blüten rührt vom Kelche her; Kron- blätter fehlen bei den weiblichen Blüten ganz, bei den männ- lichen sind sie äusserst schmal lineal und leicht zu übersehen. Trotzdem sehen die männlichen Blüten intensiver gelb aus als die weiblichen. Auch gibt es viel mehr männliche Exemplare, dieselben wachsen üppiger und entwickeln reichlichere Blüten, so dass sie auch stärker in die Augen fallen wie die weib- lichen. Die Vierzahl dominiert in den Blüten: vier Kelch- blätter, vier Kronblätter, vier Antheren, häufig vier Teile der Narbe. Ich begreife nicht, warum die meisten Autoren*) alle Arten der Gattung Rhamnus in Klasse V Ordnung 1 des Linne'schen Systems unterbringen. Das trifft nur zu für Frangula mit Fr. alrms, Faulbaum, und Fr. rupestris. Die echten Rhamnus, auch saxatilis, gehören zu IV, 1, ev. XXII, 4, falls man von den rudimentären Sexualorganen absieht; ein- zelne sogar zu XXIII. Die Blüten von Rh. s. entwickeln sich am hiesigen Stand- orte von Mitte Mai an. 1898 gab es am 10. Mai stäubende Antheren. Die weiblichen Blüten öffnen sich am gleichen Standort etwas später, etwa um eine Woche. Beim Felsen- Kreuzdorn herrscht also auch Proterandrie. Dieser Umstand, sowie die reichliche Absonderung von Nektar, weisen darauf hin, dass Insekten die Bestäubung ver- mitteln. Die Blüten sind freilich wie bei den übrigen Rham- naceen äusserst unscheinbar. Sie entwickeln jedoch einen *) Auch noch in Garcke's Illustrierter Flora von Deutschland. 19. Aufl. S. 130. — Richtiger Wohlfartb Koch's Synopsis. 3. Aufl. S. 47."). — 14 - starken, charakteristischen Geruch, durch welchen vorzugs- weise Aasfliegen angelockt werden. Ich habe bei dem Fehlen von blütenbiologischen Beobachtungen hinsichtlich unserer Pflanze auf diesen Punkt meine Aufmerksamkeit gerichtet und kann folgende Liste von Besuchern geben (11, — 22. Mai 1898): a) Dipteren: 1) Scatophaga stercoraria L. Regelmässiger Besucher bei heissem Sonnenschein. Ich beobachtete grosse Schwärme, die sich kaum vertreiben Hessen und ganz ähnlich verhielten, wie wenn sie auf Exkre- menten sässen. Auch in copula auf Rh. s. be- obachtet und von Spinnen gefangen und aus- gesaugt. 2) Sarcophaga carnaria L. Häufig. 3) Lucilia Caesar L. Mehrfach. 4) Musca vomitoria L. Mehrfach. b) Hympenoteren : 5) Apis mellifica L. Einmal, mehrere Sträucher nach- einander besuchend. 6) Crocisa scutellaris Fabr. 7) Andrena sp. 8) Polistes sp. 9) Formica fusca L. Arbeiterin. Mehrfach. 10) Tetramorium caespitum Latr. Arbeiterin. 11) Cynips sp. c) Coleopteren: 12) Cetonia aurata L. 13) Telephorus rusticus Fall. Dreimal, auch in copula. d) Lepidopteren: 14) Lycaena Cyllarus $. Ein Exemplar, das mehrere blühende Sträucher besuchte. Ausserdem einige Spinnen, die auf Fliegen Jagd machten. Wo nichts weiteres steht, habe ich die betreffende Be- obachtung nur einmal gemacht. — Man sieht, dass Aas- und Kotfnegen das Hauptkontingent der Besucher liefern, jedenfalls durch den eigentümlichen Geruch angelockt. Auch H. Müller*) führt ziemlich viele Fliegen als Besucher der verwandten Rh. pumila L. auf. Dr. Joseph Schwertschlager. *) Alpenblumen. S. 171. - 15 — 85. Rosa glauca f. typica. R. Keller in Ascherson und Graebner, Synopsis der mittel- europäischen Flora. VI. p. 185 (1901). Svn. R. gl. « Reuteri Cottet in Guide de bot. cant. Fri- bourg. p. 107 (1891). R. Reuteri f. typica Christ, Rosen der Schweiz, p. 165 (1873). Exs. Flora Austro-Hungarica 2422. Mittelfranken: Bergschlucht nördlich von Eichstätt. Bodenunterlage: Kalkstein des mittleren Malm. Meeres- höhe: ca. 480 m. leg. Dr. Joseph Schwertschlager fl. 15.— 20. Juni 1898, fr. 29. August 1898. 86. Rosa glauca f. complicata. H. Braun in Günther Beck, Flora von Nieder -Österreich. II, 1. p- 782 (1892). Syn. R. complicata Grenier, Fl. de la Chaine Jur. p. 239 (1864). R. Reuteri ß. intermedia Grenier ibid. R. R. f. Morthieri Godet Suppl. Fl. Jur. p. 75 (1869). R. R. f. complicata Christ, Rosen der Schweiz, p. 166 (1873). Mittelfranken: Linke Wand des Altmühlthaies bei Eich- stätt. Bodenunterlage: Kalkstein der oberen Malm. Meeres- höhe: 500-520 m. leg. Dr. Joseph Schwertschlager fl. 16. Juni 1898, fr. 22. September 1898. 87. Rosa glauca f. myriodonta. R. Keller in Ascherson und Graebner, Synopsis der mittel- europäischen Flora. VI. p. 190 (1901). Syn. R. Reuteri f. myriodonta Christ, Rosen der Schweiz, p. 167 (1873). Mittelfranken: Abhänge des Altmühlthaies bei Eichstätt. — 16 — Bodenunterlage: Kalkstein des mittleren Malm. Meeres- höhe: 440-480 m. leg. Dr. Joseph Schwertschlager fl. 13. — 21. Juni 1898, fr. 3.— 15. September 1898. Bemerkung zu Nr. 85 — 87. Rosa glauca gehört zur subsectio Eucaninae Crepin der Sectio IV: Caninae Crepin und ist am nächsten verwandt mit R. canina selbst. Sie vertritt diese in den höheren Gebirgs- lagen, doch kommt sie auch, z. B. im Frankenjura, mit der- selben gemischt vor. Was das Altmühlgebirge betrifft, das ich genauer kenne, muss R. gl. im allgemeinen selten genannt werden. Davon macht jedoch die nächste Umgebung von Eichstätt eine Ausnahme. Hier ist sie in vielen Formen ge- mein, fast so häufig wie R. canina. Von letztgenannter unterscheidet sich R. gl am aus- geprägtesten durch ein wolliges Griffelköpfchen und subpersi- stente Kelchzipfel (d. h. die Kelchzipfel bleiben bis zur be- ginnenden Reife an der Frucht und stehen aufrecht von der- selben ab;. Ausserdem besitzt R. gl. grössere und zartere Blättchen, die auf der Unterseite auffallend blaugrün aussehen (daher der Name R. glauca), ferner grössere Früchte, kurze in den Brakteen versteckte Blütenstiele, lebhaft purpurrote Ko- rollen. Ihre Stacheln pflegen — wenigstens in hiesiger Gegend — etwas gerader zu sein als die der canina. Die Form der Früchte ist ziemlich unbestimmt: birnförmig bis kugelig. Dass bei mehrfrüchtigen Jvorymben die mittlere Frucht birnförmig ist, während die seitlichen kugelig sind, kommt auch bei R. canina vor und hat einen rein mechanischen Grund. Wegen der Zartheit der Blätter und Schösslinge sowie der lebhaften Farbe der sehr wohlriechenden Blüten wird R. gl. von Insekten auffallend heimgesucht, so vom Rosenblatt- wickler (Tortrix Bergmanniana L.), den Rosenblattläusen, der sehr häufigen Rosen -Bürsthornwespe (Xylotoma Rosae L.), welche die Triebe ansticht und deren Abwelken verursacht, besonders aber vom kleinen Rosenkäfer (Phyllopertha horti- cola L.). Dieser tritt seit mehreren Jahren massenhaft auf und zerstört vielfach bereits die Knospen, indem er sich durch die Hüllen durchfrisst und die Antheren verzehrt. Die ausgegebenen drei Formen (Varietäten) entsprechen ungefähr dreien der R. canina: — 17 — f. typica der R. canina f. lutetiana Leman; f. complicata der — — f. dumalis Bechstein; f. myriodonta der — — f. biserrata Merat. Die typische R. gl. hat einfach gezahnte Blättchen; die- selben sind am grössten unter allen Formen, desgleichen die Kronen am grössten und am lebhaftesten gefärbt. Die Form complicata zeigt eine dürftigere Entwicklung und hat unregelmässig doppelt gezahnte Blättchen. Die Form myriodonta zeigt Blättchen mit einer regel- mässigen und scharfen dreifachen Zahnung; die Zähnchen höherer Ordnung tragen Drüsen, wie auch die Blattstiele, Mittel- nerven, Nebenblätter und Kelchzipfel; die Blattstiele sind deut- lich geflaumelt. Gerade myriodonta, hier recht häufig, ist die regelmässigste Form der glauca. Am seltensten findet sich reine typica, ge- legentlich auch f. Sandbergeri Christ, subcanina Christ, Cabal- licensis Puget u. a. Alle Formen sind unter sich und mit R. canina durch alle möglichen Übergänge verbunden. Die aus- gegebenen Formen sind auch bloss „Stationen" einer zusam- menhängenden Entwicklungsreihe. Die Zahl der Zähne und die Drüsigkeit nimmt von typica gegen myriodonta hin zu, beide stellen in dieser Hinsicht Extreme, complicata eine Mittel- form dar. Auch schon an typica gewahrt man gelegentlich einzelne Drüsen an Blütenstiel, Nebenblättern und Kelch- rücken. Die f. Caballicensis zeigt die Drüsen am Kelchrücken in stärkster Ausbildung, sonst ist am drüsigsten myriodonta. Zerstreute accessorische Zähnchen (eine beginnende zweifache Zahnung) haben auch viele Blättchen der typica, die stärkste Zahnung eignet wieder der myriodonta, die unregelmässigste der complicata. An einem Strauch, ja einem Zweigchen der complicata finden wir einfach, zweifach und dreifach gezahnte Blättchen; manche Blättchen sind an der Spitze ein-, in der Mitte zwei- und mehrfach gezahnt. Die zweifache Zahnung bildet für complicata die — nur oft verletzte — Regel. Bei typica und complicata tritt sehr häufig eine weitere merk- würdige Unregelmässigkeit auf: die Zähne eines und desselben Blattes stehen nämlich vom Blattrande in verschiedenen Winkeln ab. Ich glaube nicht, dass es eine andere Rose gibt, die so viele Abweichungen in der Bezahnung des Blattrandes aufweist. Die auch in der Würzburger Gegend häufige f. Sand- bergeri halte ich für eine Kümmerform der typica, hervor- gerufen durch einen sehr trockenen, steinigen Standort oder 2 — 18 - sonst ungünstige Lebensverhältnisse. Die relative Grösse des ganzen Strauches und der Früchte hängt von der Qualität des Bodens in deutlicher Weise ab. Dr. Joseph Schwertschlager.*) 88. Rosa agrestis f. pubescens. R. Keller in Ascherson und Graebner, Synopsis der mittel- europäischen Flora. VI. p. 126 (1901). Syn. R. pubescens Rapin in Reuter, Catalogue des plantes de Geneve. ed. IL p. 73 (1861). R, sepium var. pubescens Christ, Rosen der Schweiz, p. 117 (1873). Mittelfranken: Geissberg bei Eichstätt, linke Thalseite. Bodenunterlage: Kalkschiefer des oberen Malm. Meeres- höhe: ca. 520 m. leg. Dr. Joseph Schwertschlager fl. 28. Juni— 4. Juli 1898, fr. 23. und 24. September 1898. Nach meiner bisherigen Kenntnis des Frankenjura möchte ich folgende vier Rosen der subsectio Rubiginosae Crepin be- sonders bezeichnend für den fränkischen Weissjura nennen: R. rubiginosa L., micrantha Sm., elliptica Tausch und agrestis Savi f. pubescens (Rapin) Keller. Sie finden sich überall zu- sammen: vom Hinting-Steppberger Trockenthal bei Neuburg a. D. bis zur Neumarkt -Altdorfer Gegend an der mittelfränkisch- oberpfälzischen Grenze, bei Monheim, Eichstätt und Pappenheim. Diese vier Rosen bilden nach den charakteristischen Merk- malen zwei Paare, bei denen die zwei Rosen jedes Paares einander besonders ähneln: nämlich micrantha der rubiginosa, agrestis der elliptica. Hauptunterschiede sind: rubiginosa und elliptica haben wollige Griffel und subpersistente**) Kelchzipfel, micrantha und agrestis unbehaarte Griffel und hinfällige Kelch- zipfel. Auch der flattrige Wuchs von micrantha und agrestis, der gedrungene von rubiginosa und elliptica ist bemerkenswert. Die f. pubescens (Rapin) Keller kann mit einer elliptica besonders leicht verwechselt werden, da sie eine ziemlich reiche Behaarung trägt, was andere Formen der agrestis nicht haben. *) Eine Arbeit des gleichen Verfassers über „die Rosenflorula von Eichstätt" findet sich in den Berichten der Bayerischen Botanischen Gesellschaft zur Erforschung der heimischen Flora. IV. p. 22 ff. **^> Vgl. die Erklärung oben bei R. glauca. — 19 — Zerstreute Haare finden sich auf der Oberseite der Blättchen, die Unterseite derselben und der Rand zwischen den Zähnen ist fein behaart, der Blattstiel dicht filzig. An manchen Stand- orten (z. ß. an Abhängen bei Berg unweit Neumarkt i. 0.) sind auch die Blütenstiele der f. pubescens gerade wie die v i e l er elliptica- Formen mit zerstreuten Stieldrüsen besetzt.*) Doch genügen die oben angeführten Merkmale vollauf zur Unterscheidung der f. pubescens von Formen der R. elliptica. Obwohl unsere Form sehr spät blüht, reift sie ihre Früchte fast zur gleichen Zeit wie die anderen Rosenarten. Auch hierin schliesst sie sich der ganzen oben charakterisierten Gruppe der vier Rubiginosae an. In der Eichstätter Gegend blüht ständig zuerst — Mitte bis Ende Mai ■ R. pimpinellifolia, etwas spater R. cinnamomea, dann die Caninae mit R. glauca — Mitte Juni — , später R. gallica und Jundzillii, dann tomentosa und pomifera, zuletzt rubiginosa, micrantha, elliptica und agrestis, die beiden letzten erst Anfang Juli. Schon Prantl**) gibt pubescens für den Weissjura, aber nur bei Rohrbach unweit Donauwörth, Kelheim und Eichstätt an. Ich bemerkte bereits oben, dass die Form durch den ganzen Frankenjura verbreitet scheint und mir auch vom Wellheim -Hintinger Trockenthal, der Monheimer Gegend, dem Thal von Möhren bei Treuchtlingen, aus der Altdorfer und Neumarkter Gegend, vom mittleren und unteren Altmühlthal bei Eichstätt, Walting, Kipfenberg vorliegt. In der Schweiz ist sie nach Christ***) ebenfalls so ziemlich auf den Jura beschränkt, doch selten. In Tirol ist sie gleich- falls Kalkpflanze; denn die R. vinodora Kerner aus der Inns- brucker und Zirler Gegend (nördliche Kalkalpen) ist nach dem Urteile Christ's (1. c.) mit R, agrestis f. pubescens iden- tisch, und Crepin äusserte mir gegenüber schriftlich dieselbe Ansicht. f) Dr. Joseph Schwertschlager. *) Dadurch korrigiert sich eine Bemerkung Gremli's (Exkursions- flora der Schweiz. 8. Aufl. S. 161). **) Exkursionsflora für das Königreich Bayern. Stuttgart 18*4. S. 319. ***) Rosen der Schweiz. S. 117. f) In der neuesten Bearbeitung der Gattung durch Keller in Ascher- son und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. VI. p. 12G wird R. vinodora der pubescens als Form subordiniert, nicht jedoch mit derselben identifiziert, Dr. Poeverlein. 9* — 20 — 80. Kubus villicaulis var. eu-villicaulls. Focke in Ascherson und Graebner, Synopsis der mittel- europäischen Flora. VI. p. 515 (1902). Syn. R. insularis F. Areschoug Skane's Fl. ed. II. p. 570 (1881). R. bifrons Vest X macrophyllos Weihe et Nees sec. Utsch in XXII. Jahresber. des westf. Provinzial- Vereins. p. 143 ff. (1894). Exs. Flora Austro-Hungarica 3209; Plantae criticae Sa- xoniae 30. Mittelfranken: Waldrand am Schmausenbuck bei Nürnberg. Bodenunterlage: Keupersand. Meereshöhe: 280 m. Begleitpflanzen: Rubus plicatus, Salix cinerea. leg. Philipp Honig 10. Juli und 1. September 1898. R. v. findet sich in Südbayern selten (Ottobeuren, Augs- burg, Waging, Simbach), ebenso im Bayerischen Wald (Metten) und Oberpfälzer Wald (Waldmünchen), Jura (Regensburg, Krot- tensee), im Buntsandsteingebiet (Aschaffenburg) und der Pfalz (Landau, Bienwald, Gleisweiler). Für die Alpen, das Bodenseegebiet, das Fichtelgebirge, das Muschelkalkgebiet, die Rhön und die Nordpfalz ist er meinem Wissens bisher überhaupt nicht angegeben; doch ist es bei der immer noch äusserst mangelhaften Durchforschung unserer hei- mischen Rubusflora*) keineswegs ausgeschlossen, dass er noch an manchen anderen Orten wird gefunden werden. Am verbreitetsten scheint er im Keupergebiete zu sein. insbesondere um Nürnberg-Erlangen, wo er nach Schwarz 1. c. nächst plicatus der häufigste Rubus sein soll. Die Utsch'sche Deutung des R. v. als Bastard zwischen R. bifrons und R. macrophyllos (s. oben) halte ich entschieden für unrichtig, da er ebenso wie diese beide gewiss eine gute Art darstellt. Dr. Poeverlein. *) Bisher wurden eigentlich nur das fränkische Jura- und Keuper- gebiet (cf. Münderlein in D. b. M. XV. 1891. p. 98 ff.; Schwarz, Flora der Umgegend von Nürnberg-Erlangen IL p. 222 ff.), der Oberpfälzer Wald (cf. Progel in Ber. Bot. Verein Landshut. VIII. 1882 und XL 1889. p. 123 ff.), die Gegenden von Ottobeuren (cf. Kuhn in Ber. Bayer. Bot. Ges. München. I. 1891. p. 38), Regensburg (durch Loritz) und Traunstein (durch Progel und Kaufmann), sowie z. T. die Pfalz in dieser Hinsicht genauer durch- forscht. Dr. Poeverlein. 21 90 Kubus Sprengelii. Weihe in Flora. II. p. 18 (1819); Trattinick Rosac. monogr. III. p. 39; Weihe et Nees Rub. Germ. p. 32; Betcke Bromb. Mecklenb. p. 63; Metsch Rub. Henneb. p. 68; Babington Syn. Brit. Rub. p. 163; Rogers Handb. Brit. Rubi. p. 46; Pocke in Abh. Natunv. Ver. Bremen. I. p. 292, Syn. Rub. Germ. p. 244 und in Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. VI. p. 531 ff. Syn. R. villosus Aiton ß vulpinus Seringe in De Candolle Prodr. II. p. 564 (1825). Exs. Plantae criticae Saxoniae 8. Mittelfranken: Gebüsch bei Ochenbruck. Bodenunterlage: Burgsandstein. Meereshöhe: 360m. Begleitpflanzen: Rubus villicaulis, Eupatorium canna- binum, Alnus glutinosa. leg. Christoph Scherzer 3. Juli 1897. Aus Bayern bisher nur von Feucht (leg. Kaufmann) und vom Zollhaus bei Nürnberg (leg. Prechtelsbauer) bekannt. Von der Utsch'schen Deutung als R. macrophyllos Weihe et Nees X rivularis Müller et Wirtgen (1. c.) gilt das bei Vorigem Gesagte. Dr. Poeverlein. 91. Rubus rudls. Weihe et Nees in Bluff et Fingerhut Comp. Fl. Germ. I. p. 687 (1825), Rub. Germ. p. 91, t. XI; Betcke, Bromb. Mecklenb. p. 57; Metsch in Linnaea. XXVIII. p. 196, Rub. Henneb. p. 108; Gremli, Beiträge zur Flora der Schweiz. p. 40; Godron Monogr. Rub. Nancy p. 124; Focke Syn. Rub. Germ. p. 325 und in Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. VI. p. 560 ff. Haläcsy Ost. Bromb. p. 256. Syn. R. asper Weihe in sched. prius. Exs. Plantae criticae Saxoniae 54. Mittelfranken: Waldblösse bei Lauf. Bodenunterlage: Lias. Meereshöhe: 400 m. Begleitpflanzen: Sarothamnus scoparius, Rubus can- dicans. leg. Christoph Scherzer 18. Juli 1898. _ 92 — In der Hochebene nach Prantl verbreitet,*) ausserdem für den Oberpfälzer Wald (Waldmünchen, leg. Progel), den fränki- schen Jura (Hersbruck, leg. Münderlein; Weltenburg, leg. Maier- hofer), das Keuper- (mehrere Fundorte) und Buntsandsteinge- biet (Aschaffenburg), sowie den mittleren Teil der Pfalz ange- geben. Utsch (in XXIII. Jahresber. des westf. Provinzial- Vereins, p. 145 ff. [1895]) glaubt mit Wahrscheinlichkeit auch in R. r. einen Bastard (R. serpens Weihe X villicaulis Weihe et Nees) erblicken zu können. Dr. Poe ver lein. 92. Kubus Idaeus monstr. obtuslfoliiis. Pocke in Ascherson und Graebner, Synopsis der mittel- europäischen Flora. VI. p. 445 f. (1902). Syn. R. Idaeus var. anomalus Arrhenius Rub. Suec. mo- nogr. p. 14 (1839); F. W. Areschoug Norges Rubi. p. 3 in Blytt Norges Fl. III; Focke Syn. Rub. Germ. p. 100. R. Leesii Babington in Steele Handbook p, 60 (1847), Syn. Brit. Rub. p. 45; Focke in Jen. Zeitschr. f. Med. u. Naturw. V. p. 127. R. obtusifolius Willdenow Berliner Baumzucht, ed. II. p. 409 (1811); Fl. Dan. suppl. p. 138. Mittelfranken: Beschattetes Gebüsch unweit Eibach bei Nürnberg. Bodenunterlage: Keuper. Meereshöhe: 310 m. Begleitpflanzen: Rubus villicaulis, R. Idaeus. leg. Otto Prechtelsbauer Juni 1898. Diese „höchst merkwürdige Pflanzenform'' entdeckte ich am 15. September 1893 in beschattetem Gebüsch mit R. Idaeus und R. villicaulis wachsend in der Nürnberger Keuperflora bei Eibach. Es dürfte dies zur Zeit der einzige Fundort nicht nur für Bayern, sondern überhaupt für ganz Süddeutschland sein, da sie an dem A. Braun'schen Fundorte bei Freiburg im Breisgau neuerdings nicht wieder gefunden worden zu sein scheint.**) In Norddeutschland häufiger, so zu Hoch-Paleschken in *j Wird jedoch von Ade für das Bodenseegebiet nicht angegeben. **) Vgl. Focke, Synopsis Ruborum Germaniae. S. 100. — 23 — Westpreussen, Hohenholm bei Bromberg (früher), Lubs und Lubasch in Posen, Swinemünde, Barnstorfer Tannen bei Ro- stock, Zippeisförde bei Neuruppin, Bremen, Nutzhorn in Olden- burg, Bassum (Regierungsbezirk Hannover). Bei Eibach scheint er keine Früchte zu entwickeln, da ich ihn hier stets steril fand. Otto Prechtelsbauer. 93. Kubus saxaülls. Linne Spec. plant, ed. I. p. 494 (1753); Weihe et Nees Rub. Germ. p. 30, t. 9; Focke Syn. Rub. Germ. p. 95 und in Ascherson und Graebner, Synopsis der mittel- europäischen Flora. VI. p. 443 f., Haläcsy Ost. Bromb. p. 216. Exs. Flora Silesiaca 596. Niederbayern: Laubwald im Gschwendt bei Weigendorf. Bodenunterlage: Kalkboden. Meereshöhe: 380 m. Begleitpflanzen: Rubus Idaeus, Convallaria majalis. leg. Franz Xaver Gierster Mai und Juli 1898. Diese bestcharakterisierte unserer heimischen Rubusarten scheint nur dem Bayerischen und Oberpfälzer Wald, sowie der vorderen und nördlichen Pfalz zu fehlen, während sie in den übrigen Teilen des Gebietes, insbesondere in den Alpen, der Hochebene und dem fränkischen Jura!! mehr oder weniger verbreitet ist. Einen Bastard mit R. caesius, der nach Focke in Ascher- son und Graebner 1. c. p. 444 in Norwegen beobachtet, jedoch im Gebiete der Synopsis noch nicht mit Sicherheit nachge- wiesen ist, gibt Schwarz (Flora von Nürnberg- Erlangen) als von ihm zwischen der Hubirg und Föhrenbach unter den Eltern gefunden an. Dr. Poeverlein. 94. Anthriscus vulgaris. Persoon Syn. I. p. 320 (1805). Syn. A. Caucalis Marschall von Bieberstein Fl. Tauro-cauc. I. p. 230 (1808). A. Scandix Ascherson Fl. der Prov. Brandenburg. I. p. 260 (1864); Günther Beck Fl. Hernst. Kl. Ausg. Sep.-Abdr. p. 211. Caucalis aequicolorum Allioni Fl. Pedem. II. p. 33 (1785). — 24 — C. scandicina Weber Prim. Fl. Hols. (1780). C. Scandix Scopoli Fl. Carn. ed. II. I. p. 191 (1772). Cerefolium anthriscus Günther Beck, Flora vonNieder- Österreich. IT, 1. p. 632 (1892). Chaerophyllurn Anthriscus Lamarck Dict. I. p. 685; Ascherson und Graebner, Flora des Nordost- deutschen Flachlandes, p. 535 (1898—99). Echinanthriscus vulgaris Lantzius- Beninga Merkm. der deutsch. Pfl.-Fam. u. Geschl. 1. Abt. IL p. 31 •' (1865). Myrrhis chaerophyllaea Lamarck Fl. Fr. III. p. 442 (1778). Scandix Anthriscus Linne Spec. plant, ed. I. p. 257 (1753). Torilis Anthriscus Gärtner De fruct. I. p. 83 (1788). Bxs. Flora Silesiaca 377. Unterfranken : An Zäunen bei Hassfurt. Bodenunterlage: Keupersand. Meereshöhe: 221 m. Begleitpflanzen: Chelidonium majus, Ballota nigra, Urtica dioica. leg. August Vill Mai 1898. A. v. ist für Südbayern nur eingeschleppt am Südbahn- hof bei München, früher auch bei Augsburg und Regensburg (Schäffer, Versuch einer medizinischen Ortsbeschreibung der Stadt Regensburg. Regensburg 1787. p. 264. — Beruht nach A. E. Fürnrohr, Flora Ratisbonensis. Regensburg 1839. p. 72 wahrscheinlich auf einem Irrtum) angegeben. Häufiger findet er sich im Keuper-, vereinzelt im Muschel- kalkgebiet, sowie in der vorderen (Dürkheim, Speyer, Landau) und nördlichen (Nahethal) Pfalz. Dr. Poeverlein. 05. Ebuliini Iiumile. Garcke Fl. v. Nord- u. Mittel-Deutschl. 8. Aufl. p. 184. Syn. Sambucus Ebulus Linne Spec. plant, ed. I. p. 269 (1753). Niederbayern : Waldränder bei Atzbach, Bez.-A. Dingolfing. Bodenunterlage: Lehm. Meereshöhe: 385 m. Begleitpflanzen: Acer campestre, Frangula alnus, Rosa, leg. Franz Xaver Gierster Juli und September 1898. — 25 — Fast in ganz Bayern mehr oder weniger verbreitet; scheint nur dem Oberpfälzer Walde, Fichtelgebirge und mittleren Teile der Pfalz zu fehlen. Dr. Poeverlein. 06. Suceisa inflexa. Jundzill Opisanie roslin. p. 56 (1830). Syn. Scabiosa inflexa Kluck Dykcyjon. rosl. III. p. 36, 37 (1788). Scabiosa australis Wulfen PI. rar. in Roemer's Archiv III, 3. p. 316 (1805). Scabiosa repens Brignoli a Brunnhoff PI. ForojuL p. 19 (1810). Scabiosa pseudoaustralis Roemer et Schultes Syst. veget. III. p. 61 (1818). Suceisa australis Schott sec Roemer et Schultes 1. c. Succisella inflexa Günther Beck, Flora von Nieder- österreich. II, 2. p. 1145 (1893). Exs. Flora Silesiaca 38. Oberbayern: Bachufer der Fasanerie Hartmannshofen bei München. Bodenunterlage: Lehm. Meereshöhe: 385 m. Begleitpflanzen: Cicuta virosa, Peucedanum palustre. leg. Joseph Kraenzle 12. September 1898. Bei dem vereinzelten bayerischen Vorkommen dieser aus dem übrigen Deutschland nur von Pfaffendorf bei Liegnitz in Schlesien bekannten Pflanze handelt es sich zweifellos nur um eine Einschleppung; indes ist sie nach dem 1899 erschie- nenen Nachtrage zur Phanerogamen- und Gefäss-Kryptogamen- Flora der Münchener Thalebene am oben angegebenen Fund- orte nunmehr völlig eingebürgert und massenhaft. Neuerdings wurde sie auch von Prof. Dr. Kurt Harz am 1. September 1903 an einem Graben bei Bamberg! gesellig wachsend gefunden. Über die Nomenklatur vgl. A. Zalewski in Allg. bot. Zeit- schrift. IV. p. 39 f. (1898). Dr. Poeverlein. 97. Cuscuta Gronovü. Wildenow in Roemer et Schultes Syst. veget. VI. p. 205 (1820). — 26 — Svn. C. Americana Linne Spec. plant, ed. I^p. 424 pr. p. (1753). C. Cesatiana Haussknecht in Irmischia. 1882. p. 32u.a., non Bertoloni. Unterfranken : Weidenpflanzungen am Mainufer bei Würz- burg. Bodenunterlage: Alluvium. Meereshöhe: 170 m. Begleitpflanzen: Artemisia vulgaris, Salix. leg. Botanische Vereinigung Würzburg. Die Identität dieser am Main-!! und unteren Rheinufer ziem- lich verbreiteten, bisher für C. Cesatiana Bertoloni angesehenen und auch ursprünglich noch unter diesem Namen ausgegebenen Pflanze mit der in Nordamerika gemeinen C. G. hat zuerst Graebner in Ascherson und Graebner, Flora des Nordost- deutschen Flachlandes. Berlin 1898—99. p. 569 nachgewiesen (vgl. auch Graebner in Notizbl. Bot. Gart. u. Mus. Berlin IL p." 276 und Ascherson in Verh. Bot. Ver. Brandenburg. XLI. p. 231 [1900]). Über die biologischen und anatomischen Verhältnisse der Art vgl. E. Henrietta Hooker in Bot. Gaz. XIV. p. 31. Dr. Poeverlein. 98. Mimulus Intens. Linne Spec. plant, ed. II. p. 884 (1763). Niederbayern: Regenufer bei Ludwigsthal im Bayerischen Wald. Boden unterläge: Alluvium auf Urgebirge. Meeres- höhe: 660 m. Begleitpflanzen: Filipendula ulmaria, Galium uligino- sum, Myosotis palustris, Carex rostrata, Glyceria fluitans. leg. Franz Petzi 23. Juli 1898. Diese aus dem aussertropischen westlichen Amerika stam- mende Zierpflanze findet sich neuerdings insbesondere in den deutschen Mittelgebirgen (Schlesien!!*)) und in den Vorbergen der Alpen an feuchten Stellen nicht selten verwildert und stellenweise völlig eingebürgert. Ausser dem Bayerischen Walde, wo sie zuerst von Zeyss („Mimulus luteus in Bayern" in Deutsche bot. Monatsschrift. *) Über das Vorkommen in Thüringen vgl. F. Ludwig in Irmischia. 1881. p 19, im Harz Vocke ibid. p. 10. — 27 - II. 1884. p. 138 f.), später von Progel (ibid. IV. 1886. p. 69), Petzi (Denkschr. K. bot. Ges. Regensburg. VII. N. F. I. 1898. p. 123) und E. Koch (Mitt. Thür. bot. Ver. N. F. XIII/XIV. 1899. p. 108) beobachtet wurde, findet sie sich in Bayern noch bei Schwaig unweit Steingaden (Neth in Ber. Bayer. Bot. Ges. München. II. 1892. p. 76) und bei Fischbachau (Schnabl ibid. I. 1891. p. 59), beide Fundorte am Fusse der bayerischen Alpen, sowie im Bodenseegebiete (Ade). Dr. Poeverlein. 90. Liiidcrnia pyxidaria. Allioni Stirp. aliqu. p. 178, t. 5 (1755); Linne Mant. IL p. 252 (1771). Cf. Urban in Ber. Deutsch, bot. Ges. II. p. 346 (1884). Syn. Anagallidoides procumbens Krocker Fl. Sil. IL p. 398 (1790). Capraria gratioloides Linne Syst. nat. ed. X. p. 1117 (1759). Gratiola inundata Kitaibel in Schultes Österr. Flora. ed. IL I. p. 32 (1814). Pyxidaria procumbens Ascherson et Kanitz Catal. Corm. et Anthoph. Serb. Bosn. Herc. p. 60 (1877). Tittmannia erecta Bentham in Wallich Catal. No. 3947. Vandellia erecta Bentham Scroph. indic. p. 36 (1835). V. pyxidaria Maximowicz Melang. biol. in Bulletin de l'Academie imperiale de St. Petersbourg. IX. p. 414 (1874). Exs. Flora Austro-Hungarica 2123; Flora Silesiaca 233. Oberpfalz: Regenufer und Regeninsel bei Ramspau. Bodenunterlage: Alluvium. Meereshöhe: 335 m. Begleitpflanzen: Peplis portula, Bidens cernuus, Gna- phalium uliginosum, Limosella aquatica, Plantago major, Polygonum persicaria, Juncus bufonius. leg. Franz Petzi, Dr. Hermann Poeverlein, Dr. Franz Voll mann 8. September 1898. An dem einzigen für Bayern bisher bekannten Fundorte am Ufer des Regens hinter Lappersdorfü, wo sie Hoppe ent- deckte (vgl. Ectypa plantarum Ratisbonensium. t. 601 und Bot. Taschenbuch. 1791. p. 102, 139, 150; 1794. p. 221; 1804. p. 172), ist die Pflanze inzwischen ziemlich selten geworden. 28 — Dagegen gelang es einigen Mitgliedern der K. bot. Gesellschaft, sie im Sommer 1898 zuerst am Regenufer bei Regenstaufü und später noch weiter oberhalb am linken Regenufer und auf einer Regeninsel beiRamspauü — am letzteren Fundorte in grosser Menge — aufzufinden. Es erscheint daher sehr wahrschein- lich, dass sie auch noch an weiteren Stellen des Regenthaies vorkommt. Dr. Poeverlein. 100. Digitalis ambigua. Murray Prodr. stirp. Gott. p. 62 (1770). Syn. D. ochroleuca Jacquin Fl. Austr. I. p. 36 (1773). D. grandiflora Lamarck Fl. Fr. p. 332 (1778). Niederbayern: Südabhang des Rachels im Bayerischen Walde. Bodenunterlage: Urgebirge (Gneis). Meereshöhe: 1200 m. Begleitpflanzen: Calamagrostis arundinacea, Picea ex- celsa, Polystichum filix mas. leg. Franz Petzi 13. August 1898. D. a. ist in fast allen Teilen Bayerns verbreitet, selten nur im Oberpfälzer Wald: Ulrichsgrün (Progel) (nach Prantl, Exkursionsflora dort bisher nicht beobachtet) und in der mitt- leren Pfalz. Dr. Poeverlein. 101. Vcronica longifolia var. maritima. Günther Beck, Flora von Nieder-Österreich. II, 2. p. 1055 (1893). Syn. V. longifolia var. salicifolia Wallroth Sched. crit. p. 8 (1822). V. maritima Linne Spec. plant, ed. I. p. 10 (1753). V. elata Host Fl. Austr. I. p. 3 (1827). Schwaben: Feuchte Wiesen am Riedgraben bei Laub im Ries. Bodenunterlage: Sand. Meereshöhe: 410 m. Begleitpflanzen: Cirsium palustre, C. bulbosum, Carex- Arten. leg. Georg Hoock Mitte Juli 1898. V. 1. findet sich in grosser Menge auf den sumpfigen Wiesen zwischen dem Riedgraben und dem südlich parallel — 29 — verlaufenden Eichholz; auch in den Schatten des Waldes sind einzelne Exemplare vorgedrungen. Der moorig-sandige Boden erzeugt, wo das Schilf Raum lässt, eine prächtige, üppige Flora. Pedicularis sceptrum Carolinum und Iris Sibirica wachsen am gleichen Standort. In seinen „Vegetationsverhältnissen" gibt Prickhinger V. 1. an für das Wäldchen „Espelein" bei Lentersheim und am Röckinger Bach, obigen Standort be- schreibt er ausführlich in seinen botanischen Skizzen aus dem östlichen Ries. Georg Hoock. 102. Veronlca spicata. Linne Spec. plant, ed. I. p. 10 (1753). Exs. Flora Austro-Hungarica 155. Schwaben : Auf dem Kräuterranken bei Hoppingen im Ries. Bodenunterlage: Jura. Meereshöhe: 520 m. Begleitpflanzen: Peucedanum oreoselinum, Aster li- nosyris, Lithospermum purpureo-coeruleum, Veronica Austriaca. leg. Georg Hoock Anfang Juli 1898. An lichten Stellen des Kräuterrankens findet sich die Art häufig an sonnigen Stellen, wird aber durch den Wald immer mehr zurückgedrängt. Seltener findet sie sich nach Frickhinger zwischen Ehingen und Beyerberg am Fusse des Hesselberges, auch um Treuchtlingen und im Weissenburger Forst, sehr selten am Strichler des Hesselberges. Georg Hoock. V. s. findet sich in mehreren nicht scharf voneinander zu unterscheidenden Varietäten zerstreut in fast allen Teilen Bayerns mit Ausnahme der Alpen und der übrigen höheren Gebirge. Dr. Poeverlein. 103. Veronica peregrina. Linne Spec. plant, ed. I. p. 14 (1753). Exs. Flora Austro-Hungarica 2624. Oberpfalz: Städtische Baumschule in Regensburg. Bodenunterlagec Kulturland. Meereshöhe: 341 m. Begleitpflanzen: Sagina procumbens, Syringa vulgaris, Veronica polita. leg. Dr. Franz Voll mann Mai und Juni 1898. Die ursprünglich in Amerika heimische V. p. ist aus dem diesrheinischen Bayern bisher nur von Würzburg bekannt, dort — 30 — i jedoch in letzterer Zeit anscheinend nicht mehr gefunden wor- den, da sie Prantl in seiner Exkursionsflora überhaupt nicht angibt. An dem Regensburger Fundorte, wo sie Vollmann entdeckte (vgl. Petzi in Allg. bot. Zeitschrift. II. p. 203 [1896]), findet sie sich zur Zeit in grosser Individuenzahi, aber jeden- falls erst seit Ende der 80er Jahre vorigen Jahrhunderts, da sie sonst dem 1881 f, durch seinen Sammeleifer bekannten Loritz, welcher den Fundort oft besuchte, sicher nicht ent- gangen wäre. Ihr Hauptverbreitungsgebiet innerhalb Deutschlands hat sie am Rheinufer von Elsass und Baden bis Bonn. Dr. Poeverlein. 104. Pedicularis palustris. Linne Spec. plant, ed. I. p. 607 (1753); Steininger in Bot. Ctrlbl. XXIX. p. 217 (1887). Syn. P. Insubrica Rota Prosp. Fl. Berg. p. 68, 102 (1853). Exs. Flora Austro-Hungarica 2113. Niederbayern: Sumpfwiesen bei Weigendorf. Bodenunterlage: Moorerde. Meereshöhe: 380 m. Begleitpflanzen: Menyanthes trifoliata, Eriophorum. leg. Franz Xaver Gierster Mai und Juni 1898. P. p. gehört neben der nächstverwandten P. silvatica zu den Charakterpflanzen sumpfiger Wiesen (vgl. Drude, Deutsch- lands Pflanzengeographie. I. Stuttgart 1896. p. 173; über das höchst merkwürdige adventive Vorkommen einer osteuropäi- schen Pedicularis-Art vgl. Ascherson in Verh. Bot. Ver. Bran- denburg. XLI. p. 233 [1900]) und ist dementsprechend in ganz Bayern mit Ausnahme des Jura- und Muschelkalkgebietes, in den Alpen (nach Prantl) bis 1560 m verbreitet, Dr. Poeverlein. 105. Pedicularis sceptruni Carolin um Linne Spec. plant, ed. I. p. 608 (1753); Steininger in Bot. Ctrlbl. XXIX. p. 346 (1887). Exs. Flora Austro-Hungarica 1399. Niederbayern: Im Gschwendt bei Stelzenberg. Bodenunterlage: Moorerde. Meereshöhe: 380 m. — 31 — Begleitpflanzen: Pedicularis palustris, Tofieldia caly- culata. leg. Franz Xaver Gierster Juni und Juli 1898. P. s. C. findet sich zerstreut, jedoch stellenweise häufig auf torfigen Wiesen in der oberen und unteren !! Hochebene und dem Bayerischen Walde, vereinzelt auch im Nonnenholz im Ries auf Keuper. Aus dem übrigen Bayern ist sie bisher nicht bekannt geworden. Dr. Poeverlein. 106. Bartschia alpina. Linne Spec. plant, ed. I. p. 602 (1753). Syn. Staehelinia alpina Crantz Stirp. Austr. IV. p. 294. Exe. Flora Silesiaca 433. Oberbayern: Moorwiesen um Moosach nordwestlich von München. Bodenunterlage: Moorboden. Meereshöhe: 500 m. Begleitpflanzen: Pedicularis seeptrum Carolinum, Pri- mula farinosa. leg. Joseph Kraenzle 1. Juli 1898. B. a. ist auf Wiesen und feuchten Stellen der Alpen I! und oberen Hochebene verbreitet, selten in der unteren Hoch- ebene: Augsburg, Dachauer- !! und Erdingermoor. Dr. Poeverlein. 107. Eupbrasia iiitidula. Reuter in Compt. rend. soc. Haller. 1854/56. p. 122; Cat. des plant, vasc. Gen. ed. II. p. 169 (1861); Bull. soc. Murith. IV. (1874); Grenier, Flore de la Chaine Jur. p. 568 (1865). Syn. E. autumnalis Chalandre in sched. E. micrantha Reichenbach pr. p. non Brenner. E. nemorosa Löhr, Flora von Coblenz. p. 127 (1838); Wettstein in Österr. bot. Zeitschr. XLIV. p. 132 (1894); Monogr. der Gatt. Euphrasia. p. 118, t. IV fig. 169-177, t. XIII fig. 1 (1896). E. nemorosa var. ^ intermedia Acloque Fl. de Fr. p. 495 (1894); Grenier et Godron Fl. de Fr. II. p. 605 pr. p. (1850). E. nemorosa var. rigidula H. Martinis in sched. pr. p. — 32 — E. officinalis d. alpestris Doli Rhein. Flora, p. 336 (1843). E. officinalis d. alpestris No. 3 Koch Syn. ed. I. p. 545 (1837). E. officinalis var. major Schrader in sched. E. officinalis var. micrantha Woerlein Phan.- und Gefäss-Krypt. Fl. v. München, p. 117 (1894). E. officinalis ß. minima -j- y. nemorosa Cosson et Germain Fl. des env. de Paris, ed. I. p. 302 pr. p. (1845). E. officinalis b. nemorosa Beckhaus Fl. v. Westf. p. 672 (1893); Cosson et Germain 1. c. ed. IL p. 371 pr. p. (1861). E. officinalis c. nemorosa f. micrantha Garcke Fl. v. Deutschi. 16. Aufl. p. 336 pr. p. (1890). E. officinalis var. tetraquetra Brebisson Fl. de la Norm. ed. II. p. 183 (1849). E. stricta f. reducta Sagorski in Deutsche bot. Mo- natsschr. VII. p. 6, 7 (1889). E. tetraquetra Arrond. in Bull. soc. polym. 1862. p. 96; Hist. nat. de Morbihan. Bot. p. 76 (1867); Grenier Fl. de la Chaine Jur. p. 568 (1865). Oberfranken: Grasige Wegränder unweit Erlau bei Bam- berg. Bodenunterlage: Keuper. Meereshöhe: 310 m. leg. Otto Prechtelsbauer August 1898. Ich beobachte diese — wie die folgende aus dem Bam- berger Florengebiete stammende — Art schon seit dem Jahre 1882 im Aurachthaie bei Mühlendorf, Erlau, Walsdorf und Kolmsdorf auf Feldwegen, Waldfuhren, grasigen, sonnigen Ab- hängen und Rainen. An etwas feuchten Gräben der Wald- wege tritt sie in höherem Wüchse, in mehr graugrüner Fär- bung und mit sehr dünnen Ästen auf. Sie kommt an solchen Stellen auch in ganz unverästelten Exemplaren vor, die durch ihren hohen, schlanken Wuchs und die kleinen Korollen an die folgende erinnern. Otto Prechtelsbauer. E. n., die immer noch vielfach teils mit der folgenden, teils mit E. stricta Host verwechselt wird, ist bisher mit Sicher- heit bekannt aus der unteren Hochebene !!, dem Jura- I! und Keuper-Gebiete, dem Bayerischen Walde, der Rhön, dem Spes- — 33 — sart und der Nordpfalz. Jedenfalls ist sie noch an vielen Orten übersehen. Dr. Poeverlein. 10«. Euphrasia gracilis. Pries Novitiae Flor. Suec. Mant. III. p. 62 (1842); Summa veg. Scand. Lp. 195 (1846); Wettstein, Monogr. der Gatt. Euphrasia. p. 143, t. IV fig. 216—222, t.VIII fig. 2 (1896). Syn. E. Brauniana Opiz in sched. E. micrantha Reichenbach Fl. Germ. exe. p. 358 (1831/32); Löhr Fl. v. Coblenz. p. 127 (1838); Cassebeer et Theobald, Fl. der Wetterau. p. 153 (1849); A. Kerner Schedae ad Fl. exs. Austro- Hung. II. p. 117 (1882); Heimerl in Verh. ZBG. Wien. XXXIV. p. 99 (1885); Wettstein in Engler u. Prantl, Natürl. Pflanzenfam. IV, 3 b. p. 10t (1893) non Brenner. E. minor Dillenius Catal. plant, sponte circa Gissam nasc. p. 121, Append. p. 53 (1719). E. nemorosa C. parviflora «. gracilis Soyer-Willemet Sur l'Euphr. off. et les esp. vois. p. (30). E. nemorosa ß. (b.) gracilis Grisebach et Schenk in Linnaea. XXV. p. 603 (1852); Fiek, Flora von Schlesien, p. 339 (1881); Willkomm, Führer in das Reich der deutschen Pflanzen, ed. II. p. 542 (1882); Potonie 111. Fl. von Deutschi. p. 455 (1889). E. nemorosa var. rigidula H. Martinis in sched. pr. max. p. E. officinalis ö. alpestris No. 4 Koch Syn. Ed. I. p. 545 (1837); No. 3 Koch in Rohling Deutschi. Fl. IV. p. 350 (1833). ?E. officinalis f. alpina Blytt Norges Flora, p. 799 (1784). E. officinalis y. ericetorum Patze, Meyer, Elkan Fl. von Preussen. p. 207 (1850). E. officinalis ß. (y.) gracilis Fries Flora Halland. p. 104 (1818); ?Oborny Fl. v. Mähren u. Schlesien. Lp. 432 (1881); Karsten Deutsche Fl. p. 939 (1880/83). E. officinalis y. micrantha Nöldeke Fl. von Lüneburg. p. 2S7 (1890). 3 — 34 — E. officinalis B. montana y. gracilis Fries Nov. Flor. Suec. ed. IL p. 198 (1828). E. officinalis b) (ß.) nemorosa Ascherson Fl. der Prov. Brandenburg. I. p. 490 pr. p. (1864); Celakovsky Prodr. Fl. Böhm. p. 337 pr. p. (1869). E. officinalis b. nemorosa ß. gracilis Beckhaus Fl. von Westfalen, p. 673 (1893). E. officinalis c. nemorosa f. micrantha Garcke Fl. von Deutschi. 16. Aufl. p. 336 pr. p. (1890). E. officinalis c. parviflora Willkomm, Führer in das Reich der deutschen Pflanzen, ed. I. p. 425 (1863). E. officinalis B. Stenophyllae ß. micrantha, y. gracilis et d. retusa Reichenbach fil. Icon. Fl. Germ. XX. p. 58, t. MDCCXXXII fig. IV, V, VI (1862). ?E. officinalis var. stricta Wahlberg Fl. Gothob. (1820/24). E. officinalis y. tenuifolia Schlechtendahl Fl. Berol. I. p. 331 (1823). E. retusa Tausch in sched. E. rigidula Jordan Pug. plant, nov. p. 134 (1852); Grenier Fl. de la Chaine Jur. p. 566 (1865); Bo- reau Fl. du centr. de la Fr. ed. III. p. 193 (1857). E. tenella Kützing in Reichenbach Fl. Germ. exe. Addend. p. 862 (1830/31). Exs. Flora Silesiaca 72; Herbarium normale 3360. a) Oberfranken: Trockene Waldschläge unweit Erlau bei Bamberg. Bodenunterlage: Keuper. Meereshöhe: 320 m. Begleitpflanzen: Calluna vulgaris, Molinia coerulea. leg. Otto Prechtelsbauer August 1898. b) Oberpfalz: Sonniger Abhang hinter Wutzlhofen bei Regensburg. Bodenunterlage: Jura. Meereshöhe: ca. 400 m. Begleitpflanzen: Genista tinetoria, Cytisus nigricans, Vaccinium myrtillus, Calluna vulgaris, Quercus, Betula alba, leg. Dr. Hermann Poeverlein 2. September 1898. c) Niederbayern: Am Zwieselberg bei Zwiesel im Bayeri- schen Wald. - 35 Bodenunterlage: Urgebirge. Meereshöhe: ca. 600 m. Begleitpflanzen: Potentilla silvestris, Gnaphalium sil- vaticum, G. dioicum, Vaccinium vitis Idaea, Calluna vul- garis, Thymus serpyllum, Lycopodium clavatum, Poly- trichum. leg. Dr. Hermann Poeverlein 29. Juli 1898. E. g. kommt in der Bamberger Flora in sehr trockenen Waldschlägen des Keupers (ca. 320 m) bei Erlau und Wals- dorf im Aurachthaie vor. Otto Prechtelsbauer. Sie wurde bisher für den Bayerischen Wald!!, das Jura-!! und Keuper-! Gebiet und den Spessart (Appel in Allg. bot. Zeitschr. IV. p. 86 [1898]) nachgewiesen, ist aber jedenfalls in Nordbayern noch weiter verbreitet. Aus Südbayern und der Pfalz lag sie mir bisher noch nicht vor; doch gibt z. B. Ade für das Bodenseegebiet mehrere Fundorte an. Dr. Poeverlein. 109. Mentha nemorosa. Willdenow Spec. plant. III. p. 75 (1800). Unterfranken: Graben am Bleichdamm-Elsawäldchen bei Königsberg. Bodenunterlage: Keupersand. Meereshöhe: 280 m. Begleitpflanzen: Bupleurum falcatum, Mentha silvestris, Origanum vulgare. leg. August Vill September 1897. Die bayerischen Arten, Formen und Bastarde der Gattung Mentha haben bisher eine sehr stiefmütterliche Behandlung*) erfahren, so dass auch die Verbreitung der hier ausgegebenen Art, welche von einigen der neueren Autoren als Bastard zwischen M. longifolia und rotundifolia angesehen, von anderen wieder in eine Reihe von weiteren Arten zerlegt wird, noch keineswegs feststeht. Jedenfalls ist sie in Bayern noch weiter verbreitet. Hier- her gehörige Formen finden sich z. B. am Tegernheimer Keller bei Regensburg!!, früher am germanischen Museum zu Nürn- *) Wieviel bei uns in dieser Gattung noch zu machen wäre, zeigt z. B. neuerdings wieder die Zusammenstellung der Mentha- Arten des benachbarten Oberösterreich durch Topitz in XXXII. Jahresber. Ver. für Naturkunde in Österreich ob der Enns (1903). 3* — 36 — berg, bei Eysölden, Neuses, Erlangen, Muggendorf und in Kraftshof (Schwarz, Flora von Nürnberg-Erlangen. IL p. 607). In der Pfalz scheint sie nach P. W. Schultz, Grundzüge zur Phytostatik der Pfalz, p. 104 nicht selten zu sein. Dr. Poeverlein. HO. Galeopsis dubia subsp. dubia var. dubia. Briquet Resurae d'une monogr. du genre Galeopsis. p. 20 (1891), Monogr. du genre Galeopsis p. 269 (1893). Pfalz: Geröllhalde am Königsberg. Bodenunterlage: Porphyr. Meereshöhe: 500 m. Begleitpflanzen: Teucrium scorodonia, T. botrys. leg. Philipp Honig 8. August 1898. Da die früheren Angaben dieser Pflanze für Berchtes- gaden und Metten sich als unzutreffend erwiesen haben, be- schränkt sich ihre Verbreitung auf wenige Orte des Bunt- sandsteingebietes und der Rhön. Ihre Hauptverbreitung besitzt sie in der Pfalz, wo sie in verschiedenen Formen (F. W. Schultz, Grundzüge der Phytostatik der Pfalz, p. 109 unter- scheidet je nach der Blütenfarbe eine f. normalis vel ochro- leuca, f. versicolor und f. purpurea) oft gar nicht selten vor- kommt!! Dr. Poeverlein. Hl. Brunella alba. Pallas in Marschall von Bieberstein Fl. Tauro-cauc. IL p. 67 (1808). Syn. B. vulgaris y laciniata Linne Spec. plant, ed. I. p. 600 "(1753). Unterfranken: Auf einem grasigen Kleeacker bei Preppach. Bodenunterlage: Keupersand. Meereshöhe: 230 m. Begleitpflanzen: Medicago sativa, Hieracium pilosella. leg. August Vill Juli 1898. B. a. findet sich zerstreut im Keuper- und Buntsandstein- gebiete, sowie in der vorderen und mittleren Pfalz. Fraglich ist ihr Vorkommen: 1) bei Streitberg, wo sie früher von Funk gefunden worden sein soll, jedoch neuerdings nicht mehr be- obachtet wurde (vgl. Schwarz, Flora von Nürnberg- Erlangen. IL p. 640); - 37 — 2) im Neuburgerwald bei Passau (M. Maier in Ber. Bayer. Bot. Ges. zur Erforschung der heimischen Flora. I. p. 57); 3) bei Regensburg (SchäfTer, Versuch einer medicini- schen Ortsbeschreibung der Stadt Regensburg. Re- gensburg 1787. p. 281. — vgl. A. E. Fürnrohr, Flora Ratisbonensis. p. 130). Vielleicht liegen hier z. T. Verwechslungen mit weiss- blühenden Exemplaren der anderen beiden Arten vor. Dr. Poeverlein. 112 Atriplex roseum var. Baulunianum. Wallroth Sched. crit. Add. p. 505 (1822). Syn. Schizotheca rosea «) Bauhiniana Günther Beck, Flora von Nieder- Österreich. I. p. 330 (1890). Unterfranken: An Wegen und auf Schutt bei Ziegelanger, Bez -A. Hassfurt. Bodenunterlage: Keupersand. Meereshöhe: 225 m. Begleitpflanzen: Artemisia vulgaris, Chenopodium al- bum, Atriplex hastatum. leg. August Vi 11 August 1898. A. r. findet sich selten im Keuper- und Muschelkalk- gebiete, in der Pfalz nur bei Hessheim und Kleinriedesheim. Adventiv wurde es neuerdings bei Schwabing (Kraenzle), sowie seit 1892 bei Nürnberg (Schultheiss) beobachtet. Dr. Poeverlein. 113. Titliymalus verrucosus Scopoli Fl. Carn. ed. II. I p. 336 (1,772). Syn Euphorbia verrucosa Linne Spec. plant, ed. I. p. 45! * pr. p. (1753); Jacquin Enum. stirp. Vindob. p. 82. Exs. Flora Austro-Hungarica 498. Schwaben: An Rainen und Waldrändern bei Ederheim unweit Nördlingen. Boäenunterlage: Jurakalk. Meereshöhe: 520 m. Begleitpflanzen: Prunus spinosa, Veronica teucrium. leg. Georg Hoock Mitte Mai 1898. T. v. bevorzugt selten den Wahl, häufiger Waldränder, unfruchtbare Hänge und Raine, wo er namentlich unier dem 38 — Schutze von Dornhecken üppig gedeiht. Einzelne Exemplare mit 40 Trieben aus einem einzigen Wurzelstock sind nicht selten. Die Standorte in der Nähe Nördlingens, wo er am häufigsten auftritt, sind: Ederheim, Karlshof, Strassenränder der Strasse nach Neresheim, Utzmemmingen. Besonders häufig und üppig wächst er an Ackerrainen des nahen Goldbergs bei Pflaumloch in Württemberg und zwar auf Süsswasserkalk. Auf Keuper ist er auch von Frickhinger nicht angegeben. Die Angabe von Weiss „Jura und Keuper selten" stimmt für den Jura um Nördlingen jedenfalls nicht. Georg Hoock. T. v. ist in den Alpen (mit Ausnahme der Algäuer Alpen), der Hochebene, dem Muschelkalkgebiete und dem südlichen Teile des Prankenjura!! verbreitet, im mittleren und nördlichen Teile des letzteren, im Keupergebiete und im Bayerischen Walde seltener. Den übrigen Teilen Bayerns fehlt er gänzlich. Über seine Verbreitung im übrigen Deutschland, Österr- reich and der Schweiz vgl. Rottenbach in Deutsche bot. Monatsschr. XV. p. 37 ff. (1897). Dr. Poe verleim 114. Tithymalus helioscopius. Hill Hort. Kew. p. 172 (1768); Scopoli Fl. Carn. ed. IL I. p. 337 (1772). Syn. Euphorbia helioscopia Linne Spec. plant, ed. I. p. 459 (1753). Exs. Flora Austro-Hungarica 3221. Niederbayern: Felder bei Weigendorf. Bodenunterlage: Ackererde (Lehm). Meereshöhe: 375 m. Begleitpflanzen: Sherardia arvensis. leg. Franz Xaver Gierster Juni und Juli 1898. T. h. ist eine durch das ganze Gebiet mit Ausnahme der höheren Lagen der Gebirge verbreitete Ruderalpflanze. Dr. Poeverlein. 115. Tithymalus amygdaloides. Hill Hort. Kew. p. 172 (1768). Syn. Euphorbia amygdaloides Linne Spec. plant, ed. I. p. 463 (1753). E. silvatica Jacquin Fl. Austr. IV. t. 375 (1776). Exs. Herbarium normale 4298. Schwaben: Laubwald am Thalberg bei Ederheim unweit Nördlingen. Bodenunterlage: Jurakalk. Meereshöhe: 550 m. Begleitpflanzen: Hepatica nobilis, Lathyrus vernus, L. niger. leg. Georg Hoock Ende Mai 1897. T. a. ist eine der auffallendsten Jurapflanzen; durch seine im Frühjahr prächtig violettroten Blätterbüschel, die in starkem Kontrast stehen zu den zart gelben Knospen der neuen Blatt- anlagen, fesselt er die Blicke. Auf den Höhen des Jura, so- weit er das Ries umwallt, findet er sich sehr häufig an lichten Stellen des Laubwaldes und zwar in den höheren Lagen. Nach Frickhinger fehlt er an den tieferen Stellen des fränkischen Jura und steigt selten unter 1600' = 510 m herab. In der Nähe Nördlingens ist er namentlich häufig auf dem Thalberg bei Ederheim, im Holheimer Wäldchen, in den Laubwäldern bei der alten Burg, bei Utzmemmingen und Trochtelfingen. Georg Hoock. T. a. ist in den Berchtesgadener Alpen!! und dem Muschel- kalkgebiete verbreitet, im Bodenseegebiete, in der oberen und unteren Hochebene, dem südlichen Teile des Frankenjura, dem Keupergebiete, der mittleren und nördlichen Pfalz selten. Dem übrigen Bayern fehlt er. Dr. Poe ver lein. 116. Titliymaliis cyparissias. Scopoli Fl. Carn. ed. II. I. p. 339 (1772). Syn. Euphorbia Cyparissias Linne Spec. plant, ed. I. p. 461 (1753). Exs. Herbarium normale 4294. Niederbayern: Waldränder bei Weigendorf. Bodenunterlage: Kies, Sand. Meereshöhe: 380 m. Begleitpflanzen: Polygala vulgare, Luzula campestris, Gramina. leg. Franz Xaver Gierster April und Mai 1898. T. c. ist im ganzen Gebiete verbreitet, fehlt jedoch im Inneren des Bayerischen Waldes. Dr. Poeverlein. — 40 — 117. Tithy malus peplus. Gärtner De fruct. III. p. 115, t. 107 fig. 2 (1805—07). Syn. T. rotundifolius Gilibert Fl. Lith. II. p. 208 (1781). Euphorbia Peplus Linne Spec. plant, ed. I. p. 456 (1753). Exs. Flora Austro-Hungarica 2850. Niederbayern: Gemüsegarten in Weigendorf. Bodenunterlage: Gartenerde. Meereshöhe: 375 in. Begleitpflanzen: Sonchus oleraceus, Chenopodium. leg. Franz Xaver Gi erster Juni und Juli 1898. Besitzt ungefähr dieselbe Verbreitung wie T. helioscopius. Dr. Poeverlein. 118. Tilliymalus exiguus. Lamarck Fl. Fr. III. p. 100 (1778). Syn. Euphorbia exigua Linne Spec. plant, ed. I. p. 456 (1753). Exs. Flora Silesiaca 447. Niederbayern: Gersten- und Haberfelder bei Weigendorf, Bez.-A. Dingolfing. Bodenunterlage: Lehmboden. Meereshöhe: 375 m. Begleitpflanzen: Trifolium pratense, Getreide. leg. Franz Xaver Gierster Juni, Juli 1898. T. e. ist in ganz Bayern mit Ausnahme der Alpen, von wo seine Verbreitung gegen die Donau hin zunimmt, des Bayerischen und Oberpfälzer Waldes ziemlich verbreitet. Günther Beck, Flora von Nieder-Österreich. II, 1. p. 552 (1892) führt drei auf die Blattform gegründete Varietäten an, die sich jedoch m. E. nicht scharf voneinander unterscheiden lassen. Dr. Poeverlein. 119 inisophyllum humifusum. Klotzsch et Garcke. Syn. Euphorbia humifusa Willdenow Enum. plant. Berol. Suppl. p. 27 (1813); Boissier in De Caudolle Prodr. XV, 2. p. 30 (1866). Exs. Flora Austro-Hungarica 2852. Oberpfalz: Städtischer Alleegarten in Regensburg. Bodenunterlage: Diluvium. Meereshöhe: 340 m. — 41 — Begieitpflanzen: Pumaria Vaillantii, Portulaca oleracea ; Veronica peregrina. leg. Dr. Hermann Poeverlein 2. Juli 1898. Über die Merkmale dieser Pflanze und ihr neuerdings immer mehr an Ausbreitung gewinnendes Vorkommen in Deutschland und Österreich- Ungarn*) vgl. Petry in Allg. bot. Zeitschr. I. p. 11 (1895), Pritsch in Verh. ZBG. Wien. XLVIIJ. p. 99 (1898), Hock in Bot. Ctrlbl. Beih. XVI, 2. p. 399 (1903), über ihr Vorkommen am angegebenen Fundorte Vollmann in Allg. bot. Zeitschr. II. p. 39 (1896) und in Ber. Naturw. Ver. Regensburg. V. p. 225 (1896). In Bayern wurde sie noch gefunden im Botanischen Garten zu Würzburg (Rost sec. Hock 1. c.) und in München (Garten- flora. XXV. p. 159). Dr. Poeverlein. 120. Mercurialis perennis f. ovatifolia. Haussknecht in Mitth. Thür. bot. Ver. N. P. 1II/IV. p. 81 (1893). Oberpfalz: Scheibelberg bei Donaustauf. Bodenunterlage: Granit. Meereshöhe: 515 m. Begleitpflanzen: Hepatica nobilis, Pulmonaria obscura, Mercurialis perennis f. ellyptica, Polygonatum multi- florum. leg. Dr. Franz Vollmann ^ — ^-_ 1898. fr. Juni 121. Mercurialis perennis f. ellyptica. Haussknecht in Mitth. Thür. bot. Ver. N. F. III/IV. p.81 (1893). Syn. M. longifolia Host Fl. Austr. IL p. 666 (1831). Oberpfalz: Scheibelberg bei Donaustauf. Bodenunterlage: Granit. Meereshöhe: 515 m. Begleitpflanzen: Hepatica nobilis, Pulmonaria obscura, Mercurialis perennis f. ovatifolia, Polygonatum multi- florum. leg. Dr. Franz Vollmann ^^-. 1898. Ir. Juni *) Bei Wohlfarth Koch's Syn. p. 2267 (erschienen 190"*) wird auf- fallenderweise diese Art gar nicht erwähnt. — 42 — 122 Mercurialis ovata f lypica. Vollmann in Denkschr. K B G. Regensburg. VII. N. F. I. p. 57 (1898). Oberpfalz: Keilstein bei Regensburg. Bodenunterlage: Weisser Jura. Meereshöhe: ca. 410m. Begleitpflanzen: Lathyrus vernus, Cornus sanguinea, Lactuca perennis, Hieracium cymosum, Allium fallax. leg. Dr. Franz Vollmann „' }-. 1898. ir. Juni 123. Mcrcurialis ovata f. angusüor. Vollmann in Denkschr. K B G. Regensburg. VII. N. F. I. p. 57 (1898). Oberpfalz: Unteres Regenthal bei Zeitlarn. Bodenunterlage: Weisser Jura. Meereshöhe: 390 m. Begleitpflanzen: Lathyrus vernus, Melampyrum ne- morosum, Corylus avellana, Carpinus betulus. leg. Dr. Franz Vollmann 7 A T Pn * 1898. ° ir. Juni Über die unter No. 120 — 123 ausgegebenen Formen vgl. Vollmann 1. c. p. 48 ff. 124. Salix purpurea var. typica f. temiijulis Anton Mayer in Denkschr. K B G. Regensburg. VIII. N. F. II. 2. Beil. No. 124 (1903). Mittelfranken: Sumpfwiese bei Nürnberg. Bodenunterlage: Diluvium. Meereshöhe: 316 m. Begieitpflanzen: Salix cinerea, S. aurita, S. aurita X purpurea, Carex disticha. leg. Ernst Kaufmann „A. — H ^- 1898. & fol. 8. Aug. Der Blatt form nach gehören die vorliegenden Exemplare zur typischen \ r arietät, zeichnen sich jedoch durch auffallend lange Kätzchen aus. Diese Form beschrieb Andersson in De Candolle Prodr. XVI. p. 306 (1868) ohne Rücksicht auf die Blattform als var. gracilis, während Wimmer Sal. Eur. p. 32 (1866) denselben Namen bereits für eine Blatt Varietät ge- braucht hatte. Er muss deshalb — wenn er nicht etwa mit Rücksicht auf seine Zweideutigkeit ganz fallen gelassen wer- - 43 - den will — der Letzteren bleiben und die von Andersson beschriebene Form einen neuen Namen erhalten. Anton Mayer und Dr. Poeverlein. 125. Salix purpurea var. helix f. stylisera $. Anton Mayer in Ber. Naturw. Ver. Regensburg. VII. p. 90 (1900). Oberpfalz: Donauufer auf dem oberen Wöhrd in Regens- burg. Bodenunterlage: Alluvium. Meereshöhe: 340 m. Begleit pflanzen: Salix triandra, S. purpurea var. typica, S. purpurea X viminalis. „ , fl. April iono leg. August Fürnrohr fol g^ 1898. Die durch oben kegelig verlängerte Fruchtknoten mit kurzem, jedoch deutlichem Griffel ausgezeichnete f. styligera Wimmer Sal. Eur. p. 32 (1866) findet sich bei verschiedenen Blattvarietäten dieser Art. Dr. Poeverlein. 126 Salix (purpurea x repens) comb, linearis 137. Salix nigricans var. obovata f. eriocarpa ?. Anton Mayer in Ber. Naturw. Ver. Regensburg. VII. p. 66 (1900). Oberpfalz: Auf dem Lausbuckel bei Regensburg. Bodenunterlage: Diluvium. Meereshöhe: ca. 330 m. Begleitpflanzen: Alnus glutinosa, Salix purpurea, S. cinerea. fl. April 1ono leg. Anton Mayer fol A 1898. 138. Orchis sambucinus. Linne Fl. Suec. ed. IL p. 312 (1755); M. Schulze Orchid. Deutschi. 22. Syn. O. incarnatus Haller Fl. Helv. ed. II. p. 36 non Linne Fl. Suec. ed. IL p. 312 (1755). O. latifolius var. 1 & 2 Scopoli FL Carn. IL p. 197 (1772). 0. mixta $) sambucina Retzius Prodr. p. 167 (1779). 0. pallens Moritzi, Die Pflanzen der Schweiz, p. 508 (1832). 0. saccata Reichenbach Fl. Germ. exe. p. 123 (1830). 0. salina Frivaldsky in Verh. Siebenb. Ver. VIII. p. 102 (1827). - 48 0. Schleichen Sweet Brit. Flower-Gard. IL p. 199 (1831-38). Niederbayern: Greising bei Deggendorf. Bodenunterlage: Gneis. Meereshöhe: 800 m. Begleit pflanzen: Arnica montana, Orchis maculatus. leg. Botanischer Verein Deggendorf 11. Mai 1898. In Südbayern, wo er früher bei Harlaching und bei Massen- hausen an der Moosach vorkam, wurde 0. s. neuerdings nicht wieder gefunden. In Nordbayern findet er sich in allen Teilen zerstreut, ebenso in der mittleren und nördlichen Pfalz, wäh- rend er der Vorderpfalz zu fehlen scheint. Dr. Poeverlein. 130 Cephalanthera rubra Richard Mem. du mus. IV. p. 60 (1817); De Orchid. annot. p. 38 (1817); M. Schulze Orchid. Deutschi. 58. Syn. Epipactis purpurea Crantz Stirp. Austr. VI. p. 457 (1769). E. rubra Allioni Fl. Pedem. II. p. 153 (1785). Serapias grandiflora Schmidt Fl. Boem. p. 83 (1794). S. Helleborine d. Linne Spec. plant, ed. I. p. 949 (1753). S. rubra Linne Syst. nat. ed. XII. II. p. 594 (1767). Exs. Flora Austro-Hungarica 1844. Schwaben: Ensfeld bei Dollnstein. Bodenunterlage: Jurakalk. Meereshöhe: 500 m. leg. Johann Baptist Lutz anfangs Juli 1898. C. r. findet sich mit Ausnahme des Oberpfälzer Waldes und des Fichtelgebirges in ganz Bayern zerstreut, häufiger im Jura!! Im Bayerischen Walde wurde sie neuerdings von Wein- gärtner und Holzbauer zwischen Obernzeil und Jochenstein auf Gneis gefunden. Über die Systematik und Nomenklatur der Gattung vgl. Fritsch in Österr. bot. Zeitschr. XXXVIII. p. 77 ff. (1888) und Wettstein ibid. XXXIX. p. 395 ff. (1889). Dr. Poeverlein. 140. Goodyera repens. Robert Brown in Aiton Hort. Kew. V. p. 198 (1813); M. Schulze Orchid. Deutschi. 66. — 49 - Syn. Epipactis repens Crantz Stirp. Austr. ed. IL p. 473 (1769). Neottia repens Swartz in Act. Holm. 1800. p. 226. Ophrys cernua Thore Chi. des Land. p. 361 (1803). Peramium repens Salisbnry in Transact. of hört. Soc. p. 261 (1812). Satyrium hirsutum Gilibert Exerc. phyt. IL p. 484 (1792). S. repens Linne Spec. plant, ed. 1. p. 945 (1753). Serapias repens Villars Hist. des plant, de Dauph. IL p. 53 (1787). Tussacia repens Raf. in Jonrn. de bot, IV. p. 270 (1814). Exs. Herbarium normale 4083. Oberbayern: Nudlmühle bei Benediktbeuern. Bodenunterlage: Flysch. Meereshöhe: 633 m. Begleitpflanzen: Ramischia secunda u. a. leg. Julius Poeverlein 7. August 1898. G. r. findet sich fast in allen Teilen Bayerns, jedoch zerstreut und oft nur einzeln. Im Bayerischen Walde, für den sie bisher noch nicht konstatiert war, habe ich sie am Walhallaberg bei Donaustauf gefunden (vgl. Petzi in Denkschr. KBG. Regensburg. VII. N. P. I. p. 121). Dr. Poeverlein. 141. Tulipa silvestris. Linne Spec. plant, ed. I. p. 305 (1753). Exs. Flora Austro-Hungarica 1483. Unterfranken: Steinberg bei Würzburg. Bodenunterlage: Muschelkalk. Meereshöhe: 190 m. Begleitpflanzen: Thlaspi perfoliatum, Thl. arvense. leg. Botanische Vereinigung Würzburg 25. April 1898. T. s. findet sich zerstreut in der unteren Hochebene, im Keuper- und Muschelkalkgebiete, sowie in der Vorderpfalz bei Speyer. Dr. Poeverlein. — 50 - 142. Juncus supinus. Moench Enum. plant. Hassiae. I. p. 167 (1777). Syn. J. annuus Krocker Fl. Sil. I. p. 566 (1787). J. bulbosus Linne Spec. plant, ed. 1. p. 327 (1753). J. ericetorum Krocker ibid. II. p. 565 (1790). J. setifolius Ehrhart Calamar. Dec. XII. No. 86, Beitr. VI. p. 83 (1791). J. subverticillatus Wulfen in Jacquin Collect. III. p. 51 (1789). J. triandrus Villars Catal. meth. jard. Strassbourg. p. 81 (1807> J. verticillatus Persoon Syn. I. p. 884 (1805). Exs. Cyperaceae et Juncaceae exsiccatae 81 ; Flora Sile- siaca 491 (f. prolifera), 492 (f. fluitans). a. Oberpfalz: Ausgetrocknete Moorgräben bei Teublitz. Bodenunterlage: Tertiär. Meereshöhe: 350 m. Begleitpflanzen: Juncus articulatus u. a. leg. Franz Petzi, Dr. Hermann Poeverlein, Dr. Franz Vollmann 11. Oktober 1898. b. forma capitulis foliiferis, radicantibus. Mittelfranken: Auf nassem Sandboden an Weiherrändern um Erlangen. Bodenunterlage: Keuper- Alluvium. Meereshöhe: ca. 300 m. Begleitpflanzen: Drosera rotundifolia, Juncus lampo- carpus, J. bufonius, J. supinus v die unter c ausgegebene Form), leg. Dr. Paul Friedrich Reinsch September 1901. c. forma calmis suberectis, capitulis efoliatis, eradicatis. Mittelfranken: Auf nassem Sandboden an Weiherrändern bei Erlangen. Bodenunterlage: Keuper- Alluvium. Meereshöhe: ca. 300 m. Begleitpflanzen: Drosera rotundifolia, Juncus lampo- carpus, J. bufonius, J. supinus (die unter b ausgegebene Form), leg. Dr. Paul Friedrich Reinsch September 1901. — 51 — J. s. ist im Keuper-Ü und Waldgebiete, sowie in der mittleren Pfalz verbreitet, in den übrigen Gebietsteilen Bayerns zerstreut. Er fehlt anscheinend der Rhön und der Nordpfalz. Von den einheimischen Varietäten dieser Art scheint nur dem in der mittleren Pfalz verbreiteten J. Kochii F. Schultz in Jahresber. Pollichia. XIII. p. 32 (1855) (= J. nigritellus Koch Syn. ed. II. p. 730 [1843—45]; J. supinus S nigritellus P. Schultz in Flora. XXIII, 2. p. 640 [1840]) einige systema- tische Bedeutung zuzukommen, während die übrigen, auf die Entwicklung der vegetativen Organe gegründeten Varietäten (uliginosus Roth Tent. Fl. Genn. 1. p. 155 [1788]; fluitans La- marck Encycl. III. p. 270 [1789]; bulbosus Linne Spec. plant, ed. I. p. 327 [1753]), wie die ausgegebenen Exemplare deutlich zeigen, sämtlich ineinander übergehende Standortsmodifikationen dieser vielgestaltigen Art darstellen. Dr. Poeverlein. 143. Schoenus nigricans. Linne Spec. plant, ed. I. p. 43 (1753). Syn. Chaetospora nigricans Kunth Enum. IL p. 323 (1837). Exs. Flora Austro-Hungarica 1052; Cyperaceae exsiccatae 44, 44 a. Niederbayern: Sippenauer Moor bei Kelheim. Bodenunterlage: Tertiär. Meereshöhe: 355 m. Begleit pflanzen: Juncus obtusiflorus, Scirpus pauci- rlorus, Carex pulicaris, C. paniculata, C paradoxa, C. teretiuscula. leg. Franz Petzi 29. Juni 1898. Seh. n. wurde neuerdings — abgesehen von den bereits bei Prantl verzeichneten Fundorten — nur an dem voran- gegebenen und bei Dechsendorf gefunden, dürfte jedoch m. E. zweifellos noch eine weitere Verbreitung besitzen. Dr. Poeverlein. 144. Schoenus fermgineus. Linne Spec. plant, ed. I. p. 43 (1753). Syn. Chaetospora ferruginea Reichenbach Fl. Germ. exe. p. 74 (1830). Streblidia ferruginea Link Hort.Berol. I. p. 276 (1827). 52 — Exs. Flora Austro-Hungarica 1051; Cyperaceae exsic- catae 43. Oberpfalz: Roither Sumpfwiese bei Regensburg. Bodenunterlage: Diluvium. Meereshöhe: 330 m. Begleitpflanzen: Juncus obtusiflorus, J. alpinus, Carex lepidocarpa, C fulva u. a. leg. Franz Petzi 10. Juli 1898. Seh. f. findet sich in Bayern fast nur südlich der Donau!!, am häufigsten in den Hochmooren der oberen Hochebene. In Nordbayern wurde er neuerdings nur im Schwarzach- thal zwischen Ochenbruck und Pattenhofen von Schwemmer gefunden (Schwarz, Flora von Nürnberg-Erlangen. II. p. 809). Der Pfalz fehlt er gänzlich. Dr. Poeverlein. 145. Rtiynchospora alba. Vahl Enum. II. p. 236 (1806). Syn. Mariscus albus Gilibert Exerc. IL p. 512 (1792). Schoenus albus Linne Spec. plant, ed. I. p. 44 (1753). Exs. Flora Austro-Hungarica 1053; Flora Silesiaca 499; Cyperaceae exsiccatae 13, 13 a, 13 b. Oberpfalz: Klardorfer Moor bei Schwandorf. Bodenunterlage: Tertiär. Meereshöhe: 370 ra. Begleitpflanzen: Radiola radiola, Rubus plicatus, Rhyn- chospora fusca. Carex glauca. leg. Franz Petzi 15. Juli 1898. Rh. a. findet sich im ganzen Gebiete mit Ausnahme des Jura- und Muschelkalkgebietes, des Fichtelgebirges (wo sie früher am Fichtelsee gefunden, jedoch neuerdings nicht mehr beobachtet wurde), der Rhön und der nördlichen Pfalz zerstreut. Dr. Poeverlein. 146. Rtiynchospora fusca. Roemer et Schultes Syst veget. II. p. SS (1817). Syn. Rh. alba ß. fusca Vahl Enum. II. p. 23b (180b). Schoenus fuscus Linne Spec. plant, ed. II. p. 1664 (1763). Seh. setaceus Thuillier Fl. Paris, p. 19 (1790). Exs. Flora Silesiaca 500. 53 - Oberpfalz: Klardorfer Moor bei Schwandorf. Bodenunterlage: Tertiär. Meereshöhe: ca. 370 m. Begleitpflanzen: Radiola radiola, Rubus plicatus, Rhyn- chospora alba, Carex glauca. leg. Dr. Franz Vollmann 15. Juli 1898. Zu den von Prantl angegebenen Fundorten in der Hoch- ebene, dem Keuper- und Buntsandsteingebiet, sowie der mitt- leren Pfalz treten ausser dem angegebenen mehrere von Ade, Flora des bayerischen Bodenseegebietes, p. 96 angegebene, sowie folgende im Keupergebiete gelegene hinzu: Kosbach (Kittler i, Dummetsweiher südlich Zentbechhofen (Funk), Lira- mersdorf (Kaulfuss), Nittenau (Loritz). Dr. Poeverlein. 147. Carex limosa. Linne Spec. plant, ed. I. p. 977 (1753); Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. II, 2. p. 130. Syn. C. elegans Willdenow Prodr. p. 34 (1787). Exs. Carices exsiccatae 39. Oberpfalz: Moor bei Klardorf. Bodenunterlage: Tertiär. Meereshöhe: 360 m. Begleitpflanzen: Carex-Arten, namentlich C. teretius- cula. leg. Dr. Hermann Poeverlein 19. Mai 1-S98. C. 1. ist in den Alpen (nach Prantl bis 1740 m) und der Hochebene verbreitet, seltener im Bayerischen Walde!!*), dem Fichtelgebirge (Weissenstadt), dem Keuper-! ! und Buntsand- steingebiete, der Rhön, der Vorder- und Mittelpfalz. Den übrigen Teilen Bayerns scheint sie zu fehlen. Dr. Poe ver lein. 148. Carex Magellanica. Lamarck Encvcl. III. p. 385 (1789); Böckeier in Linnaea. XLI. p. 164 (1877). Syn. C. irrigua Smith in sched. sec. Hoppe Riedgr. p. 72 (1826). C. limosa ß. irrigua Wahlberg Act. Holm. 17S7. p. 34. Vet. Akad. Handb. 1803. p. 162 *) Vgl. hiei-7.ii Petzi in Denkschr. KBG Hegonsliuig. VII. X. F. I p. 126 (1898). 54 — Exs. Flora Austro-Hungarica 1888; Carices exsiccatae 40. Niederbayern : Hochmoor an der bayerisch -böhmischen Grenze in der Einsattelung zwischen Rachel und Lusen. Bodenunterlage: Urgebirge. Meereshöhe: 1230 m. Begleitpflanzen: Vaccinium myrtillus, V. uliginosum, V. oxycoccos, Andromeda polifolia, Melampyrumpratense, Scirpus caespitosus, Eriophorum vaginatum, Carex pauci- flora, C. canescens, C. limosa, Picea excelsa, Sphagnum. leg. Franz Petzi 28. Juli 1898. C. M. rindet sich in Bayern nur in den Berchtesgadener Alpen (am Götzen) und in höher gelegenen Hochmooren des Bayerischen Waldes (Markfilz am Rachel, Bärnlochfilz am Plattenhausen!!, Spitzbergfilz, Filz zwischen Lusen und Mar- berg), an letzteren Stellen mit C. limosa zusammen. Appel beschreibt in Ber. Bayer. Bot. Ges. zur Erforschung der heimischen Flora. II. p. 70 (1891) auch eine 1862 von Börner am Rachel gefundene Zwischenform zwischen beiden Arten (C. subalpina Brügger), die möglicherweise mit dem von Figert in Deutsche bot. Monatsschr. XVIII. p. 11 (1900) be- schriebenen Bastarde der beiden identisch ist. Dr. Poeverlein. 149. Panicuni lineare. Krocker Fl. Sil. p. 98 (1787) non Linne. Syn. P. ambiguum Lapeyrouse Hist. abr. des plant, des Pyren. p. 31 (1813). P. arenarium Marschall von Bieberstein Fl. Tauro- cauc. III. p. 52 (1819). P. filiforme Garcke Fl. von Nord- und Mittel-Deutschl. 3. Aufl. p. 369 (1854) non Linne nee Jacquin Ob- serv. III. t. 70 (1764-71) nee Poiret Voy. IL p. 93 (1789). P. glabrum Gaudin Agrost. Helv. I. p. 22 (1811). P. humifusum Kunth Gram. I. p. 33 (1829), Enum. I. p. 83. P. Ischaemum Schreber in Schweigger et Koerte Fl. Erlang. I. p. 16 (1811). Digitaria filiformis Koeler Descr. Gram. p. 26 (1802). D. glabra Roemer et Schultes Syst. veget. II. p. 471 (1817). — 55 — D. humifusa Richard in Persoon Syn. I. p. 85 (1805). D. linearis Crepin Man. ed. II. p. 335 (1866). Paspalum ambiguum De Candolle Fl. Pr. III. p. 16 (1805). Syntherisma glabrum Schrader Fl. Germ. I. p. 163 * (1794). Exs. Gramineae exsiccatae 72. Schwaben: Stoppelfelder bei Ried unweit Neuburg a. D. Bodenunterlage: Sand. Meereshöhe: 408 m. Begleitpflanzen: Setaria glauca, Seeale cereale. leg. Eugen Erdner September 1898. P. 1. fehlt den Alpen, von wo seine Verbreitung gegen die Donau zunimmt Im Keuper-, Muschelkalk- und Bunt- sandsteingebiete, sowie in der Pfalz ist es ziemlich verbreitet, im -Iura und im Waldgebiete seltener. In der Rhön und im Fichtelgebirge wurde es bisher noch nicht beobachtet. Dr. Poeverlein. 150. Equisetum variegatum. Schleicher Catal. plant. Helv. ed. I. p. 21 nomen nudum (1800). Weber et Mohr Bot. Taschenbuch 1807. p. 60, 447; Luerssen Farnpflanzen, p. 765 fig. 218, 219; Duval- Jouve Hist. nat. des Equis. de France, p. 250, t. II fig. 18, t. V fig. 18, t. VII fig. 25, 26. Syn. E. hiemale Ä) tenellum Liljeblad Utkast til en Svensk Flora, p. 384 pr. p. (1798). E. hiemale ß. variegatum Newman Phytol. I. p. 337 (1842). E. reptans ß. variegatum Wahlenberg Fl. Läpp. p. 298 (1812). E. tenellum Krok in Hartmann Handb. Skand. Fl. ed. XII. p. 25 (1889). E. tenue Hoppe in Flora. II. p. 229 nomen nudum (1819). Exs. Flora Austro-Hungarica 1904. Oberfranken: Sumpfige Stelle beim Bahnhof Staffelstein. Bodenunterlage: Diluvium. Meereshöhe: 250 m. Begleitpflanzen: Carex-Arten. leg. BotanischeVereinigung Würzburg 11. April 1897. - 56 — E. v., das bis vor wenigen Jahren nur aus den Alpen, der Hochebene, sowie von einigen Stellen der vorderen Pfalz bekannt war, wurde neuerdings von Appel in einem Sumpfe beim Bahnhofe Staffelstein (vgl. Mitth. Thür. bot. Ver. N. F. XV. p. 7) und von Schwarz in einem Sumpfe am Kanal zwi- schen Kronach und Steinach bei Fürth aufgefunden. In den bayerischen Alpen, wo es nach Prantl nur bis zu einer Meereshöhe von 1040 m vorkommen soll, fand es Born- müller am Rappensee noch in einer Höhe von 2100 m (vgl. Mitth. Thür. bot. Ver. N. F. VIII. p. 40). Dr. Poeverlein. Denkschriften der Kgl. botanischen Gesellschaft in Regensburg. VIII. Band. Neue Folge. II. Band. 3. Beilage. Flora exsiccata Bavarica. Fasciculus Tertius. Nr. 151—250. Unter Mitwirkung des Botanischen Vereins Deggendorf, der Botanischen Vere nigung Würzburg, sowie der Herren Eugen Erdner, Dr. Georg Fischer, August Fürnrohr, Dr. Hein- rich Fürnrohr, Otto Fürnrohr, Franz Xaver Gierster, Wil- helmGugler, Dr. Carl Otto Harz, Philipp Honig, Georg Hoock, Ernst Kaufmann, JosephKraenzle, GottliebLindner, Anton Mayer, Georg Mayer, Franz Petzi, Dr. Hermann Poeverlein, Otto Prechtelsbauer, Dr. Paul Friedrich Reinsch, Christoph Scherzer, August Friedrich Schwarz, Dr. Joseph Schwert- schlager, Karl Semler, Dr. Hermann Stadler, August Vill, Dr. Franz Vollmann, Alois Zick herausgegeben von der Königlichen botanischen Gesellschaft in Regensburg. Regensburg. Verlag der Gesellschaft. 1903. Inhalt. 151. Myosurus minimus Linne. 152. Sisymbriura sinapistrum Crantz var. typicum Günther Beck. 153. strictissimum Linne. 154. Erysimum cheiranthoides Linne. 155. strictum Flora der Wetterau var. typicum A. F. Schwarz. 156. Erucastrum obtusangulum Reichenbach. 157. Alyssum saxatile Linne. 158. Draba montana Bergeret, ,-r,' ! } Subularia aquatica Linne. lo9. b I 160. Iberis amara Linne. 161. Biscutella laevigata Linne var. hispidissima Koch. 1C>2. Helianthemura polifolium Koch var. angustifolium Koch. 163. Cucubalus baccifer Linne. 1()4. Dorycnium decumbens Jordan. 165. Ervum orobus Kittel. 166. Rosa cinnamomea Linne. KIT. — duraetorum Thuillier f. eomata Schwertschlager n. f. 168. — micrantha Smith var. typica R. Keller f. permixta R. Keller. 169. — elliptica Tausch var. typica R. Keller. 170. — f. hispida = f. glandulosa Schwertschlager in litt. (1899), 171. Rubus plicatus W-eihe et Nees. 172. — sulcatus Vest. 173. — phyllostachys Focke B. elatior Focke. 174. — tomentosus Borkhausen var. vulgaris Focke f. glabratus Focke. '_' , ! — radula Weihe. 1 1 5. b I 176. — Salisburgensis Focke. 177. — incultus Wirtgen. 178. Potentilla Norvegica Linne f. pinguis Petunnikov. 179. lissidens Zimmeter. ISO. — caulescens Linne. 181. Alchimilla alpina Linne. 1 182. Saxiffaga rautata Linne. 183. Eryngium campestre Linne var. genuinum Rouy et Camus. 184. Bupleurum ranunculoides Linne var. huraile Gaudin. 185. Imperatoria ostruthium Linne. 186. Dipsacus pilosus Linne. 187. Aster bellidiflorus Willdenow. 188. Buphthalmum salicifolium Linne. , ' . i Anthemis Austriaca Jacquin. 189. b \ 190. Matricaria discoidea De Candolle f. pygmaea. 191. inodora Linne var. typica. 192. • var. ambigua (Ledebour). 193. Doronicum Austriacum Jacquin. 194. Senecio spatulifolius De Candolle. 195. erucifolius Linne. \\\Q. sarracenicus Linne. 197. — paludosus Linne var. typicus. 198. Campanula rapunculus Linne var. hirta Petermann. 199. Myosotis Rehsteineri Wartmann. 200. Linaria arvensis Desfontaines. t .««" , J Limosella aquatica Linne. 201. b \ 202. Melampyrum pratense Linne var. concolor Schönheit. 203. silvaticum Linne. 204. Alectorolophus montanus Pritsch. 205. Vollmanni PoeverJein n. sp. ™«' ! \ Euphrasia Salisburgensis Funck. 206. b S 207. Orobanche ramosa Linne. 208. Primula auricula Linne var. Obristii Günther Beck. 209. Armeria purpurea Koch. 210. Salix alba Linne var. typica Anton Mayer subvar. vul- garis Anton Mayer f. coerulea Anton Mayer cf. 211. — daphnoides Villars var. latifolia A. Kerner £. 212. — 9. 213. — purpurea Linne var. helix Koch <$. 214. — — var. typica Günther Beck pr. p. f. furcata Anton Mayer d\ 215. — — — X (purpurea Linne X repens Linne) n. hybr. J 1 . 216. — caprea Linne var. latifolia Andersson subvar. ovata Andersson f. monstrosa $. 217. Salix (caprea Linne X cinerea Linne) comb. Reichardtii Anton Mayer 9. 218. ( — X — ) comb, semicinerea Anton Mayer n. comb. f. monstrosa. 219. ( — X — ) comb. Gilensis Anton Mayer n. comb. f. monstrosa $. 220. — (caprea Linne X viminalis Linne) comb, intermedia Anton Mayer 9. 221. — aurita Linne X caprea Linne ?. 222. — (aurita Linne X cinerea Linne) comb, auritaeformis Anton Mayer n. comb. ?. 223. Spiranthes autumnalis L. C. M. Richard. 224. Gladiolus paluster Gaudin. 225. Anthericum ramosum Linne var. typicum Günther Beck. 226. Allium angulosum Linne var. typicum Günther Beck. 997 ( — suaveolens Jacquin. 228. Muscari racemosum Miller. 229. — botryoides Miller. 230. Chlorocyperus longus Palla. 231. Cladium mariscus Robert Brown. 232. Scirpus maritimus Linne f. umbellatus Reichenbach fil. 233. Trichophorum alpinum Persoon. 234. Carex Davalliana Smith. 235. — praecox Sehreber. 230. — canescens Linne. 237. — umbrosa Host. 238. montana Linne var. typica Ascherson et Graebner. 239. — humilis Leysser. 240. a / ,. ., . T . , 240 b 1 ~~ dl §' ltata Linne - 241. — ornithopus Willdenow. 242. — alba Scopoli. 243. — flava Linne 244. — — X fulva Goodenough. 245. — Oederi Ehrhart var. vulgaris Marsson. 240. — lepidocarpa Tausch. 247. Mibora minima Desvaux. 248. Eragrostis minor Host. 249. Azolla Caroliniana Willdenow. 25D. Scolopendrium vulgare Smith monstr. crispura Willdenow. Bemerkungen. 151. Myostirus mliiiiinis. Linne Spec. plant, ed. I. p. 284 (1753). Syn. Ranunculus minimus E. H. L. Krause in J. Sturms Fl. von Deutschi. ed. 11. V. p. 274 (1001). Exs. Flora Austro-Hungarica 2009; Flora Silesiaca 137; Herbarium normale 4428. Mittelfranken: Sandfelder am Rande der Brucker Lacke bei Erlangen. Bodenunterlage: Keuperalluvium. Meereshöhe: 200 in. Begleitpflanzen: Sagina, Spergula, Spergularia rubra, Juncus capitatus. leg. Dr. Paul Friedrich Reinsch 12. Mai 1890. In der unteren Hochebene!!, im Keupergebiete! und in der Pfalz nicht selten, vereinzelt in der oberen Hochebene (Oberdorf bei Rosenheim), im Bayerischen (Mitterfels, Stall- wang) und Oberpfälzer (Herzogau, Waldmünchen) Walde. Jura- (Rohrbach, Eichstätt, Beilngries, Weltenburg, Regens- burg!!, Vierzehnheiligen, Schloss Banz), Muschelkalk- (Tiefen- stockheim, Zellingen, Schwanberg bei Mainbernheim) und Bunt- sandstein- (Rehberg bei Kulmbach, Aschaffenburg) Gebiete, fehlt in den Alpen, dem Bodenseegebiete und der Rhön. Schwarz (Flora von Nürnberg-Erlangen. II. p. 19) bemerkt richtig, dass das Vorkommen der Zahl nach sehr schwankt, je nachdem der Jahrgang nass oder trocken ist. Dr. Poe verl ein. 152. Sisyniliriiini siiiapistriim var. typicuni. Günther Beck Flora von Nieder- Österreich. II, 1. p. 477 (1892). Mittelfranken: Eibach bei Nürnberg, auf Komposthaufen qsp. Bodenunterlage: Keuper. Meereshöhe: 310 m. Begleitpflanzen: Ruderalpflanzen. leg. Otto Prechtelsbauer 7. Juli 180s. — 7 — S. s.j welches meines Wissens für Bayern zuerst von Hoppe auf dem oberen Wöhrd in Regensburg im Sommer 1797 entdeckt wurde, hier aber später wieder verschwand (vgl. A. E. Fürnrohr, Flora Ratisbonensis. p. 12), findet sich neuer- dings an verschiedenen Orten eingeschleppt, so um Lindau i. B., München, Mering, Augsburg, Deggendorf (hier wieder ver- schwunden), Regensburg!!, Nürnberg!, Baiersdorf, Bamberg, Grafenrheinfeld, Wipfeld, Neustadt a. H. und Landau. Günther Beck unterscheidet 1. c. zwei Varietäten: «) typicum: Stengel nur am Grunde etwas behaart, sonst die ganze Pflanze kahl, etwas bereift, und ß) hispidum: Stengel und Blätter unten fast zottig und bis zu den Blütenstielen mehr minder steif wimperig (unter Nr. 266 dieses Exsikkatenwerkes ausgegeben). Dr. Poeverlein. 153. Sin ym hri um striiiissimum. Linne Spec. plant, ed. I. p. 660 (1753). Syn. Crucifera strictissima E. H. L. Krause in J. Sturms Fl. von Deutschi. ed. II. VI. p. 79 (1902). Exs. Flora Austro-Hungarica 2887. Oberfranken : Memmelsdorf bei Bamberg, am Leitenbach. Bodenunterlage: Keupersand. Meereshöhe: 257 m. Begleitpflanzen: Melandryum rubrum, Epilobium hir- sutum, Chaerophyllum bulbosum, Salix. leg. August Vill Juni — August 1899. Die beiden von Günther Beck in seiner Flora von Nieder- österreich II, 1. p. 476 (1892) unterschiedenen Varietäten a) typicum und ß) subintegrum lassen sich, wie auch das hier ausgegebene Material zeigt, nicht streng auseinanderhalten. S. str. fehlt den Alpen, der Hochebene, dem Waldgebiete, der Rhön und der Pfalz gänzlich und findet sich zerstreut im Jura- (Aicha bei Eichstätt, Emsing, Titting, Weltenburg!!, Abbach, Bruckdorfü, Frankendorf, Memmelsdorf, Greding, Hernsberg, Sulzbürg, Suffersheim, Weiltingen, Staffelberg bei Bamberg), Keuper- (Nagelberg bei Treuchtlingen, Dinkelsbühl, zwischen Hallstadt und Breitengüssbach), Muschelkalk- (am Main von Schweinfurt bis Würzburg und hier und da bis Aschaffenburg) und Buntsandstein- (Nilkheim bei Aschaffen- burg) Gebiete. Dr. Poe v er lein. 154. Erysimum cheiranttaoides. Linne Spec. plant, ed. I. p. 661 (1753). Syn. Cheirinia cheiranthoides Link Enura. plant. Berol. II. p. 170 (1822). Crucifera erysimum E. H. L. Krause in J. Sturms Fl. von Deutschi. ed. II. VI. p. 75 (1902). Exs. Flora Silesiaca 148. Schwaben: Oberes Schwalbthal im östlichen Ries in einem Kartoffelacker. Bodenunterlage: Keupersand. Meereshöhe: 430 m. Begleitpflanzen: Unkräuter. leg. Wilhelm Gugler 3. Oktober 1899. Am oben angegebenen Fundorte, der nur einige Äcker umfasst, ist E. eh. das häufigste Ackerunkraut, während es sonst im Nördlinger Florengebiete auf Kulturland nur spärlich auftritt; es bevorzugt im allgemeinen Kartoffel- und Leinäcker; im Getreide fand ich es nicht. Die ersten blühenden Exem- plare erscheinen schon im Juni; doch fällt die Hauptblütezeit in den Spätherbst. Nach Prantl ist es mit Ausnahme der Alpen, der oberen Hochebene,*) des Bayerischen und Oberpfälzer Waldes auf Ackern und Mooren verbreitet. Auf Schutt fand ich die Pflanze vereinzelt, doch dann meist in üppigen Exemplaren. Wilhelm Gugler. 155. Erysimum strictum var. typicum. Schwarz, Flora von Nürnberg-Erlangen. II. p. 60 (1899). Mittelfranken: Weidengebüsch am Ufer der Rednitz bei Gebersdorf unweit Nürnberg. Bodenunterlage: Diluvialsand. Meereshöhe: 290 m. Begleitpflanzen: Salix-Arten. leg. Otto Prechtelsbauer 18. Juni 1898. Die hier ausgegebene Form zeigt bereits Annäherung an die von Schwarz 1. c. beschriebene, im IX. Faszikel dieses Exsikkatenwerkes ausgegebene var. patens. *) Wurde jedoch für die obere Hochebene neuerdings bei Har- laching unweit München und um den Starnbergersee konstatiert. Dr. Poeverlein. — 9 — Rouy et Camus, Flore de France. II. p. 29 (1895) unter- scheiden : «) genuinum Nob.: Siliques fines, longues (4 — 5 cm), en grappes tres allongees, laxiuscules; ß) Schleicheri Rouy in Bull. Soc. bot. Fr. XXIX. p. 43: Siliques plus epaisses, plus courtes (2 l / 2 bis 3y 2 cm), en grappe compacte, etroite. Die hier ausgegebenen Exemplare gehören zu Ersterem. Die Art ist mit der Rednitz-Regnitz bis Bamberg ver- breitet und geht sodann von hier mit dem Main über Elt- mann, Schweinfurt, Volkach, Würzburg, Aschaffenburg bis an den Rhein; ausserdem wurde sie sporadisch am Südbahnhof bei München und bei Tirschenreuth gefunden. Das nächstverwandte E. virgatum Roth Cat. bot. II. p. 75 (1800) ist bisher aus Bayern mit Sicherheit nur vom Donau- ufer bei Passau, von Mögeldorf bei Nürnberg und Ludwigs- hafen a. Rh. bekannt, während die in den „Vorarbeiten zu einer Flora Bayerns", p. 153 weiters angegebenen Fundorte wohl grösstenteils zu E. str. gehören. Dr. Poeverlein. 156. Erucastrum obtiisanguluni. Schleicher apud Reichenbach Fl. Germ. exe. p. 693 (1830). Syn. E. Lamarckii Spenner. Brassica Erucastrum Linne Spec. plant, ed. I. p. 667 (1753). B. Erucastrum var. «. Gaudin Fl. Helv. IV. p. 380, t. 4 (1829). B. obtusangula Reichenbach in Mössler Handb. ed. II. II. p. 1185 (1828). Crucifera Lamarckii E. H. L. Krause in J. Sturms Fl. v. Deutschi. ed. II. VI. p. 130 (1902). Diplotaxis Erucastrum Grenier et Godron Fl. de Fr. I. p. 81 (1848). Erysimum Erucastrum Scopoli Fl. Carn. ed. VI. IL p. 27 (1772). Sisymbrium Gallicum Loiseleur Fl. Gall. II. p. 83 (1807). S. obtusangulum Haller apud Schleicher Cat. plant. Helv. p. 48 (1800). — 10 — Exs. Flora Austro-Hungarica 75. Schwaben: Bodenseeufer in Ziegelhaus bei Lindau i. B. Bodenunterlage: Sand. Meereshöhe: 395 m. Begleitpflanzen: Phragmites communis. leg. Georg Mayer 15. Juni 1899. Am ganzen Bodenseeufer, sowie an Eisenbahndämmen bei Lindau i. B. (Ade, Flora des bayer. Bodenseegebietes, p. 15), ausserdem nur bei den Lagerhäusern und an der Dachauer Landstrasse nördlich vom Würmkanal bei München, an letzterem Orte neuerdings wieder verschwunden. Das Vorkommen bei Metten, wo es nach Fischer, Flora Mettenensis. I. p. 71 (1883) in einigen eingeschleppten Exemplaren in einem Saatfelde ge- funden worden sein soll, ist sehr zweifelhaft. Dr. Poeverlein. 157. Vlyssum sa*atile. Linne Spec. plant, ed. I. p. 650 (1753). Svn. CYucifera saxatilis E. H. L. Krause in Sturms Fl. von Deutschi. ed. 11. VI. p. 65 (1902). Oberfranken: Schluchtige, steile Felsenabhänge im frän- kischen Jura bei Muggendorf. Bodenunterlage: Juradolomit. Meereshöhe: 410 m. Begleitpflanzen: Lunaria rediviva, Draba montana, Thlaspi montanum, Helianthemum vulgare, Dianthus caesius, Allium fallax. leg. Dr. Paul Friedrich Reinsch 14. Juni 1899. A. s. ist eine der seltensten Arten der deutschen Flora, indem es sich ausser an den wenigen Fundorten im nördlichen Frankenjura nur noch an einigen Stellen des Elbthales wieder- findet. Den übrigen Teilen des Jurazuges fehlt es gänzlich (vgl. Gradmann, Pflanzenleben der Schwäbischen Alb. I. p. 292). Dr. Poeverlein. 158. Draba montana. Bergeret Phytonomatotechnie universelle. III. (1784) sec. Rouy et Camus Fl. de Fr. II. 209: Kerner in Schedae ad Fl. exs. Austro-Hung. III. p. 78 No. 891 (1884). Syn. D. aizoides y) montana Koch Svn. ed. I. p. 60 (1838). — 11 — D. Aizoon Hoppe in Flora. VI. p. 424 (1823) non Wahlenberg Fl. Carp. princip. p. 193 (1814). D. ciliaris Schrank Bayerische Fl. II. p. 177 (1789) non Linne Mant. p. 91 (1767). D. elongata Hoppe in Sturm Deutschi. Fl. Heft 60 (1832) non Host Fl. Austr. II. p. 237 (1831). D saxigena Jordan Diagn. p. 203 (1864). Mittelfranken: Felsen der rechten Seite des Altmühlthales bei Arnsberg. Bodenunterlage: Dolomit des oberen Malm. Meeres- höhe: 460-500 m. Begleitpflanzen: Thalictrum minus, Pulsatilla pulsa- tilla, Erysimum crepidifolium, Alyssum montanum, Polygala chamaebuxus, Dianthus caesius, Alsine setacea. Sedum album, Achillea nobilis, Leontodon incanus, Lactuca perennis, Sesleria varia, Festuca glauca. lee\ Dr. Joseph Schwertschlager -„ ' "! ' M . — 1898. 6 * & fr. 4. Mai Als deutscher Name würde sich am besten empfehlen der von Hallier (Flora von Deutschland. XIV. p. 218) ge- brauchte: „immergrünes Felsenblümchen". Einen gewachsenen, ortsüblichen Volksnamen kenne ich nicht. D. m. unterscheidet sich von den nächstverwandten Arten durch die Länge der Fruchtstiele, welche bei vollkommen aus- gebildeten Exemplaren mindestens 2 — 3mal so lang werden als die Schötchen. Die hiesigen Exemplare haben alle be- haarte Schütchen, die Kelchblätter sind grüngelb mit hoch- gelbem Saume. Während die anderen Formen der Sektion Aizoides auf den Kalkfelsen der Alpen und Voralpen wachsen, schmückt D. m. das Kalkmittelgebirge, vornehmlich den Jurazug in seinem ganzen Verlaufe durch Frankreich, die Schweiz, die schwäbische und fränkische Alb.*) In Bayern kommt unsere Art vor im südlichen (Altmühl- gebirge) und nördlichen (fränkische Schweiz) Zuge des Franken- jura, sowie im Lautrachthaie bei Kastl, sporadisch bei Regens- *) Vgl. Rouy et Camus, Flore de France. II. p. 209 (D. aizoides Linne sensu stricto); Schinz und Keller, Flora der Schweiz, p. 118 (D. aizoides var. montana); Gradmann, Pflanzenleben der Schwäbischen Alb. II. p. 160, t. 14 (D. aizoides); Schwarz, Flora von Nürnberg- Erlangen. IL p. 75 (D. aizoides var. ;■: montana Koch). Dr. Poeverlein. — 12 — bürg (Etterzhausen ! ! und Weltenburg!!), hier auf plumpem Felsenkalke, sonst auf Frankendolomit. Die ausgegebenen Exemplare stammen aus dem mittleren Altmühlthale, wo D. m. massenhaft, aber in einer ziemlich kurzen zusammenhängenden Zone an den rechtsseitigen Gehängen vorkommt von der Mün- dung des Schambachthaies bei Eichstätt über Arnsberg bis über Kipfenberg hinaus (häufig am Michelsberg und an den Felsen nördlich der Burg). Weiter thalabwärts findet sich unsere Pflanze nur noch isoliert an Felsen zwischen Rieden- burg und Kelheim! Aus rundlichen Löchern oder tiefen Spalten des Dolomits grüsst uns bereits in den ersten Tagen des Lenzes das weit- hin leuchtende Goldgelb ihrer Blüten. Während in den Hoch- alpen die Blütezeit der nächstverwandten Arten sich bis zum August verzögern kann, gab es hier an den sonnigen, gegen Südwest exponierten Felshängen oberhalb Arnsberg bereits am 16. März 1898 blühende Stöckchen; die Hauptmasse der Blütenstöckchen holte ich am 23. März, während die Frucht- exemplare am 6. Mai aus den Felsritzen herausgebohrt wurden. Wenige Wochen später hätten die Schötchen reife Samen enthalten. Die Meereshöhe der Eichstätter Fundorte beträgt zwischen 460 und 520 m. Von allen Pflanzen, die den gleichen Platz am oft senkrechten und schwer zugänglichen Dolomit- fels oder doch jähen Dolomithang teilen, öffnet nur Pulsatilla pulsatilla noch früher ihre blauvioletten Glocken, die übrigen Begleitpflanzen blühen später. Auffallen muss die grosse Widerstandsfähigkeit der Pflanze und insbesondere auch ihrer Blüten gegen atmosphärische Ein- flüsse und die Ungunst des Bodens. Einzelne Exemplare stehen im tiefen Humus der Felslöcher, sind beschattet und entbehren nicht der Feuchtigkeit. Diese entwickeln grössere, freudiger grüne Blätter und Blattrosetten; ihre Fruchtstiele werden länger, doch blühen sie im allgemeinen weniger reichlich. Die meisten Individuen jedoch wurzeln in ganz sterilem Fels und sind im Winter der äussersten Kälte, im Sommer der sengend- sten Hitze und Trockenheit ausgesetzt. Man kennt solche Pflanzen sofort an der Brüchigkeit ihrer dicht mit Blattnarben besetzten Stengel, der Menge vertrockneter und im Abfallen begriffener Blattrosetten und der Masse kurzgestielter Blüten- trauben. Trotz der Ungunst der Verhältnisse erreichen die Stöcke oft ein hohes Alter und eine verhältnismässig be- deutende Grösse. Ich besitze vom beschriebenen Fundorte in — 13 — meinem Herbarium ein Exemplar, welches mindestens 200 Blatt- rosetten zählt. Wie vorhin bemerkt, holte ich die blühenden Stöcke am 23. März. Die zwei vorhergehenden Nächte hatte es stark gefroren, bis — 5° Celsius, doch hatten die Blüten nicht gelitten. Die Temperatur blieb auch am Tage sehr kühl und stieg nur wenig über 0°; es ging ein schneidender Nordostwind und zeigte sich wenig Sonne. Die Blüten waren halb geöffnet, und es fand offenbar Befruchtung statt, weil die stehen ge- bliebenen Kontrolstöckchen reichlich Früchte trugen. Da ich, was bei der noch geraume Zeit anhaltenden niedrigen Temperatur und der frühen Jahreszeit selbstverständlich scheint, keinerlei Insekten beobachten konnte, welche die Bestäubung hätten ver- mitteln sollen, habe ich wohl recht, wenn ich in diesem Falle Selbstbestäubung annehme. Auch H. Müller (Alpenblumen, p. 145 f.) beobachtete an alpinen Exemplaren bei kaltem Wetter Selbstbestäubung, während allerdings sonst die Blüten durch ihre weithin leuchtende, an den noch kühlen Abhängen um so auffälligere Farbe und ihre Honigentwicklung zahlreiche die Kreuzung vermittelnde Insekten anlocken. Dr. Joseph Schwertschlager. 159. Subularia aquatica. Linne Spec. plant, ed. I. p. 642 (1753). Syn. Draba Subularia Lamarck Illustr. t. 556 f. 3. Crucifera subularia E. H. L. Krause in Sturms Fl. von Deutschi. ed. II. VI. p. 53 (1902). Exs. Herbarium normale 4212. a. Mittelfranken: In einem kleinen, abgelassenen Weiher unweit Dechsendorf bei Erlangen. Bodenunterlage: Tertiär. Meereshöhe: 283 m. Begleitpflanzen: Scirpus ovatus, S. acicularis, S. seta- ceus, Carex cyperoides. leg. Ernst Kaufmann und Karl Semler 7. Juli 1897. b. Mittelfranken: Oberer Bischofsweiher bei Dechsendorf. Bodenunterlage: Alluvium, Keuper. Meereshöhe: 287 m. Begleitpflanzen: Scirpus acicularis. leg. Dr. Georg Fischer 8./18. Oktober 1899. — 14 — S. a. ist aus Bayern, wo sie die Südgrenze ihrer Ver- breitung*) erreicht, nur von den Dechsendorfer Weihern be- kannt, nachdem Besnard's frühere Angabe bei Ansbach neuer- lich keine Bestätigung erfahren hat und sehr zweifelhaft erscheint. Dr. Poeverlein. 160. Iberis amara. Linne Spec. plant, ed. I. p. 649 (1753). Syn. Thlaspi amarum Crantz Stirp. Austr. p. 26 (1762); ed. II. I. p. 25. Crucifera iberis E. H. L. Krause in Sturms Fl. von Deutschi. ed. II. VI. p. 162 (1902). Niederbayern : Am Kalkwerk zwischen Obersaal und Peter- fecking. Bodenunterlage: Weisser Jura. Meereshöhe: ca. 380m. Begleitpflanzen: Galeopsis angustifolia u. a. leg. Dr. Hermann Poeverlein 4. August 1898. I. a., von der z. B. Rouy et Camus, Flore de France. IL p. 135 ff. allein 1 Unterart, 8 Formen, sowie 5 Unterformen aufzählen, ist neben der folgenden eine der veränderlichsten Cruciferen. Als „südeuropäischer Kulturbegleiter"**) zeigt sie meist ein ruderales, zuweilen auch (wie an dem Fundorte bei Ober- saal) adventives Vorkommen. So wurde sie bis jetzt mit .Aus- nahme der Alpen, des Waldgebietes und der Rhön in allen Teilen Bayerns, jedoch oft nur vereinzelt und unbeständig, beobachtet. Dr. Poeverlein. 161. Biscutella laevlgala var. hispidissima. Koch Syn. ed. II. I. p. 77 (1843). Syn. B. ambigua De Candolle Diss. t. 9. B. alpestris Waldstein et Kitaibel Plant, rar. Hung. III. p. 253, t. 228 (1812). B. didyma Cram. Elench. p. 191 non Linne. *) Die Angabe in den „Vorarbeiten zu einer Flora Bayerns", p. 218, dass S. a. in Bayern „ihren südlichsten Standort" erreiche, ist unrichtig, da sie ja doch auch in den Südvogesen und den Pyrenäen vorkommt (vgl. Rouy et Camus, Flore de France. IL p. 236). **) Gradmann, Pflanzenleben der Schwäbischen Alb.« I. p. 275. 299. — 15 B. laevigata De CandolJe Syst. nat. II. p. 413 (1821). B. 1. var. asperifolia Neilreich, Flora von Nieder- Österreich. p. 756 (1859). B. 1. var. typica Günther Beck, Flora von Nieder- Österreich. II, 1. p. 500 (1892). B. 1. var. vulgaris Gaudin Fl. Helv. IV. p. 233 (1829). Clypeola didyma Crantz Stirp. Austr. ed. IL I. p. 207 (1829). Oberpfalz: Jurahänge bei Etterzhausen unweit Regensburg. Bodenunterlage: Weisser Jura. Meereshöhe: 370m. Begleitpflanzen: Anthyllis vulneraria, Globularia vul- garis, leg. Dr. Heinrich Fürnrohr Juni, Juli 1899. Die zahllosen Varietäten und Formen dieser Art, von denen z. B. Rouy et Camus, Flore de France. II. p. 104 ff. ? allein 47 beschreiben, lassen sich keineswegs immer streng auseinanderhalten. Am zweckmässigsten ist noch die auch neuerdings wieder von Günther Beck gewählte Zweiteilung je nach der mehr oder minder starken Behaarung der Stengel und Blätter. Die Verbreitung in Bayern beschränkt sich auf die Alpen!!, die Hochebene!! (jedoch mit Ausnahme des Bodenseegebietes und gegen die Donau zu seltener werdend), den südlichen Teil des Frankenjura!!, zwei Fundorte im Keupergebiete (Schwarzen- berg bei Rheinfeld und Langenzenn) und das Nahethal in der nördlichen Pfalz. Ihr Fehlen im mittleren und nördlichen Jura ist um so auffallender, als sie anderseits auch wieder dem Schweizer Jura fehlt (vgl. Gradmann, Pflanzenleben der Schwäbischen Alb. I. p. 290). Im Frankenjura habe ich bisher nur die hier ausgegebene Varietät beobachtet, während ich in den bayerischen Voralpen auch die var. lucida De Candolle (als Art) = B. laevigata var. glabra Gaudin — wenn auch weitaus seltener — fand. Dr. Poeverlein. 162. Helianthemum pollfoliiim var. angustifolium. Koch Syn. ed. II. I. p. 88 (1843); Rouy et Camus Fl. de Fr. II. p. 299. — 16 — Syn. H. pulverulentum De Candolle Fl. Fr. IV. p. 823 (1805); Dunal in De Candolle Prodr. I. p. 282 (1824). H. p. a. album «. genninum Willkomm Prodr. Fl. Hisp. III. p. 729. Unterfranken: Kalbenstein bei Karlstadt. Bodenunterlage: Muschelkalk. Meereshöhe: 350 m. Begleitpflanzen: Anemone silvestris, Alyssum monta- num, Helianthemum canum. leg. Botanische Vereinigung Würzburg 22. Mai 1898. H. p. war für Bayern bisher nur aus dem Muschelkalk- gebiete bekannt, wurde jedoch neuerdings von Kaulfuss und Kessler auch vereinzelt auf dem Staffelberg im Frankenjura aufgefunden. Der schon von Prantl angezweifelte Fundort im Keuper- gebiete bei Dinkelsbühl ist jedenfalls zu streichen. Dr. Poeverlein. 163. Cucubalus baccifer. Linne Spec. plant, ed. I. p. 414 (1753). Syn. C. baccatus Guld. It. I. p. 192. C. horizontalis Moench Meth. p. 271 (1794). Lychnanthus scandens Gmelin Fl. Bad. II. p. 180 (1806). L. volubüis Gmelin Nov. Comra. Act. Petrop. XIV, 1. p. 525 (1770). Lychnis baccifera Scopoli Fl. Carn. ed. II. I. p. 306 (1772). Scribaea Cucubalus Borkhausen Rhein. Mag. I. p. 591. S. divaricata Gaertner, Meyer et Scherbius Fl. der Wetterau. IL p. 96 (1800). Silene baccifera Roth Tent. Fl. Germ. II, 1. p. 493 (1789). S. fissa Salisbury Prodr. p. 302 (1796). Viscago baccifera Vest Man. bot. p. 668 (1805). Exs. Flora Silesiaca 13. Niederbayern: In Gebüschen bei Fischerdorf unweit Deggen- dorf. Bodenunterlage: Alluvium. Meereshöhe: 310 m. — IT — Begleitpflanzen: Malachium aquaticum, Alliura scoro- doprasum. leg. Botanischer Verein Deggendorf 7. Juli 1899. C. b. findet sich in Südbayern nur bei Freising, ausser- dem an der Donau!! von Marxheim bis unter Passau ver- breitet, zerstreut im Keuper-, Muschelkalk- und Buntsand- steingebiete und in der vorderen Pfalz!! Dr. Poeverlein. 164. Dorycnium decumbens. Jordan Observ. sur plus, plant, nouv. III. p. 60, t. 4 flg. A. 1—12 (1846). Syn. D. Pentaphyllum a sericeum Neilreich, Flora von Nieder-Österreich. p. 945 (1859). D. suffruticosum Koch Syn. ed. IL I. p. 195 (1843) non Villars Hist. des plant, de Dauph. III. p. 416 (1789). Exs. Flora Austro-Hungarica 417. Oberbayern: Isarauen oberhalb München. Bodenunterlage: Alluvium. Meereshöhe: 526 m. Begleitpflanzen: Gentiana ciliata, Orchis Rivini. leg-. Joseph Kraenzle ' n — r- 1899. ö 1 fr. 3. Sept. Die vorliegenden Exemplare stellen die nach Kerner Sched. ad Fl. exs. Austro-Hung. IL p. 8 No. 417 (1882) in den Niede- rungen am Nordfusse der Alpen und im präalpinen Hügel- lande sehr verbreitete Form dar, welche bisher irrtümlich für D. suffruticosum Villars gehalten wurde. Letzteres wird von Woerlein in Deutsche bot. Monats- schrift. I. p. 162 (1883) für das ganze Isar- und Loisachgebiet, die Garchinger Heide und bei Lochhausen nächst München, die Sempter Heide bei Landshut, zwischen Dingolfing und Landau a. I. u. s. w. angegeben. Ob an diesen sämtlichen Fundorten D. d. vorkommt oder eine der anderen Formen, von welchen z. B. Rouy et Camus, Flore de France. V. p. 135 ff. (1899) 16 unterscheiden, bleibt noch festzustellen. Dr. Poeverlein. — 18 - 165. Ervuni orobus. Kittel Taschenbuch, ed. II. p. 1163 (1844). Syn. Ervilia Orobus Schur Sert. No. 765 (1853). Orobus ari status Lapeyrouse Hist. abr. des plant. des Pyren. Suppl. p. 106 (1818). 0. silvaticus Linne Spec. plant, ed. IL p. 1029 (1762). Vicia Cassubica Fl. Dan. t. 98 non Linne Spec. plant, ed. I. p. 735 (1753). V. Cassubica ß. Orobus Seringe in De Candolle Prodr. IL p. 356 (1825). V. Orobus De Candolle Fl. Fr. V. p. 577 (1815). VicielaOrobusSchurEnum. plant. Transs. p. 171 (1866). Unterfranken: Waldränder bei Partenstein. Bodenunterlage: Buntsandstein. Meereshöhe: 400 ra. Begleitpflanzen: Pinus silvestris, Pteridium aquilinum. leg. Botanische Vereinigung Würzburg 24. Juni 1899. E. o., welches nach Prantl bisher nur ausserhalb des Ge- bietes nahe der Grenze bei Orb beobachtet wurde, ist nun- mehr mit dem angegebenen Fundorte auch für das Gebiet nachgewiesen. (Kraus „Eine Zurückeroberimg aus dem Jahre 1866" in Sitzungs-Ber. Phys.-med. Ges. Würzburg. 1900. p. 90). Dr. Poeverlein. 166. Rosa ciniiaraomea. Linne Syst. nat. ed. X. p. 1062 (1759). Syn. R. cinerea Swartz in Svensk. Bot. t. 553. R. cinnamomea «) typica Günther Beck, Flora von Nieder- Österreich. II, 1. p. 777 (1892). R. majalis Hermann Dissert. p. 8. Niederbayern: Hecke im Gschwendt bei Weigendorf. Bodenunterlage: Mergel, Lehm. Meereshöhe: 375 m. Begleitpflanzen: Rosa dumetorum, Prunus spinosa r Corylus avellana. , „ „ _, . fl. Ende Mai i onA leg. Franz Xaver Gierster P — ^—3 — ä 1899. fr. Ende Aug. R. c. ist in Südbayern!! (in den Alpen nach Prantl bis 850 m) verbreitet, im Bayerischen Walde, Jura-!!, Keuper- und Muschelkalkgebiete seltener, im übrigen Bayern scheint — 19 — sie zu fehlen oder doch (wie z. B. bei Zweibrücken) nur ver- wildert vorzukommen. Das insbesondere im Jura nicht seltene Vorkommen der f. foecundissima Münchhausen Hausvater. V. p. 279 (vgl. Schwert- schlager in Ber. Bayer. Bot. Ges. zur Erforschung der heimi- schen Flora. IV. p. 24; A. F. Schwarz, Flora von Nürnberg- Erlangen. II. p. 263) ist wohl in den meisten Fällen ebenfalls auf Verwilderung zurückzuführen. Im übrigen ändert die Art nur wenig ab: var. fulgens Christ in Flora. LVIII. p. 273 (1875), aus- gezeichnet durch Kürze der Aste und Blütenstiele und Grösse der Laub- und der prächtig purpurnen Kronblätter (Wallis) und var. subglabra A. F. Schwarz 1. c. mit breiteren und kurzen, kahlen, unterseits nur auf der Mittelrippe behaarten Blättchen (im Regnitzthal unterhalb Fürth). Dr. Poeverlein. 167. Rosa dumctoruni f. comata. Schwertschlager n. f. Mittelfranken: Thalhänge links der Altmühl bei Eichstätt. Boden unterläge: Kalkstein des mittleren Malm. Meereshöhe: ca. 460 m. Begleitpflanzen: Rosa canina, R. glauca, Cornus san- guinea. leg. Dr. Joseph Schwertschlager ~ — ~ — . 1899. b l & fr. 25. Aug. Von anderen Formen der R. d. unterscheidet sich die vorliegende dadurch, dass sie die wichtigsten Kennzeichen der f. perciliata und der f. mollis Christ in sich vereinigt. Die grossen, breit ovalen, stets kurz zugespitzten Blättchen sind oberseits dicht behaart, unterseits filzig;*) infolgedessen macht der Strauch von ferne den Eindruck einer R. tomentosa. Der Blattrand ist einfach gezähnt (zuweilen mit einem accesso- rischen Zähnchen versehen) und gewimpert, der Blattstiel dicht filzig, mit starken Stacheln und einzelnen Drüsen. Nebenblätter am Rande gewimpert und drüsig. Die mittelgrossen Korollen haben eine weisse Farbe, selten mit rötlichem Anflug. Die Kelchblätter sind stark fiederspaltig mit langen Anhängseln, alle kräftig gezahnt und am Rande mit starren Stiel- *) Daher der Name „comata". — 20 — drüsen gewimpert. Die Blütenstiele zeigen durchschnittlich die Länge der Kelchröhre. Die Griffel sind behaart, ohne ein wolliges Köpfchen zu bilden, die Früchte kugelig bis eikugelig, im reifen Zustande scharlachrot. Der mit kräftigen Stacheln bewehrte Strauch hat einen kompakteren Wuchs als die meisten Caninae. Die f. comata wächst bei Eichstätt recht häufig an den Thalhängen rechts und links der Altmühl; mehr vereinzelt kenne ich sie auch von Rieshofen unterhalb Eichstätt und von Berg bei Neumarkt i. 0. Alle Fundorte gehören dem Weissjurazuge an. Die hier ausgegebenen Exemplare stammen vom Kugelberg bei Eichstätt, wo die Sträucher auf magerem Dolomitboden stehen. Die beschriebene Form blüht etwas später als die übrigen Caninae, auf der Eichstätter Alb noch Mitte Juni, und reift ihre Früchte relativ früh: Mitte September. Dr. Joseph Schwertschlager. 168. Kosa micrantha var. typica f. permixta. R. Keller in Ascherson und Graebner, Synopsis der mittel- europäischen Flora. VI. p. 115 f. (1901). Syn. R. permixta Deseglise in Mem. Soc. Ac. de Maine et Loire, p. 147 (1861). Oberpfalz: Thalhänge nordöstlich von Berg bei Neu- markt i. 0. Bodenunterlage: Kalkstein des untersten Malm. Meereshöhe: ca. 540 m. Begleitpflanzen: R. rubiginosa, R. elliptica, R. agrestis, R. canina. leg. Dr. Joseph Schwertschlager -.— ~- ~ — - 1899. Die früher nur in den Algäuer Alpen bei Füssen ge- fundene Art wurde neuerdings von Schwertschlager im Jura bei Eichstätt und Neumarkt i. 0. und im Keupergebiete bei St. Veit, sowie von Schwarz und Simon in mehreren Varietäten bei Ehrenbürg, zwischen Waischenfeld und Nankendorf, bei Muggendorf, Rothenburg, Schwabach und Rossstall beobachtet. Die von der typischen Form durch etwas grössere und kahlere Blätter verschiedene f. permixta findet sich abgesehen von dem oben angegebenen Fundorte im Oberpfälzer Walde bei Waldmünchen (Progel), bei Ehrenbürg (Schwarz) und bei Wöhrd unweit Muggendorf (Kraenzle). Dr. Poeverlein. — 21 — 169. Rosa elliptica var. typica. R. Keller in Ascherson und Graebner, Synopsis der mittel- europäischen Flora. VI. p. 109 (1901). Syn. R. graveolens f. typica Christ, Rosen der Schweiz, p. 117 (1873). R. Lugdunensis var. macrocarpa Boullu apud Dese- glise Cat. p. 271. Exs. Flora Austro-Hungarica 1673; Plantae criticae Sa- xoniae 88. Niederbayern: Luginger Berg bei Weigendorf, Bez.-A. Dingolfing. Bodenunterlage: Sand und Kies. Meereshöhe: 380 m. Begleitpflanzen: Rosa canina, Quercus, Betula. _, . fl. Juni i onn leg. Franz Xaver Gierster „ — q — r l»yy. R. e. wurde in Bayern bisher nur an wenigen Fundorten des Jura-, Keuper- und Muschelkalkgebietes, sowie der Nord- pfalz beobachtet, ist aber jedenfalls weiter verbreitet. An Varietäten wurden ausser der typischen noch gefunden: var. calcarea Christ: Jura: Neumarkt i. 0.; Muschelkalkgebiet: Würzburg; var. inodora Christ: Nordpfalz: Kusel. Dr. Poeverlein. 170. Rosa elliptica var. typica f. hispida. Syn. R. graveolens f. glandulosa Schwertschlager in litt. (1899). R, gr. f. hispida Max Schulze in Mitt. Geogr. Ges. Jena. V. p. 19 (1887). Mittelfranken: Thalhänge bei Eichstätt links der Altmühl am Kugelberg. Bodenunterlage: Dolomit des mittleren Malm. Meeres- höhe: ca. 470 m. Begleitpflanzen: Rosa canina, R. glauca, R. dumetorum f. comata, Prunus spinosa, Cornus sanguinea. leg. Dr. Joseph Schwertschlager ' „""' . 1899 Diese Unterform, von M. Schulze in „Jenas wilde Rosen" j. c. für die Umgebimg von Jena angegeben, unterscheidet — 22 — sich von der typischen Form durch drüsige Blütenstiele und auf dem Rücken drüsige Kelchzipfel. In Hecken der linken Thalwand bei Eichstätt ist die Form hispida sehr verbreitet; einzelne Sträucher finden sich auch an den rechtsseitigen Hän- gen und auf dem Plateau. Ganz identisch sind Exemplare der östlichen Jurahänge von Berg bei Neumarkt i. 0., beson- ders oberhalb Unterwall. Bei Ernsheim (südwestlich von Eich- stätt) und Wellheim, bei Ilbling (nahe Kinding) und anderswo in der Eichstätter Alb wächst eine sonst ganz gleiche hispide elliptica; nur sind die Blütenstiele länger als die Frucht, oft auffallend lang. Diese Exemplare stellen einen Übergang zu R. inodora Fries dar. Elliptica-Formen sind über den ganzen bayerischen Jura- zug verbreitet, meist in den Varietäten typica Christ und calcarea Christ, zwischen welchen beiden so viele, auch an den Blüten- stielen drüsige Übergangsformen existieren, dass beide nur End- glieder einer variierenden Entwicklungsreihe genannt werden können. Dr. Joseph Schwertschlager. 171. Rubus plicatus. Weihe et Nees Rub. Germ. p. 15, t. 1 (1822); Focke Syn. Rub. Germ. p. 111 und in Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. A r I. p. 460; Rogers Handb. Brit. Rubi. p. 22. Syn. R. pl. r communis Focke in Abh. Naturw. Ver. Bremen. I. p. 282 (1868). Exs. Plantae criticae Saxoniae 2. Mittelfranken: Waldrand, Ziegelstein bei Nürnberg. Bodenunterlage: Diluvialsand. Meereshöhe: 320 m. Begleitpflanzen: Sarothamnus scoparius, Salix aurita, Pinus silvestris. 22 Juni leg. Ernst Kaufmann - — — - 1898. ö 9. August Über die Verbreitung siehe die Bemerkung zu No. 24 dieses Exsikkatenwerkes. Den dort aufgezählten Fundorten sind — abgesehen von dem häufigen Vorkommen im Keuper- gebiete, wo R. pl. nach Schwarz, Flora von Nürnberg-Er- langen. II. p. 228 verbreitet ist, — noch folgende nachzutragen: Bodenseegebiet: Senftenau; Untere Hochebene: Freising, Simbach; Vorderpfalz: Bienwald. — 23 — Von der unter No. 24 ausgegebenen Form unterscheiden sich die hier vorliegenden Exemplare insbesondere durch die breiteren Schösslingsblätter. Dr. Poeverlein. 172. Rubus sulcatus. Vest in Trattmick Rosac. monogr. III. p. 42 (1823); Focke Syn. Rub. Germ. p. 119 und in Ascherson und Graebner, Svnopsis der mitteleuropäischen Flora. VI. p. 456 ff.; Rogers Handb. Brit. Rubi. p. 21. Syn. R, fastigiatus Weihe et Nees Rub. Germ. p. 16 pr. p. (1822). R. praecox A. Kerner in Nov. plant, spec. III, 1 (1870) und in Ber. Naturw.- med. Ver. Innsbruck. II. p. 124 (1871). Exs. Flora Austro-Hungarica449 ; Plantae criticae Saxoniae 4. Mittelfranken: Waldrand bei Schnaittach. Bodenunterlage: Lias. Meereshöhe: 395 m. Begleitpflanzen: Rubus macrophyllus, Carpinus betu- lus, Salix caprea, Picea excelsa. leg. Ernst Kaufmann i f . , , 1898. ö 15. August R. s. ist bisher nur aus dem Bodenseegebiete, der oberen -und unteren Hochebene, dem Bayerischen und Oberpfälzer Walde, dem Jura- und Keupergebiete bekannt, aber gleich dem vorigen jedenfalls noch vielfach übersehen. Über seine Deutung als R, plicatus X thyrsanthos oder R. plicatus X thyrsoideus durch Utsch in XXII. Jahresber. des westf. Provinzial-Vereins p. 226 (1894) gilt das in den Be- merkungen zu No. 89 ff. dieses Exsikkatenwerkes Gesagte. Dr. Poeverlein. 173. Rubus phyllostachys B elatior. Focke in Ascherson und Graebner, Synopsis der mittel- europäischen Flora. VI. p. 489 (1902). Syn. R. elatior Focke in Gremli, Beiträge zur Flora der Schweiz, p. 70 (1870). Mittelfranken: Waldrand bei Schönberg. Bodenunterlage: Keuper. Meereshöhe: 370 m. Begleitpflanzen: Rubus sulcatus, R. bifrons, R. villicaulis. leg. Christoph Scherzer 10. Juli 1899. — 24 — R. e., für den Prantl nur drei Fundorte in der unteren Hochebene, sowie einen in der mittleren Pfalz (Landau) an- gibt, ist neuerdings an mehreren Stellen des Jura- und Keuper- gebietes gefunden worden und besitzt zweifellos noch eine weitere Verbreitung. Dr. Poeverlein. 174. Kubus tomentosus var. vulgaris f. glabratus. Focke Syn. Rub. Germ. p. 227 (1877). Syn. R. hypoleucos Vest in Syll. plant. Ratisb. I. p. 235 (1824) sec. Günther Beck. R. tomentosus «) hypoleucus Günther Beck, Flora von Nieder-Österreich. II, 1. p. 726 (1892). R. tomentosus C. glabratus Godron Monogr. des Rubus de Nancy, p. 27 (1843); Focke in Ascher- son und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. VI. p. 496 (1902). Exs. Flora Austro-Hungarica 452. Pfalz: Steinhalde bei Wolfstein. Bodenunterlage: Rotliegendes. Meereshöhe: 500 m. Begleitpflanzen: Galeopsis angustifolia. leg. Philipp Honig 20. Juli 1898. R. t. findet sich häufiger im südlichen Teile des Franken- jura!!, seltener im mittleren!! und nördlichen Teile desselben, in der unteren Hochebene, dem Keuper- und Buntsandstein- gebiete, in der mittleren und nördlichen! Pfalz. Aus den übrigen Teilen Bayerns ist er bisher nicht bekannt. Die hier ausgegebene Form der vielgestaltigen Art, welche sich durch spärliche Stieldrüsen und Stachelchen, sowie ober- seits grüne, kaum sternhaarige Blättchen auszeichnet, ist aus Bayern bekannt aus der unteren Hochebene bei München und vom Nagelberg bei Treuchtlingen. Dr. Poeverlein. 175. Kubus radula. Weihe in von Boenninghausen Prodr. Fl. Monast. p. 152 (1829); Weihe et Nees Rub. Germ. p. 89, t. XXXIX; Rogers Handb. Brit. Rubi. p. 63; Focke Syn. Rub. Germ. p. 320 und in Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. VI. p. 564. Syn. R. villicaulis d. glandulosus Wimmer et Grabowski Fl. Sil. II, 1. p. 31 (1829). — 25 — R. Baenitzii Utsch in Baenitz Herb. Europ. 1896 (non 1897). Exs. Flora Austro-Hungarica 3210; Plantae criticae Sa- xoniae 12. a. Mittelfranken: Wegrand bei Spitalhof unweit Nürnberg. Bodenunterlage: Keuper. Meereshöhe: 332 m. Begleitpflanzen: Prunus spinosa, Urtica dioica, Gra- mineae. leg. Ernst Kaufmann Juli, August 1898. b. Mittelfranken: Föhrenwald bei Schäfhof unweit Nürn- berg. Bodenunterlage: Keuper. Meereshöhe: 329 m. Begleitpflanzen: Potentilla procumbens, Pinus silvestris. leg. Ernst Kaufmann August 1898. R. r., welchen Prantl nur für die Hochebene (als ver- breitet) und für den Oberpfälzer Wald (Waldmünchen) angibt, wurde neuerdings auch im Bayerischen Walde (Donaustauf), im Jura- und Keupergebiete (an mehreren Stellen) beobachtet und ist jedenfalls noch weiter verbreitet. Seine Deutung als Bastard zwischen R, candicans u. a. und R. rudis durch Utsch 1. c. XXIII. p. 174 f. (1895) er- scheint ebenso unwahrscheinlich als die des R. sulcatus (vgl. Bemerkung zu No. 172 oben). Dr. Poeverlein. 17G. Ruhus Salisburgensis. Focke Syn. Rub. Germ. p. 280 f. (1877). Syn. R. Caflischii A. II. B. Salisburgensis Focke in Ascher- son und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. VI. p. 588 (1903). Oberbayern: Waldrand bei Ettendorf unweit Traunstein. Bodenunterlage: Glacialdiluvium. Meereshöhe: 625 m. Begleitpflanzen: Clematis vitalba, Rubus- Arten, Picea excelsa. leg Ernst Kaufmann 14. August 1898. R. S. ist bisher aus Bayern nur aus der oberen: Traun- stein, Waging, Laufen, Ottobeuren und unteren: Regensburg (Vollmann) Hochebene bekannt geworden, wäre jedoch noch weiter zu suchen. Utsch 1. c. XXII. p. 181 (1894) deutet ihn als R. Guen- theri X bifrons. Dr. Poeverlein. — 26 — 177 ßnbus incultus. Wirtgen Herb. Rub. Rhen. ed. I. No. 153 (1862); Focke Syn. Rub. Germ. p. 369 (1877). Syn. R. pallidus Caflisch in XXII. Jahresber. Naturh. Ver. Augsburg, p. 174 (1873). R. viridis B. incultus Focke in Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. VI. p. 609 (1903). Mittelfranken: Waldblösse bei Ziegelstein unweit Nürn- berg. Bodenunterlage: Keuper. Meereshöhe: 325 m. Begleitpflanzen: Rubus plicatus, R. villicaulis, Pinus silvestris. leg. Ernst Kaufmann 7. Juli 1899. Findet sich in Bayern nur an wenigen Stellen des Boden- seegebietes (zwischen Heimesreutin und Schönbühel), der oberen (Ottobeuren) und unteren (Dinkelscherben, Augsburg, Dachau, Schieissheim) Hochebene, sowie des Keupergebietes (Schmausenbuck, Ziegelstein, zwischen Blechhäubel und den Steinbrüchen). Dr. Poeverlein. 178. Potentilla Norvegica f. pinguis. Petunnikov in Scripta Bot. Horti univ. imp. Petrop. XIII. (tom. VI.) t, II (1896). Syn. P. ruthenica Willdenow Spec. plant. II. p. 1097 (1799). P. diffusa Willdenow Enum. plant. Berol. I. p. 555 (1809). Oberpfalz: In mehreren Gärten des östlichen Viertels von Regensburg qsp. Bodenunterlage: Diluvium. Meereshöhe: 345 m. Begleitpflanzen: Gartenunkräuter, leg. Dr. Hermann Poeverlein August 1899. Die Form findet sich ausser an dem angegebenen Fund- orte nach Gross in Allg. bot. Zeitschr. IX. p. 160 (1903) mehr- fach bei Herrenhütte unweit Nürnberg. Über die Verbreitung der Art in Bayern vgl. meine Ab- handlung über „Die bayerischen Arten, Formen und Bastarde der Gattung Potentilla" in Denkschr. KBG. Regensburg. VII. N. F. I. p. 153. Dr. Poeverlein. — 27 - 179. Potentilla fissldens. Borbas in Akad. Ertesitö. 1882. p. 9 f.; Zimmeter „Die europäischen Arten der Gattung Potentilla". p. 9 No. 63 (1884), „Beiträge zur Kenntnis der Gattung Potentilla". p. 15 No. 63 (1889); Poeverlein in Denkschr. K B G. Regensburg. VII. N. F. I. p. 196 (1898). Syn. P. pilosa Huter in sched. non Willdenow. P. canescens var. laciniosa Lehmann Revis. Potent. p. 101 (1856). P. curvidens Schur Enum. plant. Transs. p. 190 (1866) sec. Blocki. Unterfranken: Würzburg, an den Weinbergmauern der Leiste. Bodenunterlage: Muschelkalk. Meereshöhe: 190 m. Begleitpflanzen: Artemisia campestris, Achillea nobilis. leg. Botanische Vereinigung Würzburg 15. Juni 1899. Über die Verbreitung dieser Art in Bayern und insbe- sondere ihr A r orkommen bei Würzburg vgl. meine Abhand- lung 1. c. p. 196 f. Dr. Poeverlein. 180. Potentilla caulescens. Linne Amoen. acad. IV. p. 316 f. (1759), Spec. plant. ed. IL p. 713; Koch Syn. ed. IL I. p. 244; Lehmann Revis. Potent, p. 132 f. excl. var. (1856); Zimmeter „Die europäischen Arten der Gattung Potentilla". p. 28 No. 191 (1884), „Beiträge zur Kenntnis der Gattung Potentilla". p. 36 No. 191 (1889); Poeverlein in Denkschr. KBG. Regensburg. VII. N. F. I. p. 258 (1898). Syn. P. sororia Wenderoth Fl. Hass. p. 158 in nota (1846). P. alba Moench Meth. suppl. p. 289 (1802) non Linne Spec. plant, ed. I. p. 498 (1753). P. alba ß caulescens Lamarck Fl. Fr. ed. II. III. p. 118 (1793). Exs. Flora Austro-Hungarica 1252. Schwaben: Lech bei Rieden. Bodenunterlage: Kalkfelsen. Meereshöhe: ca. 810m. leg. Alois Zick August 1899. Über die Verbreitung der Art in Bayern vgl. meine Ab- handlung 1. c. p. 25S ff. Dr. Poe verleim 28 — 181. Alchimilla alpina. Linne Spec. plant, ed. I. p. 123 excl. viir. ß (1753). Exs. Flora Austro-Hungarica 2024. Schwaben: Alpenwiese auf dem Stuiben bei Immenstadt. Bodenunterlage: Kalk. Meereshöhe: 1765 m. leg. Georg Mayer 8. Aug. 1899. Das Vorkommen der Gesamtart A. a. ist in Bayern auf die Alpen und die obere Hochebene (hier den Flussläufen folgend) beschränkt. Die Verbreitung der einzelnen von Buser (Bull, de la soc. Dauph. 1892; Bull, de l'herb. Boiss. I. 1893. App. II. p. 18 ff.; II. 1894. p. 34 ff.; Scrin. fl. sei. XII. 1893. p. 277 ff; Ber. der Schweiz, bot. Ges. IV. 1894. p. 41 ff.; Nouv. mem. de la soc. Helv. des sciens. nat. XXIV. p. 104 ff.) aufgestellten Arten ist erst noch näher festzustellen. Dr. Poeverlein. 182. Saxifraga mutata. Linne Spec. plant, ed. II. p. 570 (1762). Syn. Chondrosea mutata Haworth Enum. p. 13 (1821). Exs. Flora Austro-Hungarica 1294; Herbarium normale 3844. Schwaben: Lech bei Rosshaupten. Bodenunterlage: Gerolle. Meereshöhe: ca. 810 m. leg. Alois Zick August 1899. S. m. findet sich zerstreut im mittleren Teile der baye- rischen Alpen, im Bodenseegebiete, der oberen!! und unteren Hochebene, meist den Flussläufen folgend und den Lech bis Augsburg, die Isarü bis Menterschwaige oberhalb München begleitend. Dr. Poeverlein. 183. Eryngiuni campeslre var. genuinum. Rouy et Camus, Fl. de Fr. VII. p. 219 (1901). Unterfranken: Bärenthal bei Ochsenfurt. Bodenunterlage: Muschelkalk. Meereshöhe: 200 m. Begieitpflanzen: Onopordon acanthium, Bupleurum falcatum. leg. August und Otto Fürnrohr 18. August 1899. E. c. findet sich südlich der Donau nur an den Lager- häusern bei München eingeschleppt, häufiger in Nordbayern — 29 — im Jura- (früher an der Seidenplantage bei Regensburg!!, dort neuerdings verschwunden), Keuper- (mehrere Fundorte), Muschel- kalk-!! (gemein) und Buntsandstein- (am Main nicht selten) Gebiete. In der vorderen!! und nördlichen Pfalz ist es ver- breitet. Im Gebiete wurde meines Wissens bisher nur die hier ausgegebene typische Form gefunden. Dr. Poeverlein. 184. Bnpleurum ranunculoides var. humile. Gaudin Fl. Helv. I. p. 383 (1828). Schwaben: Grat zwischen Steineberg und Stuiben in den Algäuer Alpen. Bodenunterlage: Kalk. Meereshöhe: ca. 1600 m. leg. Georg Mayer 8. August 1899. B. r. ist bisher aus Bayern nur von wenigen Fundorten in den Algäuer Alpen (Rindalphorn, Aggenstein, Schlappolt, zwischen Steineberg und Stuiben) bekannt. Über die Varietäten vgl. Rouy et Camus, Flore de France. VII. p. 322 f. (1901). Dr. Poeverlein. 185. Imperatoria ostruthuim. Linne Spec. plant, ed. I. p. 259 (1753). Syn. Peucedanum Imperatoria Endlicher, Medizinalpflanzen, p. 395 (1812). P. Ostruthium Koch Gen. tribuumque plant. Umbell. nov. disp. p. 95. Selinum Imperatoria Crantz Stirp. Austr. ed. IL p. 174 (1769). Niederbayern: Wiesen in Guglöd im Bayerischen Walde (Rachelgebiet). Bodenunterlage: Urgebirge. Meereshöhe: 850 m. Begleitpflanzen: Alchimilla vulgaris, Heracleum sphon- dylium, Willemetia apargioides. leg. Franz Petzi 15. Juli 1899. In den Alpen nach Prantl von 1480-2080 m s. m. ver- breitet. Seltener im Waldgebiet, so im Bayerischen Walde auf der oberen Waldhauswiese am Lusen, dort verschwindend, in Guglöd und beim Hegerhause in dem der Grenze nahen böh- — 30 — mischen Orte Pürstling (Petzi in Denkschr. K B G. Regensburg VII. N. F. I. p. 111 f.), im Fichtelgebirge bei Bischofsgrün, Zinnhäuschen und Geiersberg, im Oberpfälzer Walde bei Wald- münchen verwildert (Progel). Aus dem übrigen Bayern ist sie nur aus dem Bodensee- gebiete, dem Frankenjura (Ruine Bärenfels, Kleingesee, Beratz- hausenü, nach Hoppe Bot. Taschenbuch. 1803. p. 130; Ect. plant. Ratisb. p. 72 auch bei Weltenburg) und der Rhön be- kannt, jedenfalls aber hier überall nur verwildert. Dr. Poeverlein. 186. Dipsacus pilosus. Linne Spec. plant, ed I. p. 97 (1753). Syn. Cephalaria appendiculata Schrader Catal. sem. hört. Goett. (1814). C. pilosa Grenier et Godron Fl. Fr. II. p. 69 (1850) non Boissier. Dipsacella setigera Opiz Ok. techn. Fl. von Böhmen. II, 1. p. 198 (1838). Galedragon pilosus Gray Arr. brit. plant. II. p. 475 (1821). Virga pilosa Hill Hort. Kew. p. 75 (1768). Mittelfranken: Schlucht bei Schönberg. Bodenunterlage: Keuper. Meereshöhe: 370 m. Begleitpflanzen: Stachys silvaticus, Urtica dioica, Alnus glutinosa. leg. Christoph Scherzer 3. August 1899. Mit Ausnahme der Alpen, des Wald- und Buntsandstein- gebietes, der Rhön und der Pfalz, wo er gänzlich fehlt, in allen Teilen Bayerns zerstreut und oft unbeständig. Dr. Poeverlein. 187. Aster bellidiflorus. Willdenow Enum. plant. Berol. IL p. 886 (1809); Nees Gen. et spec. Aster, p. 97. Mittelfranken: An einem Pegnitzaltwasser oberhalb Nürn- berg. Boden unterläge: Wiesenhumus, Alluvium. Meeres- höhe: 302 m. — 31 — Begleitpflanzen: Alnus glutinosa, Salix-Arten. leg. August Friedrich Schwarz 11. — 15. September 1899. Eine ursprünglich in Nordamerika einheimische Art, die sich jedoch seit lange eingebürgert an einem Pegnitzaltwasser bei Mögeldorf (Schwarz) und am Kanal bei Gibitzenhof (Schult- heiss) findet. Asa Gray Syn. of the Fl. of North America. I. p. 188 sieht in ihr nur eine Kulturform des A. paniculatus. Dr. Poeverlein. 188. Biiphthalmum salieifolitim. Linne Spec. plant, ed. I. p. 904 (1753). Unterfranken: Thüngersheim. Bodenunterlage: Muschelkalk. Meereshöhe: 300 m. Begleitpflanzen: Coronilla montana, Inula salicina, I. hirta. leg. Botanische Vereinigung Würzburg 15. Juni 1898. Die fünf von Günther Beck, Flora von Nieder-Österreich. II, 2. p. 1187 unterschiedenen Formen: «) typicum; ß) grandiflorum (Linne 1. c. als Art); y) alpicolum; d) succisaefolium (Reichenbach fil. Icon. Fl. Germ. XVI. p. 19, t. 45 fig. II. als Art); *) polyglottis sind, wie er selbst zugibt, durch Mittelformen verbunden. B. s. ist in den Alpen!!, der Hochebene und dem ganzen Jurazuge!! verbreitet, im Muschelkalkgebiete seltener. Im übrigen Bayern fehlt es. Dr. Poeverlein. 180. Anthcmis Austriaca Jacquin Fl. Austr. V. p. 22, t. 444 (1778); De Candolle Prodr. VI. p. 11. Syn. Cota austriaca Schultz Bip. in Österr. Bot. Wochenbl. 1854. p. 155; Reichenbach fil. Icon. Fl. Germ. XVI. t. MIX fig. I. 1—7 (1854). Exs. Herbarium normale 3511. a. Oberpfalz: Getreidefelder am rechten Donauufer gegen- über Niederwinzer bei Regensburg. — 32 — Bodenunterlage: Alluvium. Meereshöhe: 332 m. Begleitpflanzen: Raphanistrum lampsana, Stellaria media, Veronica Tournefortii. leg. Gottlieb Lindner Ende Mai 1899. b. Unterfranken: Kornfelder bei der Sieboldshöhe gegen Gerbrunn. Bodenunterlage: Keupersand. Meereshöhe: 250 m. Begleitpflanzen: Centaurea cyanus und andere Acker- unkräuter, leg. Botanische Vereinigung Würzburg Juni 1899. A. A., die früher nur an der Donau von Kelheim bis unter Regensburg!!, im Muschelkalkgebiete bei Schweinfurt und Würzburg, sowie eingeschleppt am Südbahnhof bei Mün- chen gefunden worden war, wurde neuerdings im ganzen süd- östlichen Jura von Regensburg bis Velburg, sowie mehrfach adventiv im Keupergebiete bei Nürnberg beobachtet. Dr. Poeverlein. 190. Matricaria discoidea f. pygmaea. Mittelfranken : Nürnberg-Ludwigsfeld. Bodenunterlage: Diluvialsand. Meereshöhe: 317 m. Begleitpflanzen: Spergularia rubra, Matricaria discoidea f. typica. leg. Karl Semler 15. Juni 1899. Eine niedliche Zwergform dieser Art, über deren immer mehr überhandnehmende Verbreitung das Nähere in der Be- merkung zu No. 306 dieses Exsikkatenwerkes gesagt werden wird. Dr. Poeverlein. 191. Matricaria inodora var. typica. Schwaben: Ried bei Neuburg a./D. Bodenunterlage: Äcker, Schutt. Meereshöhe: 385 m. Begleitpflanzen: Anthemis arvensis und andere Acker- unkräuter. leg. Eugen Erdner Juli 1899. Fehlt den Alpen und dem Bayerischen Walde , selten in der oberen Hochebene. In den übrigen Teilen Bayerns nach Prantl verbreitet. Dr. Poeverlein. — 33 — 192. Mattiearia inodora var. anibigua. Syn. ? Pyrethrum ambiguum Ledebour Fl. Alt. IV. d. 118 (1833). Chrysanthemum inodorum var. ambiguum Ascher- son und Graebner, Flora des nordostdeutschen Flachlandes, p. 726 (1898-99). Oberfranken: Magerer Sandboden ober Bamberg. Bodenunterlage: Alluvium, Diluvium, Keuper. Meeres- höhe: 235-245 m. Begleitpflanzen: Anthemis arvensis, Senecio viscosus u. a. leg. Dr. Georg Fischer 3.-7. Dezember 1899. Über diese auffallende Varietät vgl. Fischer in Mitt. Bayer. Bot. Gesellschaft zur Erforschung der heimischen Flora. 15. p. 129 ff. (1900). Dr. Poeverlein. 103. Doronicum Austriaca in Jacquin Fl. Austr. IL p. 18, t. 130 (1774). Syn. D. Pardalianches a Linne Spec. plant, ed. I. p. 885 (1753). D. scorpioides W immer et Grabowski Fl. Sil. II, 2. 159 (1829). Arnica austriaca Hoppe in Sturm Deutschi. Fl. Heft 38. Exs. Flora Austro-Hungarica 1818. Niederbayern: Felsensturz westlich vom Rachelsee im Bayerischen Wald. Bodenunterlage: Urgebirge. Meereshöhe: 1086 m. Begleitpflanzen: Pirus aucuparia, Carex rostrata, Cala- magrostis Halleriana, Picea excelsa. leg. Franz Petzi 28. Juli 1899. D. A. findet sich in Bayern nur in den Berchtesgadener Alpen und dem Bayerischen Walde zerstreut. Für letzteren, wo es nach Prantl verbreitet sein soll, gibt Sendtner, Vege- tationsverh. des Bayer. Waldes, p.261 (1860) im ganzen 13 Fund- orte an, wozu noch zwei neuerdings von Petzi in Denkschr. KBG. Regensburg. VII. N. F. I. p. 112 veröffentlichte kommen. Dr. Poeverlein. — 34 — 104. Senecio spatulifolius. De Candolle Prodr. VI. p. 362 (1837). Syn. S. nemorensis Pollich Hist. plant. Palat. II. p. 460 (1777) non Linne Spec. plant, ed. II. p. 1221 (1762). Cineraria campestris De Candolle Fl. Fr. p. 169 (1805). C integrifolia Wallroth Sched. crit. I. p. 474 (1822). C. longifolia Sturm Deutschi. Fl. Heft 40. C. spathulaefolia Gmelin Fl. Bad. III. p. 454 (1808); Koch in Flora. VI, 2. p. 515 (1823). C. tenuifolia Gaudin Fl. Helv. V. p. 307 (1829). Schwaben: Wiesen bei Huisheim (östl. Ries). Bodenunterlage: Sand. Meereshöhe: ca. 430 m. Begleitpflanzen: Trollius Europaeus, Coronaria flos cu- culi u. a. leg. Wilhelm Gugler anfangs Juni 1899. Die Pflanze wächst auf sumpfigen Wiesen sowohl mit Keupersand- als mit Thonunterlage, besonders häufig im öst- lichen Ries zwischen Hienheim und Gossheim und auf den Wiesen des Schwalbthales, ferner in ziemlicher Menge an den Thalbergquellen bei Ederheim. Meist finden sich unter den normalen Pflanzen auch diskoide, doch nicht besonders häufig. Frickhinger gibt als weitere Fundorte für das Nördlinger Florengebiet an: Harburg, Wildbad Wemding, Ingershof, Nuss- buhl, Fünfstätt und Monheimerkreuth. Wilhelm Gugler. S. sp. ist in Südbayern (in den Alpen nach Prantl bis 800 m) verbreitet, seltener im Bayerischen Walde!, im Jura-!!,. Keuper- und Muschelkalkgebiete, sowie in der Pfalz. Den übrigen Teilen Bayerns scheint er zu fehlen. Dr. Poeverlein. 195. Senecio enicifolius. Linne Spec. plant, ed. I. p. 869 (1753). Syn. S. tenuifolius Jacquin Fl. Austr. III. p. 42, t. 278 (1775). Exs. Flora Silesiaca 53. Unterfranken: Abhänge des Steinbachgrundes bei Würz- burg. Bodenunterlage: Muschelkalk. Meereshöhe: 250 m. - 35 — Begleitpflanzen: Centaurea jacea, Campanula glome- rata u. a. leg. Botanische Vereinigung Würzburg August 1899. Fast durch ganz Bayern (in den Alpen nach Prantl bis 760 m) verbreitet. Selten nur im Waldgebiete (Bayerischer Wald: Mitterfels; Pichtelgebirge: Leyssau, Weidenberg, Himmel- kron). Dr. Poeverlein. 196. Senecio Sarracenicus. Linne Spec. plant, ed. I. p. 871 (1753); A. Kerner in Österr. bot. Zeitschr. XXI. p. 265 (1871) non Koch Syn. ed I. p. 390 (1837). Syn. S. alpestris Gaudin Fl. Helv. V. p. 296 (1829). S. commutatus Heller Fl. Wirceb. IL p. 293 (1810). S. commutatus y angustifolius Spenner Fl. Frib. I. p. 525 (1825). S. Fuchsii Gmelin Fl. Bad. III. p. 444 (1808). S. nemorensis Lorey et Duret Fl. de la Cöte d'Or. I. p. 474 (1831). S. nemorensis f. Fuchsii Koch Syn. ed. IL I. p. 430 (1843). S. ovatus Koch in Flora. XII, 2. p. 725 (1829). S. salicifolius Wallroth Sched. crit. I. p. 478 (1822) non Persoon. Exs. Flora Austro-Hungarica 1812. Oberbayern: Krainsberger Alpe bei Schliersee. Bodenunterlage: Kalk. Meereshöhe: ca. 1000 m. Begleitpflanzen: Fichtenwaldlichtung mit Rubus und Atropa belladonna, leg. Dr. Carl Otto Harz 2. September 1897. S. S. ist nach Prantl in sämtlichen Teilen Bayerns mit Ausnahme der Vorderpfalz (hier nur bei Oggersheim) verbreitet. Günther Beck, Flora von Nieder-Österreich. II, 2. p. 1220 (1893) unterscheidet nach der Behaarung der Blätter zwei Varietäten : «) typicus: In allen Teilen fast kahl oder nur die Köpfchenstiele und die Hauptnerven der Blattunterseite fein flaumig (die hier ausgegebene Form); p) graniticus: Blätter unterseits dicht kurzhaarig flaumig; 3* die oberen samt den Köpfchenstielen und Hüllen reichlich kurz drüsenhaarig flaumig. Unabhängig davon lassen sich nach der Form der Blätter unterscheiden : var. ovatus De Candolle Prodr. VI. p. 353 (= S. ovatus Willdenow Spec. plant. III. p. 2004; De Candolle Fl. Fr. No. 3182; Jacobaea ovata Fl. der Wetterau. III. p. 212; S. commutatus «. ovatus Spenner Fl. Frib. I. p. 525): Untere Blätter eiförmig oder eilanzettlich , obere länglichlanzettlich (die hier ausgegebene Form); var. angustifolius Spenner 1. c. (als Art): Untere Blätter lanzettlich, obere verlängert- lanzettlich. Dr. Poeverlein. 107. Senecio paludosus var. typicus. Schwaben: Wörnitzufer bei Hoppingen (Ries). Bodenunterlage: Lehm. Meereshöhe: 410 m. Begleitpflanzen: Thalictrum flavum, Acorus calamus u. a. leg. Wilhelm Gugler und Georg Hoock 16. Juli 1899. S. p. wächst in ziemlicher, stellenweise sogar grosser Menge längs der Ufer der Wörnitz, sowie an deren Abwässern. Nach Frickhinger kommt die Pflanze von Larrieden über Dinkels- bühl, Wassertrüdingen bis Ottingen minder häufig, von Holz- kirch abwärts aber stellenweise in grosser Menge bis Donau- wörth vor. Besonders häufig fand ich die Pflanze bei Hoppingen und Harburg (östl. Ries); oft war der Blütenstand dicht mit schwarzen Blattläusen bedeckt. Wilhelm Gugler. S. p. findet sich zerstreut im Bodenseegebiete, der oberen und unteren Hochebene!!, dem Jura- und Keupergebiete, ver- breitet in der Vorderpfalz. Die Verbreitung der Varietäten bedarf noch genauerer Feststellung; es sind zu unterscheiden: var. typicus: Blätter unterseits spinnwebig -wollig; var. glabratus Koch Syn. ed. IL p. 431: Blätter beider- seits kahl oder fast kahl; var. tomentosus Koch ibid.: Blätter unterseits dicht- schneeweissfilzig. Das Synonym var. riparius Wallroth Sched. crit. I. p. 482 wird bezeichnenderweise von Weiss in Wohlfarth's Koch Syn. II. p. 1492 zu var. tomentosus, von Günther Beck, Flora von Nieder -Österreich. II, 2. p. 1216 zu var. glabratus gezogen. Dr. Poeverlein. - 37 — 198. Campanula rapunculus war. hirta. Petermann Fl. Lips. p. 186 (1838). Syn. C. R. a) typica Günther Beck, Flora von Nieder- österreich. II, 2. p. 1103 (1893). Mittelfranken: Grasige Abhänge am Gustav-Adolf-Keller bei Fürth. Bodenunterlage: Diluvialsand. Meereshöhe: ca. 300m. Begleitpflanzen: Betula alba, Gramineae. leg. August Friedrich Schwarz 12. Juli 1899. Die Art findet sich zerstreut im Bodenseegebiete, der unteren Hochebene ! ! , dem Bayerischen Walde und dem Keuper- gebiete, verbreitet im Muschelkalk- und Buntsandsteingebiete und in der Pfalz!!. Günther Beck 1. c. unterscheidet 3 Varietäten: a) typica (= var. hirta Petermann 1. c): Stengel und Blätter steif- oder rauhhaarig; 8) nitidula (= var. nitida Günther Beck in Annalen Naturhist. Hofmus. IL p. 152 non Aiton): Stengel kahl und glatt, Blätter kahl oder etwas behaart; y) verruculosa Freyn in Verh. ZBG. Wien XXVII. p. 374 (1877): Kelche mit weissen Drüsenwarzen mehr oder minder reichlich besetzt. Dr. Poeverlein. 199. Myosotis Rehsleineri. Wartmann in Ber. der St. Gallischen naturw. Gesellschaft. 1882/83. p. 276 (1884). Syn. M. caespititia Jäggi in Sched. ad Fl. exs. Austro- Hung. VIII. p. 33 (1899). M. caespitosa ß. grandiflora Gaudin Fl. Helv. II. p. 49 (1828) non M. grandiflora Humboldt, Bon- pland, Kunth. M. palustris «. genuina b. glareosa Doli, Fl. von Baden, p. 784 (1859). M. p. var. caespititia De Candolle Prodr. X. p. 105 (1846). M. p. var. caespitosa Schinz und Keller, Fl. der Schweiz, p. 413 (1900). M. p. var. hirsuta Alexander Braun in Ascherson Fl. der Prov. Brand, ed. I. p. 448 (1864). Exs. Flora Austro-Hungarica 2936. Schwaben: Bodenseeufer in Ziegelhaus bei Lindau i. B. Bodenunterlage: Sand. Meereshöhe: 395 m. Begleitpflanzen: Ranunculus flammula var. reptans. leg. Georg Mayer 24. April 1899. Diese seltene Pflanze, die von den neueren Autoren meist als Varietät zu M. palustris gezogen wird, findet sich in Bayern nur am Bodenseeufer, hier jedoch verbreitet. Dr. Poeverlein. 200. Linaria anensis. Desfontaines Fl. Atlant. II. p. 45 (1800); Chavannes Monogr. des Antirrh. p. 157 (1833). Syn. Antirrhinum arvense « Linne Spec. plant, ed. I. p. 614 (1753). A. arvense E. H. L. Krause in J. Sturms Fl. von Deutschi. ed. IL X, 1. p. 121 (1903). Exs. Flora Silesiaca 232. Unterfranken: Lehmige Kartoffeläcker auf dem Kreuz- berg bei Schonungen. Bodenunterlage: Muschelkalk. Meereshöhe: 250 m. Begleitpflanzen: Papaver rhoeas, Alchimilla arvensis, Scleranthus annuus. leg. Botanische Vereinigung Würzburg 27. Sept. 1899. L. a. findet sich in Bayern in der unteren Hochebene!!, dem Jura-, Keuper-, Muschelkalk-! und Buntsandsteingebiete, der Rhön, sowie der Pfalz zerstreut. Den übrigen Gebiets- teilen scheint sie zu fehlen. Dr. Poeverlein. 201. Limosella aquatica. Linne Spec. plant, ed. I. p. 631 (1753). Exs. Flora Austro-Hungarica 2618. a. Oberfranken: Schlammige Sandbänke der Regnitz ober Bamberg. Bodenunterlage: Alluvium, Keuper. Me er eshöhe :230m. Begleitpflanzen: Verschiedene Phanerogamen, Bryum argenteum, Marchantia polymorpha, Fadenalgen. — 39 — leg. Dr. Georg Fischer 18. Oktober — 15. November 1899. b. Oberfranken: Flutgraben der Aisch bei Medbach. Bodenunterlage: Alluvium, Keuper. Meereshöhe: 255 m. Begleitpflanzen: Gramineae. leg. Dr. Georg Fischer 10. November 1899. L. a. findet sich in der unteren Hochebene!!, dem Keuper- gebiete!, dem Muschelkalk- und Buntsandsteingebiete am Main häufig, in der oberen Hochebene, dem Bayerischen und Oberpfälzer Walde, der A r order- und Mittelpfalz selten. Den übrigen Teilen Bayerns fehlt sie. Die ausgegebenen Exemplare zeigen deutlich die grosse, zumeist durch die Standortsverhältnisse bedingte Variabilität ■der Art. Dr. Poeverlein. 202. Melampyrum pratense var. concolor. Schönheit, Taschenbuch der Flora Thüringens, p. 331 (1850). Syn. ?M. luteum Blytt Norges Flora. II, 2. p. 810 (1874). Oberpfalz: Bewaldeter Westabhang des Zeitlarner Berges bei Regensburg. Bodenunterlage: Weisser Jura. Meereshöhe: ca. 380m. Begleitpflanzen: Hepatica nobilis, Acer campestre, Cytisus nigricans, Trifolium alpestre, Vicia sepium, Lathyrus vernus, Agrimonia eupatorium, Viburnum lantana, Galium silvaticum, Tanacetum corymbosum, Hieracium murorum, Melampyrum nemorosum, Mercu- rialis ovata, Quercus, Carpinus betulus, Picea excelsa. leg. Dr. Hermann Poeverlein 2. September 1898. Nach Schönheit 1. c. „Blkröhre .... mit d. vordem Theile gleichfarbig, goldgelb, d. Schlund kaum etw. geöffnet. Die Var. concolor besond. in höheren Gebirgsgegenden und auf dürrem Heideboden." Bereits A. E. Fürnrohr in seiner Flora Ratisbonensis. p. 122 (1838) erwähnt „die Varietät mit ganz gelben Blüten, welche zuweilen für M. silvaticum gehalten wird, hinter den Schwabelweisser Bergen" bei Regensburg. Ich habe über dieses \ r orkommen, welches ich gegen Norden bis Zeitlarn, gegen Osten bis in das Höllbachthal bei Wiesent verfolgen konnte, bereits in Allg. bot. Zeitschr. III. p. 183 (1897) be- richtet. — 40 — Aus dem übrigen Bayern ist mir die Varietät nur von Mörlach, Ziegelstein, Pottenstein und Creussen (Schwarz, Flora von Nurnberg-Erlangen. II. p. 588) bekannt geworden. Dr. Poeverlein. 203. Melampyrum silvaticum. Linne Spec. plant, ed. I. p. 605 (1753); Günther Beck in Verh. ZBG. Wien. XXXII. p. 189 (1883). Syn. M. alpestre Persoon Syn. II. p. 151 (1807). M. pratense Tausch Exsicc. sec. Günther Beck, Flora von Nieder-Österreich. II, 2. p. 1071 (1893). M. silvaticum ß. parviflorum Neilreich, Nachträge zur Flora von Wien. p. 214. Exs. Flora Austro-Hungarica 628. Niederbayern: Bergwälder bei St. Oswald im Bayerischen Wald. Bodenunterlage: Urgestein. Meereshöhe: ca. 800 im Begleitpflanzen: Potentilla silvestris, Vaccinium myr- tillus, Melampyrum pratense, Pinus silvestris, Picea excelsa. leg. Dr. Hermann Poeverlein 29. Juli 1898. M. s. findet sich in Bayern in den Alpen!! und der Hoch- ebene mit nach der Donau zu abnehmender Verbreitung, im Bayerischen Walde!! (hier auf dem Rachelgipfel noch bei 1450 raü) und Fichtelgebirge!!, sowie im nördlichen Teile des Frankenjura!*) und des Keupergebietes (vgl. Schwärz, Flora von Nurnberg-Erlangen. IL p. 588). Dr. Poeverlein. 204. Alectorolophus montamis. Fritsch in Verh. ZBG. Wien. XLVIII. (1898); Sterneck Monogr. der Gatt. Alectorolophus. p. 74 (1901). Syn. A. alpinus var. erectus Sterneck in Österr. bot. Zeit- schr. XLV. p. 229 pr. p. (1895). A. angustifolius Reichenbach fil. Icon. Fl. Germ. XX. p. 65 pr. p. (1862); Garcke, Fl. von Nord- deutschland. 13. Aufl. p. 299 (1878). *) Hier bei Bösenbhkig auch in der unter No. 554 dieses Exsikkaten- werkes ausgegebenen var. dentatum Schur (= M. laricetorum A. Kerner). — 41 - A. cryptostomus Borbäs in Dörfler, Jahreskatalog pro 1899 der Wiener bot. Tauschanstalt, p. 105 (1899). A. serotinus Schönheit in Ilse, Fl. von Mittelthüringen, p. 212 (1866); Günther Beck, Flora von Nieder- österreich. II, 2. p. 1069 (1893); Sterneck in Österr. bot. Zeitschr. XLV. p. 164 (1895). Fistularia serotina Wettstein in Engler und Prantl, Natürl. Pflanzenfamilien. IV, 3b. p. 103 (1893). Rhinanthus alpinus, ß. angustifolius Koch Syn. II. p. 626 pr. p. (1844). Rh. angustifolius Celakovsky in Österr. bot. Zeit- schr. XX. p. 130 ff. (1870) non Gmelin Fl. Bad. II. p. 669 (1806). Rh. major, ß. angustifolius Koch Syn. IL p. 626 (1844). Rh. m. var. angustifolia serotina Schönheit, Taschen- buch der Flora Thüringens, p. 333 (1850). Rh. m. polycladus Ghabert in Mem. de l'Herb. Boiss. 8. p. 12 (1900). Rh. m. var. serotinus Halacsy und Braun, Nach- träge zur Flora von Niederösterreich, p. 115 (1882). Rh. montanus Sauter in Flora. XI. p. 180 (1857). Exs. Flora Austro-Hungarica 2608. Niederbayern: Kurzgrasige Stellen bei Höhenbrunn im Bayerischen Walde. Bodenunterlage: Urgestein. Meereshöhe: ca. 850 m. Begleitpflanzen: Polygala vulgare, Dianthus deltoides, Viscaria vulgaris, Stellaria graminea, Hypericum qua- drangulum, Lotus corniculatus, Fragaria vesca, Poten- tilla silvestris, Pimpinella saxifraga, Galium mollugo, Gnaphalium silvaticum, Hieracium pilosella, Campanula rotundifolia, C. patula, Calluna vulgaris, Euphrasia Rost- koviana, Thymus serpyllum, Tithymalus cyparissias. leg. Dr. Hermann Poeverlein Juli 1898. Schönheit 1. c. beschreibt seine var. angustifolia serotina: „mit sehr ästig. St., üb. d. herzf. Basis nur 1 — 2"' breiten, wage- recht abstehend. B., welche länger sind als d. Stengelglieder, oder doch gleichlang mit diesen, deren Bth. sich erst öffnen, wenn d. gewöhnl. Form schon abgeblühet ist. Fast Nichts — 42 — als d. Richtung d. Lippen unterscheid, sie von R. alpinus Bgt. var. angustifol." Bereits in der Allg. bot. Zeitschrift, VI. p. 170 (1900) habe ich darauf aufmerksam gemacht, dass die meisten von Prantl zu „Rhinanthus angustifolius Gmelin" gezogenen Fund- orte zu A. m. gehören, und über das Vorkommen dieser Art im nördlichen Prankenjura*) um Muggendorf! und Pottenstein!, auch um Velden und Plech, im Keupergebiete am Kauer- lacher Weiher (Schultheiss), bei Schweinfurt und Veitshöchheim! (Rost), im Dachauermoor! (Kraenzle), im Gonnersdorfer Moor!! und auf dem Lausbuckel bei Regensburg!! berichtet. Sie ist weiter mit Sicherheit konstatiert: In der oberen Hochebene (Marienklause bei München!). Im Bayerischen Walde: bei Falkenstein im Tiergarten in der Nähe des Bierkellers! (Troll sec. Fürnrohr in Hoppes Jubelfeier [1845]) und Postfeldenü. Im Jura: um Traunfeld, von der Hubirg! bis Mittelburg, von Spiess nach Hilpoltstein und Leyenfels, Egloffstein, bei Göss- weinstein, Rabenstein, Waischenfeld, Wüstenstein, Greifen- stein und in den Hollfelder Thälern!, sowie auf dem Staffel- berg (Schwarz, Flora von Nürnberg-Erlangen. II. p. 591), bei Deuerlingü. Im Muschelkalkgebiete: Bei Schwebheim, auf den Heubergen (Appel in Deutsche bot. Monatsschr. IV. p. 86 [1898 J), im Heiligenhölzlein bei Veitshöchheim! (Rost). Dr. Poeverlein. 205. Alectorolophus Vollmanni. Poeverlein nov. spec. in Fl. exs. Bav. III. No. 205 (1900) und in Allg. bot. Zeitschr. XV. p. 170 (1900). Syn. A. lanceolatus var. subalpinus Sterneck in Österr. bot. Zeitschr. XLV. p. 274 pr. p. (1895). A. subalpinus Sterneck Monogr. der Gatt. Alectoro- lophus. p. 86 (1901). Exs. Herbarium normale 3367 (als A. lanceolatus var. subalpinus). *) Im südlichen Teile des Frankenjura ist der übrigens auch noch bei Lichtenfels (Appel) gefundene A. angustifolius Heynhold häu- figer; vgl. Poeveriein 1. c; Schwarz 1. c. — Gradmann, Pflanzenleben der Schwäbischen Alb. ed. IL II. p. ö09 gibt für die Schwäbische Alb nur Letzteren an; doch kommt nach einem mir vorgelegenen Exem- plare von Heidenheim! (leg. Vollmann) auch A. m. dort vor (vgl. Poever- lein in Allg. bot. Zeitschr. VI. p. 68 [1900]). Dr. Poeverlein. - 43 - Schwaben: Hölltobel bei Gerstruben im Algäu. ßodenunterlage: Kalk. Meereshöhe: 1050—1100 m. Begleitpflanzen: Buphthalmum salicifolium , Carduus defloratus, Euphrasia Salisburgensis. leg. Dr. Franz Voll mann 24. Juli 1899. Diese Pflanze sammelte ich in der Erkenntnis, dass sich hier die von Sterneck für die Gattung Alectorolophus aufge- stellte Scheidung in „Aestivales" und „Autumnales" nicht voll- zogen hat. — Über weitere seither von mir über diese Schei- düng überhaupt angestellte Beobachtungen soll im Folgenden kurz berichtet werden. Die Trennung in „Aestivales" und „Autumnales" begegnet bei mehreren Arten — vielleicht bei mehr, als ich zu beobach- ten Gelegenheit hatte, — erheblichen Schwierigkeiten und wird — wenigstens in dem Umfange, wie es bei Sterneck geschieht, — kaum aufrecht zu erhalten sein. Einige Beispiele! 1) Ich besitze Exemplare von A. stenophyllus (Schur) Sterneck, die ich Ende Juli 1899 bei Oberstdorf im Algäu sammelte. Hier standen auf feuchter Wiese längst verblühte, schon im Abwelken begriffene Exemplare von A. minor mit einfachen, unverzweigten Stengeln neben solchen, die noch zum grössten Teile in Blüte standen. Letztere waren ver- zweigt, mit bogig aufsteigenden Seitenästen, ohne putiert zu sein; die unteren Stengelinternodien waren kürzer als die oberen; bei einem Teile 2 — 3 interkalare Blattpaare, aber auch bei vielen nur 1 oder kein interkalares Blattpaar vor- handen. Und doch waren beide im übrigen hinsichtlich der Blütezeit und des Wuchses zweifellos identisch (Sterneck Monogr. p. 111 bestreitet, dass die interkalaren Blattpaare fehlen können). 2) Im Donauthale unterhalb Regensburg (bei Roith) wach- sen spätblühende Pflanzen, die zu A. montanus Fritsch = A. serotinus (Schönheit) Sterneck gehören. Aber auch unter ihnen finden sich solche, fast ebenso zahlreich, denen — bei sonst gleichem Wüchse — die interkalaren Blattpaare fehlen. 3) Am wenigsten passt Sterneck's Beschreibung bei A. Vollmanni Poeverlein = A. subalpinus Sterneck, den ich seit einer Reihe von Jahren nicht nur im Herbar, sondern an seinen natürlichen Fundorten in den Thälern der nördlichen Kalkalpen Bayerns, Tirols und des Salzkammergutes zu be- obachten Gelegenheit hatte. Abgesehen davon, dass hier der — 44 — Stengel eine Höhe von nicht bloss 30 cm, sondern 1 m er- reicht, trifft „Caulis . . . supra ramis (!) supremis aphyllus" durch- aus nicht zu, ebensowenig die Bemerkung Sterneck's (p. 86 Fussnote): „Ganz ausnahmsweise finden sich auch Exemplare mit einem, selbst zwei Intercalarblättern. Die von Freyn gefun- denen Exemplare (vgl. Österr. botan. Zeitschr. 1900 [Sep.-Abdr., p. 48]) mit vier Intercalarblättern sind, wie er selbst einräumt, Abnormitäten, bei denen die untersten Blüten verkümmert sind und demnach die Bracteen scheinbar als Intercalarblätter sich darstellen." • Sterneck irrt hier in doppelter Hinsicht: Fürs erste lassen sich an den oben angeführten Lokali- täten Hunderte von Fundorten aufzählen, wo gleichzeitig blühende, ästige Exemplare dieses A. mit kurzen unteren Internodien scharenweise vorkommen und zwar in einer Weise, dass die Zahl der Interkalarblätter zwischen und 4 (— 8) in bunter Mannigfaltigkeit wechselt, ebenso wie die Breite der Blätter erster Ordnung und die Grösse der Korollen, die einzigen Merkmale, welche — von der Zahl der Interkalar- blätter abgesehen — nach der Sterneck'schen Diagnose eine Scheidung zwischen seinem subalpinus und arigustifolius er- möglichen würden. Dazu kommt noch ein weiterer Umstand. In dem oben aus Sterneck's Monographie angeführten Zitate, betreffend die von Freyn gesammelte Form des A. subalpinus mit 4 Inter- kalarblättern, ist von einer Abnormität insoferne die Rede, als an dieser Form die untersten Blüten verkümmert sein und demnach die Brakteen scheinbar als Interkalarblätter sich dar- stellen sollen. Ich behaupte, dass in den Achseln fast aller sogenannten Interkalarblätter siGh verkümmerte Blüten finden, nicht allein bei A. subalpinus, sondern auch bei A. stenophyllus, montanus, angustifolius und andern „autumnalen" Arten. Und dies ist der wundeste Punkt der ganzen Sterneck'schen Theorie. Ob nun die Ur- sachen dieser Verkümmerung der untersten Blüten und damit die von oben nach unten zunehmende Assimilation der ur- sprünglichen Brakteen an die übrigen Stengelblätter in der späteren Vegetationszeit oder in andern Ursachen zu suchen ist, vermag ich nicht zu entscheiden. Jedenfalls aber darf die Verkümmerung nicht in dem einen Falle als Abnormität betrachtet, in anderen dagegen als wichtiges Moment zum — 45 — Aufbau einer die ,Aestivales' von den ,Autumnales' streng- scheidenden Theorie benützt werden. Soweit meine in der Natur gemachten Beobachtungen. Heinricher geht in seiner Abhandlung „Kritisches zur Systematik der Gattung Alectorolophus" (Jahrb. für wissensch. Bot. XXXVIII, 1. [1903]) auf Grund der von ihm angestellten Kulturversuche erheblich weiter und schlägt noch viel bedeu- tendere Breschen in Sterneck's System. Weitere Forschungen werden dartun, ob und inwieweit dasselbe Berechtigung hat. Dr. Franz Vollmann. Wenn Sterneck (Monogr. p. 87. Fussnote 1), erklärt, die Anführung älterer Synonyme erscheine untunlich, da die frü- heren Autoren diese und die folgenden vier Sippen (A. simplex, A. lanceolatus, A. gracilis und A. angustifolius) nicht unter- schieden, weshalb deren Namen fast bei allen Sippen pro parte, citiert werden müssten, so kann ich dem nur beipflichten. Ich glaube aber, dass aus demselben Grunde die Beibehaltung des von ihm vorangestellten Namens A. subalpinus für diese Sippe unzulässig ist, da er für seinen A. lanceolatus var. sub- alpinus in Österr. bot. Zeitschr. XLV. p. 274 [1895] ausser den später in der Monographie aufgezählten Fundorten noch weitere angibt und hieraus klar hervorgeht, dass dieser A. lan- ceolatus var. subalpinus noch andere Formen mit umfasste als seine spätere Art A. subalpinus. Dr. Poeverlein. 206. Euplirasia Salisburgensis. Funck in Hoppe Bot. Taschenbuch. 1794. p. 184, 190; Wettstein Monogr. der Gatt. Euphrasia. p. 218, t. III fig. 1-29, t. X flg. 6 (1896). Syn- E. alpina Baumgarten Enum. stirp. Transs. IL p. 195 (1816); Link Handb. zur Erk. der Gew. I. p. 514 pr. max. p. (1829); Schur Enum. plant. Transs. p. 509 (1866); Zapalowicz Roslinna szata gor Pockucko Marm. p. 270(1889); Schleicher in sched. E. alpina «. dissecta Gaudin Fl. Helv. IV. p. 111 (1829). E. alpina B. intermedia «. Salisburgensis -j- C. parvi- flora a. laxa et ß. imbricata Soyer — Willemet Sur l'Euphr. offic. et les esp. vois. p. (32). E. alpina y. simplex Schleicher in sched. — 46 - E. cuspidatissima Saint Lager in Annal. de la soc. bot. de Lyon. VII. p. 126 (1878/79). E. exigua Reuter in Compt. rend. soc. Haller. 1854/56. p. 123 pr. p. E. macilenta Gremli in sched. E. minima Dolliner Enum. plant, phan. Austr. inf. p. 98 pr. p. (1842) non Jacquin in Schleicher Catal. plant. Helv. 1800. p. 22. nomen. solum. E. minima ß. Lapeyrousii Soyer — Willemet 1. c. E. officinalis Caruel in Pariatore Fl. Ital. VI. p. 468 pr. p. (1885). E. officinalis var. y. Pollini Fl. Veron. II. p. 314 pr. max. p. (1822). E. officinalis var. alpestris Maly Fl. von Steierm. p. 147 (1868). E officinalis d. alpina Grenier et Godron Fl. de Fr. II. p. 605 pr. p. (1850). E. officinalis var. *. Bertoloni Fl. Ital. VI. p. 288 pr. max. p. (1844). ? E. officinalis f. minima Pacher et Jabornegg, Fl. von Kärnthen. II. p. 307 (1884). E. officinalis y. (ö., *., /?.) Salisburgensis Schleicher Catal. plant. Helv. 1800. p. 22; Bentham in De Candolle Prodr. X. p. 553 (1846); Neilreich, Flora von Nieder-Österreich. p. 563 (1859); Britten, Flora von Ober-Österreich. Sep.-Abdr. p. 89 (1862); Arno y Mora Fl. Iber. II. p. 353 (1871); Knapp Pflanz. Galiz. und der Buk. p. 231 (1872); DufTtschmid, Flora von Ober-Österreich. III. p. 180 (1883); Her- der in Bull. soc. imp. nat. Moscou. 1883. p. 50. E. officinalis ö. subulata Blytt Norges Flora. II, 2. p. 799 (1874). E. Olympica Haläcsy et Sintenis in Österr. bot. Zeitschr. XL. p. 39 (1890). E. Sintenisii Halacsy sec. Wettstein in Engler und Prantl, Natürl. Pflanzenfam. IV, 3 b. p. 101 (1893). E. Soyeri Timbal-Lagrave Diagn. 1856 sec. Grenier Fl. de la Chaine Jur. p. 569 (1865) et Camus Catal des plant, de Fr. p. 215 (1888); Perard in — 47 — Bull, de la soc. bot. de Fr. XVIII. p. 330 (1871); Townsend in Journ. of bot. XXII. p. 166 (1884). E. tricuspidata Allioni Fl. Pedem. I. p. 60 (1785) non Linne Spec. plant, ed. I. p. 604 (1753). Exs. Flora Austro-Hungarica 144. a. Oberbayern: Inzell-Reichenhall, auf Felsen und stei- nigen Abhängen. Bodenunterlage: Kalk. Meereshöhe: 600—640 m. leg. Otto Prechtelsbauer August 1899. b. Schwaben: Kiesbett der Stillach bei Oberstdorf im Algäu. Bodenunterlage: Alluvium. Meereshöhe: 850 m. Begleitpflanzen: Euphrasia Rostkoviana, Hieracium staticifolium, Campanula pusilla. leg. Dr. Franz Vollmann 19. Juli 1899. In Bayern bisher nur aus Alpen und Hochebene bekannt*) wurde diese Art vor mehreren Jahren von den Regensburger Botanikern auch auf weissem Jura bei Obersaal, Bez.-A. Kel- heim, gefunden, wo sie die Nordgrenze ihres von den mittleren Pyrenäen bis an das Nordostende der Alpen reichenden Haupt- Verbreitungsareales erreicht (vgl. F. Petzi in Allg. bot. Zeit- schrift, II. p. 203 [1896J ; dazu Wettstein Monogr. p. 221 ff., Kartei V). Übrigens variieren sowohl hier wie auch an der von Oberstdorf ausgegebenen Pflanze Blattbreite und Verzweigung, sowie die Blattfärbung sehr. Viele Exemplare tragen auch an diesen niedrigen Standorten dadurch einen intermediären Charakter zwischen den Varietäten procera Grenier (= vera Beck) und subalpina Grenier (= alpicola Beck), für deren letztere Beck und im allgemeinen auch Wettstein die Region von 1500 m aufwärts in Anspruch nimmt. Dr. Franz Vollmann. 207. Orobanche ramosa. Linne Spec. plant, ed. I. p. 633 (1753); Günther Beck, Monogr. der Gatt. Orobanche. p. 87. Syn. Kopsia ramosa Dumortier Comm. bot. p. 16 (1822). O. micrantha Wallroth Sched. crit. I. p. 315 (1822). Phelipaea ramosa C. A. Meyer Enum. plant. Caucas. p. 104 (1831). Phelipanche ramosa Nouv. Mat. Fl. Atlant, p. 103. H ) Vgl. hierzu Woerlein in Deutsche bot. Monatsschr. I. p. 162 (18Sc5). — 48 — Exs. Flora Austro-Hungarica 911. Pfalz: Acker bei Knittelsheim in der Yorderpfalz. Bodenunterlage: Sand. Meereshöhe: 130 m. Begleitpflanzen: Schmarotzt auf Nicotiana tabacum. leg. Georg Hoock Ende August 1898 und 1899. Die Pflanze wächst in sehr grosser Menge auf den Wur- zeln von Cannabis sativa und Nicotiana tabacum. In der Vorderpfalz, wo namentlich letztere viel kultiviert wird, tritt sie sehr häufig auf, ohne nennenswerten Schaden zu verur- sachen, da der Tabak bereits seinen Reifegrad erlangt hat, wenn der Schmarotzer zur Entwicklung gelangt. Sie führt hier den Namen „Tabakstod", bezw. „Hanftod". Nach Schwarz, Flora von Nürnberg-Erlangen. IL p. 600 kommt sie bei Baiersdorf auf dem dort kultivierten Meerrettig schmarotzend vor und ist daselbst als „Kreenfresser" bekannt. Zu den Nährpflanzen tritt dann als vierte noch Cochlearia armoracia. 0. r. ist nach Prantl in Bayern zerstreut, in der Pfalz verbreitet. Georg Hoock. 208. Primula auricula var. Obristii. Günther Beck, Flora von Nieder-Österreich. II, 2. p. 917 (1893). Syn. P. Obristii (super — Balbisii X ciliata) und P. similis (sub — Balbisii X ciliata) Stein in Namenkatalog Breslauer Bot. Gart. 1881 ohne Beschreibung. Oberbayern: Dachauer Moor bei München. Bodenunterlage: Moorboden. Meereshöhe: 490 m. Begleitpflanzen: Primula farinosa, Salix repens. leg. Joseph Kraenzle 18. Mai 1899. P. a. war bisher in Bayern nur aus den Alpen ! ! , von Grün- wald bei München und Lechbruck, sowie aus dem Dachauer-!! und Erdingermoor bekannt. Neuerdings ist es mir im Verein mit Prof. Dr. Vollmann geglückt, sie in der Donauschlucht zwischen Kelheim und Weltenburg, wo sie bereits von Hoppe (Bot. Taschenbuch. 1803. p. 130; 1805. p. 112), jedoch neuerdings nicht mehr (cf. A. E. Fürnrohr, Flora Ratisbonensis. p. 134) gefunden worden war, in äusserst wenigen Exemplaren wieder aufzufinden (cf. Poeverlein in Allg. bot. Zeitschr. V. p. 182 [1899]). — 49 - Die Varietät Obristii unterscheidet sich von der typischen Form durch die nicht mehlig-bestäubten, jedoch insbesondere am Rande stark drüsig-behaarten Blätter. Dr. Poeverlein. 209. Armeria purpurea. Koch Syn. ed. I. p. 595 (1837). Syn. A. bodamica Petri sec. E. H. L. Krause in J. Sturms Fl. von Deutschi. ed. II. IX. p. 241 (1901). A. rhenana Gremli Exc.-Fl. der Schweiz, ed. IV. p. 350 (1881). Schwaben: Beninger Ried bei Memmingen. Bodenunterlage: Alm (Weisserde). Meereshöhe: ca. 600 m. Begleitpflanzen: Drosera, Schoenus nigricans, Seh. ferrugineus. leg. Georg Mayer 11. Juli 1899. Die Verbreitung der A. p. im Deutschen Reiche ist auf •die Gegenden von Konstanz in Baden, Memmingen und Gunzen- hausen in Bayern beschränkt. Dr. Poeverlein. 210. Salix alba var. typica subvar. vulgaris f. coerulea <$. Anton Mayer in Ber. Naturw. Ver. Regensburg. VII. p. 52 (1900). Syn. S. a. « calva G. F. W. Meyer Chlor. Hann. p. 487 (1836). S. a. var. coerulea Koch Syn. ed. I. p. 644 (1837). S. a. var. fruticosa Schur Sert. fl. Transs. No. 2596 ß (1853). S. coerulea Smith Engl. Bot. t. 2431 (1812). Oberpfalz: Oberer Wöhrd bei Regensburg. Bodenunterlage: Alluvium. Meereshöhe: 332 m. Begleitpflanzen: Alnus glutinosa, Salix alba var. typica subvar. vulgaris, S. alba X fragilis, S. triandra, S. pur- purea, S. purpurea X viminalis. ö . . fl. 30. April 1898. leg. Franz Petzi foDr - S ept 189Q Bezüglich dieser und der folgenden Arten wird — soweit bei denselben nichts Besonderes angegeben, — auf die oben zitierte Abhandlung von Anton Mayer „Die Weiden Regens- 4 — 50 — burgs, eine Beschreibung der im Gebiete vorkommenden Arten r Formen und: Bastarde nebst Bestimmungstabellen" Bezug ge- nommen. Dr. Poeverlein. 211. 212. Salix tlaplinoitles var. latifolia. A. Kerner in Verh. ZBG. Wien. X. p. 231 (1860). ö 1 Niederbayern: Nirschlgarten in Göttersdorf, Bez.-A. Dingolfmg. Bodenunterlage: Sumpfiger Lehmboden. Meereshöhe: 375 m. Begleitpflanzen: Salix alba var. vitellina. . „ v „ . fl. 18. März . onn leg. Franz Xaver Uierster -„ . ■ .„ — -. 1899. ö fol. 26. Aug. $ Niederbayern: Ammerbauerngarten in Weigendorf, Bez.- A. Dingolfing. Bodenunterlage: Trockener Lehmboden. Meereshöhe: 375 m. Begleitpflanzen: Obstbäume. ■ _ ,_ ri . fl. 18. März 10AA les:. b ranz Xaver Gierster „ . nn — r— 1899. fol. 26. Aug. 213. Salix purpurea var. helix (1805). A. ochroleucum Grenier et Godron Fl. de Fr. III. p. 211 (1855—56). A. serotinum Lapeyrouse Hist. abr. des plant, des Pyren. p. 179 (1813). a. Niederbayern: Feuchte Wiese im Moos bei Deggendorf. Bodenunterlage: Angeschwemmter kalkhaltiger Boden. Meereshöhe: 308 m. Begleitpflanzen: Asteramellus, Gentianapneumonanthe. leg. Botanischer Verein Deggendorf Ende August 1898. b. Schwaben: Ach bei Füssen. Bodenunterlage: Moor. Meereshöhe: ca. 805 m. Begleitpflanzen: Carex-Arten, Gramineae. leg. Alois Zick August 1899. A. s. findet sich in Bayern selten im Mittelstocke der Alpen (Partenkirchen), im Bodenseegebiete (?Ade), in der oberen und unteren Hochebene und fehlt gänzlich dem nördlichen Bayern, sowie der Pfalz. Dr. Poeverlein. — 57 - 228. Muscari racemosum. Miller Gard. Dict. No. 3 (1759); De Candolle Fl. Fr. III. p. 208. Syn. M. atlanticum B. R. Pug. p. 114 (1852). Bothryanthus atlanticus Nyman Consp. p. 734 (1882). B. odorus Kunth Enum. IV. p. 311 (1841). Hyacinthus botryoides Allioni Fl. Pedem. I. p. 118- (1785). H. juncifolius Lamarck Encycl. III. p. 194 (1789). H. racemosus Linne Spec. plant, ed. I. p. 318 (1753). Schwaben: Weinberge unweit Wasserburg bei Lindau i. B. Meereshöhe: ca. 410 m. Begleitpflanzen: Arabis hirsuta, Stellaria media, leg. Georg Mayer 23. April 1899. M. r. wurde bisher seltener als die folgende im Bodensee- gebiete, der unteren Hochebene, dem Bayerischen Walde, dem Jura-, Keuper-, Muschelkalk- und Buntsandsteingebiete, der Vorder- und Nordpfalz gefunden. Eine weitere Verbreitung erscheint jedoch nicht ausgeschlossen. Dr. Poeverlein. 229. Muscari botryoides. Miller Gard. Dict. No. 1 (1759); De Candolle Fl. Fr. III. p. 208. Syn. M. Strangwaysii Tenore Index hört. nap. 1839. p. 12. M. transsilvanicum Schur Verh. Siebenbürg. Ver. IV. p. 76 (1853). Botryanthus Strangwaysii Kunth Enum. IV. p. 679 (1841). B. vulgaris Kunth 1. c. p. 311 (1841). Hyacinthus botryoides Linne Spec. plant, ed I. p. 318 (1753). Exs. Flora Austro-Hungarica 681. Schwaben: Schrattenbach bei Kempten. Bodenunterlage: Grasboden. Meereshöhe: ca. 800 m. Begleitpflanzen: Bellis perennis u. a. leg. Georg Mayer 1. Mai 1899. M. b. findet sich in der Hochebene!!, dem Bayerischen Walde, dem Jura-, Keuper-, Muschelkalk- und Buntsandstein- _ 58 — gebiete, sowie der Pfalz zerstreut; den übrigen Teilen Bayerns scheint es zu fehlen. Dr. Poeverlein. 230 Chlorocyperus longus. Palla in Allg. bot. Zeitschr. VI. p. 201 (1900). Syn. Cyperus longus Linne Spec. plant, ed. I. p. 45 (1753). C. procerus Marschall von Bieberstein sec. Georgi Beschr. des Russischen Reiches. III, 4. p. 674 (1800). Exs. Cyperaceae et Juncaceae exsiccatae 127; Herbarium normale 3091, 3271. Schwaben: Weiher südlich vom Hoyerberg bei Lindau i. B. Meereshöhe: 410 m. Begleitpflanzen: Phragmites communis, leg. Georg Mayer 25. August 1899. Diese seltene Art findet sich im Deutschen Reiche ausser an dem angegebenen Fundorte, wo sie Custer 1822, Sauter 1837 auffand (vgl. Flora. XX. Beibl. p. 12 [1837]), nur noch bei Friedrichshafen im württembergischen Anteile des Boden- seegebietes. Dr. Poeverlein. 231. linflium mariscus. Robert Brown Prodr. Fl. Novae Holl. Lp. 92 (1810). Syn. C. germanicum Schrader Fl. Germ. I. p. 75 (1806). C. leptostachyum Nees in Linnaea. IX. p. 301 (1834). C. occidentale Roemer et Schultes Syst. veget. I. p. 284 (1817), C. palustre Poiret sec. Schultes Mant. I. p. 229 (1822). Mariscus serratus Gilibert Ex. phyt. II. p. 512 (1792). Schoenus Cladium Swartz Prodr. p. 19 (1788). Schoenus effusus Swartz ibid. Schoenus Mariscus Linne Spec. plant, ed. I. p. 42 (1753). Exs. Cyperaceae et Juncaceae exsiccatae 75. Schwaben: Beninger Ried bei Memmingen. Bodenunterlage: Weisserde. Meereshöhe: ca. 600 m. Begleitpflanzen: Phragmites communis, leg. Georg Mayer 1. August 1899. — 59 — C. m. wurde — abgesehen von den bereits bei Prantl angegebenen Fundorten in den Alpen, der Hochebene und dem Keupergebiete — neuerdings gefunden: Zwischen Leutstetten und Starnberg, sowie bei Murnau (Prinzess Ludwig); am Wasserburger Bühel bei Lindau (Keller- mann). Aus dem übrigen Bayern ist es nicht bekannt. Dr. Poeverlein. 232. Scirpus maritlmus f. umbellatus. Reichenbach fil. Icon FI. Germ. VIII. p. 43, t. CCCX (1846). Exs. Cyperaceae et Juncaceae exsiccatae 35. Mittelfranken: Regnitzufer bei Erlangen. Bodenunterlage: Keupersand. Meereshöhe: 265 m. Begleitpflanzen: Barbarea stricta, Cicuta virosa. leg. Dr. Paul Friedrich Reinsch August 1894. S. m. findet sich besonders im Keupergebiete, auf Muschel- kalk und Buntsandstein am Main und an der Saale, sowie in der Vorderpfalz am Rhein, seltener in der oberen (Starnberger- see) und unteren (Weltenburg, Regensburg!!, Schönach) Hoch- ebene, sowie der mittleren Pfalz (Kaiserslautern). Welche dieser Fundorte zu der hier ausgegebenen typi- schen Form (mit gestielten seitlichen Ähren) und zu der unter No. 495 ausgegebenen f. compactus (Hoffmann) (mit sitzenden seitlichen Ähren) gehören, bleibt noch festzustellen. Nach Schwarz, Fiora von Nürnberg-Erlangen. II. p. 814 kommen beide Formen sowie die f. macrostachys Reichenbach 1. c. t. CCCXI fig. 728 zuweilen auch zusammen vor. Dr. Poeverlein. 233. Trichophorum alpimim. Persoon Syn. I. p. 70 (1805); Palla in Verh. ZBG. Wien. XXXVIII. Sitzungsber. p. 49 (1888). Syn. Eriophorum alpinum Linne Spec. plant, ed. I. p. 53 (1753). Exs. Cyperaceae et Juncaceae exsiccatae 68; Flora Austro- Hungarica 1881. Schwaben: Hochmoor unweit Reicholzried bei Kempten. Meereshöhe: ca. 700 m. Begleitpflanzen: Eriophorum vaginatum , E. lati- folium u. a. — 60 — leg. Georg Mayer- ' ■.- 1899. T. a. findet sich in Bayern selten in den Alpen (Oberst- dorf im Algäu*) und Rost bei Berchtesgaden), häufig in der oberen Hochebene!! und im Bodenseegebiete, seltener wieder in der unteren Hochebene (Dachauermoor!!, Haspelmoor, Deg- gendorf) und im Bayerischen Walde (vgl. Sendtner, Vegeta- tionsverh. des Bayer. Waldes p. 366 und Petzi in Denkschr. KBG. Regensburg VII. N. F. I. p. 114). Mit letzterem Vor- kommen in Zusammenhang steht jedenfalls auch das erst neuerdings beobachtete auf Tertiär im Irlbacher Moor bei Regensburg!! (vgl. Vollmann in Allg. bot. Zeitschr. II. p. 39 [1896] und in Ber. Naturw. Ver. Regensburg. V. p. 234 f. [1896]). Aus dem übrigen Bayern ist T. a. nicht bekannt. Dr. Poeverlein. 234 Carex Davalliana. Smith in Transact. Linn. Soc. V. p. 266 (1800); Ascher- son und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. II, 2. p. 10. Syn. C. dioica Linne Spec. pl. ed. I. p. 962 pr. p. (1753); Villars Hist. des plant, de Dauph. II. p. 193 (1787). C. pulicaris Allioni Fl. Pedem. II. p. 263 (1785) non Linne Spec. plant, ed. I. p. 972 (L753). C. reflexa Gaudin Etrenn. de Fl. p. 53 (1804). C. scabra Hoppe Bot. Taschenbuch. 1800. p. 242. Maukschia scabra Heuffel in Flora. XXVII, 2. p. 528 (1844). Psyllophora Davalliana Schur Enum. plant. Transs. p. 697 (1866). Vignea Davalliana Reichenbach Fl. Germ. exe. p. 56 (1830). Exs. Carices exsiccatae 65. Schwaben: Hochmoor bei Dietmannsried. Meereshöhe: ca. 700 m. *) Zwei neue Fundorte aus der Flora von Oberstdorf (Söllereck, ca. 1200 m s. m., und zwischen Prinz Luitpoldhaus und Balkenscharte, ca. 2100 m s. m.) veröffentlichte Vollmann in Allg. bot. Zeitschr. VII. p 103 (1891). — 61 — Begleitpflanzen: Carex-Arten. „ ,, fl. 18. Mai 1on „ leg. Georg Mayer fr7T5r j— j 1899. C. D. ist in ganz Bayern mit Ausnahme des Oberpfälzer und Bayerischen (hier nur Passau) Waldes verbreitet, in der Pfalz selten (Vorderpfalz: Oggersheim, Wachenheim, Speyer, Kandel; Mittelpfalz: Kaiserslautern; Nordpfalz fehlend). Über die f. Sieberiana Opiz, welche Vollmann beim Post- hof und bei Pürkelgut unweit Regensburg, Schultheiss bei Zirndorf, Schwarz bei Rabeneck und im Haspelmoor, Molendo bei Moosach, Schnabl bei Starnberg, Ade in Weihers fand, vgl. Vollmann in Denkschr. KBG. Regensburg. VII. N. F. I. p. 128 (1898). Dr. Poeverlein. 235. Carex praecox. Schreber Spicil. Fl. Lips. p. 63 (1771); Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. II, 2. p. 32; non Jacquin Fl. Austr. V. p. 23 (1778). Syn. C. aristata Honckeny Syn. I. p. 361 (1792) non Clair- ville Man. p. 209 (1811) nee Robert Brown. C. brizoides c. brunnea Celakovsky Prodr. Fl. Böhm, p. 62 (1867). C. brizoides «. campestris Wimmer, Fl. von Schlesien. ed. IL I. p. 401 (1844). C. curvula Lamarck Encycl. III. p. 380 (1789) non Allioni Fl. Pedem. II. p. 294 (1785). C. heterophylla Krocker Fl. Sil. III. p. 88 (1814). C. tenella Thuillier Fl. Paris, p. 479 (1790) non Schkuhr Car. I. p. 23 (1801) nee Smith Engl. Fl. IV. p. 83 (1828). ? Vignea pseudoarenaria Schur Enum. plant. Transs. p. 701 (1866). V. Schreberi Reichenbach Fl. Germ. exe. p. 58 (1830). Exs. Carices exsiccatae 81. Schwaben: Eisenbahndamm bei Nördlingen an der Nürn- berger Linie an mehreren Stellen. Bodenunterlage: Keupersand. Meereshöhe: 430 m. Begleitpflanzen: Veronica arvensis, Gramineae. leg. Georg Hoock „ fl - l -^ ai . 1898. fr. 1. Juni — 62 — Die Pflanze scheint mit dem Keupersand, aus dem der Bahndamm besteht, aus dem angrenzenden Keupergebiete ein- geschleppt worden zu sein; Frickhinger gibt in seinen Vege- tationsverhältnissen einen Fundort in nächster Nähe Nörd- lingens nicht an. An dem angegebenen Fundorte wuchs sie früher in sehr grosser Menge, da sie sich durch ihre vegetativen Organe schnell ausbreitete; doch scheint er neuerdings (Sommer 1899) durch Erweiterung und Anschüttung des Bahndammes grössten- teils vernichtet zu sein. In geringerer Zahl findet sie sich auch an einer Stelle der Nördlinger Stadtmauer, ausserdem nach Frickhinger auf feuchten Wiesen, vor allem auf Keuper, z. B. bei Feuchtwang, Seidelsdorf, Radwang, ferner bei Deiningen und zwischen Grosselfingen und Schloss Alerheim. Georg Hoock. C. p. findet sich in Südbayern nur an der Donau!! selten, verbreitet im Fichtelgebirge, Muschelkalk- und Buntsandstein- gebiete, sowie in der Vorderpfalz, seltener im Bayerischen Walde, im Jura- und Keupergebiete und in der Nordpfalz. Den übrigen Teilen Bayerns fehlt sie. Dr. Poeverlein. 236. Carex canescens. Linne Spec. plant, ed. I. p. 974 (1753); Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. II, 2. p. 60. Syn. C. brizoides Hudson Fl. Angl. p.406 (1762) non Linne Amoen. acad. IV. p. 293 (1759). C. cinerea Pollich Hist. plant. Palat. II. p. 571 (1777). C. curta Goodenough in Transact. of Linn. Soc. IL p. 145 (1794). C. elongata Leers Fl. Herb. t. 14 (1775) non Linne Spec, plant, ed. I. p. 974 (1753). C. Richardi Thuillier Fl. Paris, ed. II. p. 482 (1790). Vignea canescens Reichenbach Fl. Germ. exe. p. 58 (1830). V. Persoonii Schur in Verh. Siebenb. Ver. III. p. 169 (1852). Exs. Carices exsiccatae 98; Flora Silesiaca 303. Mittelfranken : Moorige Sümpfe am unteren Bischoffsweiher bei Erlangen. — 63 — Bodenunterlage: Keuperalluvium. Meereshöhe: 281 m. Begleitpflanzen: Oenanthe phellandrium, Sparganium natans, Scirpus pauciflorus, S. lacuster, Carex cyperoi- des, C. teretiuscula. leg. Dr. Paul Friedrich Reinsch 11. Juni 1899. Diese C. canescens unterscheidet sich von Spezimens von anderen Lokalitäten durch den gegen die Spitze zu rauhen Halm und nähert sich dadurch an C. elongata; auch in der ländlichen Form der Ährchen ähnelt sie der letzteren. Ich erachte C. canescens, C Persoonii und C. elongata als in den Formenkreis einer Spezies gehörende Formen, welche sich nur durch verschiedene Färbung und Grösse der Bälge und der reifen Früchte unterscheiden. C. Persoonii ist eine alpine Form mit verkürzten und genäherten Ährchen, sonst kaum zu unter- scheiden von den beiden anderen Formen, welche sich ausser- dem noch durch verschiedene Stellung der Früchte bei der Reifewerdung unterscheiden. Dr. Paul Friedrich Reinsch. Bezüglich der systematischen Bewertung der C. Persoonii gehen Ascherson und Gräebner 1. c. mit Reinsch ziemlich einig, dagegen haben sie C. elongata — m. E. mit Recht — als ge- sonderte Art beibehalten. Jedenfalls dürfte die Thatsache, dass einzelne Formen der C. canescens in einzelnen Merk- malen zu C. elongata hinneigen, allein noch nicht zur gänz- lichen Einziehung der letzteren Art berechtigen. Immerhin dürfte jedoch auf das weitere Vorkommen derartiger Zwischen- formen besonders zu achten sein. C. c. ist in Bayern verbreitet. Über die Verbreitung der Unterart C. brunnescens Poiret (= C. Persoonii 0. F. Lang) und der var. laetevirens Ascher- son siehe die Bemerkungen zu No. 371 und 372 dieses Exsik- katenwerkes. Dr. Poe v er lein. 237. Carex umbrosa. Host Gram. Austr. I. p. 52, t. 69 (1801); Ascherson und Gräebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. II, 2. p. 127. Syn. C. longifolia Host Gram. Austr. IV. p. 48, t. 85 (1809). C. polyrrhiza Wallroth Sched. crit. I. p. 492 (1822). C. polyrrhiza «. fibrosa Schur Sert. sec. Enum. pl. Transs. p. 710 (1866). — 64 — C. praecox ß. procerior Gaudin Agrost. Helv. IL p. 131 (1811). Exs. Carices exsiccatae 48; Flora Austro-Hungarica 3097. Oberpfalz: Waldblösse bei Alling (an der schwarzen Laaber). Bodenunterlage: Jura. Meereshöhe: ca. 460 m. ße gleitpflanzen: Senecio silvaticus, Juncus effusus, Carex muricata. leg. Dr. Franz Vollmann f ^ A pnl 1899. ° fr. 4. Juni C. u. findet sich im rechtsrheinischen Bayern zerstreut in der oberen und unteren Hochebene, dem Bayerischen Walde, Jura-, Keuper- und Muschelkalkgebiete; den übrigen Teilen fehlt sie. In der Pfalz!! ist sie verbreitet. Dr. Poeverlein. 238. Carex montana var. typica. Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. II, 2. p. 120 (1902). Oberpfalz: Waldblösse zwischen Grass und Hohen- gebraching. Bodenunterlage: Tertiär. Meereshöhe: 405 m. Begleitpflanzen: Luzula pilosa, Carex verna. leg. Gottlieb Lindner ' ' „ . 1899. & fr. 10. Mai C. m. ist in ganz Bayern mit Ausnahme des Waldgebietes {hier nur Bayerischer Wald: Metten, Erlau bei Passau und Fichtelgebirge: Berneck) und der Vorderpfalz (hier nur am Fusse der Hardt von Neustadt bis Forst) verbreitet. Die Verbreitung der einzelnen Varietäten, von denen Vollmann bei Regensburg var. bulboides Waisbecker*) und var. pallescens Doli fand (Denkschr. KBG. Regensburg. VII. N. F. I. p. 138 [1898]), wäre erst noch genauer festzustellen. Dr. Poeverlein. *) Die Verdickung des Stengelgrundes dürfte übrigens kaum die Aufstellung einer eigenen Varietät rechtfertigen, da es sich hier jeden- falls nur um eine durch Tunica-Bildung (Anhäufung von abgestorbenen Blättern und Blattscheiden) ausgezeichnete biologische Wachstumsform handelt (vgl. Gradmann, Pflanzenleben der Schwäbischen Alb. ed. II. I. p. 133). — 65 — 230. Carex humilis. Leysser Fl. Halens. p. 175 (1761); Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. II, 2. p. 157. Syn. C. clandestina Goodenough in Transact. Linn. soc. IL p. 167 (1794). C. Gesneri Sutor Fl. Helv. IL p. 248 (1802). C. prostrata Allioni Fl. Pedem. IL p. 267 (1785). C. scariosa Villars Hist. des plant, de Dauph. IL p. 205 (1787). Exs. Carices exsiccatae 177, 177a; Flora Silesiaca 514. Oberpfalz: Felsige Abhänge am rechten Donauufer bei Sinzing. Bodenunterlage: Jura. Meereshöhe: 360 m. Begleitpflanzen: Daphne cneorum, Carex ornithopus. leg. Gottlieb Lindner April 1898. C. h., nach Gradmann, Pflanzenleben der Schwäbischen Alb. ed. IL I. p. 275. ein echtes Glied der südeuropäischen Steppenheidegenossenschaft, findet sich in den Berchtesgadener Alpen, der oberen und unteren Hochebene, dem Jura-!!, Keuper- und Muschelkalkgebiete, sowie der Pfalz zerstreut; den übrigen Teilen Bayerns fehlt sie. Die früheren Angaben für den Bayerischen Wald (Ober- hauserleite bei Passau) und das Buntsandsteingebiet (Aschaffen- burg) haben neuerdings keine Bestätigung mehr erfahren. Dr. Poeverlein. 240. Carex digitata. Linne Spec. plant, ed. I. p. 975 (1753); Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. II, 2. p. 160. Syn. C. pediformis Ika in Linnaea. XXX. p. 612 (1859—60). Exs. Carices exsiccatae 174; Flora Austro-Hungarica 3095; Flora Silesiaca 516. a. Oberpfalz: Bewaldete Abhänge nordwestlich von Pent- ling bei Regensburg. Bodenunterlage: Jura. Meereshöhe: 420 m. Begleitpflanzen: Ranunculus montanus, Carex venia, C. montana. 5 — 66 - leg. Gottlieb Lindner Mai 1899. b. Mittelfranken: ,Brucker Lache' im Reichsforst bei Er- langen. Bodenunterlage: Keuper, Alluvium. Meereshöhe: 293 m. Begleitpflanzen: Pirola minor, Ramischia secunda, Poa Sudetica. leg. Dr. Paul Friedrich Reinsch 14. Mai 1899. C. d. findet sich fast in ganz Bayern verbreitet. Nach Prantl ist sie nur im Waldgebiete selten, doch hat Hanemann für den Frankenwald neuerdings eine Reihe von Fundorten nachgewiesen. Die f. brevifolia Ascherson wurde mehrfach im Franken- jura um Regensburg (bei Herrensaal, auf den Madinger Bergen und in der Tegernheimer Schlucht) beobachtet (Vollmann in Denkschr. KBG. Regensburg. VII. N. F. I. 139 [1898]). Dr. Poeverlein. 241. Carex ornithopus. Willdenow Spec. plant. IV. p. 255 (1805); Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. II, 2. p. 162. Syn. C. digitata ß. Lamarck et De Candolle Fl. Fr. V. p. 291 (1815). C. digitata b. ornithopoda G. F. W. Meyer Fl. Hann. exe. p. 607 (1849). C. pedata Allioni Fl. Pedem. II. p. 268 (1785) non Linne Spec. plant, ed. IL p. 1384 (1763). Exs. Carices exsiccatae 175; Flora Austro-Hungarica 3096. Oberpfalz: Felsige Abhänge am Donauufer bei Sinzing. Bodenunterlage: Jura. Meereshöhe: 360 m. Begleitpflanzen: Daphne cneorum, Carex humilis. leg. Gottlieb Lindner Mitte Mai 1898. C. o. ist südlich der Donau verbreitet. Ausserdem findet sie sich im Waldgebiete selten: Passau, im Jura-!!, Keuper- und Muschelkalkgebiete, sowie in der Mittelpfalz zerstreut. Den übrigen Teilen Bayerns fehlt sie. Die bei Ascherson und Graebner 1. c. beschriebene var. elongata (= C. ornithopodioides f. elongata Leybold in Flora. XXXVIII. p. 347 [1855], C. ornithopoda var. castanea Mur- — 67 — beck, Beiträge zur Fl. Südbosniens und der Herzegovina. p. 30 [1891], C. o. var. alpina Kükenthal in Allg. bot. Zeitschr. V. p. 128 [1899]), welche von vielen irrtümlich mit C. ornitho- podioides Hausmann identifiziert wird,*) wurde von Vollmann in den Algäuer Alpen : Käseralpe (1400 m), Gottesackerplateau (ca. 1800 m) (Allg. bot. Zeitschr. VII. p. 103 [1901]), von Born- müller und Haussknecht im Mittelstocke der Bayerischen Alpen: Krotenkopf (Kükenthal ibid. IX. p. 5 [1903]) aufgefunden, eine f. brevifolia Vollmann (mit kurzen Blättern und fast dop- pelt so langen Pruchtstengeln) von Petzi im Frankenjura zwi- schen Laaber und Deuerling, nahe dem Waldrand an halb- schattigem Standort (Vollmann in Denkschr. K G B. Regens- burg. VII. N. F. I. p. 139 [1898]), der seltene Bastard zwischen G. o. und C. digitata in der unteren Zone des Staffelberges (Mitth. Thür. Bot. Ver. N. F. XV. p. 7 [1900J; Kükenthal in Allg. bot. Zeitschr. VII. p. 104 [1901]). Dr. Poeverlein. 242. Carex alba. Scopoli Fl. Carn. ed. II. II. p. 216 (1772); Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. II, 2. p. 156. Syn. C. argentea Chaix in Villars Hist. des plant, de Dauph. IL p. 206 (1787). C. nemorosa Schrank Baierische Fl. I. p. 291 (1789) non Rebentisch Prodr. Fl. neom. p. 21 (1804) nee Willdenow Spec. plant. IV, 1. p. 232 (1805) nee Lumnitzer. Exs. Carices exsiccatae 116. Schwaben: Englischer Garten bei Neuburg a. D. Bodenunterlage: Donaualluvium. Meereshöhe: 380 m. Begleitpflanzen: Gagea lutea, Scilla bifolia. leg. Eugen Erdner - ?' j^ 1 1899. C. a. findet sich in Südbayern!! bis zur Donau, wo sie *) Über das gegenseitige Verhältnis der beiden Arten vgl. neuestens Kükenthal in Allg. bot. Zeitschr. IX. p. 4 (1903). 5* — 68 — bei Kelheim und Weltenburg!!*) auch auf Jura übergreift, verbreitet, fehlt jedoch Nordbayern und der Pfalz. Dr. Poeverlein. 243. (Jarex flava. Linne Spec. plant, ed. I. p. 975 pr. p. (1753). Syn. C. flava A. eu- flava A. vulgaris Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. II, 2. p. 199 (1903). C. flava «. genuina Grenier et Godron Fl. de Fr. III. p. 424 (1855). C. flava var. vulgaris Doli Rhein. Fl. p. 147 (1843). Exs. Carices exsiccatae 121. Oberpfalz: Waldblösse bei Grossberg (1 Stunde südlich von Regensburg). Bodenunterlage: Diluvialer Lehm auf Kreide. Meeres- höhe: ca. 420 m. Begleitpflanzen: Juncus effusus, Carex glauca. leg. Dr. Franz Vollmann 4. Juli 1899. Da C. fl. bisher vielfach von C. Oederi und C lepidocarpa nicht streng geschieden wurde, ist deren Verbreitung nicht mit Sicherheit festgestellt. Jedenfalls ist sie in einzelnen Ge- genden seltener als diese beiden (vgl. z. B. Vollmann in Denkschr. K B G. Regensburg. VII. N. F. I. p. 141 [1898]). Dr. Poeverlein. 244. Carex flava x fulva. Syn. C. flava X Hornschuchiana Kneucker Carices exsic- catae. V. No. 140 (1899). C. fulva X eu-flava Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. II, 2. p. 206 (1903). C. xanthocarpa Degland in L'oiseleur Fl. Gall. II. p. 299 (1807). Exs. Carices exsiccatae 140. **) Über das dortige Vorkommen vgl. Vollmann in Denkschr. KBG. Regensburg. VII. N. F. I. p. 139 (1898). — C. a. wurde übrigens auch auf der Schwäbischen Alb mehrfach beobachtet (vgl. hierüber Gradmann, Pflanzenleben der Schwäbischen Alb. ed. II. I. 278; II. 60). — 69 — Schwaben: Trettachthal zwischen Gerstruben und Oberst- dorf im Algäu. Bodenunterlage: Alluvium. Meereshöhe: ca. 950 m. Begleitpflanzen: Juncus alpinus, Carex pulicaris ; C. glauca, C. fulva, C. flava. leg. Dr. Franz Vollmann 24. Juli 1899. Die oft angezweifelte Bastardnatur dieser Pflanze offen- bart sich schon von ferne fast regelmässig durch Sterilität. Der Bastard ist fast überall anzutreffen, wo beide Stammarten zusammen vorkommen. Dr. Franz Vollmann. Der Bastard wurde von Vollmann im Algäu nicht selten, z. B. zwischen Oberstdorf und Gerstruben; im Oythale neben dem Bache etc. (Allg. bot. Zeitschr. VII. p. 104 [1901]), in den Berchtesgadener Alpen am Waldrande vor dem Kurzenwirt bei Kieferthal (Mitt. Bayer. Bot. Ges. zur Erforschung der heimischen Flora. 22. p. 230 [1902]) gefunden, während es ihm um Regensburg nicht gelang, denselben aufzufinden (vgl. Vollmann in Denkschr. K B G. Regensburg. VII. N. F. I. p. 143 [1898]). Die Angabe Prantl's (p. 94), dass ,,C. flava X Horn- schuchiana" in Bayern verbreitet sei, erweist sich schon deshalb als unzutreffend, weil der eine Elternteil C. Horn- schuchiana in Nordbayern überhaupt nur an wenigen Stellen des Keupergebietes vorkommt. Dr. Poeverlein. 245. Carex öederi var. vulgaris. Marsson, Fl. von Neuvorpommern und Rügen, p. 537 (1869); Günther Beck, Flora von Nieder-Österreich. I. p. 145 (1890). Syn. C. Oe. var. typica Vollmann in Denkschr. K B G. Regensburg. VII. N. F. I. 141 (1898) und in Fl. exs. Bav. III. No. 245 (1900). Exs. Carices exsiccatae 131. Oberpfalz: Klardorfer Moor bei Schwandorf. Bodenunterlage: Tertiär. Meereshöhe: 370 m. Begleitpflanzen: Spergula vernalis, Juncus supinus. leg. Dr. Franz Vollmann Anfang Juli 1897, 1898. C. Oe. ist bisher aus Bayern mit Sicherheit nur aus der oberen und unteren!! Hochebene und dem Keupergebiete, so- wie dem Fichtelgebirge: Fichtelsee (Haussknecht) bekannt, — 70 — jedenfalls oder vielfach mit C. flava zusammengeworfen und weiter verbreitet. Vollmann hat bei Regensburg auch die Varietäten pyg- maea Andersson und elatior Andersson, sowie bei jeder der drei Varietäten auch die f. cyperoides Marsson beobachtet; dagegen ist es ihm nicht geglückt, eine Einteilung nach dem von Callme (Deutsche bot. Monatsschr. V. p. 17 ff. [1887] und VI. p. 3 f. [1888]) aufgestellten Systeme vorzunehmen (Voll- mann in Denkschr. K B G. Regensburg. VII. N. F. I. p. 141 f. [1898]). Dr. Poeverlein. 246. Carex lepidocarpa. Tausch in Flora. XY1L p. 179 (1834). Syn. C. flava b. brachyrhyncha Celakovsky Prodr. FL Böhm. p. 71 (1867). C. flava A. eu-flava II. lepidocarpa Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. II, 2. p. 200 (1903). C. flava b) lepidocarpa Godron Fl. Lorr. III. p. 118 (1843). C. Lipsiensis Petermann Fl. Lips. p. 58 (1838). C. Oederi ß. major Bochkoltz in Verh. Bot. Ver. Brandenburg. III/IV. 285 (1862). Exs. Carices exsiccatae 124, 124 a. Oberpfalz: Sumpfwiese im Donauthale bei Burgweinting (1 Stunde südöstlich von Regensburg). Bodenunterlage: Diluvium. Meereshöhe: 335 m. Begleitpflanzen: Primula farinosa, Scirpus Tabernae- montani, Carex fulva. leg. Dr. Franz Vollmann Juni 1898, 1899. Die in der Umgebung von Regensburg wachsenden For- men der C. lepidocarpa haben grösstenteils unterhalb des unter- sten 9 Ährchens rückwärts glatten Halm, gehören also zu f. laeviculmis Kneucker. Sie wurden jedoch, da die Form nicht gerade besondere systematische Bedeutung hat, bei der Ausgabe der Pflanze nicht namentlich bezeichnet. Dr. Franz Vollmann. Über die Verbreitung gilt auch hier das bei voriger Ge- sagte: bisher ist C. 1. aus Bayern bekannt aus den Algäuer — 71 — Alpen (Vollmann in Allg. bot, Zeitschr. VII. p. 104 [1901]), der oberen und unteren Hochebene, sowie dem Keupergebiete. Dr. Poeverlein. 247. Mibora minima. Desvaux PL Anj. p. 48 (1827). Syn. M.vernaPalisot de BeauvoisNouv. Agrost.p. 167(181 2). Agrostis minima Linne Spec. plant, ed. I. p. 63 (1753). Chamagrostis minima Borkhausen Fl. Catzenellenb. in „Der Botaniker". 16—18. p. 20 (1796). Knappia agrostidea Smith Engl. Bot. t. 1127 (1803); Fl. Brit. III. p. 1387 (1804—05). K. verna Trinius Ic. Gram. IL t. 17 (1828—36). Poa minima Withering Arrang. p. 91 (1776). Sturmia minima Hoppe in Sturm Deutschi. Fl. Heft 7 (1799). St. verna Persoon Syn. I. p. 76 (1805). Exs. Gramineae exsiccatae 12. Unterfranken: Zwischen Bettingen und Homburg a. M. nahe der Grenze. Bodenunterlage: Alluvium. Meereshöhe: 150 m. Begleitpflanzen: Teesdalea nudicaulis. leg. Botanische Vereinigung Wü rzburg 17. April 1898. Auf Buntsandstein im Mainthale bei Aschaffenburg, Wert- heim, Homburg und Wernfeld bei Gemünden. An den früheren Fundorten bei Würzburg und bei Volkach zwischen Kitzingen und Schweinfurt wurde sie neuerdings vergeblich gesucht (Rost bei Ascherson und Graebner, Syn. 11, 1. p. 119). Ebenso erscheint ihr derzeitiges Vorkommen im botanischen Garten zu Erlangen, wo sie F. W. Schultz entdeckte, sehr zweifelhaft (vgl. Schwarz, Flora von Nürnberg-Erlangen. II. p. 862). Auch bei Frankenthal, wo sie früher an der Stadtmauer vorkam, ist sie wieder verschwunden (vgl. F. W. Schultz, Grundzüge zur Phytostatik der Pfalz, p. 173). Die seltenere var. virescens Doli Rhein. Fl. p. 117 (1843) stellt nach F. W. Schultz 1. c. lediglich eine Standortsmodi- fikation und keineswegs eine gute Abart dar. Dr. Poeverlein. — 72 — 248. Eragrostis minor. Host Gram. Austr. IV. p. 15 (1809); Fl. Austr. I. p. 135 (1827). Syn. E. Eragrostis Karsten, Deutsche Flora, p. 389 (1880-83). E. poaeformis Link Hort. Berol. I. p. 187 (1827). E. Poaeoides Palisot de Beauvois Nouv. Agrost. p. 162 (1812). E. vulgaris ß. microstachya Cosson et Germain Fl. des envir. de Paris. II. p. 241 (1845). Poa Eragrostis Linne Spec. plant, ed. I. p. 68 (1753). Exs. Gramineae exsiccatae 117, 117a; Flora Silesiaca 282, 283. Unterfranken: Bahnhof Ochsenfurt. Bodenunterlage: Muschelkalk. Meereshöhe: 194 m. Begleitpflanzen: Portulaca oleracea. leg. August und Otto Fürnrohr 15. August 1899. E. m., deren Verbreitung sich noch zur Zeit der Heraus- gabe von Prantl's Exkursionsflora (1884) noch auf wenige Fundorte in der unteren Hochebene, dem Keupergebiete und dem vorderen Teile der Pfalz beschränkte, hat neuerdings namentlich im nördlichen Bayern den Bahnlinien folgend sich stark ausgebreitet. In Südbayern ist sie bereits bis Memmingen (597 m s. m.) und Lindau i. B. vorgedrungen. Die beiden von Schwarz in Abh. Naturhist. Gesellschaft Nürnberg. VII. p. 114 (1881) aufgestellten Formen: a: arenosa: Stengel fingerhoch, aufsteigend oder im Kreise niederliegend, und ß: umbrosa: Stengel aufrecht, fusshoch bis halbmeter- hoch, lassen sich m. E. nicht scharf von einander unterscheiden. Die nächstverwandte E. megastachya Link Hort. Berol. I. p. 187 (1827), welche einst im Sternberg'schen und im Kapuziner- Garten zu Regensburg spontan beobachtet wurde, jedoch dort später wieder verschwand (vgl. Hoppe, Ect. plant. Ratisb. t. 731; A. E. Fürnrohr, Flora Ratisbonensis. p. 189) wurde neuerdings seit 1889 von Wislicenus auf Feldstreifen am Kloster Himmelspforten bei Würzburg beobachtet (Ascher- son und Graebner, Syn. II, 1. p. 371; dort auch Näheres über die Nomenklatur). Ausserdem ist sie für die Vorderpfalz zwischen Neuhofen und Waldsee angegeben. Dr. Poe verlein. — 73 - 240. Azolla Caroliniana. Willdenow Spec. plant. V. p. 541 (1810). Mittelfranken : Tiefe ruhige Stellen der Regnitz ober Baiers- dorf. Bodenunterlage: Alluvialgebiet der Regnitz. Meeres- höhe: 266 m. Begleitpflanzen: Myriophyllum, Lemna minor, L. gibba, L. polyrrhiza. leg. Dr. Paul Friedrich Reinsch 10. Oktober 1899. Auf die zunehmende Verbreitung dieses ursprünglich in Nord- und Südamerika einheimischen Wasserfarnes in Deutsch- land war zuerst in den Mitteilungen der Bayerischen Botani- schen Gesellschaft zur Erforschung der heimischen Flora. 5. p. 39 (1893) aufmerksam gemacht worden. Dem Scharfblick und unermüdlichen Sammeleifer Reinsch's blieb es vorbehalten, sie an dem angegebenen Fundorte neu für Bayern zu ent- decken. Schwarz, Flora von Nürnberg -Erlangen. II. p. 927 nimmt an, dass sie dorthin aus dem Erlanger botanischen Garten gelangt sei. Aus dem übrigen Bayern ist sie bisher nicht bekannt. Dr. Poeverlein. 250. Scolopcudrium vulgare moustr. crispum. Willdenow Spec. plant. V. p. 349 (1810); Luerssen Farn- pflanzen, p. 122. Mittelfranken : Felsschlucht bei Wellheim, Bez.-A. Eichstätt. Boden unterläge: Dolomitgeröll des mittleren Malm. Meereshöhe: ca. 465 m. Begleitpflanzen: Lunariarediviva, Impatiensnolitangere. leg. Dr. Joseph Schwertschlager 29. August 1899. Ascherson und Graebner, Synopsis der mitteleuropäischen Flora. I. p. 50 (1898) definieren diese monströse Form in wesentlicher Übereinstimmung mit Luerssen 1. c. folgender- massen: „Blätter breit, meist nur Frond., mit stark welligen, oft gekerbten Rändern." An der vorliegenden Pflanze war das Merkmal des stark welligen und gekerbten Blattrandes in lebendem Zustande gut ausgebildet, die Breite der Wedel nicht besonders auffällig, nur wenige davon zeigten sich steril. Wegen des Fehlens der 6 — 74 — Sterilität ist es vielleicht entsprechend, sie als Übergang zur typischen Form aufzufassen. Fundort ist eine schattige Dolomitfelsschlucht des Spindel- thales bei Wellheim (3 Wegstunden südwestlich von Eichstätt), wo diese Form reichlich auf und zwischen feuchtem Geröll wächst. Auch eine zweite Felsschlucht des Kreuzlesberges bei Well- heim, sowie die „Klamm" bei Riedenburg zeigen Exemplare mit Wellung und Kerbung der Wedelspreite, nähern sich also der monstr. crispum. S. v. wächst im rechtsrheinischen Bayern am häufigsten in den Kalkalpen und im Frankenjura. Für erstere werden als Fundorte angegeben: Oberstdorf; Hohenschwangau, Gar- misch, Kochel, Jocheralm, Petersberg, Fischbachau; Ruhpolding, Königssee; für den Frankenjura: Leitheim, Weltenburg, Rieden- burg, Wellheim, Regensburg, Sulzbach i. 0., Schupf, Föhren- bach. Im übrigen Bayern findet es sich bloss vereinzelt und wohl stets nur infolge früherer Anpflanzung verwildert, so an der Isarböschung bei Aumeister und Hirschau, sowie bei Nymphenburg unweit München, im Brunnen des germanischen Museums in Nürnberg, in einem Brunnen in Schweinfurt, im Handthale im Steigerwald, bei Blieskastel, im Brunnen der Klosterruine Limburg bei Dürkheim a. H. Im Frankenjura dürfte es noch vielfach aufgefunden werden. Jedenfalls war es hier früher häufig und wurde erst durch Abholzung feuchter Felsschluchten und die Waldkultur vielfach ausgerottet. So fand ich in den quartären Kalktuffen von Waltersberg und Deining im oberpfälzischen Weissjura- gebiete sehr häufig die Abdrücke von Scolopendrium-Wedeln, während in der Gegenwart dieser Farn an den betreffenden Quellen nicht mehr vorkommt. Dr. Joseph Schwertschlager. Denkschriften der Kgl. botanischen Gesellschaft in Regensburg. VIII. Band. Neue Folge. II. Band. 4. Beilage. Flora exsiccata Bavarica. Bryophyta. Verzeichnis der Mitarbeiter des Inhaltes der Lieferungen 1 — 12. Nr. 1—300. Regensburg. Verlag der Gesellschaft. 1903. Mitarbeiter. Bauer Ernst, Dr., in Prag-Smichow. Brückner Adam, Lehrer in Koburg. Familler Ignaz, Dr., Kuratus in Karthaus-Prüll bei Re- gensburg. Holler August, Dr., k. Medizinalrat in Memmingen. Münchener Staatsher bar: Doubletten von P. G. Lorentz und L. Molendo. Paul Hans, Dr., an der K. Moorkulturanstalt in München. Sc hinner 1 Martin, Hauptlehrer in München. Schwab Alexius, Kooperator in Ebnath. Vill August, k. Bezirkstierarzt in Gerolzhofen. Zahn Christian, Lehrer in Nürnberg. Zick Aloys, Pfarrer in Rieden bei Füssen. Ausgegeben wurden Lieferungen 1 u. 2 am 1. März 1901, 3 u. 4 „ 1. Oktober 1901, 5_ 8 „ 1. Dezember 1902, 9-12 „ 15. Dezember 1903. Hepaticac. Alieularia. minor (Nees) Lirnpr. 201 scalaris (Schrad.) Corda. 202 Anastrepta orcadensis (Hook.) Schiffn. 108 Aneura latifrons Lindb. 203 pinguis (L.) Dum. 51 Anthoceros laevis L. 101 punctatus L. 102 Blasia pusilla Mich. 104. 105 Blepharostoma trichophyllum (L.) Dum. 204 Blepharozia ciliaris (L.) Dum. 134 v. pulcherrima (Web.) 135 Cepholozia bicuspidata (L.) Dum. 205. 206 connivens (Dicks.) Spruce 207 Lammersiana (Hüben.) Spruce v. submersa Schiff. 208 media Lindb. 209 Cephaloziella trivialis Schiffn. 210 Chiloscyphus pallescens (Schrad.) Dum. 106 polyanthus (L.) Corda 107 v. erectus et undulatus 108 v. rivularis 100 Cincinnulus trichomanis (L.) Dum. 211. 212 v. Sprengelii Nees 213 Cololejeunea calcarea (Lib.) Spruce 110 Conocephalum conicum (L.) Necker 111 Diplophyllum albicans (L.) Dum. 214 Eulejeunea serpyllifolia (Dicks.) Spruce 112 Fossombronia cristata Lindb. 39 pusilla (L.) Lindb. 215 Frullania dilatata (L.) Nees 40 tamarisci (L.) Nees 41 Geocalyx graveolens (Schrad.) Nees 216 Jamesoniella autumnalis (DC.) Steph. 217 Leioscyphus anomalus (Hook.) Mitten 113 Taylori (Hook.) Mitten 114 Lepidozia trichoclados C. Müller 52 Lophozia barbata (Schreb.) Dum. 120 Floerkei (Web. et Mohr) Steph. 218 gracilis (Schleich.) Steph. 121 incisa (Schrad.) Dura. 122 inflata (Huds.) Howe 219 lycopodioides (Wallr.) Steph. 220 Lyoni (Tayl.) Steph. 123 Mülleri (Nees) Dum. 124 Lophocolea bidentata (L.) Dum. 115 v. ciliata Wärmst. 116 cuspidata Limpr. 117 heterophylla (Schrad.) Dum. 118 minor Nees 119 Lunularia cruciata (L.) Dum. 125 Madotheca laevigata (Schrad.) Dum. 45 platyphylla (L.) Dum. 40 Marchantia polymorpha L. v. domestica 126 v. aquatica 127 Marsupella emarginata (Ehrh.) Dum. 53. 128 Funckii (Web. et Mohr) Dum. 54 Sprucei (Limpr.) Steph. 129 Mastigobryum trianguläre (Schleich.) 130 trilobatum (L.) Nees 131 Metzgeria conjugata Lindb. 43 furcata (L.) Lindb. 42 pubescens Raddi 44 Nowellia curvifolia (Dicks.) Spruce 132 Odontoschisma denudatum (Nees) Dum. 221 sphagni (Dicks.) Dum. 222 Pellia epiphylla (L.) Lindb. 55 Fabroniana Raddi 223 Neesiana (G.) Limpr. 56 Plagiochila asplenioides (L.) Nees et M. v. minor 57 interrupta (Nees) Dum. 133 Preissia commutata (Ldbg.) Nees 4i Radula complanata (L.) Dum. 48 Reboulia hemisphaerica (L.) Raddi 136 Riccia ciliata HofTm. 137 crystallina L. 49 fluitans L. 58 sorocarpa Bisch. 50 Ricciocarpus natans (L.) Corda 59 Scapania dentata Dum. 224 nemorosa (L.) Nees 60 undulata (L.) Dum. 225 Soleuostoma amplexicaule (Dum.) Steph. 61 crenulatum (Sm.) Steph. 62 lanceolatum (L.) Steph. 138 Sphenolobus minutus (Crantz) Steph. 139 Trichocolea tomentella (Huds.) Howe 140 Andreaeaceae, Andreaea petrophila Ehrh. 7 Rothii Web. et Mohr 144 Spliagnaceae. Sphagnum acutifolium Russ. et Warnst, v. versicolor Warnst. 1 compactum De Cand. 226 v. squarrosum Warnst. 141 contortum Schultz 227 crassicladum Warnst. 142 cuspidatum (Ehrh.) Warnst. 228 v. plumosum Br. germ. 229 v. submersum Schimp. 230 cymbifolium (Ehrh.) Warnst. 231 v. virescens Russ. 232 fuscum (Schimp.) v. Klinggr. v. fuscescens 233 (Tirgensohnii Russ. 234 v. xerophyllum Russ. 235 imbricatum Russ. v. cristatum Warnst. 143 medium Limpr. v. glaucescens Russ. 2 v. purpurascens Russ. 3 molluscum Bruch 63 obtusum Warnst. 236 papillosum Lindb. v. normale Warnst. 237 parvifolium (Sendt.) Warnst. 238 v. Warnstorni C. Jensen 239 quinquefarium (Lindb.) Warnst. 240 recurvum Russ. et Warnst, v. mucronatum Russ. 4 riparium Aongstr. 241 rubellum Wils. v. versicolor Warnst. 242 rufescens (Br. germ.) Warnst. 5 Russowii Warnst. 243 Sphagnum Russowii v. purpurascens Russ. 244 squarrosum Pers. v. seraisquarrosura l\uss. 6 subnitens Russ. et Warnst. 245 subsecundum (Nees) Limpr. 246 v. heterophyllum Warnst. 247 teres (Schimp.) Aongstr. 248 v. squarrulosum Warnst. 249 Warnstorfii Russ. 250 Acrocarpae. Acaulon muticum (Schreb.) C. Müller 04 Aloina rigida Kindb. 65 Amphidiura Mougeotii Schimp. 145 Astomum crispura (Hedw.) Hampe 66 Aulacomnium androgynum (L.) Schwägr. 146 palustre (L.) Schwägr. 8 v. submersum 147 Barbula paludosa Schleich. 67 reflexa Brid. 68 unguiculata (Huds.) Hedw. 251 Bartramia Halleriana Hedw. 148 pomiformis (L.) Hedw. 149 Bruchia vogesiaca Schwägr. 252 Bryum argenteum L. 253 Duvalii Voit 254 pallens Swartz 255 pseudotriquetrum (Hedw.) Schwägr. 9 Buxbaumia aphylla L. 69 Campylopus flexuosus Brid. v. zonatus Mol. 70 Catharinea Hausknechtii Broth. 150 undulata (L ) Web. et Mohr 151. 152 Catoscopium nigritum (Hedw.) Brid. 153 Ceratodon purpureus (L.) Brid. 256 Cinclidotus fontinaloides (Hedw.) P. Beauv. 10 riparius (Host.) Arn. 154 Cynodontium polycarpuni (Ehrh.) Schimp. 155 Desmatodon latifolius (Hedw.) Br. cur. 71 Dichodontium pellucidum (L.) Schimp. 156 Dicranella cerviculata (Hedw.) Schimp 11 curvata (Hedw.) Schimp. 72 varia (Hedw.) Schimp. 73 — 8 — Dicranodontium longirostre Sohirap. 157 Dicranura Bonjeani De Not. 158 flägellare Hedw. 12 longifolium Ehrh. 159 montanum Hedw. 160 scoparium Hedw. 161. 162 spurium Hedw. 13 undulatum Ehrh. 14 Didymodon giganteus (Punck) Jur. 163 rufus Lorentz 74 Diphyscium sessile (Schmid) Lindb. 75 ■Disceliura nudum (Dicks.) Brid. 164 Distichium capillaceum (Sw.) Br. cur. 15 Ditrichum flexicaule Hampe 165 Dryptodon Hartmani Limpr. 166 Enealypta contorta (Wulf.) Lindb. 16 vulgaris (Hedw.) Hotfni. 76 Fissidens adiantoides (L.) Hedw. 16 bryoides (L.) Hedw. 167 crassipes Wils. 17 pusillus Wils. 168 taxifolius (L.) Hedw. 169 Funaria hygrometica Sibth. 77 mediterranea Lindb. 78 Georgia pellucida Rabenh. 170 Grimmia crinita Brid. 171 orbicularis Bruch 19 ovata Web. et Mohr 257 pulvinata (L.) Smith 258 Gyroweisia tenuis (Schrad.) Schimp. 172 Hedwigia albicans (Web.) Lindb. 20 Leptobryum pyriforme (L.) Schimp. 173 Leucobryum glaucum (L.) Schimp. 21 Mildeella bryoides (Dicks.) Limpr. 259 Mniobryum carneum (L.) Limpr. 260 Mnium cinclidioides Hüben 175 cuspidatum (L.) Leyss. 176 hornum L. 79 medium Br. eur. 174 punctatum (L.) Hedw. 177 rostratum Schrad. 178 rugicum Laurer 179 Mnium spinosum Schwägr. 180 undulatura (L.) Weis 181 Molendoa Hornschuchiana Lindb. 80 Orthotrichum affine Schrad. 261 pumilum Swartz 262 rupestre Schleich. 263 Paludella squarrosa (L.) Brid. 81 Phascura curvicollum Ehrh. 22 cuspidatum Schreb. 265 Philonotis borealis (Hagen) Limpr. f. laxa 266 calcarea Schimp. 82 fontana (L.) Brid. 265 Physcomitrium pyriforme (L.) Brid. 83 Plagiopus Oederi Limpr. 182 Racomitrium aciculare (L.) Brid. 183 canescens Brid. 184 heterostichum (Hedw.) Brid. 185 lanuginosum (Ehrh.) Brid. 186 Rhabdoweisia fugax (Hedw.) Br. eur. 1S7 Rhodobryum roseum (Weis) Limpr. 267 Schistidium alpicola Sw. v. rivulare Wahlenb. 268 apocarpum (L.) Br. eur. 269 gracile (Schleich.) 270. 271 Schistostega osmundacea (Dicks.) Mohr 188 Seligeria pusilla (Ehrh.) Br. eur. 84 recurvata (Hedw.) Br. eur. 271 Timmia bavarica Hessl. 272 Tortella inclinata (Hedw. fil.) Limpr. 23 tortuosa (L.) Limpr. 86 Tortula latifolia Bruch 85 montana (Nees) Lindb. 273 papulosa Wils. 274 ruralis (L.) Ehrh. 275 subulata (L.) Hedw. 189 Tricliostomum crispulum Bruch 190 Pleurocarpae. Antitrichia curtipendula (Hedw.) Brid. 276 Brachythecium albicans (Neck.) Br. europ. 277. 278 rutabulum (L.) Br. eur. 279 salebrosum (Hoffm.) Br. eur. 280. 281 — 10 — Brachythecium velutinum (L.) Br. eur. 282 Camptothecium lutescens Br. eur. 87 nitens Schimp. 88 Climacium dendroides Web. et Mohr 25 Cylindrothecium concinnum Schimp. 193 Eurhynchium crassinervium (Tayl.) Br. eur. 283 praelongum (L.) Br. eur. 194 striatum Schimp. 284 Tommasinii (Sendt.) R. Ruthe 195 Fontinalis antipyretica L. 26 gracilis Lindb. 285 squamosa L. 27 Heterocladium heteropterum Br. cur. 286. 287 Homalia trichomanoides Br. eur. 288 Hylocomium brevirostre Br. eur. 96 loreum Br. eur. 97 Schreberi De Not. 98 splendeus Br. eur. 99 triquetrum (L.) Br. eur. 100 Hypuum aduucum Hedw. 91 Bambergeri Schimp. 92 chrysophyllum Brid. 290 commutatum Hedw. 289 crista-castrensis L. 196 falcatum Brid. 28 fluitans (Dill.) L. 29. 197 gigauteum Schimp. 30 mtermedium Liudb. 291 lycopodioides Brid. 31 molluscum Hedw. 93 v. subplumiferum Kiridb. 198 pseudofluitaus v. Klinggr. 292 sarmentosum Wahlenb. 94 stellatum Schreb. 293 stramineum Dicks. 199 trifarium Web. et Mohr 95 vernicosum Lindb. 294 Isothecium myosuroides Brid. 295 myurum Brid. 296 Myurella julacea Br. eur. 33 Neckera complanata (L.) Hüben. 89 crispa (L.) Hedw. 34 — 11 — Neckera pennata (L.) Hedw. 35 turgida Jur. 90 Plagiothecium elegans Sulliv. v. Schimperi Limpr. 297 undulatum Br. eur. 298 Pterygophyllura lucens Brid. ^00 Scleropodium purum (L.) Limpr. 36 Scorpidium scorpioides (L.) Limpr. 37 Thuidium recognitum Lindb. 38 tamariscinum (Hedw.) Br. eur. 300 Druck der Verlagsanstalt vorm. G. J. Manz Regensburg. Beiksehriftei der Kgl. botanischen Gesellschaft in Regensburg. IX. Band. Neue Folge. III. Band. ■ a ^5- Regensburg. Verlag der Gesellschaft. 1905. fyA^w- Denkschriften der KgL botanischen Gesellschaft in Regensburg. IX. Band. Neue Folge. III. Band. ■ Regensburg. Verlag der Gesellschaft. 1905. Inhalt. Seite Vorwort V Verzeichnis der Mitglieder der Kgl. botanischen Gesellschaft zu Regensburg VII Rehm, Dr. H., Die Flechten (Lichenes) des mittelfränkischen Keupergebietes 1 Vollmann, Dr. Fr., Die Hieracienflora der Umgebung von Re- gensburg 61 Beilage: Poeverlein, Dr. H., Bemerkungen zur Flora exsiccata Bavarica. Fasciculus Quartus. Nr. 251—325.